Der RurUfer-Radweg: Etappenweise Entdeckungstour von der Quelle bis zur Mündung

Beim Radwandern auf dem über 170 Kilometer langen RurUfer-Radweg folgst Du dem bewegten Wasser der Rur von ihrer Quelle im Hohen Venn bei Botrange (Belgien) bis zu ihrer Mündung in die Maas bei Roermond (Niederlande). Die Strecke ist dabei so wechselvoll und prägend wie der Wasserlauf und die Geschichte der Rur selbst. Wer einen Fluss von der Quelle bis zur Mündung entlang fahren möchte, kann dies auf dem RurUfer-Radweg tun. Entlang des gesamten Laufes von rund 180 km begleitet diese Route die Rur.

Dabei durchquert der RurUfer-Radweg in seinem Verlauf von Belgien über Deutschland bis in die Niederlande zahlreiche Regionen, die Du aufgrund ihrer besonderen Natur, erlebnisreichen Geschichte und einladenden Ausflugszielen jede für sich auf vielfältige Weise erkunden kannst. Drei Länder und fünf Regionen in drei Etappen - so lässt sich der RurUfer-Radweg zusammenfassen.

Der RurUfer-Radweg ist eine beliebte Radfahrstrecke, da sie sehr eben verläuft und streckenweise sogar mit dem Schiff, der Bahn und dem Kanu kombinierbar ist. Sie ist deshalb auch besonders attraktiv für Familien mit Kindern. Entlang des RurUfer-Radweges gibt es zahlreiche fahrradfreundliche gastronomische Betriebe, die zum Rasten oder auch zum Übernachten einladen. Die Route ist durchgängig ausgeschildert.

Die Etappen des RurUfer-Radwegs

Den RurUfer-Radweg kannst Du beispielsweise entspannt in drei Etappen fahren. Abwechslungsreiche Passagen entlang der Rur zwischen der Quelle im Hohen Venn bei Botrange (Belgien) und der Mündung in die Maas bei Roermond (Niederlande) durch fünf unterschiedliche Regionen bieten Dir dabei immer neue Eindrücke.

Etappe 1: Von der Quelle bis zur Rurseenplatte

Entdecke faszinierende Landschaften auf dem Start des RurUfer-Radwegs. Von Signal de Botrange, dem im Hohen Venn gelegenen höchsten Punkt Belgiens geht es für Dich über das ehemalige Tuchmacherstädtchen Monschau durch das tiefe Kerbtal der Rur bis zur Rurseenplatte. Zerklüftete Gesteinsformationen, Burgen und wild aufragende Felstürme sowie eine sanft gewellte Börde-Landschaft mit Ackerflächen und künstlich angelegten Flussarmen stecken diese Etappe ab.

Mitten in der urwüchsigen Natur beim belgischen Signal de Botrange startet die Tour und führt über das Hohe Venn in die idyllische Eifelstadt Monschau. Die Stadt der Tuchmacher lädt mit ihren berühmten Fachwerkhäusern und den vielen verwunschenen Gassen zum Rasten und Entdecken ein. Zurück im Sattel geht die Fahrt dem Weg des Wassers folgend durch das tiefe Rurtal entlang beeindruckender Schieferformationen in das Örtchen Einruhr und zu den südlichen Ausläufern des Rursees.

Entlang des Rurseeufers schlängelt sich die Route durch die Ortschaften Rurberg und Woffelsbach und behält dabei immer den Nationalpark Eifel im Blick. Über den Staudamm Schwammenauel gelangt man nach Heimbach. Beim sehenswerten Jugendstilkraftwerk wird hier die eindrucksvolle Energie des Wassers deutlich.

Schon der Startpunkt ist ein Highlight: Das Signal de Botrange ist der höchste Punkt Belgiens. Dort entspringt die Rur. Vielleicht steigen Sie vor dem Start auf den Aussichtsturm und schauen von oben in das Hohe Venn. So heißt das Hochmoor unter Ihnen. Es beheimatet seltene Pflanzen und Tierarten, unter anderem das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn. Mit dem Fahrrad geht es weiter in die Tuchmacherstadt Monschau, die übrigens auch bekannt ist für ihren guten Senf. Dann fahren Sie durch das Kerbtal der Rur und staunen über die Schieferfelsen, die neben Ihnen in die Höhe ragen. Bald erreichen Sie das südliche Ende des Rursees und schlängeln sich am Ufer entlang mit Blick auf den Nationalpark Eifel.

Von Heimbach geht es entlang des nördlichen Teiles im Nationalpark und unterhalb der hoch aufragenden Buntsandsteinfelsen Nideggens zum letzten Stausee der Rur. Unbedingt anschauen sollten Sie die Fischtreppe in Obermaubach, die es Wanderfischen ermöglicht, ihren normalen Lebenszyklus in den Laichgewässern der oberen Flussabschnitte wieder aufzunehmen. Danach verschwinden die Berge und große Auwälder umsäumen die Rur bis Düren.

Etappe 2: Von der Rurseenplatte bis Jülich

Düren mit seinem 50er Jahre-Charme, Jülich mit seinen Festungsbauwerken sowie das Indeland, das sich mitten im Strukturwandel vom Braunkohletagebau zu einer neuen Landschaft befindet prägen des Weiteren diese Etappe des RurUfer-Radwegs. Auf der weiteren Strecke bis nach Düren verwandelt sich die bergige Landschaft der Eifel in weitläufige Auen. Abseits der beeindruckenden Natur bieten viele Museen, wie das Papiermuseum oder auch das Leopold-Hoesch-Museum, beide in Düren, die Möglichkeit einer aufschlussreichen Rast.

