Die Auswahl an Fahrradbekleidung ist riesig: Regenjacke, Windjacke, Weste, Trikot, Radhose, Radsocken, Armlinge, Beinlinge - da fragt man sich schnell, was wirklich notwendig ist und worauf man beim Kauf achten sollte. Bei BikeX testen wir das ganze Jahr über Jacken, Hosen, Trikots, Arm- und Beinlinge und vieles mehr. Egal ob MTB, Gravel Bike oder Rennrad - wir haben alle Infos rund um die richtige Fahrradbekleidung für dich.
Die Grundlagen: Welche Fahrradbekleidung brauche ich?
Die Wahl deiner Klamotten hängt vor allem davon ab, was du auf dem Rad vorhast. Auf der MTB-Piste ist andere Bekleidung erforderlich als beim sportlichen Fahren auf der Straße. Eine Handvoll Basics lassen sich aber definieren. So sollten ein Wind- bzw. Regenschutz und eine gepolsterte Radhose nicht fehlen.
Gegen Wind und Regen: Jacken für Radfahrer im Test
Durch den Fahrtwind kühlt man beim Radfahren schneller aus als beim Gehen. Und in einen Regenschauer kann man immer kommen. Deshalb sind Wind- und Regenjacken unverzichtbar im Kleidungssortiment eines jeden Radfahrers. Bei Radjacken ist das Rückenteil meist über das Gesäß hin verlängert und die Ärmel bedecken die Handrücken, sodass der Fahrtwind den Oberkörper nicht auskühlt.
Top-Tipps für den Kauf von Fahrradjacken
- Atmungsaktivität: Achte bei der Auswahl einer Fahrradjacke nicht nur auf den Regen- und Windschutz, sondern auch auf die Atmungsaktivität. Sonst bist du zwar vor äußeren Einflüssen geschützt, hast aber trotzdem einen nassen Oberkörper vor Schweiß.
- Packmaß: Da ein Windschutz und ggf. ein Regenschutz bei jeder Tour mit am Start ist, ist ein kleines Packmaß Gold wert. So passt der Windbreaker unter Umständen sogar in die Trikottasche.
- Sichtbarkeit: Auffällige Farben und reflektierende Elemente an der Jacke sind ein großes Plus für mehr Sicherheit auf dem Rad.
Gut gepolstert: Radlerhosen für Rennrad und Mountainbike im Test
Fahrradhosen sind beim Radsport das Verbindungsstück zwischen Sattel und Fahrer. Die Hose sollte auf keinen Fall scheuern oder drücken. Das führt im schlimmsten Fall zu unangenehmen Abdrücken und schmerzenden Körperstellen. Die meisten Radhosen besitzen ein Sitzpolster, das Beschwerden und Druckstellen während der Radtour vermeiden soll. Doch es gibt Unterschiede bei der Qualität und dem Einsatzzweck.
Radlerhosen gibt es mit Trägern (Bib-Shorts) oder ohne. Träger haben den Vorteil, dass die Hose einen besseren Halt hat, hinten nicht runterrutschen kann und nicht am Bauch einschneidet. Nachteile: Teurer und aufwändig auszuziehen (Toilettenpause). Eine Radhose trägt man direkt auf der Haut, denn die Hosenpolster sind so konzipiert, dass sie Druck und Reibung minimieren. Eine zusätzliche Lage - in dem Fall eine Unterhose - hat Nähte, was die Reibung im empfindlichen Sitzbereich erhöht. Die Hose sollte eng anliegen, aber keineswegs zu klein ausfallen: ständige Überbeanspruchung der Dehnfähigkeit schadet auf Dauer Material und Nähten.
Nützliches Zubehör: Handschuhe, Armlinge und Beinlinge für Radfahrer
Fahrradhandschuhe schützen deine Hände vor Erschütterungen und bieten zusätzlichen Grip am Lenker. Im Winter verhindern sie das Auskühlen der Finger. Je nach Jahreszeit und Art der Ausfahrt kann man als Radfahrer noch weitere Bekleidungsstücke gut gebrauchen:
- Handschuhe: Die schützen vor allem vor Blasen an den Händen und sind auf längeren Touren unverzichtbar. Gerade dann, wenn man mal unsanft mit den Händen absteigt. Und natürlich wärmen sie im Winter.
- Armlinge und Beinlinge: Die dünnen Sleeves, die man sich bei Bedarf über Arme und Unterschenkel zieht, sorgen für zusätzliche Wärme - sind aber deutlich leichter als eine Extra-Hose oder -Jacke.
