Fahrradreifen sind ein oft übersehener, aber entscheidender Bestandteil eines Fahrrads. Wenn es um Fahrradreifen geht, gibt es eine beeindruckende Auswahl an Optionen, die den Fahrkomfort, die Geschwindigkeit und die Sicherheit beeinflussen können.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um neue Fahrradreifen zu kaufen?
Sie sind ein begeisterter Fahrradfahrer und möchten stets sicher und komfortabel unterwegs sein? Dann ist es wichtig, den Zustand Ihrer Fahrradreifen regelmäßig zu überprüfen und diese gegebenenfalls rechtzeitig auszutauschen.
Hier sind einige Faktoren, die Ihnen helfen, den richtigen Zeitpunkt für den Kauf neuer Fahrradreifen zu bestimmen:
- Profiltiefe: Die Profiltiefe Ihrer Fahrradreifen spielt eine entscheidende Rolle für den sicheren Grip und die Haftung auf verschiedenen Oberflächen. Eine ausreichende Profiltiefe gewährleistet beste Fahreigenschaften, insbesondere bei nassen Bedingungen. Achten Sie daher darauf, Ihre Reifen regelmäßig auf Abnutzung zu prüfen. Ist das Profil stark abgenutzt und kaum noch sichtbar, sollten Sie in Betracht ziehen, neue Reifen anzuschaffen.
- Beschädigungen: Neben der Profiltiefe sollten Sie auch Beschädigungen an Ihren Fahrradreifen im Blick behalten. Risse, Schnitte oder andere Schäden können zu plötzlichen Reifenpannen führen. Insbesondere seitliche Risse sind ein Alarmzeichen und deuten auf Materialermüdung hin. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie in solchen Fällen umgehend neue Reifen erwerben.
- Alter der Reifen: Das Alter der Reifen ist ein weiterer Faktor, der beim Kauf neuer Fahrradreifen berücksichtigt werden sollte. Auch wenn die Reifen äußerlich gut aussehen, können sie mit der Zeit an Haftung verlieren. Die meisten Fahrradreifen haben eine empfohlene Höchstlebensdauer, die auf der Seitenwand angegeben ist. Überschreiten Ihre Reifen dieses Alter, ist es ratsam, neue Reifen zu erwerben, um unerwartete Probleme zu vermeiden.
- Häufige Reifenpannen: Häufige Reifenpannen können ein weiteres Anzeichen dafür sein, dass es Zeit ist, neue Fahrradreifen zu kaufen. Wenn Sie regelmäßig von Pannen betroffen sind, sollten Sie überprüfen, ob sichtbare Fremdkörper wie Glasscherben oder Nägel die Ursache sind. Sind diese nicht der Grund für die Pannen, deutet dies darauf hin, dass Ihre Reifen möglicherweise in einem schlechten Zustand sind und ausgetauscht werden sollten.
- Fahrleistung: Schließlich spielt auch Ihre Fahrleistung eine Rolle bei der Entscheidung für den Kauf neuer Fahrradreifen. Je mehr Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind, desto schneller nutzen sich die Reifen ab.
Die richtige Reifengröße finden
Wenn du schon einmal einen Blick auf Fahrradreifen geworfen hast, hast du vielleicht bemerkt, dass sie mit einer Reihe von Zahlen gekennzeichnet sind. Die erste Zahl auf dem Reifen bezieht sich normalerweise auf die Reifengröße. Sie wird in Zoll oder manchmal auch in Millimetern angegeben. Zum Beispiel steht "26" für einen Reifen mit einem Durchmesser von 26 Zoll. Andere gängige Größen sind 27,5 Zoll, 29 Zoll und 700c.
Die zweite Zahl gibt die Breite des Reifens an und wird ebenfalls in Millimetern angegeben. Sie reicht normalerweise von schmalen Profilen wie 23mm bis hin zu breiteren Profilen wie 2,5 Zoll oder mehr. Die richtige Reifenbreite hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Einsatzzwecks, des Fahrstils und der Präferenzen des Fahrers.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der ETRTO-Code, der auch auf den Reifen zu finden ist. Dieser Code folgt einem Standardformat, bei dem die Reifengröße und Breite in Millimetern angegeben sind. Zum Beispiel könnte ein ETRTO-Code 47-622 lauten, wobei 47 die Breite und 622 den Durchmesser in Millimetern angibt.