Ein Abstecher in die Kreisstadt lohnt, um dort am verkehrsberuhigten Marktplatz zu pausieren oder eines der Museen zu besuchen. Weiter geht es nach Jülich. Dort warten mindestens drei Besonderheiten. Bevor die Stadt erreicht wird, reizt der Besuch des Braunkohletagebaues Inden. In Jülich unbedingt auch die Zitadelle aus der Renaissance und den Brückenkopf-Park aus napoleonischer Zeit besuchen.

Etappe 3: Von Jülich nach Roermond

Die dritte Etappe führt Dich entlang der Bördenlandschaft von Jülich nach Roermond. Neben einer idyllischen Flussauenlandschaft bietet die Tour auch einige historische und kulturelle Highlights. Von Burgen und Herrenhäusern über verschiedene Museen bis hin zu Relikten aus Zeiten des Steinkohlebergbaus, gibt es für Dich viel zu entdecken.

Wieder in Fahrt eröffnet das alte Gemäuer der eindrucksvollen Zitadelle von Jülich einen Blick in die Geschichte der historischen Festungsstadt. Zuvor lockt ein kleiner Abstecher über eine der vielfältigen Schleifen des RurUfer-Radwegs zum Braunkohletagebau Inden. Von Weitem ist das stählerne Monument des Indemanns schon sichtbar. Zurück am Flusslauf wird die Landschaft nun flacher, die Rur scheint gezähmt. Neben der beeindruckenden Natur sind es die vielen sehenswerten Herrenhäuser und Wasserschlösschen des Heinsberger Landes, die zusehends die Aufmerksamkeit wecken. Wo früher die Korbmacherei ein wichtiger Industriezweig war, zeugen zudem der ehemalige Förderturm und die Halde von einer geschichtsträchtigen Zeit.

Entlang der nun ruhigeren Rur geht es ins Heinsberger Land. Sie erblicken von Weitem den stillgelegten Förderturm nahe der Millicher Halde und radeln entlang des Adolfosees bis zum Effelder Waldsee zur Erfrischungspause. Danach sind Sie fit für die denkmalgeschützte Altstadt von Roermond, wo die Tour endet. Auf den letzten Kilometern des RurUfer-Radwegs durch die fruchtbare Börde- und Auenlandschaft inhalierst Du noch einmal den Duft der weiten Natur, bevor Dich der Zielort, die niederländische Stadt Roermond, empfängt.

Zusätzliche Schleifen für ausgedehnte Ausflüge

Du kannst vom RurUfer-Radweg und seinen Regionen gar nicht genug bekommen? Für ausgedehnte Ausflüge am RurUfer-Radweg empfehlen wir Dir die angeschlossenen Schleifen, auf denen Du nach Deiner Tour wieder am Ausgangspunkt angelangst.

Die Regionen entlang des RurUfer-Radwegs

Der RurUfer-Radweg durchquert in seinem Verlauf von Belgien über Deutschland bis in die Niederlande zahlreiche Regionen, die Du aufgrund ihrer besonderen Natur, erlebnisreichen Geschichte und einladenden Ausflugszielen jede für sich auf vielfältige Weise erkunden kannst.

  • Der Startpunkt Deiner Tour liegt beim Signal de Botrange, dem im Hohen Venn gelegenen höchsten Punkt Belgiens im Quellgebiet der Rur.
  • Bei Deiner Fahrradtour auf dem RurUfer-Radweg erlebst Du in der Erlebnisregion Nationalpark Eifel viele unterschiedliche Landschaften und beeindruckende Erlebnisse.
  • Die Jülicher Börde ist eine Landschaft am Nordrand der Eifel. Gemeinsam mit der Zülpicher Börde bildet sie den westlichen linksrheinischen Teil der Niederrheinischen Bucht.
  • Im Heinsberger Land ist die Landschaft wunderbar flach und der Horizont scheint unendlich. Saftgrüne Wiesen, goldgelbe Felder und idyllische Flussauen streicheln die Seele.
  • Der RurUfer-Radweg begleitet die Roer (niederländische Schreibweise für die Rur) bis hin nach Roermond, wo die Rur/Roer final in die Maas mündet.

Die Regionen entlang der Rur unterlagen in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten einem stetigen Wandel. Industrialisierung, Kriege und letztlich die Natur haben jeweils tiefe Spuren hinterlassen. Auf Deiner Fahrt entlang des RurUfer-Radwegs begegnest Du vielen Zeitzeugen des Wandels, von denen jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Die Strecke entlang des RurUfer-Radwegs führt Dich an vielen Ausflugszielen vorbei, bei denen es sich wirklich lohnt, einmal vom Rad abzusteigen und diese zu erkunden. Dazu zählen unter anderem die Zitadelle in Jülich, die Fachwerkstatt Monschau, das Jugendstilkraftwerk in Heimbach sowie viele mehr.

RurUfer-Radweg vereint Naturerlebnisse und Industriegeschichte. Er zeigt den Wandel der Region, die zu Belgien, den Niederlanden und Deutschland gehört.

Hinweise und Tipps

  • Mehr als die Hälfte der Gesamtstrecke ist eben.
  • Anregungen, Lob und Kritik zur Route nehmen wir gerne entgegen und leiten sie an die Routenbetreiber*innen weiter.

Weitere Informationen

  • www.rurufer-radweg.de/touren
  • Radtourenbuch „RurUfer-Radweg“, 1:50.000, bikeline, Verlag Esterbauer
  • Übersichtskarte „RurUfer-Radweg“, Bezug: s. Buchungsadresse: Rureifel-Tourismus e. V.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0