Die richtige Sitzposition auf dem E-Bike: Tipps für Komfort und Fahrspaß

Immer mehr E-Biker suchen sich spannende, verspielte Trails für die Kletterpartie. Kein Wunder also, dass die Anforderungen an Cockpit, Sitzposition und Fahrwerk sehr komplex sind - sie müssen für den Geländeeinsatz bergauf wie bergab passen. Hinzu kommen individuelle Anforderungen: Körpergewicht, Arm- und Beinlänge, die Größe der Hände und natürlich der angepeilte Einsatzbereich spielen eine wichtige Rolle.

Auf den folgenden Seiten gibt EMTB-Experte Stefan Schlie die wichtigsten Tipps für das passende Basis-Setup.

1. Die richtige Einstellung der Bremshebel

Trotz ausgereifter Fahrtechnik und standfesten Bremsen kann eine lange Abfahrt ganz schön Kraft kosten. Deshalb ist es essenziell, die Bremshebel ergonomisch optimal zu positionieren.

Von der Seite gesehen sollten die Handgelenke beim Bremsen nicht zu sehr abgewinkelt sein. Eine gedachte Gerade sollte man durch Unterarme, Lenker und Bremshebel ziehen können. Die exakte Position ist letztendlich aber auch eine Geschmackssache.

Wer die Bremshebel zu steil nach unten montiert, wird vor allem in steilen Abfahrten Probleme bekommen. Anfänger montieren die Hebel oft zu flach. Auch die Position nach innen oder außen ist für die Kontrolle entscheidend.

Grundsätzlich bremst man beim Mountainbiken nur mit dem Zeigefinger. So haben die übrigen Finger den Lenker umso sicherer im Griff. Rutschen Sie die Bremse also so weit nach innen, dass der Zeigefinger am äußersten Ende des Hebels aufliegt. So hat man beim Verzögern die günstigsten Hebelverhältnisse, spart Kraft und hat den Lenker fest im Griff.

2. Lenkerkröpfung und -position

Jeder Lenker hat eine mehr oder weniger starke Biegung, wie der Blick von oben aufs Cockpit zeigt. Durch Verdrehen des Lenkers im Vorbau lassen sich die Lenkerenden nach unten oder nach oben bewegen.

Ein Standardrezept gibt es nicht, nicht zuletzt, weil die Ausrichtung auch von Lenkerbreite, Sitzposition und Armlänge abhängt. Jeder muss durch Ausprobieren herausfinden, welche Lenkerposition die beste Kontrolle bietet und ergonomisch bequem ist.

Über die Vorbauklemmung lässt sich der Lenker drehen und anders ausrichten.

3. Griffweite der Bremshebel einstellen

Bei den meisten modernen Bremsen lässt sich die Griffweite einstellen, oft sogar mit einem kleinen Rändelrad, also ohne zusätzliches Werkzeug. Je nach Größe der Hände bzw. Länge der Finger und Druckpunkt kann man den Hebel näher oder weiter weg vom Lenker justieren. Auch diese Einstellung ist ein Stück weit Geschmackssache.

Manche Fahrer mögen es, wenn sie den Bremshebel fast bis zum Lenker ziehen können. Für eine gute Standardeinstellung sollte man den Hebel mit dem äußersten Glied des Zeigefingers gut fassen können. Gleichzeitig sollte man sich bei gezogener Bremse nicht die Finger einklemmen.

Tipp: Ziehen Sie die Schrauben, die die Bremse am Lenker klemmen, nur so fest an, dass sich die Bremse noch mit etwas Kraftaufwand verdrehen lässt. Im Falle eines Sturzes verdreht sich dann nur der Hebel, anstatt abzubrechen.

4. Position des Unterstützungsstufen-Schalters

Der Schalter für die Motorunterstützung sollte möglichst weit außen positioniert sein, damit man beim Bedienen nicht die Handposition verlassen muss. Meist konkurriert der Schalter mit dem Remote-Hebel für die Vario-Stütze. Hier muss man entscheiden, welchen man innen, also in der Pole Position, montiert.

Trail-Techniker, die die Sattelhöhe häufig verstellen, sollten hier ihre Priorität setzen.

