Das Motorradfahren ist nicht nur ein Transportmittel, sondern auch ein Ausdruck von Freiheit und Individualität. Viele Fahrer individualisieren ihre Motorräder, und eine lebendige Tuning-Szene hat sich entwickelt. Doch was ist in Sachen Beleuchtung erlaubt und welche Vorschriften sind zu beachten?
Grundlegende Beleuchtungsvorschriften für Motorräder
Grundsätzlich muss ein Motorrad mit weißem Licht nach vorn, rotem Licht nach hinten und gelbem Licht zur Seite beleuchtet werden.
Wichtige Leuchten am Motorrad
- Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht
- Schlussleuchten
- Bremsleuchten
- Rückstrahler
- Seitliche Rückstrahler (bei neueren Modellen)
Rückstrahler: Anzahl, Anbauhöhe und Form
Krafträder ohne Beiwagen brauchen nur mit einem Rückstrahler ausgerüstet zu sein, dürfen also auch zwei haben. Nach § 53 StVZO muss jedes Kraftrad über einen roten Rückstrahler verfügen. Mit Beiwagen müssen es zwei sein. Es dürfen nur nicht dreieckige Rückstrahler verwendet werden.
Der äußerste Punkt der leuchtenden Fläche der Rückstrahler darf nicht mehr als 400 mm vom äußersten Punkt des Fahrzeugumrisses und ihr höchster Punkt der leuchtenden Fläche nicht mehr als 900 mm von der Fahrbahn entfernt sein.
Während eine Mindesthöhe nach deutschem Recht nicht vorgegeben ist, beträgt sie für EU-zugelassene Bikes 250 mm. Die Unterkante muss min. 250 mm über der Straße liegen, die Oberkante max. 900 mm darüber.
Wichtig: Das reflektierende Kennzeichen gilt nicht als Rückstrahler.
Bei Neuzulassung von EURO 4 Motorrädern sind an der Seite gelbe Rückstrahler vorgeschrieben. Zulässig ist dabei die Anbringung eines einzelnen oder eines Paares. Die dreieckige Form ist allerdings nicht erlaubt.
Prüfzeichen und Zulässigkeit
Es dürfen am Motorrad nur Leuchtmittel verwendet werden, die ein ECE-Prüfzeichen oder ein EG-Prüfzeichen besitzen und daher für den Straßenverkehr zugelassen sind. Ist eines der beiden Prüfsiegel auf der Motorradbeleuchtung aufgebracht, werden keine ABE und kein Teilegutachten benötigt.
Werden nicht zugelassene Bauteile montiert, kann unter Umständen die Betriebserlaubnis erlöschen, außerdem gibt es häufig Probleme mit der Versicherung, wenn es zu einem Unfall kam.
Konsequenzen bei Verstößen
Werden die Vorschriften für die Motorradbeleuchtung nicht eingehalten, kann dies Punkte und Bußgelder zur Folge haben.
Ansonsten gilt auch hier wieder: Das festzusetzende Verwarngeld mag mit 15,00 Euro für einen Verstoß niedrig angesetzt sein. Meint der kontrollierende Beamte aber, dass durch eine Zuwiderhandlung gegen Vorschriften über lichttechnische Einrichtungen eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist, wird er gegebenenfalls das Erlöschen der Betriebserlaubnis bescheinigen. Im zivilrechtlichen Bereich kann ein sicherheitsrelevanter Verstoß bei einem Unfall u. a. zu einem Mitverschuldensvorwurf führen.
Weitere wichtige Aspekte
- Einzelne Leuchten oder Rückstrahler sind so anzubringen, dass ihr Bezugspunkt in der Längsmittelebene des Fahrzeugs liegt.
- Leuchten ein und desselben Leuchtenpaares müssen dieselbe Funktion haben, symmetrisch zur Längsmittelebene des Fahrzeugs angebracht sein und auch in Bezug auf die Fahrzeuglängsmittelebene zueinander symmetrisch sein.
- Das Rücklicht ist mit einem »R« versehen, auf einem Bremslicht ein »S« angegeben und auf einem Rückstrahler die Buchstaben »IA«.
Tabelle: Zusammenfassung der Rückstrahler-Vorschriften
| Merkmal | Vorschrift |
|---|---|
| Anzahl | Mindestens einer (rot) |
| Form | Nicht dreieckig |
| Farbe | Rot (hinten), Gelb (seitlich bei EURO 4 Modellen) |
| Mindesthöhe Unterkante | 250 mm über der Fahrbahn |
| Maximale Höhe Oberkante | 900 mm über der Fahrbahn |
| Position | Max. 400 mm vom äußersten Punkt des Fahrzeugumrisses |
Schlussfolgerung
Es ist wichtig, die Vorschriften für Rückstrahler und andere Beleuchtungseinrichtungen am Motorrad zu kennen und einzuhalten, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
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