Während Laufbänder und Trainingsbikes schon lange zur Einrichtung eines jeden Fitnessstudios gehören, zieht das zuvor übersehene Rudergerät zunehmend die Aufmerksamkeit der Fitnessbranche auf sich. Warum Rudern so sehr an Popularität gewinnt? Die Antwort hierauf ist einfach: Im Hinblick auf die maximale aerobe Kapazität - das Maß der Effizienz der Sauerstoffaufnahme der arbeitenden Muskeln - können sich Spitzenruderer rühmen, die besten jemals registrierten Werte aufzuweisen.
Rudern vs. Rudern oder Fahrrad fahren? Beide zählen zu den beliebtesten gelenkschonenden Trainingsmethoden und bieten zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Ob es um Kalorienverbrennung, muskelbeanspruchte Bereiche oder die Verbesserung der kardiovaskulären Fitness geht - beide Aktivitäten haben ihre Stärken.
Muskelbeanspruchung und Trainingseffekte
Rudern ist ein effektives Ganzkörpertraining, das etwa 85 % der Muskulatur aktiviert. Ein Ruderschlag beginnt beim Einsatz mit einer explosiven Bewegung der Beine, bei der Quadrizeps, Waden und Gesäßmuskeln beansprucht werden, um die Knie und Hüften zu strecken. Der Einsatz des gesamten Körpers beim Rudern stellt hohe Ansprüche an das aerobe und anaerobe System des Körpers.
Fahrradfahren konzentriert sich vor allem auf den Unterkörper, einschließlich der Gesäßmuskulatur, Quads, Hamstrings und Waden. Auch auf dem Rad trainierst du den Oberkörper, du ziehst ständig am Lenker. Beim Radfahren im Freien wird der gesamte Körper beansprucht, ihr müsst das Gleichgewicht halten und Geländeveränderungen mithilfe der Körpermitte und des Oberkörpers sowie den Beinen bewältigen.
Der britische Ruderer und dreimalige Olympiasieger Pete Reed verfügt mit erstaunlichen 11,68 Litern über die größte jemals gemessene Lungenkapazität. Ein weiteres Beispiel der positiven Trainingseffekte beim Rudern bietet der fünfmalige Olympiasieger Sir Steve Redgrave: Er hat seine Herzeffizienz so stark verbessert, dass er eine Ruheherzfrequenz von 36 Schlägen pro Minute aufweisen konnte. Durchschnittlich beträgt die Ruheherzfrequenz bei Männern zwischen 60 und 70 Schlägen pro Minute.
Laut Dr. Nichol hat kürzlich ein Experiment durchgeführt, um die Ergebnisse des Laufens auf einem Laufband mit denen des Ruderns auf einem Rudergerät zu vergleichen. Sportler mit vergleichbaren Fitnessniveaus sollten dabei jede Übung 20 Minuten lang durchführen. Dr. Nichol konnte so mithilfe von auf den Körpern der Sportler angebrachten Elektroden die Muskelaktivierung messen, also „wie hart und schnell die Muskeln arbeiten“.
Kalorienverbrauch und Gewichtsabnahme
Wie wir bereits erfahren haben, verbrennt man beim Rudern mit höherer Intensität mehr Kalorien pro Stunden als beim Radfahren auf dem Heimtrainer. Deshalb könnte man annehmen, dass dies auch das bessere Training ist, um ein Kaloriendefizit zu erzielen. Vieles hängt von der Länge eurer Trainingseinheit ab. Beide Aktivitäten können euch dabei helfen, Gewicht zu reduzieren, aber es hängt auch immer von der Länge der Trainingseinheit ab.
Der Kalorienverbrauch beim Spinning und Rudern hängt stark von der Intensität der Trainingseinheit ab. Bei beiden könnt ihr variieren, indem ihr den Widerstand erhöht. Aber die Anzahl der Kalorien, die ihr verbrennt, ist recht unterschiedlich. Wenn es um die Reduktion von Gewicht geht, solltest ihr immer euren gesamten Lebensstil betrachten. Essgewohnheiten haben den größten Einfluss, aber auch die Schlafqualität und die Menge der Tätigkeiten, die ihr im Sitzen verbringt, spielt eine Rolle.
