Im heutigen Blog geht es um das richtige Rennrad für Anfänger! Wir haben uns gefragt, auf welche Kriterien Einsteiger beim Kauf des ersten Rennrads achten sollten: Müssen es gleich ein 4500+€ Investition fürs Carbon-Rad sein oder tut es auch ein Einsteiger-Rennrad für zB 1500€? Alu-Rahmen vs. Felgen- vs. Elektronische- vs. Onlinehändler vs. ---- Dieser Blog vom Jan.
„Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr“, soll Einstein gesagt haben, als er nach der Relativitätstheorie gefragt wurde. Ob du auch geniale Ideen bekommen möchtest, einen Ausgleich zum hektischen Alltag suchst, oder dich einfach nur sportlich betätigen willst, wir können dir zu deinem Wunsch Rennrad zu fahren nur herzlich gratulieren! Du wirst nicht nur deine Gegend ganz anders kennenlernen, sondern auch neue Bekanntschaften knüpfen, deinen Fitnesszustand erheblich verbessern und ein glücklicherer Mensch werden. Nach den ersten Touren im Sattel wirst du auf deine neue Leidenschaft garantiert nicht mehr verzichten wollen.
1. Das richtige Rennrad finden
Rennräder gibt es jede Menge! Doch welches ist das richtige für dich? Du kannst aus den Kategorien Aero, Race, Tour und Allroad wählen, je nachdem wie und auf welchem Terrain du dein Rad nutzen willst. Je genauer du den Einsatzbereich definierst, desto besser kannst du ein Rad nach deinen Bedürfnissen wählen. Wenn du dir bei der zukünftigen Verwendung noch nicht sicher sein solltest, empfehlen wir dir einen sportlichen und komfortablen Alleskönner aus dem Touren Segment.
Rennrad-Typen im Überblick
- Aero-Rennrad: Optimiert für Aerodynamik, ideal für Zeitfahren und Triathlons.
- Race-Rennrad: Bietet eine gute Mischung aus Leichtigkeit, Sportlichkeit und Schnelligkeit.
- Touren-Rennrad (Endurance): Komfortorientiert, geeignet für lange Strecken und Pendlerfahrten.
- Allroad-Rennrad (Gravel/Cyclocross): Konzipiert für den Einsatz abseits befestigter Straßen.
Als Einsteiger kann der Rennrad Markt ganz schön unübersichtlich sein: große Preisunterschiede bei auf den ersten Blick ähnlichen Rädern, unbekannte Begriffe, unverständliche Bezeichnungen und verheißungsvolle Werbeversprechen - da kann man schnell den Überblick verlieren. Damit du trotzdem an dein Wunschrad kommst und dabei nicht zu viel Geld ausgibst, beantworten wir dir hier die wichtigsten Fragen und geben dir wertvolle Tipps für einen perfekten Start in den Radsport.
Wenn du dir bei der zukünftigen Verwendung noch nicht sicher sein solltest, empfehlen wir dir einen sportlichen und komfortablen Alleskönner aus dem Touren Segment. Solltest du dich in keiner Kategorie so richtig wiederfinden oder bist du dir noch unsicher, wie du dein Rennrad nutzen möchtest, empfehlen wir dir ein Rad aus der Touren- bzw. Endurance Kategorie. Diese Rennräder bieten die größte Schnittmenge und sind für einen breiten Einsatzzweck gedacht. Mit einer gemäßigten Sattelüberhöhung, einer komfortablen Sitzposition, hoher Laufruhe und Alltagstauglichkeit bist du auch als Anfänger nicht überfordert und für die meisten Strecken bestens gerüstet.
2. Die richtige Rahmengröße wählen
Würdest du dir ein zu kleines T-Shirt kaufen? Oder eine zu große Hose? Natürlich nicht…und genauso wichtig ist es auch, dass du die richtige Rahmengröße für dich findest. Damit du auf deinem Rennrad optimal sitzt und deine volle Leistung entfalten kannst, solltest du vor dem Kauf deine Schrittlänge bestimmen, um die richtige Rahmenhöhe wählen zu können. Eine gute Beratung vor Ort bezieht auch deine anderen Körpermaße wie Körper-, Rumpf- und Armlänge mit ein. Verzichte gerade zum Einstieg nicht auf eine fachliche Beratung!