5. Die richtige Position des Schalthebels

Bei vielen Systemen sind Schalt- und Bremshebel eine Einheit. Die Schalteinheit kann man aber mittels einer Schraube nach innen oder außen verschieben. Der Tipp ist auch hier, den Schalthebel möglichst weit außen zu positionieren, um die Hand beim Schalten im Gelände nicht versetzen zu müssen.

Den Schalthebel am E-MTB-Lenker sollte man mit dem Daumen erreichen, ohne umgreifen zu müssen.

6. Die optimale Cockpit-Höhe justieren

Meist lässt sich die Cockpit-Höhe mittels Distanzringen (Spacer) um einige Zentimeter variieren. Ein höheres Cockpit bedeutet eine etwas aufrechtere Sitzposition. Mit einem tieferen Cockpit bringt man dagegen mehr Druck aufs Vorderrad.

Sportliche Fahrer montieren den Lenker lieber etwas tiefer und bekommen damit eine bessere Kontrolle.

Workshop: Vorbau-Spacer am E-MTB tauschen

  1. Schrauben Sie zunächst die Vorbaukappe ab.
  2. Dann lösen Sie die zwei Klemmschrauben am Vorbau.
  3. Jetzt können Sie den Vorbau vom Gabelschaft abziehen und die Spacer tauschen.
  4. Stellen Sie bei der Montage das Lagerspiel ein, indem Sie die Vorbaukappe entsprechend festziehen - gerade so viel, dass das Steuersatzlager nicht ruckelt, sich die Gabel aber noch frei drehen lässt.
  5. Ziehen Sie dann die Vorbauschrauben an (Drehmoment beachten!).

Testen Sie nun noch mal das Lagerspiel: Fassen Sie mit der einen Hand an den Steuersatz, mit der anderen Hand ziehen Sie den Bremshebel. Wackeln Sie das E-MTB nun hin und her. Der Steuersatz sollte spielfrei laufen.

Die Spacer lassen sich unter oder über dem Vorbau platzieren, so wandert das Cockpit höher bzw. tiefer.

7. Sattelposition am E-MTB richtig einstellen

Stellung und Position des Sattels verändern die gesamte E-Bike-Geometrie. Mit einem perfekt eingestellten Sattel fahren Sie im technischen Uphill um Klassen besser. Und auch die absenkbare Sattelstütze will richtig positioniert sein.

7.1 Maximale Sattelhöhe einstellen

Am effizientesten tritt man, wenn die Beine in der unteren Pedalposition fast durchgestreckt sind. Wenn die Ferse auf dem Pedal sitzt und das Bein durchgestreckt ist, dann passt die Sattelhöhe im Normalfall.

Bevor Sie die maximale Sitzposition einstellen, stellen Sie die Vario-Stütze auf maximale Auszugshöhe ein.

7.2 Sattelneigung beachten

Für eine gute Uphill-Sitzposition senkt man die Sattelnase am besten ein bis zwei Zentimeter ab. So rutscht man in steilen Passagen nicht so leicht nach hinten ab, man hat einen festen Sitz, und das Popometer funktioniert besser. Diese verhindern allein durch ihre Form das Abrutschen nach hinten.

7.3 Horizontale Sattelposition

Je weiter man vorne sitzt, desto besser wird die Steigfähigkeit des E-Mountainbikes. Zu viel ist allerdings auch nicht gut: Eine zu frontlastige Sitzposition kann auf die Kniegelenke gehen. Am besten, Sie tasten sich an die für Sie perfekte Sitzposition heran.

Das Gestell des Sattels bietet mehrere Zentimeter horizontalen Spielraum. Einfach Schraube(n) lösen und Sattel vor oder zurück verschieben.

8. Der richtige Reifendruck beim E-MTB

Der richtige Luftdruck im Reifen hat enorme Auswirkungen auf Komfort, Traktion und Fahrsicherheit. So wenig wie möglich, so viel wie nötig - nach diesem Motto sollte man pumpen. Denn je geringer der Luftdruck, desto besser kann sich das Gummi mit dem Untergrund verzahnen.

