Das Ruhrgebiet ist ein außergewöhnliches Ziel für einen Radurlaub in Deutschland. Ein dichtes Radwegenetz von über 1.200 Kilometern dient als Grundgerüst für das radrevier.ruhr, das vom ADFC als erste urbane RadReiseRegion Deutschlands zertifiziert wurde! Hier radelt man fernab des Straßenverkehrs auf stillgelegten Bahntrassen, entlang landschaftlich schöner Kanaluferwege, beeindruckender Industriedenkmäler und Halden.
Unter dieser Dachmarke positionieren die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) und der Regionalverband Ruhr (RVR) das Ruhrgebiet mit seinen 1.200 Kilometern Radwegen als eine der führenden Radreiseregionen in Deutschland. Das radrevier.ruhr und der RuhrtalRadweg sind Aushängeschilder für den Tourismus in der Region: Die Radreiseregion und der Fernradweg sind erneut unter den Top fünf der ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2019.
Der "Von Ruhr zur Ruhr"-Radweg
Das Besondere am Radweg „Von Ruhr zur Ruhr“ ist, dass er auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse verläuft und die hügelige Landschaft der Freizeitregion Ennepe-Ruhr so auch für weniger geübte Radfahrer erlebbar macht. Der „Von Ruhr zur Ruhr“-Radweg ist durchgehend beschildert. Das Logo des Radwegs ist an den Schildern gut sichtbar angebracht. Daneben findet man regelmäßig eingekreiste Zahlen. Diese geben die Richtung zu den Standorten der sogenannten Knotenpunkte an. Über 250 solcher Knotenpunkte wurden auf einer Strecke von 1.200 Kilometern im Radrevier Ruhr installiert.
Hier sind einige Details zum "Von Ruhr zur Ruhr"-Radweg:
- Länge der gesamten Strecke: ca. 58 km
- Höchster Punkt: bei Schee (250 m)
- Tiefster Punkt: an der Ruhr bei Hattingen (70 m)
- Schwierigkeit: mittelschwer
Man kann die Rundtour grundsätzlich von jedem Ort des Radwegs starten. Start- und Zielpunkte des „Von Ruhr zur Ruhr“-Radwegs sind sowohl der Parkplatz unterhalb der Isenburg in Hattingen als auch die Ortsmitte von Wetter-Wengern.
Sehenswürdigkeiten entlang des Weges
Wir verlängern jedoch die Rundtour und starten bereits in Herdecke, die auch als „Stadt zwischen den Ruhrseen“ bezeichnet wird. Dieser imposante 30 Meter hohe Viadukt der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft überspannt mit 12 Bögen die Ruhr am Beginn des Harkortsees. Bei seiner Einweihung 1879 galt der 313 Meter lange Viadukt als technische Meisterleistung seiner Zeit und wurde als Teilstück der damaligen Eisenbahnverbindung „Rheinische Strecke“ genutzt.
Im Muttental, im Wittener Stadtteil Bommern, treffen wir auf die erste große Sehenswürdigkeit des Radwegs: Die Zeche Nachtigall gilt als die Wiege des Ruhrbergbaus. Bereits ab 1645 wurde in dem Steinkohlebergwerk das „schwarze Gold“ abgebaut. Hier begann die Zeit des Ruhrgebietes als Kohlenkeller Europas. Heute ist die Zeche stillgelegt und auf dem Gelände befindet sich ein LWL-Industriemuseum, in dem man die Geschichte des Standorts und des Ruhrbergbaus nachvollziehen kann.
Nur wenig weiter treffen wir auf die Burgruine Hardenstein im gleichnamigen Naturschutzgebiet Hardenstein. Diese Wasserburg wurde zwischen 1345 und 1354 erbaut und lag bis zur Fertigstellung der Ruhrtalbahn (heute Museumsbahn) im 19. Jahrhundert direkt an der Ruhr.
Die RuhrtalFähre Hardenstein fährt von März bis Oktober zwischen der Burgruine und der Schleuse Herbede. Sie bringt uns über die Ruhr an die andere Uferseite. Eigentlich sollte an dieser Stelle eine Brücke gebaut werden. Da aber auch Schiffe auf der Ruhr fahren, wäre die Brücke zu riesig geworden und hätte nicht so recht ins Landschaftsbild gepasst. So entschied man sich für eine Fähre und knüpfte damit man an alte Traditionen an: Schon um 1883 gab es an dieser Stelle eine Ruderbootverbindung. Seit 2006 bringt die Fähre nun bis zu 50 Radler und Wanderer gleichzeitig ans andere Ufer.
