Kinderfahrradsitze im Test: Sicherheit und Komfort für kleine Radfahrer

Dieses Testergebnis macht Lust aufs Radfahren mit Kind: Etliche der 14 Kinderfahrradsitze im aktuellen Test der Stiftung Warentest sind empfehlenswert, gravierende Sicherheits- oder Schadstoffprobleme fanden wir nicht. Geprüft wurden Heck- und Frontsitze, insgesamt acht davon sind gut - sicher, robust und ordentlich zu fahren. Probleme gab es im Test jedoch damit, die Kindersitze an verschiedene Fahrräder zu montieren. Fahrradrahmen sind mittlerweile so unterschiedlich gebaut, dass die Standard-Adapter nicht immer passen.

Das Risiko eines Fehlkaufs bei Fahrradkindersitzen ist hoch - denn sie passen längst nicht an jedes Fahrrad.

Die Vielfalt der Kinderfahrradsitze

Geprüft wurden im Fahrradkindersitz-Test sowohl Front- als auch Hecksitze. Frontsitze eignen sich für Kinder mit einem Gewicht bis 15 Kilogramm und einer Größe bis zu 93 Zentimeter. Sie werden am Steuerrohr oder Lenkerschaft montiert.

Mit so einem Fahrradsitz haben Eltern ihr Kind immer im Blick und können sich problemlos unterhalten. Allerdings schränken die Sitze mitunter die Lenk- und Bewegungsfreiheit des Fahrers ein. Für schwerere Kinder mit einem Gewicht bis 22 Kilogramm und einer Größe bis 110 Zentimeter eignen sich Hecksitze.

Hier sitzen die Kinder windgeschützter als vorn, verlieren jedoch den freien Blick in Fahrtrichtung. Fahrradsitze zur Montage auf dem Gepäckträger passen auf recht viele Fahrräder, brauchen aber einen robusten Gepäckträger - drei Modelle im Test sind gut.

Hecksitze zur Rahmenmontage werden am Sattelrohr montiert und federn an langen Befestigungsbügeln freischwebend über dem Gepäckträger. Fahrräder werden heute in unterschiedlichsten Formen und Größen gebaut.

Einige Rahmen sind rund, andere oval. Mal sind sie dick, mal dünn, mal aus Stahl gefertigt, mal aus Aluminium oder Carbon. Außerdem zeigen wir im Detail für jeden Kinderfahrradsitz im Test, unter welchen Voraussetzungen er sich an welches Rad montieren lässt.

Worauf achten beim Kauf?

Eltern entscheiden sich für den Sitz, wenn sie ihr Kind möglichst unkomompliziert auf dem Fahrrad transportieren möchten. Auf der täglichen Fahrt in die Kita muss ein guter Kinderfahrradsitz deshalb vor allem leicht zu handhaben sein.

Er sollte:
  • sich schnell an- und abbauen lassen
  • ein pflegeleichtes Sitzpolster haben
  • über leicht verstellbare Gurte und Fußrasten verfügen

Bei einem längeren Familienausflug auf dem Rad ist ein neigbarer Kinderfahrradsitz mit Liegeposition von Vorteil. Selbstverständlich sollte jeder Kinderfahrradsitz im Test in den Kategorien Sicherheit und Schadstoffe bestehen und optimal zum Fahrrad oder E-Bike passen.

Ob ein Kindersitz für vorne oder hinten, bis 15, 22 oder 35 Kilogramm Körpergewicht - wir haben alle Kinderfahrradsitze in unserem Vergleich auf die entscheidenden Auswahlkriterien gecheckt. Ab wann sich ein Kinderfahrradsitz für euer Kind eignet und was bei der Montage zu beachten ist, lest ihr in unserem FAQ-Bereich.

Tipp: Egal, für welchen Sitz Sie sich entscheiden - der Helm ist ein Muss. Im Test von Kinderfahrradhelmen empfehlen wir fünf gute Modelle.

Testkriterien und Ergebnisse

Hinter unseren Testergebnissen stehen zahlreiche Praxis- und Laborprüfungen. Probanden untersuchten für uns beispielsweise, wie gut sich die Sitze im Alltag fahren lassen und wie einfach sie in der Handhabung sind.