Manchmal findest du auf dem Reifen auch Informationen zur Tragfähigkeit und Druckempfehlung. Diese Angaben geben an, wie viel Gewicht der Reifen tragen kann und welcher Luftdruck empfohlen wird, um optimale Leistung und Sicherheit zu gewährleisten.
Fahrradreifen Größen im Überblick
Es gibt verschiedene Größenangaben für Fahrradreifen, die sich je nach Sprachraum und Größenbezeichnung unterscheiden. Meist handelt es sich um eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die sich auf den Raddurchmesser und die Reifenbreite beziehen.
Folgende Größenbezeichnungen für Fahrradreifen sind gebräuchlich:
- Zoll
- ETRTO
- Französisch
- Englisch
In der Regel solltest du auf deinem Fahrradreifen die ETRTO Größenbezeichnung (z. B. 37-622) finden. Es kommt aber auch vor, dass der Reifen alle vier Größenbezeichnungen trägt.
Ein Beispiel: Ein Reifen mit der Bezeichnung 27,5", 35-584, 27.5 x 1.35, 650B auf der Seitenwand hat folgende Abmessungen:
- Außendurchmesser: 27,5 Zoll bzw. 650 mm
- Innendurchmesser: 584 mm
- Breite: 1.35 Zoll bzw. 35 mm
- Reifenhöhe: B = 33 mm
Fahrradreifen-Größe in Zoll
Die wohl am weitesten verbreitete Angabe der Fahrradreifen-Größe ist Zoll. Mit diesem Maß wird nicht nur die Größe eines Fahrradreifens angegeben, sondern auch die Größe des gesamten Fahrrads.
Wenn du deinem Kind ein 26-Zoll-Fahrrad kaufst, bedeutet das nichts anderes, als dass die Reifen des Fahrrads einen Außendurchmesser von etwa 26 Zoll haben. Das sind 66,04 cm, wobei der tatsächliche Außendurchmesser je nach Reifendruck variiert.
Da die Zollangabe relativ ungenau ist und eher die Größe des Fahrrads als die genaue Reifengröße angibt, solltest du beim Kauf eines neuen Reifens auf andere Angaben setzen. So spielen der Innendurchmesser und die Breite des Fahrradreifens eine wichtige Rolle, die bei der Zollangabe vernachlässigt werden.
ETRTO: Fahrradreifen-Größen nach der europäischen Reifen- und Felgennorm
Die Angabe, die du wohl bei den meisten Fahrradreifen findest, ist die Einteilung der Fahrradreifen-Größen nach der europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization). Diese Größenbezeichnung (z.B. 55-406) ist besonders eindeutig und ermöglicht eine eindeutige Zuordnung zur Felgengröße, da sie sowohl die Breite des Fahrradreifens (55 mm) als auch den Innendurchmesser (406 mm) berücksichtigt.
Aus diesem Grund ist die ETRTO-Angabe auch eine europaweit gültige Normung für die Angabe von Reifengrößen - auch für Fahrradreifen.
Die englische Größenbezeichnung
Die englische Größenbezeichnung erfolgt ebenfalls in Zoll. Es gibt zwei verschiedene Varianten:
- Angaben als Bruch (z. B. 28 x 1 5⁄8 x 1 3⁄8 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenhöhe x Reifenbreite)
- Angaben in Dezimalzahlen (z. B. 28 x 1.40 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenbreite in Zoll)
Angaben in Zoll sind relativ unpräzise. So werden beispielsweise Mountainbike-Reifen mit einem Durchmesser von 559 mm, Triathlon-Modelle mit 571 mm und Hollandräder mit 590 mm alle als 26 Zoll bezeichnet. 28-Zoll-Reifen können sowohl 622 als auch 635 mm Durchmesser haben, während 27-Zoll-Reifen auf 630 mm kommen.