Wir empfehlen dir daher eine fachliche Beratung zur Ermittlung deiner Rahmengröße. Eine entscheidende Kenngröße dabei ist deine Innenbeinlänge, oder auch Schrittlänge genannt. Neben der Rahmenhöhe ist die Rahmenlänge eine weitere Kenngröße, die die Sitzposition maßgeblich beeinflusst. Die Rahmenlänge sollte zu deinen Proportionen passen, das heißt, wie das Verhältnis von Körpergröße zu Schrittlänge bei dir ist.
Gute Verkäufer wissen das und wir können dir nur empfehlen, gerade beim Erstkauf eines Rennrades nicht auf fachliche Beratung zu verzichten. Neben der kompetenten Beratung genießt du in unseren Filialen auch den Vorteil, dass du verschiedene Räder und Rahmengrößen gleich Probe fahren und miteinander vergleichen kannst. So stellst du am besten fest, welches der Modelle dir am besten passt.
3. Material, Komponenten, Preise
Ein guter Start muss nicht teuer sein. Für den Einstieg in das Rennradfahren reichen moderate 700 Euro, dafür bekommst du einen einfachen Alurahmen, eine mechanische Schaltung und Felgenbremsen. Gut gemachte Mittelklasse Rennräder in der Preisklasse bis 1500 Euro haben einen leichten Alurahmen und eine solide Schaltgruppe, teilweise verfügen sie schon über (hydraulische) Scheibenbremsen.
Ab 1500 Euro beginnen gute Carbonrahmen mit mechanischer Schaltung, gebremst wird per Felgenbremse oder Disc. Ähnlich teure Alu-Modelle sind meist besser ausgestattet. In der Preisklasse bis 3000 € hast du bereits zwischen Carbon und Alu, mechanischer und elektronischer Schaltung, Felgenbremse oder Disc die gesamte Bandbreite an Auswahl. Achte zu Beginn lieber auf ein niedriges Gesamtgewicht und eine stimmige Ausstattung - oft lässt sich auch zum Saisonwechsel ein Vorjahresmodell zum Schnäppchenpreis ergattern.
Rahmenmaterialien im Vergleich
- Aluminium: Günstiger, aber schwerer als Carbon. Verzeiht Einsteigern mehr Fehler.
- Carbon: Leichter und steifer, aber teurer.
Gerade beim 1. Rennrad zählt der Spruch “The first scratch hurts the most” - d.h. Ein Aluminiumrahmen verzeiht einem Einsteiger mehr Fehler. Der Lack kann zwar abplatzen, aber der Rahmen ist selten direkt defekt und muss ersetzt werden.
4. Die richtige Übersetzung wählen
Den richtigen Gang wählen zu können, ist für den Spaß am Rennradfahren unerlässlich. Beachte also schon bei der Auswahl deines Bikes, in welchem Terrain es bewegt werden soll (auch im Urlaub) und achte auf die montierte Übersetzung. Für den Hobbysportler ist im Alltag die Kompaktkurbel (50/34) in Verbindung mit einem langen Schaltwerk und einer 11-28er Kassette die beste Wahl. In sehr bergigem Gebiet kann auch eine 11-32er oder gar 11-34er Kassette sinnvoll sein.
Für das erste Rennrad kann man sagen, dass alle Einsteiger-Gruppen ab Shimano 105 oder SRAM Rival eine sehr gute Wahl sind! Bei der Wahl der Übersetzung (Kurbel und Kassette) sollte man die Bandbreite möglichst groß gestalten. D.h. man wählt eine 50/34 Übersetzung bei der Kurbel (50 Zähne großes Kettenblatt, 34 Zähne kleines Kettenblatt) und eine 11-34 Übersetzung bei der Kassette (größtes Berg-Ritzel 34, kleinstes Ritzel 11 Zähne).
5. Neu oder gebraucht
Klingt oft verlockend: ein High-End Rennrad zum Einsteiger-Preis - das Internet mit diversen Gebrauchtportalen macht es möglich. Um jedoch ein Gebrauchtrad realistisch beurteilen zu können, solltest du ein sehr gutes technisches Wissen und geschultes Auge haben. Neben einem guten Wartungszustand, einer einwandfreien Historie und einem seriösen Verkäufer verfügt das Rennrad idealerweise genau über die passende Größe und gewünschte Optik.
Nachträgliche Änderungen bei Anbauteilen und auszutauschende Verschleißteile gehen schnell ins Geld, zudem fehlt gegenüber dem Fachhandel die Modellauswahl und Beratung. Unser Tipp für Einsteiger: lieber ein reduziertes Vorjahresmodell als ein Gebrauchtrad!
