In diesem Artikel werden verschiedene Rennradlenker von Ritchey getestet, um einen umfassenden Überblick über ihre Eigenschaften und Leistung zu bieten. Dabei werden das günstigere Ritchey Comp Lenkerband, das teurere Ritchey WCS Lenkerband und der VentureMax XL Lenker unter die Lupe genommen.
Ritchey Comp Lenkerband im Test
Das Ritchey Comp Lenkerband ist die günstigere Option und erinnert auf den ersten Blick stark an das klassische Korklenkerband von DEDA. Die Oberfläche ist relativ glatt und fühlt sich gut an.
Montage
Die Montage des Lenkerbands geht schnell von der Hand, da sich die rückseitige Folie auf dem Klebestreifen gut abziehen lässt. Allerdings fehlte der kleine extra Streifen für die Shifter, was bei Ritchey Comp leider üblich ist. Hier sollte man sich vorab einen ca. 10 cm langen Streifen abschneiden. Es kann unter Umständen beim Wickeln eng werden, wenn man sich einen 10 cm Streifen abschneidet, einen breiten Lenker hat und eng wickelt.
Performance
Das gewickelte Band hat einen recht dünnen Durchmesser und ist daher weniger für große Hände geeignet. Durch die geringe Dicke bietet es nicht allzu viel Dämpfungskomfort, was auf ebenen Straßen und Radwegen jedoch ausreichend ist. Der Grip ist unter trockenen Bedingungen gut, sowohl mit als auch ohne Handschuhe. Bei Nässe oder stärker schwitzenden Händen wird das Band jedoch etwas rutschig.
Fazit
Insgesamt erhält das Ritchey Comp Lenkerband die Note 3. Für große Hände daher weniger geeignet. Auf Grund der recht geringen Dicke hat man nicht allzu viel Dämpfungskomfort. Auf ebenen Straßen und Radwegen ist das aber ausreichend.
Ritchey WCS Lenkerband im Test
Der erste Eindruck des teureren Ritchey WCS Lenkerbands ist sehr gut. Die Haptik erinnert stark an Alcantara Leder, mit einer sehr weichen und griffigen Oberfläche.
Montage
Im Gegensatz zum Comp Lenkerband sind hier die Zusatzstreifen für die Shifter vorhanden. Allerdings gestaltet sich die Montage des hochwertigen WCS Lenkerbands schwierig. Es erforderte mehrere Anläufe, um das Lenkerband in die richtige Richtung zu bekommen, und die ersten Zentimeter waren schwer zu wickeln. Zudem löste sich die Schutzfolie vom rückseitigen Klebestreifen schnell ab, was die Klebekraft beeinträchtigte. Nach 30 Minuten konnte ein halbwegs passables Ergebnis erzielt werden.
Performance
Die Performance des WCS Lenkerbands ist besser als die des Comp Lenkerbands. Der Durchmesser ist durch die Gelschicht etwas dicker und somit auch für größere Hände geeignet. Zudem wird der Komfort durch die Gelschicht deutlich erhöht, was auf unebenen Straßen oder im Wald eine gute Dämpfung bietet. Der Griplevel ist auch unter allen Bedingungen sehr gut, im nassen Zustand jedoch etwas rutschiger als im trockenen Zustand.
Fazit
Auch das WCS Lenkerband erhält die Note 3. Komfort und Haptik sind zwar besser, die Wicklung gestaltet sich aber schwieriger, so dass es optisch kein Highlight ist. Dennoch würde man sich für die teurere Version entscheiden, da der Komfort und der Grip deutlich besser sind.
Ritchey VentureMax XL Lenker im Test
Der Ritchey VentureMax XL Lenker wurde von Ritchey zum Test angeboten und zeichnet sich durch seine Breite, den flachen Oberlenker und den Flare am Unterlenker aus.
