Schon bald nach den ersten sicheren Lauferfolgen auf zwei Beinen werden erste Fahrzeuge für das Kleinkind interessant. Auf der neuen Stufe ihrer psycho- und sensomotorischen Entwicklung beginnen sie, ihr Gleichgewicht spielerisch zu trainieren. Vier- und dreirädrige Rutscher, das Laufrad und später auch der Roller können Sie dabei sehr gut unterstützen und ganz neue Bewegungserfahrungen ermöglichen.
Wenn Ihr Kind mobil wird und mit etwa 15-18 Lebensmonaten eine Phase erreicht, in der das Ausprobieren unterschiedlichster Bewegungsabläufe spürbar zunimmt, können Sie ihr Kind aktiv in der neuen Erfahrungswelt unterstützen. Geben Sie Ihrem Kind Möglichkeiten zu erkunden und zu experimentieren, und sich mit den faszinierenden Bewegungen beim Drehen, Rollen und Lenken auseinanderzusetzen. Rutscher und später Laufrad und Roller sind hier wahre Erfahrungsschätze.
Laufrad oder Roller: Was ist besser für die Entwicklung des Gleichgewichtssinns?
Beim Kinderarzt wurde uns geraten, dass wir den Gleichgewichtssinn unseres Sohnes mehr fördern sollten. Dabei helfen Kletterübungen oder Balanceübungen auf einem gespannten Seil oder einer gespannten Slackline im Garten. Die wenigsten haben einen eigenen Kletterparcours und Turnvereine haben aufgrund der Corona-Pandemie aktuell geschlossen.
Als ich erwähnte, dass wir ein Laufrad besitzen, klärte mich der Arzt darüber auf, dass es ein weit verbreiteter Irrglaube sei, Laufräder würden den Gleichgewichtssinn bei Kindern besonders fördern. Er erklärte weiter, dass Tretroller in Wirklichkeit viel effektiver sind, um den Gleichgewichtssinn von Kindern zu trainieren. Dies wird klar, wenn man bedenkt, dass Kinder auf dem Laufrad durch den Sattel unterstützt werden, was das Balancieren erleichtert. Beim Rollerfahren hingegen muss das Kind oft auf einem Bein stehen, was eine größere Herausforderung für Muskeln, Gelenke und das Gehirn darstellt.
Kurzum haben wir zusätzlich zum Laufrad einen Tretroller bestellt. Das war anfangs gar nicht so einfach, da mein Sohn mit seinem geliebten Laufrad sehr zufrieden ist und keinen zusätzlichen Roller haben wollte.
Die Meinung hat sich jedoch schlagartig geändert, als wir ihm einen Roller im „DieMaus“-Design gezeigt haben. Als riesiger Fan von der „Sendung mit der Maus“ musste nun genau dieser Roller für ihn bestellt werden. Der Roller verfügt über wartungsfreie Vollgummireifen, einen Klappständer, eine Kickbremse, eine Klingel und eine rutschfeste Stehfläche. Da der Roller von PUKY ist und wir schon einige Fahrzeuge von PUKY in unserem Fuhrpark haben, hatten wir bezüglich der Sicherheit und Qualität keinerlei Bedenken.
Als der Roller geliefert wurde, musste er natürlich direkt ausgepackt und getestet werden. Die Montage des Lenkers und ein kurzer obligatorischer Sicherheitscheck dauerten keine 5 Minuten, so dass unser Sohn sich direkt seinen Helm aufsetzen und losrollern konnte. Regelmäßiges Rollerfahren fördert Kinder nicht nur motorisch, sondern macht sie auch sensibel für ihre Umgebung. Beim Rollerfahren sind Konzentration und Aufmerksamkeit gefragt. Mit dem Roller können Kinder lernen, sich beim Fahren umzuschauen und Kurven zu meistern. Alle Sinne des Kindes werden gefordert.
Sicherheit und Altersempfehlungen
Eltern sind verständlicherweise oft ängstlich und fragen sich, wann sie ihr Kind mit einem fahrbaren Untersatz vertraut machen sollten. Kinder haben einen natürlich Bewegungsdrang. Je besser sie motorisch geübt sind, umso weniger Unfälle passieren. Von daher ist es ratsam, den Gleichgewichtssinn des Kindes recht früh zu schulen.