Winterequipment: Radfahren bei anhaltender Kälte und Nässe stellt eine besondere Herausforderung an die Radbekleidung da. Nützlich sind etwa Radmützen, die unter dem Helm getragen werden können, und Überschuhe, die die Füßchen warm halten.
Langarm-Trikots im Fokus
Herbst, Winter, Frühling - und teilweise auch Sommer: Der Einsatzzeitraum von Langarm-Trikots ist in mitteleuropäischen Breiten lang. Warme Trikots mit langen Ärmeln sind somit für Rennradfahrer fast unverzichtbar. Ob in Kombination mit einem Funktionsunterhemd im Frühjahr oder als Zwischenschicht unter einer Thermojacke im Winter - Langarm-Trikots erfüllen fast jeden Einsatzzweck. Vielen Modellen gemein ist ein etwas dickerer, meist aufgerauter Stoff. Diese Verarbeitungsmethode, bei der die Innenseite mittels kleiner Häkchen oder Bürsten ausgekämmt wird, hat gleich zwei Vorteile: Zum einen fühlt sich der Stoff sehr weich und warm an.
Wie bei den Sommertrikots geht der Trend auch bei den Langarm-Trikots hin zu einem sehr eng anliegenden, körpernahen Schnitt. Wobei dies von Hersteller zu Hersteller variiert. In Sachen Wetterschutz finden sich in unserem Testfeld sehr unterschiedliche Lösungen. Entweder ist der Windschutz - wie etwa beim Modell Brevet von Rapha - nur an der Vorderseite integriert. Oder ein Trikot ist - wie das Castelli Perfetto - komplett aus Gore-Infinium-Windstopper-Material gefertigt.
In die Kategorie „Nische“ fallen die Testmodelle von Gore und Castelli: Bei beiden können die Ärmel abgenommen werden. Interessant ist das bei längeren Tagestouren, wenn es am Morgen noch frisch ist. Elegant löst dies Castelli, denn der Reißverschluss ist hier nicht sichtbar.
Atmungsaktivität als Schlüsselkriterium
Ein wichtiges Testkriterium ist die Atmungsaktivität der Stoffe. Damit ist gemeint, wie stark und wie schnell Luft und Feuchtigkeit die Körperoberfläche verlassen können. Eine hohe Atmungsaktivität sorgt für mehr Komfort. Bei einem Trikot mit integriertem Windstopper-Material wird die Luft - egal wie hoch entwickelt die verwendete Membran ist - nie so schnell entweichen können wie bei einem Oberteil ohne Membran. Ein günstigeres Trikot ohne Hightech-Fasern bleibt in der Regel nicht so trocken wie zum Beispiel das UYN Alpha, dessen Stoffbeschaffenheit von Grund auf darauf ausgelegt ist, Nässe vom Körper wegzuleiten. Generell bleibt festzuhalten, dass in diesem Testfeld auch günstige Trikots überzeugt haben.
Pflegehinweise für Funktionsbekleidung
Am einfachsten lassen sich Trikots ohne Imprägnierung oder Windschutz behandeln - wie zum Beispiel die Modelle von BBB, Craft oder Ekoi. Man kann diese Trikots einfach als Sportwäsche waschen. Meist bei 40 Grad. Wer über ein Extra-Waschprogramm für Sportwäsche verfügt, sollte dieses verwenden. Winddichte und wasserabweisende Stoffe müssen hingegen etwas anders behandelt werden. Es empfiehlt sich in jedem Fall, die Waschanleitung zu beachten. Meist enthalten diese Anleitungen eine Maximaltemperatur von 40 Grad. Maschinenwäsche ist in der Regel möglich. Ein Spezial-Waschmittel wird nicht benötigt, jedoch sollte auf den Einsatz von Waschpulver und insbesondere Weichspüler, Fleckenentferner und Bleichmittel verzichtet werden. Diese können die Funktionalität erheblich stören. Auch beim Trocknen ist die Waschanleitung zu beachten, denn nicht immer ist der Einsatz des Trockners erlaubt. Mit der Zeit verlieren DWR-Stoffe (durable water repellent) ihre Imprägnierung. Dies tritt nach etwa 30 bis 50 Wäschen auf. Dann saugt sich der Stoff im Regen spürbar mit Wasser voll und beeinträchtigt die Funktion. Zunächst sollte das Trikot gereinigt und getrocknet werden. Anschließend genügt es bei manchen Kleidungsstücken, dieses für circa 20 Minuten auf leichter bis mittlerer Stufe in den Trockner zu geben. Oder man verwendet eine Aufsprüh-Imprägnierung.
