So finden Sie den richtigen Fahrradhelm: Tipps für Sicherheit und Komfort

Das Fahrradfahren wird immer beliebter, sei es in der Freizeit oder im Alltag. In Deutschland gibt es zwar keine Helmpflicht, dennoch sollte man nicht auf einen Fahrradhelm verzichten! Im Falle eines Unfalls kann ein Helm vor schweren Kopfverletzungen schützen. Hat man sich für das Tragen eines Fahrradhelms entschieden, geht es darum, den richtigen Helm zu finden.

Fahrradhelm-Arten: Für jeden Einsatzzweck den passenden Helm

Bevor man einen Fahrradhelm kaufen möchte, sollte man sich über das Einsatzgebiet des Helmes im Klaren sein. Denn für die unterschiedlichen Raddisziplinen gibt es natürlich speziell optimierte Helme. Hier findest du Erklärungen zu den verschiedenen Helmarten und kannst so den passenden Helm für dich finden. Der entsprechende Helmtyp leitet sich aus deinem Einsatzbereich ab. So gibt es Unterschiede beim Thema Sicherheit, Schutz aber auch beim Thema Komfort.

  • Rennradhelme: Sie gehören zu den leichtesten Helmen und bei ihnen steht neben Schutz vor allem Aerodynamik und Belüftung an oberster Stelle. Die Belüftungskanäle sind so konstruiert, dass für bestmögliche Kühlung gesorgt ist. Die Rennradhelme von Lazer können optional mit einer Aeroshell - ein praktischer Wind- und Wetterschutz - ausgestattet werden.
  • Mountainbike-Helme: Sie sind im Nacken tiefer geschnitten, um zusätzlichen Schutz zu bieten, da auf dem Mountainbike oft unwegsames Gelände durchquert wird. Meist sind Mountainbike-Helme mit einem Visier ausgestattet, dass im besten Fall verstellbar ist und den Fahrer vor Schmutz und Sonne schützt.
  • City- und E-Bike Fahrradhelme: Sie bieten neben zahlreichen Designs einen hohen Tragekomfort und sind mit tollen Features für den Alltagseinsatz gespickt. Dazu zählen ein integriertes LED-Licht (optional) für bessere Sichtbarkeit, eine spezielle Öffnung auf der Rückseite, um den Helm zusammen mit dem Fahrrad abzuschließen, Magnetverschlüsse, die leicht zu öffnen und zu schließen sind oder optional erhältliche Winter-Kits, um den Helm zum ganzjährigen Einsatz auszustatten.
  • Allround-Helme: Sie sind, wie der Name schon erahnen lässt, sportliche Helme, die sich in unterschiedlichen Bereichen zu Hause fühlen.

Weitere Helmtypen

  • Helme für Kinder: Kinder haben einen kleineren Kopf und benötigen dementsprechend einen Kinderhelm, der genau auf ihren Kopfumfang passt. Während das Design bei Kindern oft verspielt und farbenfroh ist, kommen Helme für die Großen eher in schlichten Farben daher.
  • Helme für Downhiller: Für den Einsatz auf Downhill-Strecken oder im Bikepark ist ein vollumschließender Fullface-Helm gedacht. Sie bieten den meisten Schutz und durch den Kinnbügel ist zudem auch dein Gesicht und Kiefer geschützt. Generell ist die Helmschale oft robuster und sie sind auch besser gepolstert als Halbschalen-MTB-Helme.

Die richtige Größe finden

Bevor du in ein Fachgeschäft gehst oder online nach einem neuen Helm schmökerst, empfiehlt es sich den Kopfumfang zu messen, um die richtige Helm-Größe zu ermitteln. Viele Hersteller bieten eine Skala an, die erste Orientierung gibt. Doch allein das Kopfmaß ist nicht ausreichend.

Im ersten Schritt wird der Kopfumfang gemessen. Dazu nimmt man ein Maßband und legt es ca. Am Schnittpunkt des Maßbandes kann man dann seinen Kopfumfang ablesen. Wichtig ist, dass das Maßband weder locker noch zu straff sitzen sollte. Wenn man seinen Kopfumfang nun weiß, kann man schauen was die Hersteller für eine Größen-Aufteilung haben. Lazer z.B. Allein mit dem Ausmessen des Kopfumfangs ist es aber nicht getan. Auch die Kopfform spielt eine große Rolle. Sie ist bei jedem unterschiedlich. Wie die Leisten bei verschiedenen Schuh-Marken, unterscheiden sich auch die Helm-Hersteller.

So kann es sein, dass einem mit Umfang von 56 cm nicht jeder Fahrradhelm in Größe M passt. Wichtig! Der Helm darf weder drücken noch wackeln und man muss sich schlichtweg mit ihm wohlfühlen. Der Fahrradhelm sollte den Kopf so umschließen, dass er selbst bei geöffnetem Kinnriemen nicht einfach von der Stirn geschoben werden kann. Nur dann liefert der Helm seinen bestmöglichen Schutz.

So messen Sie die richtige Größe:

  1. Lege das Maßband etwa einen Zentimeter oberhalb der Augenbrauen an.
  2. Führe es einmal möglichst gerade um deinen Kopf herum.
  3. Das Maßband sollte knapp oberhalb der Ohren am Kopf anliegen.

Hast du kein Maßband zur Hand, tut es auch ein Faden oder, falls es lang genug ist, sogar ein USB-Kabel. Lege den Faden oder das Kabel wie oben beschrieben um deinen Kopf und halte ihn dann an einen Zollstock. Dann kannst du deinen Kopfumfang ablesen.