Tabelle: Vergleich von Rudern und Radfahren
| Aspekt | Rudern | Radfahren |
|---|---|---|
| Muskelbeanspruchung | Ganzkörper (ca. 85%) | Hauptsächlich Unterkörper |
| Kalorienverbrauch | Höher bei gleicher Intensität | Variabel je nach Intensität |
| Gelenkschonend | Ja | Ja |
| Technik | Anspruchsvoll, muss erlernt werden | Einfacher zu erlernen |
Vor- und Nachteile im Detail
Rudern
Vorteile:
- Ganzkörpertraining
- Hoher Kalorienverbrauch
- Gelenkschonend
- Zeiteffizient
Nachteile:
- Anspruchsvolle Technik
- Höheres Verletzungsrisiko bei falscher Ausführung
- Monotonie
- Relativ hohe Kosten für Ausrüstung und Vereinsbeiträge
- Benötigt mehr Platz für das Gerät
Radfahren
Vorteile:
- Gelenkschonend
- Einfach zu erlernen
- Geringeres Verletzungsrisiko
- Leise Fitnessgeräte
- Outdoor-Flexibilität (beim Radfahren im Freien)
Nachteile:
- Konzentriert sich hauptsächlich auf den Unterkörper
- Weniger Kalorienverbrauch bei gleicher Intensität
Wichtige Aspekte für Anfänger
Das Rudern zeichnet sich durch einen komplexen Bewegungsablauf aus, der - im Gegensatz zu anderen Ausdauersportarten wie dem Joggen oder dem Radfahren - speziell erlernt werden muss. Schon das Ruderergometer ist hinsichtlich der koordinativen Anforderungen wesentlich an-spruchsvoller als andere Ausdauergeräte. Sportanfängern ist daher zu empfehlen, zunächst an anderen Geräten im Cardiobereich zu trainieren, wie dem Stepper, dem Laufband oder dem Fahrradergometer.
Es ist einige Übung nötig, um sich ein ausreichendes Maß an Körperbeherrschung zu erarbeiten, dass es einem ermöglicht, in dem schmalen Boot das Gleichgewicht zu halten und gleichzeitig koordinierte Ruderbewegungen auszuführen. Daher sollten Anfänger zunächst nur gemeinsam mit erfahrenen Ruderern trainieren. Wird die exakte Ausführung der richtigen Bewegungsabläufe vernachlässigt, kann es zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden kommen. Besonders der extrem beanspruchte Rücken ist dabei zu beachten. Entscheidend ist, dass der Rücken auch in der Bewegung immer gerade gehalten wird. Eine Krümmung des Rückens ist unbedingt zu vermeiden, da andernfalls Rü-ckenbeschwerden auftreten können.
In vielerlei Hinsicht ist Rudern eine Ausdauersportart, die ein beson-ders hohes Maß an Geduld verlangt. Gerade für Anfänger stellt diese Tugend vielleicht das wichtigste Kriterium dar, um den Sport erfolgreich betreiben zu können. Da die koordinativen Herausforderungen nicht ohne Übung gemeistert werden können, entsteht am Anfang schnell der Eindruck der eigenen Ungeschicklichkeit, von dem man sich keinesfalls entmutigen lassen sollte. Zudem ist es aufgrund der schnellen Ermüdung der Ober- und Unterarmmuskulatur bei Anfängern häufig nötig, das Training bereits sehr frühzeitig wieder abzubrechen. In den ersten Wochen ist es relativ normal, dass die Trainingseinheiten nur 10 bis 15 Minuten dauern. Erst nach der Gewöhnung an die Bewegungsabläufe kann das Pensum kontinuierlich auf 30 bis 40 Minuten gesteigert werden.
Sicherheitsaspekte beim Rudern
Die Unfallgefahr beim Rudern ist zwar relativ gering, kann aber fatale Folgen haben. Gefahr besteht vor allem in der Kaltwassersaison, die in Mitteleuropa etwa neun Mo-nate dauert, weshalb besonders in den Sommermonaten das Rudern im Freien zu empfehlen ist. Auch Flüsse mit starker Strömung und Seen im Zusammenspiel mit extremen Wetterbe-dingungen können Gefahrenquellen sein. Zudem kann es zu Unfällen und Kollisionen kom-men, wenn Gewässer befahren werden, die auch für den Schiffsverkehr genutzt werden. Durch einige Sicherheitsmaßnahmen lassen sich die Risiken beim Rudern aber minimieren.
Monotonie und Abwechslung
Sobald die Anfängerphase, in der die richtige Bewegungskoordination eine große Herausforderung darstellt, überwunden wurde, ist der Rudersport relativ monoton. Daher kann leicht Langeweile aufkommen. Abwechslung, allein schon in visueller Hinsicht, bietet natürlich besonders das Rudern auf dem Wasser.
Fazit
Rudern und Fahrrad fahren sind beide effektive, gelenkschonende Varianten im Ausdauertraining im Gegensatz zum Laufband. Während Rudern den ganzen Körper beansprucht, konzentriert sich Fahrrad fahren eher auf den Unterkörper. Warum nicht beides kombinieren?
Die gute Nachricht ist, dass Sie kein Olympiasportler sein oder eine Menge Zeit aufwenden müssen, um von den enormen Fitnessvorzügen des Ruderns zu profitieren. Da der gesamte Körper so stark zum Einsatz kommt, kann Rudern eine sehr zeiteffiziente Art der Verbesserung der persönlichen Fitness sein. Ein weiterer Vorteil liegt im geringen Verletzungsrisiko für Körper und Gelenke im Vergleich zum Laufen und dem unvermeidbaren festen Aufprall auf dem Boden. Für diejenigen, die Probleme mit schwachen oder verletzten Gelenken haben, kann Rudern eine gute Alternative sein. Finden Sie einen passenden Rhythmus. Lange, starke Ruderschläge sind besser als kurze, schnelle.
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