Die Laufräder sind einer der wichtigsten Teile am Bike, da sie der erste Kontaktpunkt mit dem Untergrund sind. Vor allem der Fahrkomfort hängt zu großen Teilen von der Qualität der Laufräder ab. Der Fahrkomfort hängt zu großen Teilen von der Qualität der Laufräder ab. Natürlich haben der Antriebsstrang und der Rahmen auch einen gewissen Einfluss auf das Fahrgefühl und letztendlich auch die Performance, doch die Räder sind die ersten Komponenten, welche die Vibrationen der Straße aufnehmen, das Profil der Straße spüren und, natürlich mit Abstand am wichtigsten, deine Kraft auf die Straße bringen und in Vortrieb umwandeln.
Die Laufräder am Rennrad sind widersprüchlichen Anforderungen ausgesetzt. Einerseits sollen sie gute Aerodynamik bieten, um das Tempobolzen in der Ebene zu unterstützen. Andererseits müssen sie möglichst leicht sein, um schnell zu beschleunigen und in den Bergen den Vortrieb nicht zu bremsen.
Aerodynamik und Felgenhöhe
Mit Aero-Laufrädern ist es möglich, bei gleicher Leistung eine höhere Geschwindigkeit zu erzielen. In der aktuellen Ausgabe der RennRad haben wir sechs Aero-Laufräder zwischen 1199 und 5430 Euro im Windkanal und auf der Straße getestet. Mit teilweise überraschenden Ergebnissen. Gerade Hobbyfahrer profitieren von Aero-Laufrädern. Schon ab etwa 25 km/h lassen sich die Vorteile messen. Bei einer Geschwindigkeit ab 35 km/h sind die Vorteile natürlich noch deutlicher. Allerdings ist auch die Windgeschwindigkeit zu beachten. Die Nachteile haben sich in letzter Zeit immer mehr relativiert. Das liegt in erster Linie daran, dass die Seitenwindanfälligkeit wesentlich reduziert wurde, aber auch daran, dass die Felgen wesentlich leichter wurden.
Eine hohe Felgenbauform macht Laufräder aerodynamisch, sprich: in der Ebene und talwärts besonders schnell. Auf der Kehrseite hoher Felgen steht ihr Mehrgewicht und dass sie empfindlicher für Seitenwindeinflüsse sind. Am Heck eine etwas höhere Felge zu wählen als am Vorderrad bringt Steifigkeit ins Hinterrad und verbessert die Aerodynamik, ohne die Windanfälligkeit dramatisch zu erhöhen.
Zeitfahrer reizen diese Idee maximal aus: Am Heck dreht sich ein Scheibenrad, und durch die Gabel rotiert die höchstmögliche Felgenhöhe. Welche Felge Du für Dich wählst, solltest Du also an Deinem Einsatzbereich orientieren.
Faustregel: Je höher die Felge, desto besser die Aerodynamik.
Gewicht und Kletterfähigkeit
Gerade Carbonfelgen sind in dieser Hinsicht beim Aufbau etwas empfindlich und brechen eher, als dass sie sich verbiegen. Beachte also unbedingt die Herstellerangaben von Nabe, Nippeln, Speichen und Felge und verwende im Zweifel, aber besonders wenn Du Carbonfelgen einspeichst, ein Tensiometer.
Bist Du hingegen eher das, was gemeinhin als Bergfloh bezeichnet wird, so ist bei der Wahl der Felgenhöhe etwas mehr Zurückhaltung geboten. Im Zweifel solltest Du das flachere Profil wählen. Es ist in der Regel leichter und weniger windanfällig, beides kommt Dir entgegen.
Deshalb lohnt sich der individuelle Aufbau eines Rennrad-Laufrades ganz besonders dann, wenn Du einen leichten Laufradsatz fürs Fahren in den Bergen suchst. So kannst Du mit genauem Blick auf Dein Gewicht und Deine Präferenzen ans Limit des physikalisch Machbaren gehen.
Merke: Leichte Laufräder beschleunigen spürbar besser und lassen sich leicht lenken. Und natürlich fährt es sich ein Stück leichter in den Bergen.
Stabilität und Seitenwindanfälligkeit
Alle Bemühungen um eine gute Aerodynamik sind vergebens, wenn sich das Laufrad instabil anfühlt. Zerrt Seitenwind am Vorderrad, verlässt man mitunter die aerodynamische Unterlenkerposition, richtet sich vielleicht auf oder hört sogar auf zu treten. In diesem Moment habe ich nichts gewonnen, sondern verloren. Für mich ist es die erste Herausforderung, aerodynamische Felgen zu bauen, die auch unempfindlich gegen Seitenwind reagieren.