Sobald Dreirad und Bobbycar uninteressant geworden sind, kann ein Roller angeschafft werden. Wie bereits erläutert, eignet sich der Roller bestens für frühes Gleichgewichtstraining. Am Anfang ist es vollkommen normal, dass die Bewegungsabläufe noch unkoordiniert sind und das Kind leicht ins Kippeln gerät. Wenn das Kind das Gleichgewicht auf dem Roller nicht mehr zu halten vermag, kann es problemlos abspringen, ohne sich zu verletzen.
Manchmal kann es sinnvoll sein, ein Laufrad und einen Roller gleichzeitig anzuschaffen. Bei Letzterem sollte das Kind jedoch nicht jünger als drei Jahre sein. Für das Rollerfahren gibt es nach oben hin keine Altersgrenze. Rollerfahren macht vielen Kindern noch im Schulalter Spaß. Auch Erwachsene entdecken den Trend inzwischen für sich.
Wichtig ist allerdings, dass das Kind immer einen Helm trägt. Nach Roller und Laufrad ist das Fahrradfahren der nächste große Schritt. Wer sich für die Anschaffung eines Rollers entschieden hat, um die motorischen Fähigkeiten seines Kindes zu fördern, steht vor folgender Frage: Wie bringt man seinem Kind das Rollerfahren bei? Im Grunde genommen ist das gar nicht so schwierig. Man zeigt dem Kind lediglich, dass es sich mit einem Bein auf die Fläche stellen und die Griffe festhalten muss. Trotzdem sollte man dem Kind Sicherheit geben, indem man es bei seinen ersten Versuchen begleitet oder schützend festhält.
Rollerfahren folgt einem natürlichen Bewegungsablauf, von dem kleine Kinder bereits den größten Teil beherrschen. Schließlich können sie bereits aufrecht stehen. Nun gilt es nur noch zu lernen, die Beinbewegung zu koordinieren und das Gleichgewicht zu halten.
Kinder beginnen meist im Alter von 2 bis 3 Jahren mit dem Laufradfahren. Laufräder sind sehr sinnvoll für die frühe motorische Entwicklung von Kindern. Zweijährige können beginnen, mit einem Roller zu fahren, insbesondere mit Modellen, die für ihr Alter und ihre Größe konzipiert sind.
Rollerprojekt in der Kita Lernwerft
Auch zum Rollerfahren ist der Außenbereich prädestiniert - ein breiter Plattenweg führt in den hinteren Teil des Hofs. „Das Rollerfahren ist in Vergessenheit geraten“, sagt Sabine Neve, Leiterin der Kita Lernwerft. Vollkommen zu Unrecht, meint sie. „Geschicklichkeit, Gleichgewicht und Geschwindigkeit werden trainiert und im Gegensatz zum Laufrad kann das Kind die Schnelligkeit besser kontrollieren.“
Alle Roller der Kita verfügen über eine Hand und Fußbremse. Notfalls können die Kinder aber auch einfach absteigen und den Roller fallen lassen, ohne dass sie sich verletzen. Ein weiterer Voreil zum Laufrad: Die Erzieherinnen und Erzieher müssen das Fahrgerät nicht auf die Größe des Kindes einstellen.
Zwei Wochen im Juni 2019 durften die Kinder der Schiffgruppe und der Mondgruppe das täglich üben. Zusammen mit der Unfallasse Nord hatte die Kita das Rollerprojekt „Sicher rollern - besser radeln!“ durchgeführt. Die 3- bis 6Jährigen sind über den zehnmeterlangen Plattenweg gefahren, haben Bremsübungen gemacht, sind Slalom und über Kreise und Linien gerollt. Manche haben sich getraut, das Standbein zu ändern, verschiedene Untergründe auszuprobieren und über eine eigens gebaute Wippe zu fahren.
Egal, welches Niveau und welches Alter: Alle 44 Kinder haben Fortschritte gemacht. „Das Rollerfahren bietet eine Menge Steigerungsmöglichkeiten. Das macht den Kindern unheimlich viel Freude“, sagt Ole Ophey, der für das Rollerprojekt verantwortlich war.