Um den Überblick über die Fahrradreifen-Größen zu behalten, ist es daher ratsam, sich an der ETRTO zu orientieren und für die Umrechnung der verschiedenen Fahrradreifenbezeichnungen eine Tabelle mit den unterschiedlichen Größenangaben zur Hand zu nehmen.
Die französische Größenbezeichnung
Eine weitere gängige Größenbezeichnung für Fahrradreifen ist die französische Größenbezeichnung. Ein Beispiel ist 700 x 38C, wobei die dreistellige Zahl (700) den ungefähren Außendurchmesser des Reifens und die zweistellige Zahl (38) die Reifenbreite angibt. Der Buchstabe gibt die Höhe des Reifens an. Es gibt die Höhen A (30 mm), B (33 mm) und C (39 mm).
Die französische Größenbezeichnung gibt es jedoch nicht für alle Reifengrößen und wird zum Beispiel nicht für Mountainbike-Größen verwendet.
Anleitung: Fahrradreifen Größe messen
Es kann sein, dass die Angaben auf dem alten Fahrradreifen schlecht lesbar sind. Dann kannst du den Reifen auch ganz einfach ausmessen, denn zu Bestimmung der Fahrradreifen-Größe brauchst du nur die Breite zu messen und die richtige Größe in einer Fahrradreifen-Größen Tabelle abzulesen. Diese Tabelle kann dir auch bei der Umrechnung der Fahrradreifen-Größe helfen, wenn du zum Beispiel auf deinem alten Reifen eine Bezeichnung findest, die hier nicht so üblich ist.
Folge diesen Schritten, um die Größe deiner Fahrradreifen zu bestimmen:
- Falls die Größenangabe auf dem Reifen nicht lesbar oder keine Kennzeichnung vorhanden ist, kannst du die Breite des Reifens selbst messen. Hierzu brauchst du ein Lineal oder Maßband.
- Miss die Breite des Reifens an der breitesten Stelle von einer Seitenwand zur anderen. Notiere dir das Ergebnis in Millimetern.
- Miss dann den Innendurchmesser des Reifens. Er entspricht ungefähr dem Durchmesser der Felge.
- Nun kannst du die richtige Reifengröße in der Fahrradreifen-Größentabelle ablesen.
Welche Fahrradreifen Größen gibt es?
Es gibt viele verschiedene Fahrradreifen-Größen. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die verschiedenen Größenbezeichnungen, die sowohl auf den gängisten Reifengrößen zu finden sind.
| Felgengröße in Zoll | ETRTO-Größe | EN-Größe | FR-Größe |
|---|---|---|---|
| 20 | 40-406 | 20x1,5 | - |
| 20 | 50-406 | 20x2,0 | - |
| 24 | 40-507 | 24x1,5 | - |
| 24 | 50-507 | 24x2,0 | - |
| 26 | 44-559 | 26x1,75 | - |
| 26 | 50-559 | 26x1,95 | - |
| 28 | 54-622 | 29x2.1 | - |
| 28 | 20-622 | 28x3/4 | 700x20C |
| 28 | 28-622 | 28x1 5/8x1 1/8 | 700x28c |
| 28 | 32-622 | 28x1 1/4x1 3/4 | 700x32c |
| 28 | 37-622 | 28x1 5/8x1 3/8 | 700x37c |
| 28 | 40-622 | 28x1,5 | 700x40c |
| 28 | 42-622 | 28x1,6 | 700x42c |
| 28 | 47-622 | 28x1,75 | 700x47c |
So findest du die passende Reifen-Felgenkombination
Zu der Maulweite einer Felge passen verschiedene Reifenbreiten. Wie du in dieser Tabelle siehst, gibt die ETRTO selbst einen verhältnisweise kleinen Spielraum für mögliche Felgen- und Reifenkombinationen an.
Viele Reifen- und Felgenhersteller geben allerdings eine größere Spanne an möglichen Kombinationen an. Daher solltest du stets die Angaben des Felgen- bzw.Reifenherstellers beachten, wenn du überprüfen willst, ob Felge und Reifen zueinander passen.