Es dauert nicht lange, da kommen wir nach der Überfahrt mit der Fähre zum Kemnader See, dem jüngsten der sechs Ruhrstauseen. Rund um den See entstand das „Freizeitzentrum Kemnade“ - ein Naherholungsgebiet und beliebtes Ausflugsziel. Wer will kann Biken, Surfen, Segeln, Skaten oder Tretbootfahren. Es gibt große Liegeflächen, Eisstände, Grillhütten, Spielplätze und vieles mehr. Besonders toll finden wir hier die getrennten Wege für Fußgänger, Radfahrer und Skater.
Wir fahren weiter nach Hattingen und überqueren die markante Ruhrbrücke mit dem blauen Geländer, die die Hauptverbindung zur Innenstadt von Hattingen ist. Wer die Radwegschleife von Ruhr zur Ruhr in Hattingen beginnen möchte, findet zum Beispiel an der Henrichshütte einen guten Parkplatz. In dem ehemaligen Hüttenwerk entstanden früher Schienen und Radsätze für die Eisenbahn, große Schmiede- und Gussstücke, Turbinenwellen und sogar Teile für die Weltraumindustrie. Heute wird es als LWL-Industriemuseum genutzt. Hier hat man die Gelegenheit, den ältesten Hochofen im Ruhrgebiet zu besichtigen. Vor der Heinrichshütte sind die „Menschen aus Eisen“ des polnischen Bildhauers Zbigniew Frączkiewicz zu sehen. Auch ein Besuch der historischen Altstadt von Hattingen lohnt sich. 150 Fachwerkhäuser in den kleinen Gassen erzählen Geschichten aus der Vergangenheit. Zum Wahrzeichen der Stadt zählt das „Bügeleisenhaus“, das den Namen durch seine markante Form bekam.
Von Hattingen fahren wir weiter Richtung Schee und bleiben dabei noch ein Stück auf dem Ruhrtalradweg, der sich hier mit dem „Von Ruhr zur Ruhr“-Radweg deckt. Bei dem Gebäude des DLRG-Vereins Hattingen Süd am Knotenpunkt 26 verlassen wir den Ruhrtalradweg und biegen links auf den straßenbegleitenden Radweg entlang der Isenbergstraße ab und fahren vorbei an der Rückseite des DLRG-Gebäudes bis zur großen Kreuzung. Hier überqueren wir an der Ampel die Nierenhofer Straße. Der Scheetunnel ist ein 722 Meter langer, zweiröhriger Eisenbahntunnel, dessen Weströhre heute als Fuß- und Radweg genutzt wird.
Wir fahren wieder zurück zur Gabelung am Knotenpunkt 7, um unsere Rundroute von Ruhr zur Ruhr fortzusetzen. Der Radweg überquert in luftiger Höhe die A43 und wir kommen nach Haßlinghausen. Es folgt eine wunderschöne Landschaft auf der Fahrt nach Rennebaum und Silschede. Diese Aussicht muss man genießen.
Welch ein Gegensatz erwartet uns in Silschede: Hier endet der wunderschöne Bahntrassenradweg und wir müssen links abbiegen, um auf der Esborner Straße in Richtung Wengern weiterzufahren. Hier gibt es allerdings keinen ausgewiesenen Radweg und man fährt mitten auf der Straße im Auto-Verkehr. Vor allem für Familien mit Kindern ist das keine gute und sichere Lösung! Wir hoffen, dass diese gefährliche Abbiegung sehr schnell Geschichte wird.
Wir durchfahren den Ort Albringhausen und biegen ab in die Straße „Am Overbeck“ zur Bahnunterführung an der Ratelbeke. In Wengern schließt sich die Rundroute „Von Ruhr zur Ruhr“ - wir haben also den offiziellen Endpunkt des Radwegs erreicht.
Der Radschnellweg Ruhr (RS1)
Der Radschnellweg Ruhr (RS1) wird die Städte Moers, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen und Hamm verbinden. Die über 100 Kilometer lange Strecke führt mitten durch das dichtbesiedelte Ruhrgebiet. Auf einer Länge von rund sieben Kilometern wurden vier Abschnitte des RS1 in den Städten Mülheim an der Ruhr, Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund fertiggestellt. Zudem ist die etwa zehn Kilometer lange Modellstrecke vom Hauptbahnhof in Mülheim a.d.R.
Der RS1 ist ein Kooperationsprojekt, an dessen Realisierung Straßen.NRW, die anliegenden Ruhrgebietsstädte sowie der Kreis Unna und der Regionalverband Ruhr (RVR) gemeinsam arbeiten. Und natürlich die Bürgerinnen und Bürger.