Außerdem untersuchte die Stiftung Warentest die Verarbeitung und Qualität der Sitze, zum Beispiel die Haltbarkeit der Materialien. Das ist bei Fahrradkindersitzen oft auch eine Frage der Sicherheit.

So prüften wir beispielsweise die Gurte und den Verschluss und suchten nach gemeinen Klemmstellen. Tipp: Lesen Sie auch, wie Sie mit Kinderfahrradsitz sicher im Straßenverkehr unterwegs sind.

Die beliebtesten Kindersitze im direkten Vergleich

Hier ist ein Überblick über einige der beliebtesten Kindersitze, verglichen nach wichtigen Kriterien:

Produkt Montage Maximales Gewicht Besonderheiten
Polisport Bilby RS Rahmenbefestigung 22 kg Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, für E-Bikes geeignet
Thule Yepp Nexxt Mini Vorne 15 kg Testsieger vorne, Diebstahlschutz
Prophete Wallaroo Hinten 22 kg ÖKO-TEST-Sieger, Preis-Leistungs-Verhältnis
Thule Baby RideAlong Hinten 22 kg Liegefunktion, Diebstahlschutz
Hamax Caress Hinten 22 kg Testsieger hinten, für E-Bikes geeignet

Detaillierte Betrachtung ausgewählter Modelle

Polisport Bilby RS Fahrradkindersitz

Der Polisport Bilby RS Kinderfahrradsitz ist ausdrücklich auch für E-Bikes geeignet. Im Vergleich zum Bilby Maxi FF Kindersitz bietet dieser sogar noch den Vorteil einer Ruheposition - der Sitz lässt sich um 20 Grad neigen.

Wie alle Rücksitze in unserem Vergleich ist auch der Polisport Bilby RS Fahrradsitz bis zu einem Körpergewicht von 22 kg belastbar. Damit er von der Körpergröße gut passt, können Rückenlehne und Fußrasten passend verstellt werden.

Sicherheitsschnallen und ein Speichenschutz im Fußbereich erhöhen die Sicherheit. Reflektierende Elemente machen den Sitz im Dunkeln gut sichtbar und die Sitzschale ist so geformt, dass Kinder sich auch mit Fahrradhelm bequem anlehnen können.

Eltern sind begeistert von dem robusten, hochwertigen Britax Römer Kindersitz mit den vielen Verstellmöglichkeiten, und auch die Neuerungen, die der Hersteller vorgenommen hat, kommen gut an.

Thule Yepp Nexxt Mini

Im Test von Stiftung Warentest war der Qualitätssitz mit einem Testurteil von 2,1 Testsieger. Besonders gut schnitt er dabei in der Kategorie Haltbarkeit ab, aber auch die Kategorien Handhabung, Schadstoffe, Sicherheit und Fahrverhalten wurden gut bewertet.

Tatsächlich stellte das Verbrauchermagazin sogar fest, dass Frontsitze wie der Thule Yepp Nexxt Mini für die kleinsten Mitfahrer (bis 15 kg) gegenüber Hecksitzen die bessere Wahl seien. Mit einem Lenker-Sitz habt ihr euer Kleines immer im Blick und könnt die ersten gemeinsamen Fahrten besser genießen, auch weil euer Kind uneingeschränkte Sicht hat.

Zudem beeinträchtigt der Frontsitz die Fahrstabilität nicht und ist im Alltag leichter zu handhaben. Das liegt zum einen an dem leichten und kompakten Design des Thule Yepp Nexxt Mini. Zum anderen an seinem durchdachten Sicherheitsgurt mit Magnetverschluss und der Möglichkeit, den Sitz innerhalb von Sekunden in die Halterung zu klicken und per Schlüssel wieder zu entnehmen.

Prophete Wallaroo Kinderfahrradsitz

Der Prophete Wallaroo Kinderfahrradsitz ähnelt vom Design her dem Bilby Fahrradsitz von Polisport und hat mit diesem gemeinsam, dass er im letzten Kinderfahrradsitz-Test von ÖKO-TEST (2015) ebenfalls als Testsieger hervorging.