Besonders die Seitenwindstabilität wird hierdurch erhöht. Um die Verwirbelung der Luft beim Übergang zwischen Reifen und Felge so gut wie möglich zu verhindern, sollte die Felge etwa fünf bis sechs Prozent breiter sein als die reale Reifenbreite.
Bremsleistung
Scheibenbremsen sind derzeit aerodynamisch definitiv schlechter, in Zukunft werden sie sich sicherlich im Radsport weiter etablieren. Meine Untersuchungen analysierten einen Nachteil von knapp zwei Watt. Man muss abwägen: Bessere Bremsperformance und damit erhöhte Sicherheit sind sehr wichtige Argumente, weswegen man die schlechtere Aerodynamik in Kauf nehmen kann.
Fährst Du hingegen ganzjährig und Dein Rad hat Felgenbremsen, so sind Aluminiumfelgen nach wie vor eine gute Wahl, weil sie sich beispielsweise bei Steincheneinschluss in den Bremsbelägen als robuster erwiesen haben und ihr Bremsverhalten vor allem bei Nässe berechenbarer ist. Dass Aluminiumfelgen in der Regel deutlich günstiger sind als Carbonmodelle, macht sie natürlich nochmals attraktiver.
Reifenbreite
Aus aerodynamischer Sicht würde ich bezüglich der Reifenbreite derzeit eher auf die Kombination 23 Millimeter vorne und 25 Millimeter hinten setzen. Gerade hinsichtlich der Alltagstauglichkeit sind 23 Millimeter-Reifen nicht mehr der Standard, grundsätzlich sind schmalere Reifen aerodynamisch besser als breitere.
Die richtige Kombination aus Maulweite und Reifenbreite erlaubt dem aufgepumpten Reifen, seinen idealen Querschnitt auszubilden. Ist die Felge zu schmal, sitzt der Reifen hochoval auf der Felge und reagiert empfindlich auf zu geringen Luftdruck; das Fahrverhalten wird schnell schwammig. Umgekehrt flacht eine im Vergleich zum Reifen zu breite Innenweite der Felge den aufgepumpten Reifen stark ab, und das verschlechtert den Kurvenlauf des Reifens - es macht ihn buchstäblich eckig.
Speichen
Der aerodynamische Vorteil einer Felge kommt hauptsächlich aus der Felgenhöhe, dem Profil und der Breite der Felgen. Anzahl, Länge und Form der Speichen sind nicht weniger wichtig. Auch hier muss zwischen der Aero-Optimierung und der Alltagstauglichkeit unterschieden werden. Die Länge der Speichen reduziert sich durch die Felgenhöhe, die Anzahl ist fast schon eine philosophische Frage. Weniger Speichen verbessern die Aerodynamik, dafür muss man Einbußen bei der Steifigkeit in Kauf nehmen.
Hochwertige Speichen fürs Rennrad haben einen aerodynamisch flachen Querschnitt, gern auch als „Messerspeichen“ oder „Säbelspeichen“ bezeichnet.
Naben
Bei der Auswahl der Nabe müssen Sie vor allem auf die Kompatibilität achten. Preisunterschiede kommen hier natürlich durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien auch zum Tragen. Je höherwertig die Qualität, desto höher ist meistens auch der Preis. An dieser Stelle sind auch wieder die persönlichen Präferenzen entscheidend. Werden zum Beispiel Lager aus Keramik verwendet, wirken diese sich positiv auf die Performance des Laufrads aus, weil die Reibung reduziert wird.
Tabelle: Vor- und Nachteile verschiedener Laufrad-Eigenschaften
| Eigenschaft | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Hohe Felge | Bessere Aerodynamik | Höheres Gewicht, anfälliger für Seitenwind |
| Leichte Felge | Schnellere Beschleunigung, besser für Berge | Geringere Stabilität |
| Weniger Speichen | Bessere Aerodynamik | Geringere Steifigkeit |
| Breitere Felge | Besserer Komfort, geringerer Rollwiderstand | Passt möglicherweise nicht in alle Rahmen |
| Scheibenbremsen | Bessere Bremsleistung | Höheres Gewicht, schlechtere Aerodynamik (derzeit) |
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