Die Rolle des Midlayers im Winter
Es ist kalt geworden, aber Du bist noch immer heiß aufs Biken? Worauf es bei der Wahl des richtigen Wintertrikots ankommt, erfährst Du hier. Klassischer Winterwetterbericht nördlich des Voralpenlandes: 50 Prozent Schauerwahrscheinlichkeit bei maximal fünf Grad Lufttemperatur. Aber deshalb aufs Biken verzichten? Keinesfalls! Du brauchst nur die richtige Bekleidung für Deine Bike-Runde. Dem guten alten Zwiebelprinzip folgend, ist das Baselayer als erste Schicht für den Feuchtigkeitstransport zuständig - hier erfährst du mehr. Die Wetterjacke als dritte und äußere Schicht sorgt für den Schutz vor Nässe und Wind - hier erfährst Du mehr zum Regen-und Windschutz. Aber was muss die darunterliegende Schicht können, um sowohl als mittlere Lage zwischen Jacke und Baselayer, als auch mal „solo" über der Unterwäsche zu funktionieren, wenn Du die Jacke nicht brauchst? Wir stellen vor, welche Midlayer-Arten es gibt und wie Du das richtige Trikot für Dich findest.
Hohes Tempo, Fahrtwind, kontinuierlich hohe Intensität: Diese Konstanz einerseits und der Wind andererseits sind die Knackpunkte bei Rennradbekleidung. Hohe Intensität bergauf, oben kurze Pause, dann in die Abfahrt: Die Wechsel stellen das Bekleidungssystem vor echte Herausforderungen.
Isolieren & ventilieren: Die herausfordernden Aufgaben eines Midlayers
Unter Belastung produziert Dein Körper kontinuierlich Wärme und heizt das Trikot von innen auf. Gleichzeitig kühlen die kalte Umgebungsluft und der Fahrtwind das erwärmte Trikot-Luftpolster fortwährend ab. Das Midlayer hat daher die komplexe Aufgabe, die richtige Balance zwischen dem Aufheizen von innen und dem Abkühlen von außen zu halten. Richtig herausfordernd wird es für das Jersey, wenn durch das An- oder Ausziehen einer Jacke seine Lage im Schichtensystem verändert wird. Um diesen sehr variablen Anforderungen zu begegnen, arbeiten die Trikot-Hersteller mit verschiedenen Konzepten und Konstruktionsweisen. Aber: Das perfekte Trikot für jede:n und alles gibt es nicht. Kälteempfinden einerseits und der Wärmehaushalt andererseits sind von Radfahrer:in zu Radfahrer:in sehr unterschiedlich. Und auch die Raddisziplinen haben unterschiedliche Anforderungen an die perfekte Midlayer.
Wattiert oder unwattiert?
Grundsätzlich kannst Du bei Wintertrikots zwischen ungefütterten beziehungsweise unwattierten und gefütterten beziehungsweise wattierten (Midlayer-)Teilen wählen. Bei den wattierten kann im Vergleich zu den unwattierten Textilien mehr Luft innerhalb der Fütterung gespeichert werden, die dann vom Körper erwärmt werden kann. Dadurch ist die sogenannte Isolationsleistung bei den wattierten Trikots höher und sie sind wärmer. Im Grunde gilt: Je dicker die Füllung, desto besser ist das sogenannte Wärmerückhaltevermögen. Aber umso schlechter ist auch der Wasserdampfdurchgang. Aus diesem Grund sind auch Daunenfüllungen im Radsport nicht geeignet, denn die Isolationsleistung ist „zu gut". Zudem zieht Daune Feuchtigkeit an und verklumpt - dann ist es vorbei mit der isolierenden Wirkung.
Midlayer-Trikots ohne Wattierung haben in den meisten Fällen eine spezielle Materialstruktur, um das gewünschte Luftpolster in Körpernähe zu halten. Als Faustregel gilt, je intensiver Deine Belastung ist, desto weniger Isolationsleistung benötigst Du. Auf dem Rennrad machen wattierte Trikots meist nur dann Sinn, wenn es richtig kalt ist. In der Stadt, wenn der Körper erst kurz vor dem Ziel auf Betriebstemperatur kommt oder man Standzeiten zu erwarten hat, dann kann ein Midlayer mit passender Wattierung bereits bei kühleren Temperaturen nützlich sein. Lange MTB-Abfahrten nach schweißtreibendem Aufstieg erfordern wiederum gute Ventilation im Uphill und Windschutz im Downhill. Wattierung ist hier eher suboptimal - auch weil Dein Oberkörper in der Abfahrt mitarbeitet und zusätzliche Wärme produziert.
