Die Geschichte der Brennabor Fahrräder

Brennabor ist ein deutscher Fahrradhersteller mit einer langen Tradition und Geschichte. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 1871 gegründet und hat sich seitdem einen Namen in der Fahrradbranche gemacht.

Als die Gebrüder Reichstein im Jahr 1871 die Brennabor-Werke gründeten, konnten sie nicht ahnen, welch immense Wellen die Firma durchschütteln würden. Zwei Weltkriege, über 6.000 Mitarbeiter, Insolvenz, Herstellung von Fahrrädern, Motorrädern, Autos, Enteignung - eine bewegte und bewegende Geschichte.

150 Jahre später wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen, um eine Erfolgsgeschichte neu zu schreiben. Brennabor ist zurück in der Zukunft! Modern. Zuverlässig. Hochwertig. - Nicht umsonst verdienten sich Brennabor-Räder in der Vergangenheit einen beispiellosen Ruf. Ein Image, das dazu führte, dass in manchen Landstrichen der Name „Brennabor“ als Synonym für Fahrrad galt. Jahrzehnte lang war es dann sehr still um Brennabor; nun wird der klangvolle Name wiederbelebt.

Aus Brandenburg wandert die Geschichte jetzt nach Hoya in Niedersachsen. Die Firma Hartje, bekannt für Marken wie Victoria, Conway oder Contoura, hat sich des Themas angenommen, um neue Bikes unter dem Namen Brennabor zu verwirklichen. Moderne Bikes mit klassischen, eleganten Linien, die auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen sollen.

Die Anfänge und Entwicklung

Alles begann mit einer kleinen Korbmacherei mitten in Brandenburg. Firmengründer Carl Friedrich Eduard Reichstein verdiente gutes Geld mit Korbwaren und Korbmöbeln aller Art; seit 1835 war er als Meister selbständig. Und so lag es nahe, dass auch seine Söhne das Handwerk lernten und das Geschäft des Vaters erfolgreich weiterführten.

Nach einem Besuch in einer Kinderwagenmanufaktur im Jahre 1868 beschlossen die Gebrüder Reichstein, ebenfalls Kinderwagen herzustellen, natürlich aus dem ihnen vertrauten Material. Und so kamen zur Korbmacherei noch eine Tischlerei, eine Stellmacherei, eine Schlosserei und Schmiede dazu. So war man in der Lage, die komplette Produktion von Kinderwagen im eigenen Haus zu erledigen.

Als die ersten Hochräder in Europa auftauchten, begannen die Brüder Reichstein, Einzelteile aus England zu importieren, in Brandenburg zu montieren und dann zu verkaufen. Noch war es eine reine Liebhaberei, denn Hochräder waren in dieser Zeit hochspezialisierte Sportgeräte, die viel Können verlangten und zudem ziemlich gefährlich waren. Gefürchtet waren die Kopfstürze, die zum Teil schwerste Verletzungen verursachen konnten.

Nach und nach wurden Hochräder auch in eigener Produktion hergestellt, zunächst nur Einzelteile, schließlich auch komplette Räder. Das änderte sich schlagartig mit dem Aufkommen der Niederräder, auch „Rover“, Wanderer, genannt. Die Rover waren alltagstauglich und, obwohl es sich ebenfalls um hochpreisige Produkte handelte, auch für die Allgemeinheit erschwinglich; zudem viel einfacher zu fahren.

Jetzt kam den Brüdern Reichstein die Erfahrung, die sie bei der Produktion der Hochräder gesammelt hatten, zugute. Zuerst wurden die passenden Teile zugekauft und montiert, nach und nach stellte man aber Experten ein, die sich mit Metallherstellung auskannten, und so wurde die Produktion immer mehr ins eigene Haus verlagert.

Der Name Brennabor

Seit wann der Name Brennabor existiert - nun, darüber scheiden sich die Geister. Fest steht, dass zur ersten nationalen Fahrradmesse 1892 in Leipzig Fahrräder unter diesem Namen ausgestellt wurden. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Belege mit dem Namen Brennabor. Es ist aber anzunehmen, dass der Markenname bereits längere Zeit Verwendung fand. Das legt zum Beispiel eine historische Plakette des Münchner „Brennabor Fahrrad-Klubs“ von 1889 nahe.

Um den Namen selbst rankt sich eine interessante Anekdote. Fälschlicherweise nahm man zur damaligen Zeit an, Brennabor sei der historische, slawische Name der Stadt Brandenburg. Um das Jahr 1910 war der Historiker Prof. Otto Tschirch diesem Irrtum jedoch auf die Schliche gekommen, der sich beharrlich in der Region festgesetzt hatte.

Der Name Brennabor gefiel den Brüdern so gut, dass sie ab 1896 die gesamte Firma „Brennabor-Werke Gebr. Reichstein Brandenburg/Havel“ nannten. Eine echte Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf: Brennabor-Räder eroberten die Welt.

Bereits 1900 wurden 40.000 Räder produziert - absolute Spitze im nationalen Vergleich. 1923 verließ das Millionste Fahrrad das Werk. Unglaubliche 2,35 Mio. Brennabor stand seit jeher für sehr hohe Qualität und technisches Top-Niveau. Zahlreiche Patente resultierten daraus, beim Deutschen Patentamt in München kann man diese Dokumente immer noch einsehen. Als später die Autotechnik dazu kam, vergrößert sich die Anzahl der Patente nochmal enorm.