Wie viel Druck notwendig ist, hängt von Körpergewicht, Fahrweise, Terrain und Reifenmodell ab. Je voluminöser und schwerer der Reifen, desto weniger Reifendruck ist möglich. Ganz grob liegt die Bandbreite bei modernen Reifen zwischen 1,6 und 2 Bar. Vorne fährt man in der Regel 0,1 bis 0,2 Bar weniger als hinten.

9. E-MTB Fahrwerk abstimmen

Die Einstellmöglichkeiten moderner E-MTB-Fahrwerke gleichen denen eines Rallye-Autos. Federung, Dämpfung, Plattform, Druck- und Zugstufe wollen korrekt justiert werden. Mit den folgenden Grundeinstellungen holen Sie schon mal einen Großteil der Leistung aus Ihrer Federung.

9.1 Maximalen Federweg herausfinden

Der Federweg des Hinterbaus und der Gabel ist meist bekannt, doch zum Messen des Negativ-Federwegs ist es wichtig, den genauen, maximalen Hub an Dämpfer und Gabel zu kennen. Hier hilft nur: Luft ablassen und Hinterbau / Gabel komprimieren. Der Gummiring an Dämpfer / Gabel zeigt dann den maximalen Hub an.

Tipp Kabelbinder-Methode: An manchen Federelementen fehlt der Gummiring. Behelfen Sie sich hier mit einem Kabelbinder.

9.2 SAG (Negativ-Federweg) einstellen

Wie weit taucht das Fahrwerk allein durch das Fahrergewicht ein - dieser sogenannte Negativ-Federweg (SAG) ist die wichtigste Kenngröße bei der Fahrwerksabstimmung. Er sollte je nach Einsatzbereich etwa 20 bis 30 Prozent des maximalen Federwegs ausmachen.

  1. Schieben Sie den Gummiring am Dämpferkolben bis zum Anschlag.
  2. Steigen Sie jetzt vorsichtig aufs Bike. Lehnen Sie sich dabei an eine Wand oder einen Baum. Alternativ kann eine zweite Person stützen.
  3. Wippen Sie leicht, um die Federelemente zu aktivieren. Steigen Sie jetzt vorsichtig ab.

Jetzt können Sie den "verbrauchten" Federweg messen und wissen, wie viel der Anteil des SAGs vom Maximalfederweg beträgt. Pumpen Sie jetzt mit der Dämpferpumpe entsprechend nach oder lassen Sie Luft ab, damit der Dämpfer optimal seine Arbeit verrichten kann: nicht zu hart - nicht zu nachgiebig.

An der Federgabel finden sich oft aufgeklebte oder aufgedruckte Luftdrucktabellen, die ihnen Empfehlungen aufgrund des Körpergewichts geben.

Durch das Aufsteigen hat sich auch der Gummiring an der Federgabel bewegt und zeigt den SAG-Wert an. Verfahren Sie jetzt genauso bei der Federgabel: Zeigt der Ring mehr als 30 % genutzten Federwegs an, muss mehr Druck in die Gabel - weniger als 20 % deuten auf zu viel Druck hin. In diesem Fall auch über die Dämpferpumpe Luft ablassen.

9.3 Dämpfung am E-MTB einstellen

Für die Dämpfung am E-Bike gilt ebenso: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Die Dämpfung ist dann richtig eingestellt, wenn die Räder den Bodenunebenheiten immer exakt folgen. Ist die Dämpfung zu stark, dann federt das Bike immer weiter ein und kann bei kurzen Schlägen nicht schnell genug ausfedern. Ist sie zu schwach, dann wird das Bike unruhig und fängt an zu springen.

Bei modernen Bikes lässt sich die Zugstufendämpfung (Ausfedergeschwindigkeit) einstellen. Meist ist das ein rotes Verstellrad an Dämpfer und Federgabel.

Drücken Sie für die Grundeinstellung die Gabel / den Dämpfer möglichst tief in den Federweg, und lassen Sie dann abrupt los. Wenn die Räder vom Boden abheben, ist die Ausfedergeschwindigkeit zu schnell. Drehen Sie Umdrehung für Umdrehung an der Dämpfungsschraube, bis die Räder gerade eben am Boden bleiben.