Passform und Einstellung

Ganz wichtig ist, dass der Helm gut sitzt und nicht drückt. Meine klare Empfehlung ist hier keine Kompromisse einzugehen. Am besten ist es, unterschiedliche Helme zu probieren und mit dem Drehrad oder der Ratsche - beides befindet sich an der Hinterseite der Innenschale - den Helm so zu justieren, dass er perfekt sitzt, aber nicht drückt. Der Helm sollte nur an den Stellen aufliegen, die auch gepolstert sind. Die Ohren sollten frei sein.

Zwei Dinge sind hier entscheidend. Der Fahrradhelm sollte auf keinen Fall drücken oder wackeln. Fast alle Helme bieten eine Weitenregulierung über einen Drehverschluß am Hinterkopf oder an der Oberseite des Helms (mit Aussparung für einen Pferdezopf auf der Rückseite) an. Über diesen sollte man den Helm so fixieren, dass er bequem sitzt, aber auch ohne geschlossenen Verschluss nicht vom Kopf rutscht . Hat man den Helm so weit angepasst, kann man durch leichtes, diagonales Drücken gegen die Stirnseite prüfen, ob der Helm sich wegdrücken lässt. Im Idealfall sollte der Helm nicht vom Kopf gedrückt werden können. Hier gilt es aber, nicht am Helm zu reißen. Passt das alles, ist es noch wichtig, dass der Helm gerade sitzt. Wichtig ist auch, dass der Helm nicht schräg sitzt.

Hast du alles angepasst, gilt es noch den Abstand an der Stirn zu prüfen. Hier sollte der Abstand zwischen Augenbrauen oder Nasenwurzel zum Helm, zwei Fingerbreit (ca. Leider sieht man es immer wieder, dass der Kinnriemen viel zu locker sitzt. Zu eng ist ebenfalls schlecht, da der Gurt so einschnürt. Hier gilt die Zwei-Finger-Faustformel. Auch die seitliche Führung über die Ohren sollte man beachten. Hier sollten die Riemen nicht über die Ohren gehen, aber auch nicht zu tief sitzen. Die Verschlussbänder sollten das Ohr in Form eines „Y“ umrahmen. Dies lässt sich meist über Clips einstellen.

Nach Kontrolle des optimalen Sitzes - der Helm rutscht nicht wenn du den Kopf bewegst und du hast ein gutes Gefühl - lohnt es, noch auf den Verschluss zu achten. Dieser liegt ein bis maximal zwei Fingerbreit unter dem Kinn. Auf keinen Fall sollte er dicht am Kinn anliegen oder gar einschneiden. Die meisten Hersteller bieten einen Ratschen-, Magnet- oder einen Klickverschluss an. Auch hier gilt ausprobieren, was für dich am besten passt.

Prüfsiegel & DIN Norm für höchste Sicherheitsstandards

Alle Fahrradhelme, die in Deutschland verkauft werden müssen ein CE-Zeichen und zudem die DIN EN 1078 Sicherheitsnorm für Fahrradhelme nachweisen. So ist gewährleistet das im Falle eines Sturzes der Helm sicher schützt. Hier unterscheiden sich die günstigen von den teuren Helmen.

Ob Discounter-Helm oder High-End-Produkt - alle Fahrradhelme, die in der EU und in der Schweiz verkauft werden, müssen sich einem Testverfahren inklusive Crashtest unterziehen. Wird dieser makellos bestanden, erhält der Fahrradhelm die Norm DIN EN1080 (CE). Zusätzlich sind viele Modelle mit dem Zeichen für "geprüfte" Sicherheit (GS) versehen.

Neue Fahrradhelme mit MIPS (Multi-directional impact protection system) verfügen über eine schwimmend verarbeitete Innenschale, die sich mit der Rotationsbewegung deines Kopfes bei einem schrägen Aufprall etwa 15 mm verschiebt und so einen Teil der Beschleunigungsenergie abbauen kann. Ob dieses System wirklich noch mehr Sicherheit bieten kann, wird derzeit in der Fachwelt noch diskutiert. Wichtiger ist es, sich an Testergebnissen und den eigenen Bedürfnissen an einen Helm zu orientieren.

Wann muss ich meinen Fahrradhelm austauschen?

Du solltest ihn nach circa fünf bis sechs Jahren austauschen. Beobachtest du Verschleißerscheinungen, Risse oder hattest du sogar einen Sturz mit deinem Helm, ist er sofort gegen einen neuen zu ersetzen. Einige Hersteller bieten sogar einen Rabatt nach einem Unfall sowie ein Crash Replacement an. So kann ein neuer Helm der gleichen Marke teilweise bis zu 50 Prozent günstiger erworben werden.

Spätestens nach 5 Jahren muss der Helm ausgetauscht werden. Sind äußerliche Schäden erkennbar, wie bröseliges EPS oder eine Ablösung der Außen- von der Innenschale, sollte der Helm früher ausgetauscht werden.

Checkliste für den Helmkauf

  1. Passform: Der Helm muss richtig passen und darf nicht verrutschen.
  2. Einsatzgebiet: Wähle den Helmtyp passend zu deinen Fahrgewohnheiten.
  3. Sicherheitsstandards: Achte auf das CE-Zeichen und die DIN EN 1078 Norm.
  4. Komfort: Der Helm sollte bequem sein und nicht drücken.
  5. Zusätzliche Features: Reflektoren, LED-Lichter oder MIPS können die Sicherheit erhöhen.

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