Erster Eindruck
Auffällig ist ein Knick am unteren Ausfallende, der jedoch kein Transportschaden ist, sondern zur speziellen Konstruktion des Lenkers gehört. Der Lenker misst an den Drops 52 cm. Am Oberlenker ist das verwendete Rohr nicht rund, sondern flach und die Enden im Unterlenker sind um 24 Grad nach außen gedreht (Drop Flare). Eine weitere Raffinesse: Ritcheys „Ergo Bio Bend“ - dieser kleine Hubbel in der Unterlenkerposition, den man mit einem Transportschaden verwechseln könnte - aber dazu später mehr.
Montage und Ausstattung
Der Lenker wurde auf einem Salsa Fargo 2019-Modell montiert. Beim Ritchey wurde das Lenkerband einfach gewickelt, nur am Unterlenker und an den Drops bis zum Schalt/Bremshebel wurde ein Streifen altes Lenkerband untergeklebt. Die „Bleibt man mit so einem breiten Lenker nicht überall hängen“-Frage kann mit einem klaren Nein beantwortet werden, da der VentureMax XL insgesamt schmaler als der Woodchipper ist. Der 31,8 mm Klemmbereich erstreckt sich über 14 cm, das sind zwei mehr als beim Woodchipper.
Fahrtest
Der Ritchey VentureMax XL wurde rund um Würzburg getestet, um seine Eigenschaften in verschiedenen Terrains zu prüfen. Die sechs Zentimeter mehr in der Breite sorgen für eine entspanntere Armhaltung und mehr Kontrolle bergab. Die flache Oberlenkerposition ermöglicht ein lockeres Greifen und bietet ausreichend Platz für Auflieger und Arme. Die Ergo Bio Bends fühlen sich normal an und bieten eine angenehme Handballenauflage im Unterlenker.
Ergo Bio Bend
Interessant bei den Bio Bends: Sie fühlen sich sofort normal an. Wer in den Unterlenker greift, landet automatisch mit dem Handballen auf den Erhebungen. Und so lässt es sich aushalten.
Fazit
Insgesamt ist der Tester begeistert von dem Lenker, der sich besonders für größere Fahrer eignet und auch für Langstreckenrennen wie das Silk-Road-Mountain Race in Frage kommt. Der Ritchey VentureMax XL kommt einem als Big Guy entgegen. Für mich könnte der Ritchey der Lenker für das Silk-Road-Mountain Race werden.
Weitere Meinungen zum Ritchey WCS Ergomax und SuperLogic Carbon Evo
Der Ritschey WCS Ergomax wurde nach einer Handgelenksverletzung gekauft und ermöglicht eine Anpassung der Position auf dem Fahrrad, um den Druck auf die Handgelenke zu entlasten. Der Flare Out ist subtil genug, um eine aerodynamische Position einzunehmen, die trotzdem noch ausreichend handhabbar ist. Der Lenker bietet mehr Möglichkeiten, den Lenker bequem zu halten, ohne dass du das Gefühl hast, den Lenker falsch zu halten. Vor allem am kurzen Griff ist deutlich mehr Platz für die Hände vorhanden.
Der SuperLogic Carbon Evo Lenker wiegt 190 Gramm in der breitesten Version und verfügt über einen leicht ovalisierten Oberlenker, der sich komfortabler greift. Die angerauten Oberflächen in den Klemmbereichen sorgen für sicheren Halt bei geringem Anzugsmoment.
Vergleich: Ritchey Venturemax WCS vs. Ritchey Beacon WCS
Der Venturemax ist klar als das sportlichere Modell unter den Ritchey Gravel Lenkern positioniert. Er besitzt weniger Flare, einen Aero-Oberlenker und er ist auch in einer Carbon-Variante zu haben. Im Gegensatz dazu besitzt der Beacon einen runden Querschnitt von 31,8 mm und hat ebenfalls eine leichte Biegung nach hinten (4,5 Grad Backsweep im Vergleich zu 4 Grad beim Venturemax), was besonders ergonomisch sein soll.