Drei Ansätze, ein Ziel: Klimakomfort
Temperaturempfinden ist hochgradig individuell, gerade unter Belastung. Zudem ist manch einer vorbelastet: MTB-Background links, Rennrad-Background rechts. It's all in the Material-Mix - und in der Verarbeitung Die verwendeten Fasern in Fahrradtrikots für die kühlen oder kalten Tage können sich je nach Hersteller stark unterscheiden. Die Spanne reicht dabei von relativ weit verbreiteten „einfachen" Kunstfaserstoffen über Kunstfasern mit speziellem Aufbau, wie zum Beispiel Hohlkammerfasern, bis hin zu Naturmaterialien wie Wolle. Oder ein Mix. Neben den verschiedenen Materialien unterscheiden sich die Trikots auch in ihrer Verarbeitung: Sie können gewebt oder gestrickt sein. Strickware kann aufgrund ihrer Maschenstruktur grundsätzlich mehr Luft binden. Bei gewebten Stoffen kann eine aufgeraute, „gebürstete" Trikot-Innenseite die Isolationsleistung verbessern. Zudem sorgt das Bürsten dafür, dass das Gewebe Feuchtigkeit schneller aufnehmen kann, sie flächig verteilt und besser nach außen ableitet.
Bodymapping: Funktions-Abstimmung auf verschiedene Körperzonen
Um das Aufgabenspektrum optimal zu erfüllen und die Temperatur komfortabel zu regulieren, hilft es, wenn die verschiedenen Bereiche eines Wintertrikots unterschiedliche Eigenschaften haben. Zahlreiche Hersteller setzen daher auf das sogenannte Bodymapping. Dabei konstruieren sie Bekleidungsteile so, dass Dich die windzugewandte Seite durch dickeres Garn, partielle Wattierung oder winddichte Anteile vor Windchill schützt, also der Auskühlung durch Fahrtwind. Im Gegenzug werden windabgewandte Partien am Rücken, unter den Achseln oder auf der Rückseite der Oberarme davon ausgespart und möglichst atmungsaktiv gestaltet. Dadurch unterstützt das Bodymapping die natürliche Temperaturregulierung des Körpers, ohne dass Du Einbußen beim Wind- und/oder Kälteschutz in Kauf nehmen musst. Auch Frontzipper, höhere oder niedrigere Kragenlösungen spielen eine wichtige Rolle.
Bodymapping folgt einem einfachen Grundsatz: Windzugewandte Körperpartien werden winddicht(er) verpackt. Windabgewandte Partien (und jene mit ausgeprägter Hitzeentwicklung, z.B. unter den Armen) dienen der Ventilation.
Passt die Passform?
Damit all diese Theorien auch greifen können, ist die richtige Passform des Trikots entscheidend. Dabei solltest Du sowohl die richtige Größe als auch die Besonderheiten Deiner Radsportdisziplin beachten. Du kannst Dich an folgendem orientieren: Wenn die Geschwindigkeit wie meist auf dem Rennrad oder Gravelbike relativ hoch und konstant ist, funktioniert ein engerer Schnitt in der Regel besser. Achte auch darauf, dass die Sitzposition den optimalen Schnitt des Trikots beeinflusst. Auf dem Rennrad oder Gravelbike eignet sich ein Trikot, dessen Rückenteil ein wenig länger ist, damit in der Unterlenker-Position Dein Rücken nicht freiliegt. Bei stark schwankender Intensität kann ein etwas weiteres Trikot sogar angenehmer sein.
Auch wenn das individuelle Temperaturempfinden und damit die richtige Klamottenwahl hochgradig individuell ausfällt, gibt es dennoch einen relativ allgemeingültigen Merksatz: Ziehe Dich beim sportlichen Radfahren so an, dass Du draußen in Ruhe bereits nach wenigen Minuten leicht frieren würdest. Mit dem Warmfahren erledigt sich das schnell.