Alles Weitere können Sie nur - im Wortsinn - erfahren. Suchen Sie sich einen Testparcours mit wenigen, aber definierten Hindernissen - zum Beispiel eine Bordsteinkante. Tasten Sie sich so an die richtige Dämpfereinstellung heran.

10. Weitere Tipps für eine ergonomische Sitzposition

  • Achten Sie auf eine natürliche Haltung von Schulter und Armen.
  • Über einen verstellbaren Vorbau oder verschiedene Lenkerformen kann beispielsweise der Winkel von Oberkörper und Armen variiert werden.
  • Die Arme sollten leicht angewinkelt und nicht gänzlich gestreckt sein. Somit werden die Gelenke entlastet und Unebenheiten können besser absorbiert werden, was zu einer erhöhten Fahrsicherheit führt.
  • Je nach Fahrrad-Typ oder dem individuellen Einsatzzweck wird sich der Winkel des Rückens ändern: von sportlich-gestreckt bis eher komfortabel-aufrecht.
  • Achten Sie auf einen ergonomisch geformten Lenker und die richtige Handposition.

11. Die richtige Sitzposition finden

Die richtige Sitzposition auf deinem Fahrrad und die passende Rahmengröße sind sehr wichtig. Dein E-Bike sollte daher genau auf dich und deine Körpergröße abgestimmt sein, damit du nicht irgendwann Schmerzen durchs Fahrradfahren bekommst.

11.1 Den Lenker richtig einstellen

Die Auswahl an Fahrradlenkern ist groß, sodass du bestimmt das passende Modell für dich und deine bevorzugte Sitzposition findest. So kannst du zwischen verschiedenen Höhen, Formen und Breiten auswählen, sowohl für normale Fahrräder als auch für E-Bikes.

Eine wichtige Faustregel für alle Arten von Lenkern ist, dass deine Schulterbreite der Breite deines Lenkers entsprechen sollte. Wie hoch der Lenker eingestellt sein sollte, hängt davon ab, was für ein Fahrrad du fährst. Allgemein gilt jedoch: Je höher der Lenker im Verhältnis zum Sattel steht, desto aufrechter sitzt du.

Du kannst zusätzlich jeden Lenker individuell durch die Vorbauklemme neigen, um den für dich richtigen Winkel zu finden.

11.2 Sattel einstellen

Auch bei Satteln ist die Auswahl groß, da sie in zahlreichen Formen, Breiten und Härtegraden erhältlich sind. Das A und O beim Einstellen deines Sattels ist die Höhe und die Neigung. Zuerst einmal solltest du die für dich richtige Sattelhöhe finden. Diese hängt von der Länge deiner Beine ab.

Am einfachsten ist die „Fersenmethode“, um deinen E-Bike Sattel richtig einzustellen. Setze dich hierzu auf deinen Sattel und trete die Pedale so weit Richtung Boden, bis das Pedal auf einer Seite am tiefsten Punkt steht. Wenn du nun gerade auf dem Sattel sitzt, solltest du mit der Ferse des durchgestreckten Beines die Pedale gut erreichen. Wenn dein Knie noch angewinkelt ist, ist der Sattel zu niedrig. Wenn du das Pedal nicht erreichst, ist der Sattel zu hoch.

Für eine gesunde Körperhaltung ist es wichtig, darauf zu achten, einen breiten Sattel zu wählen. Denn damit verteilt sich der Druck des Körpergewichts besser. Nur wenn du deinen Sattel exakt waagerecht eingestellt hast, verteilt sich dein Gewicht gleichmäßig auf der Sitzfläche. Mit einer Wasserwaage kannst du überprüfen, ob dein Sattel wirklich gerade ist.

11.3 Die optimale Fahrposition für jeden Fahrradtyp

Grundsätzlich gilt, dass der Sattel breiter sein sollte, je aufrechter du sitzt, damit sich der Druck besser verteilen kann. Bei einer sportlichen Sitzposition kann der Sattel schmaler sein, weil der Druck auf dein Gesäß und deine Arme verteilt wird.

