Die Niederlande sind im Frühling ein wahres Paradies, besonders zur Zeit der Tulpenblüte. Unzählige Touristen strömen in das kleine Land, um sich dieses farbenprächtige Naturschauspiel anzusehen. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Blumenfelder in den Niederlanden, sodass Tulpen, Hyazinthen und Narzissen überall zu finden sind.
Eine dieser blumenreichen Regionen ist der Bollenstreek, die Blumenzwiebelregion zwischen Haarlem und Leiden. Hier gibt es Tulpenfelder, soweit das Auge reicht. Der Bollenstreek ist dabei eine der Regionen in den Niederlanden, die berühmt und bekannt für seine zahlreichen Blumenfelder sind.
„Ihr habt richtig Glück, die Blumen sind dieses Jahr schon gut weit“, strahlt Danique, als ich ihr beim Frühstück von unseren Plänen für den Tag erzähle. Die junge Niederländerin betreibt seit etwa einem Jahr zusammen mit ihrer Mutter ein kleines Bed & Breakfast in Noordwijkerhout, das wir als Basis gewählt haben. Von hier aus wollen wir kurze Wege haben. Genau genommen hat man von hier aus überallhin kurze Wege - fünf Kilometer und man steht am Sandstrand der Nordsee, selbst nach Amsterdam sind es nur gut dreißig Kilometer. Dazwischen: überall Blumenfelder. Vor allem die Narzissen und Hyazinthen liefern sich bereits den großen Farbabtausch. Hier und da strecken auch schon die Tulpen rote oder orange Köpfe aus dem Blattgrün.
Mit dem Fahrrad durch den Bollenstreek
Und am besten lässt sich dieses beeindruckende, farbenprächtige Naturereignis im Frühling mit dem Fahrrad erkunden. Unterwegs mit dem Fahrrad: Nicht so langsam wie zu Fuß, nicht so schnell wie mit dem Auto - die sicher beste Art, der Blütenorgie im Bollenstreek nahe zu kommen. Die Flexibilität überall einfach halten zu können, die entlegensten Felder zu finden und den Duft der Blumen (vor allem den der Hyazinthen!) zu riechen, sind sehr gute Gründe für ein Fahrrad!
Wer nicht eh sein eigenes Fahrrad dabei hat, kann sich vielerorts eines mieten. Direkt am Keukenhof verleiht Rent-a-bike van Dam; der Hauptverleih (samt Fahrradladen) ist in Noordwijkerhout. Das ist die Quintessenz des kleinen Blumenzwiebel-Crashkurses, den ich ganz unerwartet von Leon bekomme, während er mir die Hollandräder aushändigt. Als Sohn eines Blumenzwiebelzüchters ist er mit Tulpen & Co aufgewachsen; jetzt arbeitet er im alteingesessenen Radverleih der Familie van Dam in Noordwijkerhout.
Route durch die Blumenfelder
Mögliche Route: Unsere Radtour zur Tulpenblüte in Holland und durch den Bollenstreek führte uns von Noordwijkerhout entlang der ersten großen Hyazinthen- und Narzissenfelder und hoch zum Meer. Von da aus sind wir Richtung Ruigenhoek, weiter nach Halfweg und in südlicher Richtung dann zurück nach Noordwijkerhout gefahren.
Keine zehn Minuten auf den Bikes und kaum raus aus dem kleinen Ort, halten wir auch schon am ersten Blumenfeld an. Wie viele zehntausend, hunderttausend oder noch mehr Hyazinthen werden das wohl sein, die uns ihren schweren Geruch entgegenschleudern? Wir hangeln uns vom einen zum nächsten Fahrradknotenpunkt, halten immer wieder an Blumenfeldern an, schlängeln uns bis nach Noordwijk aan Zee hinüber.
Gelassen, nahezu über alle Farbenpracht erhaben, gibt sich die karge, sandig-monochrome Dünenlandschaft, die wir nun bis hinauf an den Strand Langevelderslag durchradeln. Als wollten sie eine Brücke schlagen zwischen Farbfülle hier und Leerraum dort, haben sich einige Osterglocken den Rand des Dünenradwegs als Standplatz ausgewählt. Als Geheimtipp ginge Langevelderslag sicher nicht durch, aber im Vergleich zur Beach-Club-gesäumten ersten Reihe in Nordwijk aan Zee ist es doch weitaus stiller.
Hinter den Dünen, etwas landeinwärts, radeln wir einen kleinen Extra-Schlenker. Die Cappuccino- und Kuchenlust ist groß. Wir haben Zeit, denn unseren Besuch im Keukenhof haben wir erst für den Spätnachmittag angesetzt.
