Ungemein praktisch und praktisch unverzichtbar: Eine Windweste ist auf Tour der beste Begleiter. Dutzende, hunderte oder tausende Mal hat wohl jeder Rennradfahrer diese eine Bewegung gemacht, immer wieder - auf dem Rad: Eine Hand greift nach hinten, zu einer Trikottasche und holt die darin verstaute Windjacke oder -weste hervor.
Sie nehmen kaum Packplatz in Anspruch, sind klein und leicht - und extrem nützlich. Immer dann, wenn es kühler wird, wenn es dämmert, wenn kalter Wind aufzieht, wenn eine längere Abfahrt ansteht. Bei Radmarathons, beim Pendeln, bei der langen Wochenendtour.
Warum eine Windweste unverzichtbar ist
Wer schon einmal durchgefroren und vor Kälte schlotternd das Ende einer Passabfahrt herbeigesehnt hat, wird sie wohl nie wieder vergessen: die Windweste - unverzichtbarer Bestandteil im Tourengepäck jedes (Renn-)Radfahrers und häufig der gefühlte Lebensretter bei schnell wechselnden Wetterlagen. An sonnigen Tagen zu kühleren Tageszeiten, bei Passabfahrten. An kühleren Tagen und bei Passabfahrten. An kühlen wie auch regnerischen Tagen, als Außenschicht.
Arten von Windwesten
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Kategorien von Windwesten: zum einen die etwas dickeren, mit besserer Isolation und Wetterschutz für kältere Tage. Ihr Nachteil: Sie passen - wenn überhaupt - nur mit Mühe in eine Trikottasche. In diesem Test soll es daher um die leichten Modelle gehen, die sich dank minimalem Packmaß problemlos verstauen lassen und so zu den wichtigsten, da vielseitigsten Accessoires überhaupt zählen. Egal ob auf Tagestouren in den Alpen, bei instabiler Wetterlage oder beim "Early-Bird"-Ride in den frühen Morgenstunden: Eine Windweste einzustecken ist nie eine schlechte Idee.
Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten
Im Sinne der Vergleichbarkeit hat sich ROADBIKE auf Modelle bis maximal 100 Euro beschränkt - die zudem das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Die klare Vorgabe: minimales Packmaß, geringes Gewicht und bestmöglicher Windschutz. Preislich beginnt das Testfeld bei 70 Euro mit den Modellen von Endura und Shimano; Assos, Craft und Gore Wear reizen als teuerste Vertreter die Preisobergrenze aus.
Windschutz und Passform
Die erste gute Nachricht vorab: Ihre Hauptfunktion, den Schutz des Oberkörpers vor Fahrtwind, erfüllen die meisten Westen im Test hervorragend bis sehr gut. Wichtig ist, dass der Wind seinen Weg auch nicht am Kragen, an den Ärmelausschnitten oder gar durch den Reißverschluss ins Innere findet. Deshalb: Achten Sie bei der Anprobe darauf, dass die Weste an diesen neuralgischen Punkten eng anliegt und der Reißverschluss im Idealfall komplett hinterlegt ist. Hinzu kommt: Der Schnitt der Weste darf nicht zu weit ausfallen, sonst kann die Luft darunter zirkulieren und den Oberkörper auskühlen. Ganz abgesehen davon: Liegt die Weste - besonders die sehr leichten, dünnen Modelle - nicht eng an, flattert sie im Fahrtwind. Das nervt nicht nur ungemein, sondern hat auch einen sicherheitsrelevanten Aspekt: Durch die permanente Geräuschkulisse nehmen Sie den Verkehr um sich herum weniger gut wahr.
Material und Atmungsaktivität
Entscheidend für eine körpernahe Passform ist die Elastizität des Materials. Die meisten Westen im Test setzen deshalb auf einen elastischen (Mesh-)Einsatz am Rücken, da der winddichte Stoff vorn oft kaum dehnbar ist. Zusatzeffekt: Durch das luftige Material kann Feuchtigkeit besser nach außen abgeführt werden und die Weste wird innen nicht schwitzig. Das ist auch der Grund, warum Westen mit Windschutz rundum - vor allem im Sommer - nicht unbedingt die beste Wahl darstellen.