  • Lifestyle Bike: Beim klassischen Modell kommt durch die aufrechte Sitzposition sehr wenig Druck auf die Hände, Handgelenke und Ellbogen.
  • Trekking Bike: Hier ist die Sitzposition sportlicher. Der Winkel zwischen Oberkörper und Armen liegt ungefähr zwischen 70 und 90 Grad. Durch die verbesserte Gewichtsverteilung eignen sich Trekking Bikes vor allem für längere Radtouren, wobei Lenker und Sattel auf einer Ebene sein sollten.
  • Sportliches Bike: Ein sportliches Modell oder ein Rennrad ermöglichen dir eine sehr agile Fahrweise. Der Winkel zwischen Oberkörper und Armen ist meist größer als 90 Grad, was die Aerodynamik verbessert. So kannst du beim Treten mehr Kraft auf die Pedalen ausüben. Bei diesem Typ sollte der Lenker am besten bis zu zehn Zentimeter unter dem Sattel sein.
  • City Bike: Bei diesem Fahrradtyp ist der Oberkörper leicht nach vorne geneigt. Er eignet sich daher eher für kürzere Strecken und leichte, gemütliche Radtouren. Da die Sitzposition hier noch sehr aufrecht ist, hat man einen guten Überblick im Straßenverkehr.

Eine ideale Sitzhaltung auf deinem Pedelec sieht so aus, dass deine Oberarme und dein Oberkörper einen rechten Winkel bilden. So können deine Schultern ebenfalls etwas Arbeit übernehmen.

12. Welche Beschwerden durch eine falsche Sitzhaltung entstehen können

Eine falsche Sitzhaltung kann deinem Körper kurz- oder langfristig echte Probleme machen. Die meisten Beschwerden lassen sich jedoch schnell und einfach durch rasche Handgriffe beheben.

13. Die richtige Rahmengeometrie finden

Die Rahmenhöhe - gemessen von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattelrohrs - ist für das Einstellen der Sitzhöhe wichtig, viel wichtiger aber ist die Rahmenlänge, also der Abstand vom Sattel zur Griffposition.

Die richtige Rahmenlänge ermöglicht bei geneigter Sitzposition die Streckung des Rückens in seiner natürlichen S-Form. Nur so kann die Rückenmuskulatur den Oberkörper halten und den Druck auf die Hände und Arme verringern. Diese Position wird erreicht, wenn der Winkel zwischen Oberkörper und Oberarmen etwa 90 Grad beträgt.

14. Die richtige Sitzhöhe beim Radfahren

Das Einstellen der korrekten Sitzhöhe ist Voraussetzung für ermüdungsfreies Radfahren. Ist der Sattel zu niedrig eingestellt, wird Radfahren kraftraubend und kann zu Knieproblemen führen.

Die Sattelhöhe ist annähernd korrekt, wenn man bei gestrecktem Bein mit der Ferse das untenstehende Pedal erreicht. Die Satteleinstellung sollte individuell nur nach oben korrigiert werden.

15. Die richtige Sitzhaltung auf dem Rad

Fachleute empfehlen eine leicht nach vorne geneigte Sitzposition. 15 bis 20 Grad Oberkörperneigung reichen, um die Spannkraft im Rücken zu erhalten und den Schwerpunkt über die Pedalposition zu bringen.

16. Die aufrechte Sitzhaltung auf dem Fahrrad

„Sitz gerade“ gilt auf dem Fahrrad nur bedingt, eine leicht geneigte Haltung ist ergonomischer. Eine nahezu aufrechte Sitzposition ist aber auf einem Hollandrad oder mit einer hollandradähnlichen Einstellung möglich.

Wichtig ist, dass der Lenker nicht zu hoch eingestellt ist und sehr nahe am Körper gegriffen werden kann.

17. Die richtige Armhaltung

Trekkingräder, Mountainbikes, Reise- oder Rennräder erlauben eine geneigte Sitzposition. Sie ermöglicht bei ausreichendem Abstand zwischen Sattel und Lenker die natürliche S-Form der Wirbelsäule. Dadurch werden Hände und Arme entlastet; der Kopf muss nicht in den Nacken gelegt werden.

