Risse im Fahrradreifen: Ursachen und was tun?

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Fahrradreifen kleine, oberflächliche Risse aufweisen kann. Ein Fahrradreifen gilt als porös, wenn er viele kleine, oberflächliche Risse an der Flanke aufweist. Diese kleinen Risse können mehrere Ursachen haben.

Ursachen für Risse im Fahrradreifen

Fahrradreifen sind verschiedenen äußeren Einwirkungen ausgesetzt. Hier sind einige der häufigsten Ursachen für Risse:

  • UV-Strahlung: Wenn ein Fahrrad längere Zeit der Sonne ausgesetzt ist, kann das dazu führen, dass sich kleine Risse bilden. UV-Strahlen sind kein Freund der Reifen und können auf Dauer die kleinen Risse erzeugen.
  • Falscher Luftdruck: Der falsche Luftdruck ist eine der häufigsten Ursachen für poröse Fahrradreifen. Ist der Reifendruck zu niedrig lastet zu viel Gewicht auf dem Reifen, das Gewicht des Bikes selbst oder eben auch noch zusätzlich das des Fahrers. Diese Belastung lässt den Reifen porös werden.
  • Seitenläuferdynamo: Über einen längeren Zeitraum betrachtet kann auch ein herkömmlicher Seitenläuferdynamo für die Entstehung kleiner Risse an der Flanke des Reifens verantwortlich sein. Durch eine dauerhafte Reibung wird so das Reifenmaterial beansprucht und langsam aber stetig abgenutzt. Vor allem, wenn der Anpressdruck auf den Reifen zu hoch ist und es ständige Reibung gibt, wird der Reifen beansprucht und langsam aber stetig abgenutzt.

Wie man Risse vermeidet

Um die Lebensdauer Ihrer Fahrradreifen zu verlängern und Risse zu vermeiden, beachten Sie folgende Tipps:

  • Sichere Aufbewahrung: Grundsätzlich empfiehlt es sich, das Zweirad bei Nichtbenutzung sicher und geschützt unterzustellen. Um solche Risse zu vermeiden, ist es ratsam, das Fahrrad bei Nichtbenutzung sicher und geschützt aufzubewahren.
  • Regelmäßige Luftdruckkontrolle: Grundsätzlich sollte der Luftdruck mindestens alle vier Wochen überprüft werden. Halten Sie sich hierbei bitte genau an die Herstellervorgaben. Oft werden ein Minimal- sowie ein Maximalwert angegeben. Vor längeren Fahrten, oder auch bevor Sie Ihr Bike in die „Winterpause“ bringen, sollten Sie den Reifendruck vorsichtshalber noch einmal zusätzlich prüfen. Dies kann mit einem digitalen Luftdruckprüfer oder einer Standpumpe einfach und genau erfolgen. Um sicherzustellen, dass immer genügend Luft im Reifen vorhanden ist, sollten Sie den Luftdruck regelmäßig, mindestens alle vier Wochen, überprüfen.

Reparatur von Rissen im Fahrradreifen

Wenn die Risse erstmal da sind ist eine Reparatur nicht möglich. Es gibt leider keine Möglichkeit, Risse im Fahrradreifen zu reparieren. Das bedeutet aber nicht, dass der Reifen sofort getauscht werden muss.

Wann sollte der Reifen ausgetauscht werden?

Wann dies der Fall ist, ist nicht pauschal zu beantworten und benötigt ein wenig „Materialfeinfühligkeit“. Bei wirklich kleinen, ganz oberflächlichen Rissen besteht in der Regel kein akuter Grund den Reifen sofort zu wechseln. Der Zeitpunkt des Reifenwechselns hängt auch stark vom eigenen Fahrstil und dem bevorzugten Untergrund ab und benötigt deshalb ein wenig Fingerspitzengefühl. In der Regel werden die Risse aber mit der Zeit irgendwann größer. Wenn sich tiefe oder große Risse bilden, sollte der Reifen aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden. Bei kleineren, oberflächlichen Rissen gibt es keine feste Regel, wann der Reifen ausgetauscht werden muss. Es kommt darauf an, wie intensiv das Fahrrad genutzt wird und in welcher Art von Gelände es fährt. Allerdings sollte beachtet werden, dass kleine Risse sich im Laufe der Zeit vergrößern können.