Praktische Details
Tipp: Prüfen Sie, wenn möglich vor dem Kauf, ob sich die Windweste auch mit gefüllten Trikottaschen noch problemlos schließen lässt. Um den Zugriff auf Ihr Gepäck zu vereinfachen, bieten einige Modelle wie von Bioracer, Pearl Izumi oder Poc einen doppelten Zipper: So lässt sich die Weste von unten ein Stück weit öffnen und anschließend leichter wieder schließen.
Mehrere Hersteller wie Bioracer, Castelli, Gonso oder Shimano statten ihre Windwesten überdies mit Taschen für das nötigste Gepäck aus. Clever: Bei Castelli und Shimano dient die Tasche auch dazu, die Windweste klein zu verpacken; Endura liefert einen separaten Beutel mit. Stichwort Verpacken: Prima, wenn sich die Windweste so klein zusammenfalten lässt, dass im Idealfall in der Trikottasche noch Platz für einen zusätzlichen Riegel oder ein Gel bleibt. Die besten Westen im Test zeigen, was derzeit möglich ist: Die besonders leichte Ambient von Gore Wear oder die Craft Pro Nano beispielsweise sind zusammengerollt kaum größer als eine Faust.
Ein weiteres wichtiges, oft unterschätztes Detail: der Zipper am Reißverschluss. Er sollte nicht zu klein sein, damit Sie ihn auch mit klammen Fingern oder Handschuhen noch gut greifen können. Das erleichtert auch das Anziehen der Weste im Sattel - eine äußerst praktische Fertigkeit, die aber Übung erfordert. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die erforderlichen Handgriffe zunächst auf der Rolle oder an einem windstillen Tag abseits befahrener Straßen einstudieren, bis es sicher klappt. Wichtig: Verstauen Sie die Weste (mit geöffnetem Reißverschluss) so, dass Sie sie immer gleich, etwa am Kragen, zu fassen kriegen. Dann müssen Sie sich nicht lange orientieren, wie sie am besten reinschlüpfen.
Sicherheit
Und noch ein Tipp: Eine Windweste in Signalfarbe - Neongelb oder Orange - verbessert Ihre Sichtbarkeit im Straßenverkehr signifikant - nicht nur im Winter. So lässt sich jedes Outfit optisch "aufwerten" - zu Ihrer eigenen Sicherheit. Zwar verweisen einige Hersteller auf "Reflektoren" an der Weste, die sind aber in aller Regel nicht viel mehr - und oft leider auch deutlich kleiner - als das sprichwörtliche "Feigenblatt". Einen nennenswerten Beitrag zum besseren Gesehenwerden bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit leisten solche Mini-Applikationen kaum.
Testberichte: Empfehlenswerte Modelle
Die ausführlichen Testberichte der Windjacken und Radwesten lesen Sie in der RennRad 6/2020. Dieser Artikel wurde am 17. Juni 2020 veröffentlicht. Test: 10 Windwesten :Inhalt von
Testsieger und Preis-Leistungs-Tipp
Der Testsieg geht an die Assos Mille GT Windweste. Der herausragende Windschutz und das leichte Gewicht und Packmaß überzeugen auf ganzer Linie. Leicht, kompakt und zugleich günstig zeigt sich die Endura FS260-Pro Adrenalin im ROADBIKE-Test: Preis-Leistungs-Tipp! Alternativen: Die Modelle Castelli Aria (80 Punkte), Craft Pro Nano (82 Punkte) und Gore Wear Ambient (82 Punkte) erhalten alle das Prädikat 'Sehr Gut'
Testergebnisse im Detail
Hier eine Übersicht der Testergebnisse einiger Modelle:
| Modell | Preis/Gewicht | Testergebnis | Testfazit |
|---|---|---|---|
| Assos Mille GT | 100 Euro/64 g | Sehr gut (83 Punkte) | Herausragender Windschutz, sehr leicht und extrem kompakt: hauchdünner Testsieg für die Mille GT von Assos. |
| Bioracer Spitfire Body | 95 Euro/129 g | Gut (59 Punkte) | Die Spitfire Body von Bioracer überzeugt mit gutem Windschutz, Gewicht und Packmaß kosten wertvolle Punkte. |
