Der Rheinische Esel ist einer der beliebtesten Bahntrassenradwege im Ruhrgebiet und führt unter diesem ungewöhnlichen Namen zwischen Dortmund, Witten und Bochum durch die hügelige Landschaft.
Bahntrassenradeln im Ruhrgebiet bedeutet, dort Rad zu fahren, wo einst Güterzüge zu den großen Fabriken fuhren und tonnenschwere Produkte in die weite Welt rollten. Jeder Bahntrassenradweg im Ruhrgebiet gibt Einblicke in die Geschichte der Region. Die ausgebauten Radwege führen direkt vorbei an beeindruckenden Industriedenkmälern und bieten dabei Radgenuss vom Feinsten.
Streckenverlauf und Besonderheiten
Die Bahntrasse mit dem besonderen Namen Rheinischer Esel führt auf 12 Kilometern Länge per Rad in einer weiten Schleife durch den Dortmunder Süden und Witten. Die 34 km lange Radstrecke in Form eines Eselskopfes führt Sie durch eine vielfältige Auenlandschaft, rund um den „Rheinischen Esel“ durch Witten und Bochum. Sie verläuft insgesamt über 34 km und besteht aus zwei Rundkursen, die auch einzeln abgefahren werden können. Eine geniale Radwegeverbindung vom RuhrtalRadweg zur Zeche Zollern.
Als Rheinischer Esel wurde im Volksmund eine ehemalige Bahnlinie der Rheinischen Bahngesellschaft bezeichnet, die von Bochum-Langendreer nach Dortmund-Löttringhausen führte. Die Linie verband die ebenfalls von der Rheinischen Bahngesellschaft gebauten Strecken von Dortmund über Hagen ins Bergische mit der Strecke von Dortmund über Bochum ins Rheinland. An Stelle der Bahntrasse wurde ein Rad- und Wanderweg angelegt, der den Namen der ehemaligen Bahnlinie „Rheinischer Esel“ behielt.
Die ehemalige Bahntrasse „Rheinischer Esel“ wurde 1880 zur Verbindung der Städte Bochum und Witten eröffnet. Die Länge der Strecke war ungefähr 13 Kilometer. Der Name „Rheinischer Esel“ ist die Bezeichnung der 1880 eröffneten Bahnstrecke zwischen Dortmund-Löttringhausen und Bochum-Langendreer. Glaubt man den zahlreichen übereinstimmenden Legenden, stammt der äußerst ungewöhnliche Name der Strecke von den zahlreichen Marktfrauen, die wie bepackte Esel ihre Waren bei sich trugen.
Geschichte und Stilllegung
Ende der 70er Jahre wurde der Personenverkehr auf der Bahnstrecke stillgelegt und auch als Güterverbindung verlor die Trasse an Bedeutung.
Der Personenverkehr wurde 1979 eingestellt, der östliche Streckenabschnitt ab Witten Ost 1982 stillgelegt und abgebaut. Bereits in den 1980er Jahren entstand auf dem Ostteil ein Bahntrassenradweg. Im Jahr 2012 wurde auch der Westabschnitt zum Radweg. Die stillgelegten Bahnstrecken im Ruhrgebiet sind ein Hinweis auf den wirtschaftlichen Wandel in der Vergangenheit. Wo Zechen und Produktionen den Betrieb einstellten, verringerte sich das Fracht- und Personenaufkommen und Unterhalt und Betrieb wurden zunehmend unwirtschaftlich. Personen- und Güterverkehr wurden dann nacheinander eingestellt, die Bahnstrecke brach- oder stillgelegt und zum Teil letztendlich abgebaut.
Beschaffenheit und Ausschilderung
Während der westliche Teil des Rheinischen Esels gut ausgebaut und asphaltiert ist, fahren Radelnde östlich von Witten auf wassergebundener Decke. Während auf dem Wittener und Bochumer Teilstück an verschiedenen Stellen Erinnerungsstücke an die Bahnlinie erhalten blieben wie Schienen, Bahnschwellen, Bahnsteige mit Haltestellenangabe oder Kilometersteine, wurden diese auf dem Dortmunder Abschnitt, der 1979 als erstes Teilstück stillgelegt wurde, vollständig entfernt.