Erweiterung der Produktpalette

Im Jahr 1903 begann Brennabor mit der Serienproduktion von Motorrädern, 1910 wurden dann die ersten Autos in kompletter Eigenentwicklung und Fertigung gebaut. Das Firmengelände wurde ständig und ausgiebig erweitert, ein eigenes Kraftwerk wurde gebaut, die Brennabor-Verladehalle bekam sogar ihren eigenen Bahnhof. Von dort aus wurden Fahrräder, Autos und Motorräder in alle Welt verschickt.

Der Zweite Weltkrieg kam, und mit ihm endete die Glanzzeit von Brennabor. Nach Kriegsende teilten die Brennabor-Werke das Schicksal vieler Firmen in Ostdeutschland, die Firmeninhaber wurden enteignet, der gesamte Maschinenpark nach Russland abtransportiert.

Die Wiederbelebung der Marke

Im Industriemuseum Brandenburg an der Havel kann man sich noch heute auf Spurensuche begeben. 150 Jahre nach der Gründung durch die Gebrüder Reichstein wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Hermann Hartje KG aus dem niedersächsischen Hoya an der Weser will Brennabor zu altem, neuen Glanz verhelfen.

Eine neue, moderne E-Bike-Palette quer durch die Kategorien „Trekking“, „Retro“ und „Allroad SUV“ knüpft an die hohe Qualität und Innovationsfreude der traditionsreichen Firma aus Brandenburg an. Wer ein Brennabor fährt, der fährt nicht nur ein Rad, sondern ein Stückchen Fahrradgeschichte.

Als Brennabor nach dem Krieg enteignet und die Produktion verlagert wurde, bedeutete das jedoch für lange Zeit das Ende der ehemals so beliebten Fahrräder. Dank der Hartje KG wird die traditionsreiche Marke mit nostalgischem Flair nun wiederbelebt und statt klassischer Stahlräder, wie in den alten Tagen, sind nun hauptsächlich Trekking-Bikes mit E-Antrieb im Programm von Brennabor zu finden.

Das aktuelle Sortiment

Mit drei Rad-Kategorien und 17 Modellen deckt Brennabor die Bereiche „Trekking“, „Retro“ und „Allroad SUV“ ab, allesamt sind sie mit E-Antrieb ausgerüstet. Die Allroad SUV-Linie wird dabei das Flaggschiff der Brennabor-Familie darstellen: ein sehr modernes, geländetaugliches Bike, ausgerüstet mit Straßenausstattung und Seitenständer, im markanten Design.

Brennabor verbaut in seinen Fahrrädern eine Vielzahl von Komponenten, wobei ein Fokus auf Qualität und Zuverlässigkeit liegt. Zu den verbauten Komponenten zählen unter anderem hochwertige Schaltungen, Bremsen und Rahmenmaterialien, die eine gute Performance gewährleisten.

Brennabor bietet eine breite Auswahl an Fahrradtypen an, darunter Citybikes, Trekkingräder, E-Bikes und Kinderfahrräder. Die verschiedenen Modelle sind auf verschiedene Zielgruppen und Einsatzgebiete zugeschnitten, von täglichen Pendelfahrten bis hin zu Freizeitausflügen und sportlichen Aktivitäten.

Die Fahrräder von Brennabor sind für eine Vielzahl von Fahrradfahrern geeignet, von Anfängern bis hin zu erfahrenen Radfahrern, und bieten eine zuverlässige und komfortable Fahrt. Zu den Top-Modellen von Brennabor gehören beispielsweise das Brennabor City Comfort für den urbanen Einsatz, das Brennabor Trekking Pro für Tourenliebhaber und das Brennabor E-Kids für junge Fahrradfahrer.

Modellübersicht

Hier ist eine Übersicht einiger aktueller Brennabor Modelle:

  • T-66e: Ermöglicht es, die Freiheit der Natur zu genießen und unvergessliche Erlebnisse zu sammeln. Dank E-Antrieb und leichtem Transport von Gepäck eignet es sich ideal für große Runden in verschiedensten Landschaften.
  • A-88e und A-92e: Vielseitige SUV-Modelle für verschiedene Geländearten und den täglichen Gebrauch konzipiert. Sie verfügen über robuste Rahmen mit semi-integrierten Akkus und leistungsstarken Bosch-Mittelmotoren.
  • T-30e Serie: Solide und alltagstaugliche Technik mit robusten Rahmen und der Modellreihe entsprechenden E-Antrieben zum guten Einstiegspreis.

Brennabor E-Bikes sind nicht nur für Nostalgiker und Markenfans geeignet, die sich auf echte Design-Klassiker freuen. Auch wenn Fans von liebevoll gestalteten Retro-Designs mit dem E-Retro von Brennabor absolut an der richtigen Adresse sind. Den restlichen E-Bikes der Marke, insbesondere aus dem Trekking-Bereich, sieht man dagegen deutlich an, dass sie von einem erfahrenen Fahrraddesigner entwickelt wurden, dessen Leidenschaft im Mountainbike- und Rennradbereich liegt. Der Look der E-Bikes ist sehr sportlich gehalten - und das sogar bei den Tiefeinsteigern.

Ein großer Vorteil ist die große Bandbreite an Möglichkeiten, die Brennabor hinsichtlich der Ausstattung und der Staffelung der Preise bietet.

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