Die Arme sollten leicht angewinkelt sein, um Fahrbahnstöße abfedern zu können. Gestreckte Arme leiten die Stöße in die Handgelenke und Schultern - und führen zu Verkrampfungen.

18. Hand- und Rückenprobleme beim Radfahren

Wer beim Radfahren Probleme mit den Handgelenken hat, sollte seine Sitzposition kontrollieren, denn Handprobleme sind häufig Rückenprobleme. Wenn die Rückenmuskulatur den Oberkörper nicht halten kann, geht der Druck auf die Hände. Die Ellenbogengelenke werden entlastet, wenn die Arme leicht angewinkelt bleiben.

Sitzposition und Lenkerform sollten aufeinander abgestimmt sein. Je flacher und gestreckter die Sitzhaltung, desto gerader darf der Lenker sein. Allerdings sollten beim Lenkergriff die Handgelenke nicht abknicken. Um hier falsche Belastungen zu vermeiden, können vorhandene Lenkergriffe gegen ergonomisch geformte Modelle ausgetauscht werden.

19. Ergonomie bei Fahrradgriffen

Herkömmliche Fahrradgriffe können das Handgelenk je nach Lenkerform seitlich und oft auch nach unten abknicken. Dies führt besonders bei längeren Fahrten zu Schmerzen und Taubheitsgefühlen, da der Ulnar- und der Mediannerv eingeklemmt werden.

20. Die richtige Lenkerbreite und -position

Die Faustregel lautet: Die Lenkerbreite sollte der Schulterbreite entsprechen. Zu breite Lenker sind im Alltag oft sperrig und unbequem. Zu hoch eingestellte Lenker blockieren die Balance des Rückens und üben Druck auf Handgelenke und Schultern aus.

21. Richtig treten will gelernt sein

Für das richtige Treten beim Radfahren sind zwei Dinge wichtig: eine möglichst gleichmäßige Auf- und Ab-Bewegung und die passende Trittfrequenz. Ein möglichst „runder Tritt“ sorgt mit einem gleichmäßigen Auf und Ab für eine konstante und kontinuierliche Pedalbewegung.

22. Die optimale Trittfrequenz

Ideal sind 80 bis 100 Pedal-Umdrehungen pro Minute - unabhängig von der Geschwindigkeit. Die höhere Trittfrequenz schützt Gelenke, Sehnen und Muskeln. Das Radfahren mit großen Gängen und die dadurch langsam kreisenden, aber schwer arbeitenden Beinen können Muskeln und Gelenke stark belasten.

23. Bikefitting: Die perfekte Einstellung für Ihr E-Bike

Um sich beim Radfahren rundum wohlzufühlen, sollte der Fahrradrahmen zum eigenen Körper passen. Denn: Ein Rahmen mit den falschen Maßen kann zu Rückenproblemen führen. So zwingt ein zu kurzer Rahmen zu einem runden Rücken, durchgestreckten Armen und dazu, den Kopf in den Nacken zu legen. Dabei sollte der Kopf besser nicht überstreckt werden, sondern in der Verlängerung zur Halswirbelsäule gehalten werden.

Es ist nicht schwer, die Sitzposition auf seinem eBike zu optimieren, denn es gibt nur drei Kontaktpunkte: Sattel, Cockpit und Pedale. Einstellbar davon sind sogar nur zwei: Sattel und Cockpit. Kleine Änderungen haben oftmals große Wirkung. So entscheiden nur wenige Millimeter darüber, ob die dauerhaft Sitzposition angenehm ist - oder ob der Fahrer nach kurzer Zeit unter Schmerzen oder Taubheitsgefühl leidet.

Die richtige Ergonomie zu finden, ist einerseits eine höchst individuelle Angelegenheit, denn schließlich besitzt jeder Mensch einen etwas anderen Körperbau. Andererseits ist die Vorgehensweise für fast jeden Fahrradtyp gleich.

23.1 Die richtige Sitz- und Lenkerposition

Der wohl wichtigste Einzelschritt für die optimale Fahrradergonomie beim Bikefitting ist das Einstellen der Sattelhöhe in Relation zur Lenkerposition. Denn um kraftvoll und vor allem muskulatur- und gelenkschonend zu radeln, muss das Knie beim Treten locker durchgestreckt werden können, jedoch nicht überstreckt.

