Viele Radfahrer stellen sich die Frage: Welche Übersetzung soll ich für mein Rennrad wählen? Leider gibt es darauf keine eindeutige Antwort, da die richtige Übersetzung von verschiedenen Faktoren abhängt. Möchtest du eine entspannte Fahrt durchs Flachland machen oder dich den Herausforderungen des Hochgebirges stellen? Diese beiden Fahrten erfordern natürlich unterschiedliche Anstrengungen und eine unterschiedliche Schaltstrategie.
Was bedeutet Übersetzung beim Rennrad?
Die Übersetzung des Rennrads hat, einfach gesagt, Einfluss auf die bei einer einzelnen Umdrehung der Fahrradkurbel zurückgelegte Strecke. Das Verhältnis zwischen den Zähnen an den vorderen Kettenrädern (Kettenblätter) und den Zähnen an den hinteren Kettenrädern (Ritzel) wird als Übersetzung bezeichnet. Je nachdem, wo und wie du fährst, ist das richtige Verhältnis zwischen Kettenblättern und Ritzel wichtig. Je größer das Kettenblatt, desto höher die Übersetzung, desto schwerer musst du treten und desto schneller fährst du.
Grundsätzlich sind an den meisten Rennrädern Übersetzungen vorgesehen, d.h. das Hinterrad dreht sich immer schneller als die Kurbel. An wenigen Einsteigerrennrädern finden sich aber auch 34 Zähne sowohl am Ritzel hinten als auch am kleinen Kettenblatt vorne. Im kleinsten Gang drehen sich Kurbel und Hinterrad dann synchron. Wenn sich das Rad langsamer als die Kurbel drehen soll, spricht man von einer Untersetzung.
Die Kurbelgarnitur
Die Kurbelgarnitur deines Rennrads ist eines der wichtigsten Fahrradteile. Sie besteht aus dem Kettenblatt und dem Pedal. Eine Kurbelgarnitur mit einem Kettenblatt kann aus 50 bis 38 Zähnen bestehen. Dieser Typ von Kurbelgarnitur wird nicht oft bei Rennrädern verwendet, ist jedoch besonders vorteilhaft bei Offroad-Disziplinen wie Mountainbiken, Gravelbiken oder Cyclocrossen. Die Kurbelgarnitur mit zwei Kettenblättern kann aus 53/39, 52/36 oder 50/34 Zähnen bestehen und eine Kurbelgarnitur mit drei Kettenblättern kann aus 50/39/30 Zähnen bestehen.
Wir empfehlen eine Zweifachkurbel, da insbesondere diese Art von Kurbelgarnitur die meisten Vorteile bietet. Kurbelgarnituren mit zwei Kettenblättern sind beispielsweise leichter als Garnituren mit drei Kettenblättern, da sie ein Kettenblatt weniger haben. Außerdem schaltet es sich mit zwei Kettenblättern deutlich besser als mit einer Kurbelgarnitur mit drei Kettenblättern. Bei Kurbelgarnituren mit zwei Kettenblättern kannst du zwischen einer Kompaktkurbel (50/34), einer Semi-Kompaktkurbel (52/36) und einer klassischen Zweifachkurbel (53/39) wählen.
- Klassische Zweifachkurbel (53/39): Hat schwerere Gänge, die das Treten bei schnellen Fahrten und in Abfahrten erleichtern. Kleine Schritte zwischen den verschiedenen Gängen. Bei ca. 30 km/h liegt die Kette auf dem kleinen Kettenblatt. Für viele Radfahrer sind die Gänge zu schwer in den Bergen. Die schwersten Gänge werden nur bei Abfahrten, Wettkämpfen oder schnellen Gruppenfahrten verwendet.
Kassettenabstufungen
Es gibt verschiedene Kassettenabstufungen. Zum Beispiel gibt es eine 11/25 und eine 12/25 für die Fahrten im Flachen. Die 11/28- oder 11/30- Kassetten eignen sich für hügelige Strecken und für einige Radfahrer bereits für Fahrten in den Bergen.
Die richtige Übersetzung finden
Es ist natürlich schwierig, die optimale Übersetzung für alle Radfahrer für alle Situationen zu wählen. Die richtige Übersetzung hängt davon ab, welcher Fahrertyp du bist. Es ist wichtig zu bedenken, dass die Vorliebe für eine bestimmte Übersetzung von Person zu Person unterschiedlich sein kann. Zum Beispiel bietet es die Möglichkeit, in einen schweren Gang zu schalten, um richtig schnell zu fahren. Diese Übersetzung gibt dir die Möglichkeit, in einem etwas hügeligeren Gebiet zu fahren. Um diese Hügel zu meistern, kannst du dieselbe 52/36-Kurbel verwenden. Wenn du in der Eifel mit derselben Übersetzung zurechtkommst wie beim städtischen Müllberg, ist ein Kassettenwechsel natürlich nicht nötig. Der etwas erfahrenere Rennradfahrer kann in seinem Radurlaub auch höhere Berge in Angriff nehmen.