Weitere wichtige Aspekte bei der Reifenwahl
Neben der Größe spielen auch andere Faktoren bei der Wahl des richtigen Fahrradreifens eine Rolle:
- Pannensicherheit: Einfache Reifen sind teils für unter zehn Euro erhältlich, gute Reifen kosten mehr als 20 Euro, sind dafür aber widerstandsfähiger gegen Pannen und rollen besser. Insbesondere bei Fahrrädern mit Nabenschaltungen, Hollandrädern und Elektrorädern mit Hinterradantrieb ist der Ausbau der Laufräder oft zeitaufwändig, da kann ein guter Pannenschutz das Leben deutlich erleichtern. Viele Hersteller haben robuste Modelle mit wirksamem Pannenschutz im Programm.
- Luftdruck: Wichtig ist der richtige Luftdruck. Auf der Reifenflanke ist angegeben, in welchem Bereich er liegen sollte, meist in Bar oder in PSI. Ist der Druck zu niedrig, rollt der Reifen schwer und wird auf Dauer an den Flanken beschädigt. Ist er zu hoch, kann der Reifen platzen. Breite Reifen mit geringem, aber über dem auf der Flanke angegebenen Mindest-Luftdruck, sorgen für viel Komfort, ohne schwer zu rollen.
- Einsatzzweck: Für unterschiedliche Einsatzzwecke gibt es daher verschiedene Reifen.
Reifen für verschiedene Einsatzzwecke
- Alltagsreifen: Auf trockenen, festen Untergründen wie Asphalt hat ein glatter Reifen die beste Haftung. Reifen für den Alltagsbetrieb werden aus optischen Gründen dennoch mit einem flachen Profil versehen. Eine Mindestprofiltiefe wie beim Auto gibt es nur für S-Pedelecs (bis 45 km/h) und E-Bikes (bis 25 km/h ohne Tretbewegung), diese sind rechtlich aber keine Fahrräder. Das bei Autofahrern gefürchtete Aquaplaning gibt es bei Fahrradreifen nicht.
- Reifen für Radreisen: Auf weichen Untergründen wie Wirtschafts- oder Waldwegen sichern gröbere Stollen den Griff des Reifens auf dem Boden. Auf Radreisen müssen Reifen mit hohen Belastungen und wechselnden Untergründen zurechtkommen.
- Mountainbike-Reifen: Mountainbiker dagegen benötigen stark ausgeprägte Stollen, um in Kurven auf weichem Untergrund Kontrolle über das Rad zu behalten. Außerdem müssen sie steile Anstiege ohne durchdrehende Hinterräder bewältigen können. Für die unterschiedlichen Untergründe und Einsatzzwecke gibt es spezielle Reifen. Eine Mountainbike-Tour auf Wirtschaftswegen stellt andere Ansprüche an einen Reifen als ein Downhill-Rennen. MTB-Reifen müssen in unwegsamem Gelände Kontrolle bieten.
- Reifen für Elektroräder: Schnelle Pedelecs und E-Bikes, die rechtlich als Kleinkrafträder eingestuft werden, benötigen Reifen, die die Norm ECE-R 75 erfüllen und bis 50 km/h zugelassen sind. Diese Reifen haben eine bestimmte Profiltiefe. Manche Hersteller statten sie mit einer weichen Gummimischung für besseren Kurvenhalt bei hohen Geschwindigkeiten aus. Die Reifen können auch problemlos für normale Pedelecs und Fahrräder genutzt werden.
- Reifen für Schnee und Eis: Für Fahrten bei Schnee und Eis eignen sich breitere Reifen mit einem ausgeprägten Profil besser. Ein etwas geringerer Luftdruck erhöht zusätzlich die Bodenhaftung. Spikereifen haben in die Lauffläche eingearbeitete Metallstifte, die das Radfahren auch auf vereisten Flächen erlauben. Spikereifen sind in Deutschland für Fahrräder zugelassen.
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