Sommer-Trikots im Vergleich
Hitze, Schweiß, Erschöpfung - und kühlender Fahrtwind. Dies gehört zum Rennradfahren im Sommer dazu. Bei hohen Temperaturen braucht man nicht viel: Rad, Schuhe, Socken, Helm, Brille, Trikot, Hose. Gerade bei der Bekleidung gilt: weniger ist oft mehr. Leichtgewicht, Atmungsaktivität, wenig Stoff für eine gute Belüftung - unter anderem darauf achteten wir in unserem großen Test von insgesamt 66 Rad-Trikots und Hosen für Männer und Frauen. Bei vielen Kurzarmmodellen ist das Material sehr dünn und teilweise sehr großporig. Oft sind die Abschlüsse an den Ärmeln nicht vernäht. Die Schnitte fallen oftmals enganliegend aus, während die Dehnbarkeit der Stoffe hoch ist. Unterschiedliche Gewebearten werden strategisch kombiniert. Glatte feine Stoffe an der Vorderseite und an den Ärmeln sollen teilweise auch der Aerodynamik dienen und einen Luftstrom mit möglichst wenigen Verwirbelungen ermöglichen. Am Rücken werden häufig Stoffe mit einer raueren Struktur verarbeitet. Dies dient vor allem dem Schweißtransport.
Auffällig ist: Das wohl einfachste Mittel für ein besonders „luftiges“ Trikotdesign ist die Gestaltung des Kragens. Viele der Testprodukte verfügen über ein nahezu kragenloses Design. Manche dieser Modelle sind zudem besonders enganliegend und aerodynamisch optimiert geschnitten. Zugunsten einer möglichst faltenfreien und körpernahen Race-Passform sind sie vorne am Bauch klar kürzer gehalten als an der Rückenpartie.
Um die Robustheit und die Passform nicht zu sehr zu beeinträchtigen, sparen viele Hersteller bei ihren „Sommer-Radhosen“ nur wenig Material ein. Entscheidend ist, wie immer bei Radhosen, dass der Stoff das Sitzpolster eng am Körper und ohne Verrutschen stabilisieren kann. Perforierte Sitzpolster können die Belüftung dabei in der Regel insgesamt deutlich verbessern. Die Sitzpolster, die in Damen-Modell-Radhosen verarbeitetet werden, sind in der Regel speziell der weiblichen Anatomie angepasst. Hinsichtlich des Dauer-Tragekomforts liegen jedoch in den meisten Fällen Träger-Modelle vorne.
Allwettertrikots im November & April besonders gefragt
Das Angebot an flexiblen, wärmeren Rennrad-Trikots ohne Membran wächst stetig, die Auswahl für Frauen und Männer ist groß. Positiv: Die Schnitte sind durchweg rennradtauglich. Unterschiede und Kritik gibt’s jedoch bei Preis, Wetterschutz oder der Ausstattung. Der herbstliche November kann ähnlich launisch sein wie der April im Frühjahr: Regen folgt auf Sonne, Sonne auf Regen; kräftige Böen pfeifen ums Eck, und gelegentlich fällt gar Graupel oder Schnee aus dunklen Wolken. Entsprechend stellt einen der November vor die gleiche Aufgabe wie der April: Die Klamottenwahl für die Rennradrunde - also ein Outfit, in dem man nicht friert, nicht schwitzt und bei einem kleinen Schauer nicht gleich durchnässt - bleibt eine Wette aufs Wetter.
Rennrad-Trikots: Alleskönner Allwetter-Modelle
Seit einiger Zeit rücken Allwettertrikots als vielseitige Alleskönner in den Blick. Sie sind geschnitten wie Rennrad-Trikots (nicht wie die Jacken), außen wasserabweisend imprägniert, und sie verzichten auf eine Membran, was sie dampfdurchlässiger macht als mehrlagige Produkte. Mit Ausstattungsdetails wie Spritzschutz an den richtigen Stellen, weichem Kragen oder sinnvoll und ausreichend platziertem Reflexmaterial, können sie ein komfortabler Kompromiss sein zwischen mehrlagigen Membran-Klamotten und dem zwar wirksamen, aber aufwendigen Zwiebelprinzip, bei dem man mehrere Schichten übereinander trägt.
Radprofis haben die Vorzüge der Allwetter-Rennrad-Trikots für ihre Ansprüche schnell erkannt und sich die Sachen sogar an ihren angestammten Bekleidungssponsoren vorbei beschafft. Aktuell gibt es ein gutes Dutzend Hersteller dieser Rennrad-Trikots für jedes Wetter, fast alle Modelle werden für Männer und Frauen angeboten, nur wenige in Unisex-Schnitt in sehr kleinen bis sehr großen Größen. Bei den Preisen pendelt sich der Durchschnitt bei etwa 150 Euro ein.