Beim Rollerfahren haben die Mädchen und Jungen zudem ihre motorischen Fähigkeiten verbessert. „Sechs Kinder haben in den Sommerferien Radfahren gelernt, eines davon war anfangs beim Rollerfahren extrem unsicher“, erinnert sich Ole Ophey.
Ganz nebenbei erwerben die Kinder auch weitere Kompetenzen: Rücksicht zu nehmen, abzuwarten, bis der Parcours befahrbar ist, und zu akzeptieren, dass jemand schneller oder langsamer ist als man selbst. „Das ist gerade für unsere Vorschulkinder wichtig“, findet Ole Ophey. Für die Großen ist auch Verkehrserziehung ein Thema.
Dementsprechend positiv war auch das Feedback der Eltern. „Die Beteiligung der Polizistin, der Kinderärztin und der Unfallkasse untermauert den fachlichen Hintergrund des Projekts“, sagt Sabine Neve. „Das Rollerprojekt war ein großer Erfolg, der bis heute nachhallt“, resümiert Sabine Neve.
Laufrad vs. Dreirad: Eine Alternative zum Roller?
Mit dem Laufrad hat das Dreirad etwa ab den 2000er-Jahren einen starken Konkurrenten bekommen. Das heißt aber längst nicht, dass der beliebte Pedalflitzer keine Existenzberechtigung mehr hat - es heißt lediglich, dass Eltern jetzt mehr Auswahl bei den Möglichkeiten haben, Mobilität und Motorik ihres Kindes zu fördern.
Das Dreirad hat dem Laufrad gegenüber sogar einige Vorteile:
- Stauraum: Dreiräder sind häufig mit Körben ausgestattet, in denen dein Kind seine Schätze transportieren kann.
- Als Buggy nutzbar: Viele Dreiräder haben Schiebestangen, die sich leicht an- und abmontieren lassen.
- Früher einsetzbar: Dreiräder werden von den Herstellern teils bereits ab einem Alter von neun Monaten empfohlen - Laufräder meist ab zwei Jahren.
- Sicherheit: Mit dem Dreirad erreichen Kleinkinder nicht dieselben Geschwindigkeiten wie auf dem Laufrad und Stürze sind darauf auch deutlich unwahrscheinlicher.
Es gibt aber natürlich auch gute Gründe dafür, dass das Laufrad in den vergangenen Jahren die Gehwege und Spielplätze erobert hat. Denn verglichen mit dem Dreirad hat es einige Vorteile:
- Gleichgewichtstraining: Auf nur zwei Rädern muss man sich stärker ausbalancieren als auf drei - darum trainieren Kinder mit dem Laufrad ihren Gleichgewichtssinn auch besser als mit dem Dreirad.
- Leichtere Fortbewegung: Auf einem Dreirad in die Pedale zu treten, kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein - viele Kinder halten es darum nicht so lange durch wie das Laufradfahren. Die meisten Kinder sind auf dem Laufrad auch deutlich schneller.
- Platzsparend: Ein Laufrad ist schmaler als ein Dreirad und lässt sich darum einfacher verstauen oder auch auf dem Buggy transportieren.
Kinder müssen nicht zwangsläufig sowohl Dreirad als auch Laufrad besitzen. Ein Argument spricht allerdings dagegen, auf das Laufrad zu verzichten und das ist die Vorbereitung auf das Fahrradfahren. Expert:innen wie beispielsweise vom ADAC raten dazu, Kinder als Vorstufe zum Fahrradfahren Laufrad fahren zu lassen. Der Grund: Beim Fahrradfahren machen wir ununterbrochen Ausgleichsbewegungen, um die Balance zu halten. Dieses ständige Gleichgewichthalten üben Kinder beim Laufradfahren; beim Dreiradfahren ist es, ähnlich wie beim Fahrradfahren mit Stützrädern, nicht notwendig.
Fazit
Die Wahl zwischen Roller und Laufrad hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Kindes ab. Beide Fahrzeuge fördern die motorische Entwicklung und den Gleichgewichtssinn auf unterschiedliche Weise. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile beider Optionen abzuwägen und das Kind in die Entscheidung einzubeziehen.
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