Tubeless-Reparatur-Set

Kleine Beschädigungen sollte die Dichtmilch in Tubeless-Reifen von alleine abdichten. Natürlich kann es dennoch passieren, dass das Loch oder der Riss so groß ist, dass die Dichtmilch alleine die Beschädigung nicht verschließen kann. Was macht man dann? Ein Tubeless-Reparatur-Set ist eine praktische Lösung für mittlere Löcher und Risse, die auch für unterwegs gut geeignet ist.

Anwendung eines Tubeless-Reparatur-Sets:

  1. Reparaturstreifen (Plug Strips): Diese klebrigen Gummistreifen werden in das Loch im Reifen eingeführt, um es abzudichten. Dies sorgt für eine bessere Haftung des Reparaturstreifens.
  2. Leicht Aufpumpen des Reifen: Das erleichtert dir den nächsten Schritt.
  3. Einführen des Reparaturstreifens:
    • Fädele den Reparaturstreifen in das Einführungswerkzeug ein.
    • Drücke den Streifen in das Loch, sodass ein Teil des Streifens innen und ein Teil außen verbleibt. Hier musst du sehr vorsichtig sein, damit du weder den Reifen noch das Dichtband durchstößt!
  4. Abschneiden des überschüssigen Streifens: Schneide den überstehenden Teil des Reparaturstreifens ab, sodass er bündig mit der Reifenoberfläche abschließt.
  5. Aufpumpen des Reifens: Pumpe den Reifen auf den gewünschten Druck auf.

Interne Reparatur bei größeren Rissen

Für größere Risse oder Löcher, die durch einen Reparaturstreifen nicht vollständig abgedichtet werden können, ist eine interne Reparatur erforderlich.

  1. Reifen demontieren: Entferne am besten den Reifen von der Felge.
  2. Innenseite des Reifens vorbereiten: Reinige und trockne die Innenseite des Reifens um die beschädigte Stelle herum.

Es gibt leider Fälle, in denen hilft das alles nichts, da das Loch oder der Riss zu groß sind.

Was tun bei einer Panne unterwegs?

Wenn aber doch eine Tour ansteht oder du unterwegs so eine Panne hast, bleibt als letzter Ausweg einen Schlauch einzuziehen - den du hoffentlich dabei hast. Das Problem dabei ist die im Reifen befindliche Dichtmilch. Bevor du einen Schlauch einziehen kannst, muss die möglichst raus.

Anleitung zum Einziehen eines Schlauches bei einer Panne mit Dichtmilch:

  1. Luft ablassen: Lasse zunächst einmal die Luft aus dem Reifen. Positioniere dabei das Ventil oben (bspw. 12 Uhr), damit dir nicht gleich die ganze Milch entgegen kommt.
  2. Ventil wieder schließen
  3. Reifen einseitig aus der Felge nehmen: Am besten beginnst du wieder oben auf 12 Uhr. Unten musst du vorsichtig arbeiten, da sich hier die Dichtmilch sammelt.
  4. Dichtmilch entfernen: Entferne jetzt so viel Dichtmilch wie möglich. Achtung: Dichtmilch gehört nicht in die Umwelt! Schau am besten einmal vorher nach, wie dein Produkt entsorgt werden muss.
  5. Schlauchlos-Ventil entfernen: Baue jetzt das Tubeless-Ventil aus und hebe es gut auf. Das kann man ja noch verwenden.
  6. Schlauch montieren: Montiere jetzt den Schlauch wie üblich. Ich würde ihn mit etwas geringerem Druck aufpumpen, damit nicht überall die übrig gebliebene Dichtmilch herausquillt.