Wenn die Anstiege im Schwarzwald und Bayerischen Wald nicht mehr anspruchsvoll genug sind, ist es Zeit fürs Hochgebirge. Nachdem du den Mut gesammelt hast, einem dieser mystischen Berge zu trotzen, ist es sehr wichtig, dass du dir Gedanken über die richtige Bergübersetzung machst. Es kommt immer häufiger vor, dass Radfahrer ihre Kurbelgarnitur oder Kassette wechseln, wenn sie ihr Fahrrad mit in die Berge nehmen.
Das Wechseln der Kassette oder Kurbel kann sehr nützlich sein, wenn du in einer anderen Umgebung fahren möchtest als gewöhnlich. Die in diesem Blog vorgestellten Kassetten- und Kurbelgarnituren für die verschiedenen Situationen sind lediglich Vorschläge. Sie gehen davon aus, dass du ein durchschnittliches Trainingsniveau hast.
Wichtiger Tipp fürs Umrüsten der Rennrad-Übersetzung
Bei größeren Ritzeln die Kette verlängern, bei kleineren Kettenblättern passend kürzen. Sonst wird im schlimmsten Fall ihr Schaltwerk oder der Rahmen zerstört! Kettenlänge, Schaltwerklänge und Umwerfermontagehöhe müssen auch nach dem Umbau der Rennrad-Schaltung gut aufeinander abgestimmt sein.
Bergübersetzung am Rennrad: Größere Ritzel
Die Schaltwerkskapazität begrenzt die Ritzelgröße - längere Käfige schaffen mehr Zähne am Ritzel. Vor allem die Top-Rennrad-Schaltgruppen sind beschränkt, kleinere Gänge findet man oft in preiswerteren Gruppen. Je hochwertiger die Kassetten, umso leichter und haltbarer sind sie, umso besser ist auch das Schaltverhalten.
Empfehlungen für Kurbelgarnituren
Rennrad-Kurbeln: Kompaktkurbeln für kleinere Berggänge:
- Standard Kurbel: 53/39 Zähne - Übersetzung für Profis und starke Hobby-Rennradfahrer, die überwiegend im Flachland unterwegs sind
- Semi-Kompaktkurbel (oder Mid-Compact): 52/36 Zähne - für trainierte Hobby-Rennradfahrer, die in flachem bis hügeligem Gelände radeln
- Kompaktkurbel: 50/34 - typische und sinnvolle Kombination für Hobbyfahrer, in Kombination mit großen Ritzeln am Hinterrad auch fürs Hochgebirge oder schwere Berg-Radmarathons wie einen Ötztaler geeignet
- Sub-Kompaktkurbel: 48/32 oder 46/30 - ideal für weniger trainierte Rennradler, in den Bergen oder am Reiserad mit Gepäck
Das müssen Sie bei neuen Kettenblättern beachten:
Die Lochkreise der Befestigungsschrauben geben vor, welche Kettenblätter an der Kurbel montiert werden können. Bei sehr kleinen Kettenblättern kann es vorkommen, dass sich der Umwerfer nicht tief genug montieren lässt. Oft helfen dann Umwerfer aus moderneren, preiswerteren Schaltgruppen.
Kompaktkurbeln mit Bergübersetzung im Test
Neun Kompaktkurbeln fürs Rennrad mit Bergübersetzung haben wir ausführlich getestet. Sie lassen sich nachrüsten. Mit den kleineren Kettenblättern lässt sich das Rennrad-Getriebe besser an die Bedürfnisse von weniger trainierten Hobbyfahrern anpassen: Sie ermöglichen leichtere Berggänge oder kleinere Gangsprünge als mit den Standard-Schaltungen. Das geht zu Lasten wirklich schneller Gänge, die viele Rennradfahrer ohnehin nicht brauchen. Auch für Gravelbikes und Reiseräder sind sie daher eine gute Option. Beim Schaltverhalten konnten alle Modelle überzeugen, große Unterschiede gibt es beim Gewicht der Sets und beim Preis.
Diese Kompaktkurbeln mit Bergübersetzung hat TOUR getestet:
| Marke | Modell / Preis in Euro (Kurbel/Innenlager) | Kurbel-Abstufung |
|---|---|---|
| Easton | EC90 SL / 630 Euro/70 Euro | 47/32 Zähne |
| FSA | Energy Modular / 289/60 Euro | 48/32 Zähne |
| FSA | K-Force Modular / 669/60 Euro | 48/32 Zähne |
| FSA | SL-K Modular / 379/60 Euro | 46/30 Zähne |
| Praxis Works | Alba M30 / 175/45 Euro | 48/32 Zähne |
| Praxis Works | Zayante Carbon M30 / 325/45 Euro | 48/32 Zähne |
| Praxis Works | Zayante M30 / 240/45 Euro | 48/32 Zähne |
| Rotor | Vegast / 355/50 Euro | 46/30 Zähne |
| Rotor | Aldhu/ 355/50 Euro | 46/30 Zähne |
Rennrad-Übersetzung: Die richtige Trittfrequenz
Frequenz ist alles beim Bergfahren mit dem Rennrad: Lockeres Treten schont Beine und Rücken und erhöht die Reichweite. Streben Sie bergauf eine Trittfrequenz von 75 bis 85 Umdrehungen pro Minute an, um auch nach mehreren Kilometern bergan noch frisch zu bleiben.