Der Radweg ist in beiden Richtungen sehr gut über das Radverkehrsnetz NRW und einem eigenen Piktogramm ausgeschildert und markiert. Eine Kilometrierung ist anhand weniger historischer und zahlreicher nachgebauter Kilometerpfosten abzulesen. Ab dem Güterbahnhof Witten-Ost ist er in westlicher Richtung asphaltiert. Die Kilometrierung ist hier auf dem Asphalt aufgemalt in Verbindung mit je einer rot-weiß-roten Markierung, die an eine Bahnschranke erinnert. Der Radweg ist nicht ganz kreuzungsfrei. Der Radweg wird ausschließlich durch das Radverkehrsnetz NRW erschlossen.
Sehenswürdigkeiten und Umgebung
Große und wichtige Sehenswürdigkeiten liegen nicht direkt an der Strecke. Dennoch ist der Rheinische Esel für Tourenradler:innen schön zu fahren. Eine Besonderheit des Rheinischen Esels in Dortmund ist die außergewöhnliche Lage und die Schönheit der Natur. Diese ist der Streckenführung im 19. Jahrhundert geschuldet. Die steigungs- und möglichst kurvenarme Streckenführung erforderte am Nordhang des Ardeygebirges an mehreren Stellen das Durchstechen der Berghänge, sodass bis heute rechts und links der Trasse örtlich Felsen zu Tage treten. Bemerkenswert ist, wie die Natur sich auch diese ausgesetzten Flächen zurück erobert hat.
An fünf Stellen des Rheinischen Esels wurden Infotafeln aufgestellt, die zu den heutigen Dortmunder Vororten Kruckel, Großholthausen (mit jeweils eigenen Tafeln im Siedlungsgebiet Am Ballroth und in der Großholthauser Mark) und Löttringhausen reichhaltige Informationen anbieten. Bilder des Schienenbusses, der zuletzt diese Strecke befuhr, wie auch stilisierte Kilometersteine mit der Angabe der früheren Streckenkilometer von Langendreer nach Löttringhausen erinnern auf den Tafeln an die Bahnvergangenheit.
Anbindung und Erreichbarkeit
Der Beginn der Route liegt praktisch auf dem Bahnsteig des kleinen Haltepunktes Löttringhausen im gleichnamigen Vorort im Dortmunder Süden. Der alte Bahnhof befindet sich ein wenig versteckt an der Hellerstraße in der Nähe der Kreuzung Düwelssiepen am Ende einer Stichstraße. Dem eher unscheinbaren Halt ist kaum anzusehen, dass er einst ein richtiger Bahnhof mit Abzweig nach Bochum war.
Der nächstgelegene Themen-Radweg ist der RuhrtalRadweg, der in Höhe Witten-Annen über einen Verbindungsweg Richtung Stadtmitte erreicht wird.
Aktuelle Sanierungen und Verbesserungen
Auf einer Teilstrecke hat der Rheinische Esel nun einen neuen, modernen Asphalt erhalten. Dafür war der Abschnitt ab Witten rund sechs Wochen lang gesperrt. Nun ist der Rheinische Esel wieder frei. Der Weg hat auf einer Länge von rund 960 Metern einen Farbasphalt mit heller Einstreuung erhalten. Dieser Belag sichert eine gute Griffigkeit bei Nässe und heizt sich bei hoher Sonneneinstrahlung weniger auf als dunkler Asphalt. Er wird damit sowohl den Ansprüchen des Radverkehrs als auch Anforderungen des Umweltschutzes gerecht. Zudem verringert er den Unterhaltungsaufwand drastisch, weil er nicht so schnell zuwuchert und die Grenze zur Umgebung durch den Asphalt klar erkennbar bleibt.
Von den Arbeiten am Rheinischen Esel profitieren nicht nur Radfahrer*innen, sondern auch die Fußgänger*innen: Der Weg hat nun wieder seine ursprüngliche Breite von 2,8 Metern.
Der Rheinische Esel verbindet Dortmund-Löttringhausen über Witten entlang einer ehemaligen Eisenbahntrasse mit Bochum-Langendreer.
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