Es kann natürlich auch sein, dass die Luft nur so langsam entweicht, dass du mit ggf. regelmäßigem Aufpumpen, noch nach Hause rollen kannst.

Regelmäßige Inspektion

Regelmäßige Inspektion: Überprüfe deine Reifen regelmäßig auf Abnutzung und Beschädigungen. Die Hersteller machen hier oft Angaben in Millimetern. Das sind natürlich meist Laborwerte. Beim Fahrradreifen hat das Profil weit weniger Bedeutung als z. B. beim Autoreifen. Der Reifen ist abgefahren und muss ersetzt werden, wenn auf der Lauffläche die Pannenschutzeinlage oder Karkassenfäden sichtbar werden. Häufig gehen die Seitenwände der Fahrradreifen kaputt, bevor die Lauffläche abgefahren ist. Das Profil ist weg.

Laufleistung von Fahrradreifen

Es ist sehr schwierig hierüber eine Aussage zu machen, denn die Laufleistung wird sehr stark von Reifendruck, Belastung, Fahrbahnuntergrund, Umgebungstemperaturen und dem Fahrstil beeinflusst. Bei hohen Temperaturen, großer Belastung und rauem Asphalt verschleißen Reifen z. B. Als grobe Orientierung kannst Du von Schwalbe Standardreifen eine Laufleistung von 2.000 bis 5.000 km erwarten. Die Reifen der Marathon-Familie halten in der Regel zwischen 6.000 und 12.000 km. Marathon Supreme ist diese etwas geringer (ca. 5.000 bis 9.000 km). Leider erreichen viele Reifen nicht die mögliche Kilometerleistung, weil sie dauerhaft mit zu wenig Luftdruck betrieben werden.

Ohne ausreichenden Luftdruck kann der Reifen die Last nicht richtig tragen. Der Reifen muss sich beim Abrollen übermäßig verformen, was er nur eine begrenzte Zeit mitmacht. Abbildung 1 zeigt die typischen Ermüdungsrisse, die durch zu wenig Luftdruck entstehen. Wenige große Risse im oberen Bereich der Seitenwand. Das zweite Bild zeigt dagegen normale Alterungsrisse (aufgrund von Überalterung). Diese Risse sind eher klein und über die komplette Seitenwand verteilt.Auch die Bilder 3 und 4 zeigen eindeutige Anzeichen für dauerhaft unzureichenden Luftdruck. Typische Abriebspuren: Der Reifen ist nicht in der Mitte am stärksten abgefahren, sondern links und rechts daneben.

Unsere Reifen sind - in der Regel - für Fahrräder konzipiert und damit für mehrspurige Fahrzeuge wie z. B. Anders als bei einem (einspurigen) Fahrrad kann sich ein Dreirad üblicherweise nicht in die Kurve neigen. In der Kurve „schiebt“ das Fahrzeug dann quer zur Fahrtrichtung über die eingelenkten Vorderräder (Untersteuern). Bei extrem hohem Verschleiß, z. B. wenn der Reifen bereits nach weniger als 1.000 km abgefahren ist, liegt die Ursache meist darin, dass die Spur des Fahrzeugs nicht korrekt eingestellt ist. Selbst bei Geradeausfahrt erzeugen die zur Fahrtrichtung „schief“ stehenden Reifen erhöhte Reibung und somit übermäßigen Verschleiß.

Das Gleiche gilt auch für Anhängerreifen. An einem Fahrradanhänger müssen die Reifen in Regel weder Antriebs- noch Lenkkräfte übertragen. Deswegen ist der Abrieb normalerweise sogar deutlich geringer als an einem Fahrrad.

Lagerung von Fahrradreifen

Du kannst einen Schwalbe-Fahrradreifen problemlos 5 Jahre lagern. Nach Möglichkeit sollten Reifen stets kühl, trocken und vor allem dunkel gelagert werden. Montierte Reifen sollten immer aufgepumpt sein, oder das Rad sollte hängend gelagert werden.

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