Wichtigstes Prinzip für die Lenkereinstellung ist, dass die Rückenmuskulatur eine sogenannte Vorspannung aufbaut. Rücken- und Bauchmuskulatur müssen aktiv gespannt sein. Nur so kann sich die Wirbelsäule stabilisieren und ist vor Überlastung geschützt. Ein Rundrücken schafft das nicht.

23.2 Lenkerformen und Griffposition

Die optimale Griffposition ist wesentlich von der Körperhaltung auf dem Fahrrad abhängig. Schnelle Fahrer bevorzugen eine gestreckte Sitzposition, weil sie die Kraftübertragung und die Aerodynamik verbessert. Für die allermeisten anderen Radfahrer spielen jedoch Komfort und die Radbeherrschung eine größere Rolle: Sie fahren eher aufrecht.

Bei der Wahl des Lenkers kommt es auch auf die individuelle Form des Handgelenks an. Manche Fahrer bekommen bei der einen oder anderen Form nach längerem Fahren Handgelenkschmerzen. Entweder sind dann die Fitting-Komponenten nicht optimal aufeinander eingestellt oder der Lenkertyp ist nicht ideal für Anatomie und Fahrempfinden der jeweiligen Person.

23.3 Die Fußposition kontrollieren

Nur wer ein Fahrrad mit Klickpedalen fährt, hat die Möglichkeit, Einstellungen am Pedal vorzunehmen. Doch die Schuhplatte lässt in Bezug auf die Pedalachse kaum Fehleinstellungen zu - eher geht es um Feinheiten beim Ausrasten des Schuhs.

Was jedoch bei Pedalen aller Art kontrolliert werden muss, ist die Position des Fußes auf dem Pedal. Dabei ist wichtig, dass der Fußballen auf dem Pedal steht.

23.4 Auf Körpersignale achten

Natürlich hat jeder Mensch eine eigene Anatomie und ein individuelles Empfinden. Achten Sie auf die Signale des Körpers. Wenn eine Einstellung für Sie unangenehm ist, obwohl sie so empfohlen wird, justieren Sie in kleinen Schritten nach. Schon einige Millimeter bei Sattel und Lenker können den Unterschied ausmachen.

Tipp: Fahren Sie dynamisch. Zwischendurch das Gewicht verlagern, leicht in den Stand gehen, die Trittfrequenz verändern, die Hände ausschütteln und Pausen machen - so wird das Fahrradfahren angenehmer, und Sie beugen Verspannungen vor.

23.5 Professionelles Bikefitting

Wer Fahrradtyp, Ergonomie und Körpergefühl beim Einstellen der Fahrradkomponenten beachtet, sollte die Anpassungen selbst vornehmen können. Ein professionelles Fahrradfitting ist relativ teuer. Pro Stunde muss man mit etwa 100 Euro rechnen und - je nach Leistung - mit 2 bis 4 Arbeitsstunden.

Ein professionelles Bikefitting kann sinnvoll sein, wenn man auf Profiniveau fährt, gesundheitliche Einschränkungen oder eine Vorbelastungen mitbringt, zum Beispiel nach einem Unfall, oder eine lange Fahrradreise plant.

Das Bikefitting beim Experten kann umfassen:

  • Körpervermessung
  • Fahrradvermessung
  • Beweglichkeitsanalyse
  • Einstellung der Sattelhöhe
  • Justierung des Sattelversatzes
  • Anpassung von Lenkerhöhe und -abstand
  • Ermittlung der Lenkerbreite
  • Optimierung der Fußstellung auf dem Pedal
  • Kontrolle der Knieerhebungskurve

24. Fahrradlicht richtig einstellen

Das Einstellen des Fahrradlichts gehört nicht zum eigentlichen Fahrradfitting und wird oft vernachlässigt. Das ist ein Fehler, schließlich beeinflusst es die eigene Sicherheit und das Wohlbefinden anderer im Straßenverkehr.

Der Scheinwerfer sollte so eingestellt werden, dass er andere nicht blenden kann.

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