Mit dem Rennrad aus eigener Kraft einen Berg zu bezwingen, das heißt: Schweiß in den Augen, Pudding in den Beinen, die Sinnfrage im Kopf. Aber auch: atemberaubende Ausblicke über Berge und Täler, Glücksgefühle, Stolz. Und nicht zuletzt: Geschwindigkeitsrausch bei der Abfahrt. Für Außenstehende mag es schwer nachvollziehbar sein, sich mit dem Rennrad Anstiege hinaufzukämpfen, doch für viele von uns ist genau das ein Kern der Faszination Rennrad - egal ob im Mittelgebirge oder an den kilometerlangen Anstiegen in den Alpen, Dolomiten und Pyrenäen.
Doch was ist - neben effektivem Training - der wichtigste Tipp, um die Passhöhe nicht würdelos mit Hängen und Würgen zu erreichen, sondern das Erlebnis bestmöglich zu genießen? Die Antwort ist vergleichsweise simpel: kleine Übersetzungen und eine hohe Trittfrequenz.
Eine Trittfrequenz zwischen 90 und 110 Umdrehungen pro Minute ist aus biomechanischer und physiologischer Sicht beim Rennradfahren ideal. "Wenn die Frequenz am Berg auf 80 absinkt, ist das völlig normal", sagt Uli Plaumann, "weniger als 70 Umdrehungen pro Minute sollten es aber auf Dauer nicht sein."
Warum sind leichte Gänge und hochfrequentes Treten empfehlenswert?
"Man muss für dieselbe Geschwindigkeit etwas weniger Watt treten", erklärt Sportwissenschaftlerin Plaumann, "ausführlicher ausgedrückt: Die hohe Kadenz ist energetisch hocheffizient, denn die Tretbewegung entsteht durch Anspannen und Entspannen von Muskeln - je schneller man pedaliert, umso kürzer werden die Muskeln angespannt. Das bedeutet, die einzelne Belastung ist geringer, die Muskeln ermüden nicht so schnell wie bei langsamen Bewegungen mit hohem Krafteinsatz. Und: Das Blut kann besser zirkulieren und so schneller Sauerstoff heranbringen und ‚Abfallstoffe‘ wie Laktat abtransportieren."
Ein weiteres Argument für kleinere Gänge und hohe Trittfrequenzen: Die schnellen, dafür aber weniger kraftintensiven Bewegungsabläufe schonen die Gelenke. Dies ist besonders wichtig für Menschen, die zum Beispiel unter Knieproblemen leiden.
Trittfrequenz-Training
Effizient mit hoher Kadenz zu pedalieren, kann man lernen. Zum Beispiel mit diesen Übungen:
- Trittfrequenz-Pyramide: Bei dieser Übung steigern Sie kontinuierlich die Trittfrequenz bis zu einem Höhepunkt, um dann in gleichen Zeitintervallen wieder langsamer zu pedalieren.
- 15 Minuten Warmfahren
- 30 Sekunden 90 Umdrehungen/Minute
- 30 Sekunden 100 Umdrehungen/Minute
- 30 Sekunden 110 Umdrehungen/Minute
- 30 Sekunden 120 Umdrehungen/Minute
- 30 Sekunden 110 Umdrehungen/Minute
- 30 Sekunden 100 Umdrehungen/Minute
- 30 Sekunden 90 Umdrehungen/Minute
- Danach zehn Minuten "normales" Pedalieren und ggf. weitere Durchgänge. Achten Sie darauf, dabei nicht im Sattel zu hüpfen.
- Einbeiniges Pedalieren: Diese Übung können Sie sehr gut in eine lockere GA1-Ausfahrt integrieren. Klicken Sie mit einem Bein aus dem Pedal aus und treten Sie bei mittlerer Intensität eine Minute einbeinig mit 90 bis 110 Umdrehungen. Wechseln Sie anschließend das Bein. Gönnen Sie sich fünf Minuten aktive Erholung, bevor Sie erneut nacheinander einbeinig pedalieren. Insgesamt drei bis fünf Wiederholungen je Seite. Die Übung schult auch intensiv die Hubphase und den "runden Tritt". Achten Sie auf saubere Ausführung und versuchen Sie, ruhig im Sattel sitzen zu bleiben.
Die richtigen, leichten Gänge vorausgesetzt, steht dem Erlebnis Rennradfahren in den Bergen - und dem Spaß dabei - nichts mehr im Wege.
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