Bei beiden Sitzen könnt ihr damit sicher sein, dass sie keine Schadstoffe enthalten. Dazu schnitt der Prophete Wallaroo sogar noch besser in den Kategorien Sicherheit und Praxisprüfung ab, wurde also als ergonomischer und leichter zu handhaben eingestuft.

Auch wenn der Prophete Wallaroo kein mitwachsender Kinderfahrradsitz ist, wurde er im Test von ÖKO-TEST auf Ergonomie geprüft und für gut befunden. Dabei wurden die Winkelverhältnisse des Sitzes genauso untersucht wie die Höhe der Rückenlehne, die in etwa der Augenhöhe des Kindes entsprechen sollte.

Britax Römer Jockey Comfort 3

Um diesen zu öffnen, muss zunächst ein kleiner Schieber nach rechts geschoben werden, was es den Kleinen viel schwerer macht. Darüber hinaus glänzt das neue Modell mit den altbekannten Komforteigenschaften, wie der Liegefunktion und der 9-fachen Höhenverstellung des Rücksitzes.

Sicherheitsaspekte

Vorab: Sicherheit geht vor! Noch vor allen anderen Eigenschaften, die ein guter Fahrradsitz für Kinder erfüllen muss, ist Sicherheit das Wichtigste. Bei der Auswahl einer passenden Mitnahmemöglichkeit der Kids gilt es einige Punkte zu beachten.

Grundsätzlich können Kinder ab 9 Monaten in einem Kinderfahrradsitz befördert werden. Die Kinder müssen dabei selbstständig sitzen können. Kindersitze fürs Fahrrad sind maximal bis 22 kg Körpergewicht zugelassen.

Beim Kauf sollte deshalb unbedingt auf die verschiedenen Systeme geachtet werden:
  • Sitzkomfort
  • Anpassbarkeit
  • Sonderausstattung
  • Diebstahlsicherheit

Die Stiftung Warentest sorgte mit einem 2018 durchgeführten Test nämlich für einen großen Aufschrei in der Fahrradbranche. Mit Mangelhaft fiel der Kindersitz sang- und klanglos durch.

Das Problem war der Verschluss: Dem vierjährigen Kolja ist es im Test gelungen, den Verschluss selbstständig zu öffnen. Auch die Norm fordert deutlich mehr Kraft dafür.

Montage und Handhabung

Auch die Montageposition spielt bei der Auswahl eine wesentliche Rolle. Hierbei kommt es nämlich hauptsächlich auf die Gegebenheiten am Rad an.

Bei einigen E-Bike Modellen wie beispielsweise dem Kalkhoff Image ist eine Montage am Sattelrohr wegen der speziellen Geometrie nicht möglich. Die Stiftung Warentest führte bereits 2018 einen groß angelegten Test für verschiedene Kindersitze durch.

Beim Yepp Maxi liegt der Schwerpunkt zu großen Teilen im Design. Beide Sitze sorgen dank dem integrierten Reflektor und der Aufnahme einer Rückleuchte für eine verbesserte Sichtbarkeit. Für die Sicherheit sorgt beim Ride Along ein verstellbarer 3-Punkt-Sicherheitsgurt.

Zusätzliche Tipps für die sichere Beförderung von Kindern auf dem Fahrrad

Das A & O ist dabei natürlich die ordnungsgemäße Montage des Sitzes am Fahrrad. Nur so kann die sichere Mitnahme der Kids, auch seitens der Hersteller, gewährleistet werden.

Achte deshalb darauf, dass:
  • alle Schrauben korrekt angezogen sind
  • der Kinderfahrradsitz der Anleitung entsprechend montiert ist
  • die Alters- und Gewichtsbeschränkungen der Hersteller eingehalten werden

Zur sicheren Beförderung des Kindes auf dem Fahrrad gehört selbstverständlich auch ein passender Fahrradhelm. Hierbei kommt es vor allem auf die richtige Passform in Verbindung mit dem Kopf des Kindes an.

Der Helm muss bei geöffnetem Kinnriemen und angepasstem Stellrad fest auf dem Kopf sitzen. Bei Bewegung nach oben und zur Seite darf der Helm nicht rutschen. Versuche deshalb den Verkehr zu beobachten und zu lesen, um gefährliche Situationen im Voraus erkennen zu können. So bist du immer in der Lage, frühzeitig zu reagieren.

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