Die Unterschiede sind noch besser erkennbar, wenn die Ritchey Gravel Lenker noch nicht montiert sind. Von oben betrachtet fällt vor allem die „Aero“-Form vom Oberlenker des Venturemax (vorn) auf.
Klar erkennbar: der große 36-Grad-Flare am Ritchey Gravel Lenker Beacon WCS (oben).
Beide Ritchey Gravel Lenker sind übrigens für den Einsatz elektronischer Schaltgruppen optimiert und besitzen kleine „Kanäle“ (die am Beacon allerdings deutlich dezenter ausfallen) für die Verlegung der Leitungen sowie Bohrungen an den Lenkerenden. Beide Gravel Lenker sind in den Breiten 400, 420, 440 und 460 mm erhältlich. Ich bin den Venturemax in 420 mm, den Beacon in 440 mm Breite gefahren.
Griffpositionen und Fahreindruck
Der Venturemax besitzt einen Aero-Querschnitt, während der Beacon einen runden Querschnitt mit durchgehend 31,8 mm Durchmesser hat. Vor allem der leichte Backsweep ist sehr angenehm und sorgt dafür, dass meine vom Mountainbiken etwas geschundenen Hände eine sehr komfortable Position einnehmen. Ein klares Plus im Vergleich zum Venturemax ist die spürbar breitere Griffläche.
Der Untergriff des Beacon ist total kompakt und die Kombination aus kurzen Drop und Reach macht ihn zu einer weiteren Alternative, die es möglich macht, einfach mal die Position zu verändern. Der Untergriff ist hier nicht die sportliche Angriffs-Position, sondern vielmehr eine weitere Alternative, die es möglich macht, einfach mal die Position zu verändern. Das ist vor allem auf langen Strecken richtig gut!
Eine weitere Funktion erfüllt der Untergriff des Beacon ganz hervorragend: Vorn gegriffen, mit Bremshebel am Zeigefinger, ergibt sich eine richtig gute „Trail-Position“, die mir vor allem auf technischen Abfahrten sehr viel Sicherheit gibt.
Tabelle: Technische Daten und Vergleich
| Merkmal | Ritchey Comp Lenkerband | Ritchey WCS Lenkerband | Ritchey VentureMax XL | Ritchey Venturemax WCS | Ritchey Beacon WCS |
|---|---|---|---|---|---|
| Material | Kork | Alcantara Leder, Gel | Aluminium | Aluminium / Carbon | Aluminium |
| Breite | - | - | 52 cm (Drops) | 400, 420, 440, 460 mm | 400, 420, 440, 460 mm |
| Gewicht (420 mm) | - | - | - | 275 g (Alu) / 228 g (Carbon) | ca. 306 g (440 mm) |
| Drop | - | - | - | - | 80 mm |
| Reach | - | - | - | - | 65 mm |
| Grip | Gut (trocken), Rutschig (nass) | Sehr gut | - | - | - |
| Komfort | Gering | Hoch (durch Gel) | Hoch (entspannte Armhaltung) | - | Hoch (Backsweep) |
| Montage | Einfach | Schwierig | - | - | - |
| Flare | - | - | 24 Grad | Wenig | 36 Grad |
| Besonderheiten | - | Zusatzstreifen für Shifter | Ergo Bio Bend | Aero-Oberlenker | Runder Querschnitt, Backsweep |
Fazit zum Ritchey Beacon WCS
Der Beacon ist eher für den gemütlichen Langstreckentyp. Wenn du gern ausdauernd im Sattel sitzt und zudem viel lieber auch mal jenseits von aalglattem Asphalt unterwegs bist, dann liegst du mit dem Beacon genau richtig. Viel Platz für Bikepacking-Zubehör zeichnet ihn ebenso aus, wie variable Griffpositionen, die allesamt eher komfortabel als sportlich sind.
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