Mein Travelogue-Tipp: Besorgt euch eine Karte der Region (bekommt ihr z.B. beim Fahrradverleih) mit eingezeichneten Nummern der Knotenpunkte. Ein Tag in der Region um Lisse und Noordwijkerhout eignet sich ebenfalls sehr gut, um auch den Keukenhof zu besuchen.
Der Keukenhof: Ein Farbenrausch
Überhaupt: Tulpen. An ihnen gibt es hier im Frühling kein Vorbei. In Holland nicht; erst recht nicht im Bollenstreek, der Blumenzwiebelregion mit ihrem Epizentrum Lisse samt Keukenhof.
Der Park geht auf ein mittelalterliches Landgut zurück, das Gräfin Jacoba von Bayern gehörte und wo sie im Küchengarten Kräuter und Gemüse für die Hofküche anpflanzte. Während der Frühlingszeit erblühen hier etwa 7 Millionen (!) Tulpen und andere Zwiebelblumen, womit er Europas größter Park dieser Art ist. Der Keukenhof hat jedes Jahr ein anderes Thema, dieses Jahr steht alles unter dem Motto „Flower Power“.
Shades of orange. Für das Auge ist es nach dem Winter ja jedes Jahr das gleiche Spiel: Es giert förmlich nach Farbe. Waren schon die Felder ein kleines Farbparadies, ist Keukenhof das Frühjahrs-Schlaraffenland. So viel Farben und Formen. Ziemlich überfordert und etwas unschlüssig stehe ich dann auch erst mal zwischen den ersten Blumenrabatten.
Um es im Keukenhof so blühen zu lassen, pflanzen im Herbst 40 Gärtner händisch mehr als sieben Millionen Blumenzwiebeln. Die Pläne dafür sehen jedes Jahr anders aus.
Allmählich verschwindet die Sonne hinter den Bäumen und taucht den Park in ein sanftes Abendlicht. Ich koste die goldene Stunde aus und nehme die Erinnerung an das warme Leuchten der Tulpen mit.
Direkt am Keukenhof verleiht Rent-a-bike van Dam; der Hauptverleih (samt Fahrradladen) ist in Noordwijkerhout. Wir sind bis Noordwijkerhout gefahren und haben von dort unsere Radtour gestartet.
Als Sohn eines Blumenzwiebelzüchters ist er mit Tulpen & Co aufgewachsen; jetzt arbeitet er im alteingesessenen Radverleih der Familie van Dam in Noordwijkerhout. Für die Blumenzwiebelzüchter ist vor allem das interessant, was in der Erde passiert: An der Mutterzwiebel entwickeln sich kleinere Tochterzwiebeln. Die Kunst besteht dann darin, die Pflanzen gut zu pflegen und den richtigen Zeitpunkt zu kennen, um die Zwiebeln zu ernten. Ein Teil der Zwiebeln geht später in den Verkauf, ein Teil wird für die Nachzucht verwendet.
Weitere Tipps für den Besuch der Tulpenfelder
Wenn man schon einmal in Holland zur Tulpenblüte ist, dann liegt es nahe, auch direkt eigene Tulpen mit nach Hause zu nehmen. Es gibt besonders jetzt zur Tulpenblüte zahlreiche Gelegenheiten, welche zu kaufen. Entsprechend können sie überall im ganzen Land Pflanzen, Blumenzwiebeln und Blumensträuße kaufen. Sehen Sie sich einfach auf (Blumen-)Märkten, bei Floristen, in Souvenirgeschäften, Museumsläden und bei saisonalen Veranstaltungen um.
Grob kann man sagen, dass die beste Zeit für einen Besuch der Tulpen- bzw. Zwiebelblumenfelder von Anfang April bis Mitte Mai ist. Es sind zwar auch schon einige Felder ab Anfang/ Mitte März am Blühen, aber in der Regel eher Narzissen und Hyazinthen. Für Tulpen empfehle ich euch die Reisezeit ab Mitte April.
Besonders in Zeiten von Instagram und Co. bekommen Orte, Regionen oder Naturereignisse wie die Tulpenblüte viel Aufmerksamkeit. So ein Ansturm hat aber bei Weitem nicht nur Vorteile. Und vor allem für die Tulpenfelder kann ein rücksichtsloses Verhalten viel Schaden bedeuten.
1 Tag in der wunderschönen Blumenzwiebel-Region reicht meiner Meinung nach aus, um sich die beeindruckenden Felder anzusehen und ein paar Kilometer zu radeln - ein idealer Tagesausflug also.
Wenn die Tulpenfelder in den Niederlanden in bunten Farben aufleuchten, ist es soweit: Der Frühling ist da! Jetzt ist die schönste Jahreszeit für einen Urlaub in den Niederlanden.