Die Idee ist absolut überzeugend: Als eine Art „A40 für Fahrradfahrer“ führt der Radschnellweg Ruhr (RS1) mitten durch die Metropole Ruhr. Denn Radfahren ist viel Mobilität für wenig Geld. Drei Viertel aller Staustunden entstehen auf überlasteten Straßen und den Ruhrgebiets-Autobahnen wie der A40, A42 oder A43. Der RS1 bringt das Ruhrgebiet in Bewegung. Und das nicht nur in der Freizeit. Der RS1 wird auch die Mobilität im Alltag verbessern.
Der RS1 wird über eine Länge von mehr als 100 Kilometern mitten durch das dicht besiedelte Ruhrgebiet führen und die Städte Moers, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen und Hamm verbinden. Geplant und gebaut wird er entsprechend der Qualitätskriterien für Radschnellwege: Dazu gehört unter anderem die weitgehende Trennung von Rad- und Fußverkehr, komfortable Breiten für den Radverkehr und wenige Steigungen.
Der RS1 wird aus Landes- und Bundesmitteln finanziert. Die durchschnittlichen Kosten für einen Kilometer Radschnellweg betragen rund drei Millionen Euro. Diese Kosten liegen höher, wenn sich Bauwerke wie Brücken oder kreuzende Straßen oder Bahngleise auf dem Abschnitt befinden. Auch Anforderungen des Umwelt- und Naturschutzes oder des Denkmalschutzes können die Kosten für den jeweiligen Abschnitt einer Radschnellverbindung erhöhen. Darüber hinaus müssen bei der Bewertung von Kostenschätzungen - die während der Planung von Bauprojekten erstellt werden - die gewöhnlichen Steigerungen von Baukosten z.B.
Weitere Radwege und Angebote im Ruhrgebiet
An insgesamt drei Orten hat der RVR Trails angelegt bzw. Mehr als 37 Prozent der Fläche der Metropole Ruhr wird landwirtschaftlich genutzt. Diese oft unterschätzte Facette des Ruhrgebiets können Radfahrerinnen und Radfahrer künftig auf der neuen Route der Agrarkultur erkunden.
Unser Knotenpunktsystem, 17 thematische RevierRouten , spannende Entdeckertouren, der digitale Radroutenplaner NRW und unser komoot-Kanal helfen Euch bei der Orientierung beim Radfahren im Ruhrgebiet. Der beste Weg, das Ruhrgebiet zu erkunden, ist mit dem Fahrrad. In der Metropole Ruhr verschwimmen die Stadtgrenzen, sodass Ihr auf nur einer Radtour, ohne es zu merken mehrere Städte durchradelt. Halden, Arbeitersiedlungen, Zechen, Bahntrassen und „Radeln nach Zahlen“ sind nur einige Beispiele dafür, was das Radfahren im Ruhrgebiet besonders macht.
Der RuhrtalRadweg
Die Strecke vom Ruhradweg führt von der Quelle bei Winterberg in ihrer ersten Hälfte durch die wunderschöne Naturlandschaft des Sauerlandes. Entdecken Sie auf dem Radweg die vielen Naturschutzgebiete, Naturparks und Hochheiden. Die Landschaft wirkt dabei unberührt durch die unendliche Weite der Berge und Wälder. Der Flusslauf der Ruhr erreicht nach ca. 120 km das Ruhrgebiet mit seinen herrlichen Stauseen. Entdecken Sie die Schönheiten des Reviers. Aufgrund umfangreicher Rekultivierungsmaßnahmen gilt das Ruhrgebiet heute als eine der reichsten Kulturlandschaften in Deutschland.
Der Ruhr-Radweg bringt Sie zu zahlreichen stillgelegten Zechen, Kokereien, zu interessanten Industrie- und Technikmuseen und zu industriegeschichtliche Stätten, in denen sich heute oftmals eine rege Kulturszene etabliert hat. Die Qualität der Radwege ist gut bis sehr gut. Die Radrouten verlaufen auf gut befahrbaren Radwegen und kleinen Straßen, Verkehrsbelastungen treten nur auf kurzen Teilstrecken auf.
Wer lieber auf den Naturgenuss im Sauerland verzichten möchte und stattdessen noch mehr vom Ruhrgebiet erleben möchte, folgt den gut angelegten Radwegen auf einer interessanten Rundtour ab Essen und entdeckt Duisburg am Rhein, Oberhausen, Bottrop und Bochum.
| Radweg | Besonderheiten |
|---|---|
| "Von Ruhr zur Ruhr" | Ehemalige Bahntrasse, hügelige Landschaft |
| Radschnellweg Ruhr (RS1) | Verbindet viele Städte, hohe Qualität |
| RuhrtalRadweg | Von Winterberg bis zum Ruhrgebiet |
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