| Castelli Aria | 84,95 Euro/65 g | Sehr gut (80 Punkte) | Perfekter Sitz, sehr leicht und kompakt: Die Aria von Castelli überzeugt, nur der Reißverschluss neigt zum Verklemmen. |
| Craft Pro Nano | 99,95 Euro/62 g | Sehr gut (82 Punkte) | Crafts neue Pro Nano ist ein Hauch von nichts: sehr leicht mit dennoch sehr gutem Windschutz, inklusive Packtasche. |
| Endura FS260-Pro Adrenalin | 69,99 Euro/80 g | Sehr gut (73 Punkte) | Die günstige FS260 von Endura fällt etwas weiter aus, ist aber dennoch leicht und kompakt. Preis-Leistungs-Tipp! |
| Gonso Grado | 89,95 Euro/148 g | Gut (56 Punkte) | Der Windschutz leidet unter dem weiten Schnitt, zudem ist die Grado schwer und nicht so kompakt zu falten wie andere. |
| Gore Wear Ambient | 99,95 Euro/54 g | Sehr gut (82 Punkte) | Nur 54 g wiegt die neue Ambient von Gore - ein Top-Wert. Auch Windschutz und Packmaß können überzeugen. |
| Pearl Izumi Zephrr Barrier | 89,95 Euro/130 g | Gut (60 Punkte) | Die Zephrr Barrier von Pearl Izumi ist eher weit geschnitten und nicht die leichteste. Dennoch kompakt verstaubar. |
| Poc Pure-Lite Splash | 89,95 Euro/88 g | Gut (67 Punkte) | Die Pure-Lite von Poc zeigt durch ihren weiten Schnitt Schwächen beim Windschutz, ist aber leicht und kompakt. |
| Shimano Compact | 69,95 Euro/95 g | Sehr gut (71 Punkte) | Die Compact von Shimano bietet ein rundes, zudem sehr günstiges Gesamtpaket und leistet sich keine Schwächen. |
Weitere Testkandidaten und ihre Eigenschaften
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere Westen, die sich für Mountainbiker eignen und unterschiedliche Schwerpunkte setzen:
- Patagonia Nano-Air Vest: Angenehm zu tragen, aber bei höheren Temperaturen schnell zu warm.
- Scott Primaloft Vest Light: Vielseitig einsetzbar, mit guter Passform und schmutzabweisendem Obermaterial.
- Fox Ranger Windbloc Fire: Wärmt effizient und verfügt über wasserabweisenden Softshell-Stoff an Schultern und Rücken.
- Platzangst Outbreak Weste: Ideal für richtig kalte Tage, da sie stark wärmt.
- Ion Shelter Hybrid Padded Weste: Hochwertige Verarbeitung und angenehmer Tragekomfort, besonders geeignet für den Trail mit Rucksack.
So testet ROADBIKE
Welche Windweste bietet das beste Gesamtpaket? So setzen sich die Noten im Einzelnen zusammen.
- Windschutz (20 %): Wie gut schützt die Weste vor Fahrtwind, zieht es am Kragen oder durch den Reißverschluss rein? Liegt die Weste eng an oder flattert sie im Wind? Die Eindrücke der Tester auf einer festgelegten Runde unter gleichen Bedingungen wurden erfasst, gemittelt und bewertet.
- Atmungsaktivität (20%): Wird die Weste innen schwitzig oder ist sie ausreichend atmungsaktiv und lässt die Feuchtigkeit nach außen entweichen?
- Gewicht (20%): Alle Westen wurden in Größe M gewogen, das Gewicht der Testmuster zueinander ins Verhältnis gesetzt. Wir testeten die Westen auf Tour und während Park-Laps. Uns war ein breiter Temperatureinsatzbereich, Verarbeitung und Passform wichtig. Die Tester (1,78 bis 1,83 Meter) testeten alle Westen in Größe M.
Die perfekten Tourenbegleiter: leichte Windwesten, die in jede Trikottasche passen.
Top & Flop im Test
Details, die uns an den Modellen gut oder weniger gut gefallen haben:
Fazit: Die perfekte Windweste für unterwegs kombiniert sehr guten Windschutz, geringes Packmaß und überzeugendes Handling - so wie die Mille GT von Assos, die sich den Testsieg hauchdünn vor der federleichten Konkurrenz von Gore Wear und Craft sichert. Dass eine gute Windweste nicht teuer sein muss, beweist die günstige Endura FS260-Pro Adrenalin Race II, die sich damit einen ROADBIKE-Preis-Leistungs-Tipp redlich verdient.
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