Chemie oder Physik?
Damit der Trikotstoff wasserabweisend wird, möglichst lange trocken und dampfdurchlässig bleibt, muss er mit Imprägniermittel chemisch ausgerüstet werden. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren und Produkte zum Einsatz, die sich in zwei Klassen einteilen lassen: polyfluorierte Chemikalien (PFC) und PFC-freie Mittel, wie beispielsweise Elastomere. PFC sind jedoch umstritten, sie gelten als umweltschädlich. Da die chemische Ausrüstung lediglich drei bis vier Wäschen hält und der Abperleffekt nach und nach verschwindet, muss man die Ausrüstung mit geeigneten Imprägniermitteln regelmäßig auffrischen. Bioracer zum Beispiel verwendet statt einer chemischen Imprägnierung ein Textilmaterial, das aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften Wassertropfen abperlen lassen soll.
Die gute Nachricht: Alle Allwettertrikots für Rennradfahrer im Test überzeugen mit gutem bis sehr gutem Schnitt für die Rennradhaltung, insbesondere Alé, Maap und Q36,5, sowohl für Männer als auch für Frauen. Differenzen bemerkten unsere Tester und Testerinnen bei den Größen. Deutlichere Unterschiede zwischen den acht Allwettertrikots-Kandidaten im Test finden sich bei Wetterschutz und Ausstattung. Bei der Ausstattung sind Alé, Isadore und Q36,5 die Einser-Kandidaten: Beispiele für durchdachte Details sind die mit einem Spritzwasserschutz versehene mittlere Tasche beim Alé-Trikot, der besonders flauschige Kragen bei Isadore und das am Q36,5-Trikot großzügig platzierte Reflexmaterial, mit dem man im Straßenverkehr sicherer unterwegs ist - egal ob im November oder im April.
Allwetter-Rennrad-Trikots im Test - Übersicht
Die Testergebnisse im Detail:
| Trikot | Preis | Wetterschutz | Tragekomfort (Frauen) | Tragekomfort (Männer) | Handling | Ausstattung | Gesamtnote (Frauen) | Gesamtnote (Männer) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Alé K-Idro Jersey | 155 Euro | 2.5 | 1.7 | 1.7 | 1.7 | 1.0 | 1.8 | 1.8 |
| Bioracer Tempest Light Jacket | ab 110 Euro | 3.0 | 2.3 | 2.0 | 2.3 | 2.5 | 2.6 | 2.5 |
| Castelli Tutto Nano RoS Jersey | 150 Euro | 1.0 | 1.3 | 1.3 | 1.0 | 3.0 | 1.5 | 1.5 |
| Isadore Echelon LS Jersey | 190 Euro | 4.0 | 2.0 | 2.0 | 2.0 | 1.0 | 2.4 | 2.4 |
| Le Col Pro Aqua Zero | 195 Euro | 2.5 | 1.7 | 1.7 | 1.3 | 2.0 | 1.9 | 1.9 |
| Maap Evade Thermal LS Jersey | 200 Euro | 1.0 | 1.3 | 1.3 | 2.3 | 1.5 | 1.5 | 1.5 |
| Poc Radiant Jersey | 180 Euro | 1.0 | 2.0 | 2.0 | 1.7 | 4.0 | 2.0 | 2.0 |
| Q36,5 Jersey Long Sleeve WoolF | 194 Euro | 4.0 | 2.2 | 2.0 | 1.3 | 1.0 | 2.3 | 2.3 |
Hinweis: Die Noten sind auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend).
Allwetter-Rennrad-Trikots - Alternative gefällig?
Als Nachteil könnte man den Allzweck-Rennrad-Trikots ihren fehlenden Windschutz in Form einer Membran auslegen. Selbst wenn Hersteller dies durch besonders dicht gewebtes Material auszugleichen versuchen, wie beispielsweise Q36,5, pfeift kräftiger Fahrtwind früher oder später durchs Gewebe. Eine Alternative sind Rennrad-Trikots wie das Fiandre Light no rain von Sportful mit clever platzierter, winddichter Membran. Brustpartie und Armvorderseiten sind windgeschützt, der Rest besteht aus dünnem, dampfdurchlässigem Material.
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