6. Fahrer-Grundausstattung
Um auf deinem Rennrad sicher und funktional gekleidet zu sein, solltest du Wert auf eine gute Grundausstattung legen. Für den Helm und die rennradtypische Kleidung darfst du einen Betrag von mindestens 300 Euro einplanen. Modisch und qualitativ gibt es je nach Budget eine große Bandbreite, in jedem Fall sollte deine Sportkleidung in Rennradposition zwar eng, aber immer noch bequem sitzen. Hier empfiehlt sich grundsätzlich eine Anprobe, gerade bei den Kernstücken Helm, Trikot, Radhose und Radschuhen.
7. Zubehör
Um die notwendigsten Arbeiten am Rennrad durchführen und dir im Pannenfall selbst helfen zu können, benötigst du das passende Zubehör. Für die Satteltasche mit Ersatzschlauch und Minitool, eine Mini- und eine Standpumpe, Trinkflaschen und Fahrradcomputer etc. solltest einen Betrag von gut 100 Euro einplanen. Als Rennrad-Fahrer solltest du jedoch nicht nur auf den Fahrspaß achten, sondern auch auf deine Sicherheit. Daher empfehlen wir dir einen Rennrad-Helm zu tragen.
8. Training und Ernährung
Wenn du es schaffst, zu Beginn 2-3 Mal pro Woche für 1,5 Stunden zu fahren, befindest du dich bereits auf einem sehr guten Weg. Starte mit moderaten Grundlagenfahrten im Bereich von 60-75 % deiner max. Herzfrequenz und weite mit merklicher Konditionssteigerung deine Touren behutsam zeitlich aus. Gib zu Beginn nicht so viel auf Kilometerleistungen und Durchschnittsgeschwindigkeiten, achte lieber auf ein gutes Körpergefühl und bewahre dir den Spaß, zum Beispiel bei der Variation der Touren.
Dabei unterstützt dich idealerweise eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung, sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Isotonische Getränke sollten immer an Bord sein, bei Einheiten über 90 Minuten auch Energieriegel oder -gels.
9. In der Gruppe oder alleine?
Zu Beginn kann es sinnvoll sein, die ersten Touren alleine zu fahren, um dich mit dem Rennrad vertraut zu machen und dein Körpergefühl unter Belastung zu schulen. Achte bei Gruppenfahrten unbedingt auf ein dir entsprechendes Leistungsniveau und mache dich mit den allgemeinen Regeln und Handzeichen beim Fahren in der Gruppe vertraut.
10. Waschen, Pflegen, Reparieren
Ein sauberes und gewartetes Rennrad sieht nicht nur besser aus, es fährt auch deutlich besser! Dabei gilt der regelmäßigen Pflege des Antriebs besonderes Augenmerk sowie der sorgfältigen Kontrolle von Reifen und Bremsen. In größeren Abständen verlangen auch Lager und Züge nach entsprechender Pflege. Zur Grundausstattung für die filigranen Arbeiten am Rennrad zählt neben sauberen und intakten Werkzeug ein Drehmomentschlüssel. Beachte dabei die auf den Anbauteilen vermerkten Anzugsmomente.
Explizit für einen Einsteiger ist die Scheibenbremse aber immer zu bevorzugen. Sie bietet eine bessere Bremsperformance bei trockenem und vor allem bei nassem Untergrund. Gerade beim Thema Kosten ist hier eine mechanische Schaltung zu bevorzugen! Wer sich sicher fühlt, kann direkt mit Klickpedalen und Schuhen anfangen.
Beim ersten Rennrad spielt der lokale Händler seine Stärken aus! Man hat den Vorteil, dass man eine vernünftige Beratung in Sachen Rahmengröße und Ausstattung bekommt. Der Onlinehändler wird erst dann relevant, wenn man exakt weiß, was man möchte und auch auf eine Erstberatung verzichten kann.
Rennräder für den Einstieg sollten aus unserer Sicht möglichst günstig sein, damit man erst einmal herausfinden kann, ob einem dieser (wunderbare) Sport überhaupt gefällt.
Wie so oft, ist der Geldbeutel ausschlaggebend und die Ausstattung als Anfänger meist zweitrangig.
Empfohlene Einsteiger-Rennräder
| Modell | Besonderheiten |
|---|---|
| Rose Reveal AL | Günstig, stabile und hochwertige Shimano Schaltgruppe |
| Cube Attain SLX | Hoher Fahrkomfort |
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