Wann im Frühling die Tulpen genau blühen, hängt vor allem vom Wetter ab, aber auch von der Sorte. In den Niederlanden gibt es unzählige Tulpenfelder, die über das ganze Land verteilt sind. Besonders viele finden Sie zum Beispiel im nördlichsten Teil von Holland, dem „Kop van Holland“.
Die Umgebung des Dorfes Lisse, das zwischen Haarlem und Leiden liegt, ist die vielleicht beste und bekannteste Tulpengegend. Können Sie sich eine schönere Frühlingskulisse für Ihre Radtouren vorstellen? Hier finden Sie auch den Keukenhof, den größten Blumenpark in den ganzen Niederlanden.
Tulpen sind natürlich der holländische Klassiker. Aber im Frühling blühen hier auch ganze Felder mit Krokussen, Narzissen und Hyazinthen.
Weil die Niederländer mindestens genauso verliebt in ihre Blumen sind, wie die Touristen, gibt es im Frühling jede Menge Veranstaltungen und Aktivitäten rund ums Thema Blumen.
Veranstaltungen rund um die Tulpenblüte
- Keukenhof: Wie gesagt ist der Keukenhof der größte Blumenpark in den Niederlanden. Er liegt in der Nähe des Dorfes Lisse und seine Blütenpracht ist einfach überwältigend.
- Bloemencorso: Der Bloemencorso ist ein spektakulärer Blumenumzug. Dabei legen dutzende, wunderschön dekorierte Blumenwagen und -boote die 40 Kilometer lange Strecke von Noordwijk nach Haarlem zurück. Am Samstag, 13.
- Blumenmarkt in Amsterdam: Auch wenn Sie in Amsterdam sind, brauchen Sie nicht auf Blumen zu verzichten. Hier finden Sie den schwimmenden Blumenmarkt auf der Singelgracht.
- Nationaler Tulpentag: Im Januar wird am nationalen Tulpentag auf dem Dam mitten im Zentrum von Amsterdam die Tulpensaison offiziell eröffnet.
- Blumenversteigerung von Aalsmeer: In der Nähe des Flughafens Schiphol befindet sich der riesige Gebäudekomplex der Blumenversteigerung von Aalsmeer. Sie können die größte Pflanzen- und Blumenauktion der Welt an Werktagen ab 7 Uhr besuchen.
Noordwijkerhout hat sich für uns als gute Wahl unseres verlängerten Niederlande-Wochenendes entpuppt. Ein kleiner Ort, in dem sich ein paar Läden und Restaurants in den Sträßchen rund um die weiße Kirche versammeln.
Ausflug nach Leiden
Mit ein bisschen mehr Zeit bietet sich auch ein Ausflug nach Leiden, zur ältesten Universität der Niederlande an. Im dortigen Botanischen Garten blühte die erste holländische Tulpe. Zeit mitnehmen und auch noch das Café-Flair genießen. Mit dem Fahrrad empfiehlt sich auf dem Weg nach Leiden einen Bogen rund um den Kagerplassen, ein verzweigtes Seengebiet, zu schlagen. Man radelt durch ein altes Hochmoor. Seitdem das Moor trockengelegt und kultiviert wurde, pumpen die Windmühlen überschüssiges Wasser ab - einige von ihnen noch heute. Beenden kann man das Abpumpen nicht, denn das Land würde sehr schnell vernässt und überflutet.
Der Keukenhof hat mir freien Eintritt gewährt; Rent-a-bike van Dam hat mir die Räder für einen zweiten Tag überlassen, so dass wir auch nach Leiden ohne Auto unterwegs waren.
Frühling in Holland - eins der Dinge, die man im Leben mindestens einmal gesehen haben sollte. Was bei den Japanern die Kirschblüte ist, ist für die Niederländer die Tulpen- und Zwiebelblumenzeit. Nicht umsonst kommen jedes Jahr unzählige Touristen in das kleine Land, um sich dieses Naturschauspiel der Tulpenblüte anzusehen.
Und dann ist es die Kamera, die mir das Schwirren nimmt. Durch den Sucher kann ich mich auf Einzelheiten konzentrieren, kann die Überfülle drumherum ausblenden. Der Gedanke fasziniert mich, denn oft genug scheint es, dass durch das Fotografieren das unmittelbare Erlebnis der Umgebung in den Hintergrund rückt.
| Thema | Details |
|---|---|
| Beste Reisezeit | Anfang April bis Mitte Mai |
| Fahrradverleih | Rent-a-bike van Dam (Keukenhof oder Noordwijkerhout) |
| Sehenswürdigkeiten | Keukenhof, Blumenfelder, Noordwijk aan Zee, Leiden |
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