Das Saisonkennzeichen bietet sich für alle an, die ihr Fahrzeug nicht das ganze Jahr nutzen. Viele Motorradfahrer nutzen ihre Maschine während den Wintermonaten nicht und da kommt häufig der Gedanke eines Saisonkennzeichens für das Motorrad auf. Mit diesem Sonderkennzeichen zahlst Du Versicherung und Steuern nur für die Monate, in denen Du das Fahrzeug auch wirklich nutzt. Hier erfahren Sie alles über die Vor- und Nachteile von Saisonkennzeichen für Motorräder, sowie wichtige Informationen zur Nutzung und Versicherung.
Was ist ein Saisonkennzeichen?
Ein Saisonkennzeichen für Dein Motorrad ist ein Kennzeichen, mit dem Du Dein Motorrad nur für eine festgelegte Zeitspanne im Jahr anmeldest. Im Unterschied zu einem normalen Kennzeichen ist ein saisonales Kfz-Kennzeichen nicht das ganze Jahr über gültig, sondern nur für einen festgelegten Zeitraum. Die zugelassene Saison erkennen Sie an den Ziffern, die am rechten Rand des Kfz-Kennzeichens übereinander angebracht sind. Es ist nach der Anmeldung bei der Zulassungsstelle lediglich für den selbst ausgewählten Zeitraum gültig. Danach kann das Saisonkennzeichen jedes Jahr im gleichen Geltungszeitraum genutzt werden.
Angaben auf dem Kennzeichen
Das Saisonkennzeichen enthält neben den Angaben eines normalen Kennzeichens auch Angaben zum Betriebszeitraum. Ihr Saisonkennzeichen wird immer mit der Angabe des jeweiligen Zulassungszeitraumes beschriftet. Wie auf dem Ganzjahres-Motorradkennzeichen auch sind der Zulassungsbezirk und die Buchstaben-Zahlenkombination auf dem Saisonkennzeichen zu sehen. Auch die TÜV-Plakette ist am Saisonkennzeichen angebracht. Bei der Größe unterscheidet sich das saisonale Nummernschild nicht von einem ganzjährigen Motorradkennzeichen.
Vorteile eines Saisonkennzeichens
- Kostenersparnis: Du zahlst die Kfz-Steuer und die Motorradversicherung mit Saisonkennzeichen nur anteilig für die genutzten Monate. Mit einem Saisonkennzeichen sparst Du bei Versicherung und Steuern.
- Zeitersparnis: Sie können den Zeitraum festlegen und müssen nicht zweimal jährlich zum An- und Abmelden zur Zulassungsbehörde. Außerdem entfällt das jährliche An- und Abmelden, was neben Zeit zusätzlich Gebühren spart. Kein lästiges An- bzw. Abmelden zum Saisonstart bzw.
- Weniger Verwaltungsaufwand: Weniger Verwaltungsaufwand und Gebühren für die Zulassung und die Abmeldung: Sie sparen es sich, das Motorrad in den nicht genutzten Monaten an- beziehungsweise abzumelden.
- Automatische Verlängerung: Ein Saisonkennzeichen muss nur einmal auf der Zulassungsstelle beantragt werden. Danach ist es ganz einfach für den Halter geregelt: die Verlängerung findet jährlich und ganz automatisch statt.
- Gültigkeit über ein Jahr: Das Saisonkennzeichen ist mehr als ein Jahr gültig. Die von Ihnen festgelegte Nutzungsdauer des Kfz in Monaten bleibt dabei unveränderlich.
Nachteile eines Saisonkennzeichens
- Eingeschränkte Flexibilität: Wie der Name sagt, dürft ihr mit einem Saisonkennzeichen nur in einem bestimmten Zeitraum im öffentlichen Straßenverkehr fahren. Du darfst außerhalb der Saison nicht fahren - selbst bei bestem Wetter. Spontane Fahrten bei Frühlingseinbruch sind tabu.
- Keine Fahrten außerhalb der Saison: Fahrten außerhalb der Saison sind nicht erlaubt. Außerhalb der Saison ein Motorrad mit Saisonkennzeichen zu nutzen, ist nicht erlaubt.
- Ruheversicherung: Sobald die Saison endet, tritt der Fall der Ruheversicherung ein.
- Parken auf Privatgelände erforderlich: Nachteilhaft ist je nach Nutzungsart des Motorrads, dass Sie das Kfz in dem Zeitraum der Stilllegung (außerhalb der Saison) nicht fahren dürfen und auf Privatgelände parken müssen.
Saisonkennzeichen: Von wann bis wann?
Der Halter oder die Halterin kann die Saison, während der er oder sie das Fahrzeug - zum Beispiel ein Cabrio, Motorrad, Wohnmobil oder Wohnwagen - nutzen möchte, selbst festlegen. Du legst bei Deinem Motorrad-Saisonkennzeichen fest, von wann bis wann es gilt. Der Zulassungszeitraum hängt allein von euch ab. Ihr legt bei der Zulassung des Motorrad Saisonkennzeichens euren Wunschzeitraum fest und könnt zwischen 2 und 11 Monaten wählen. Die Zulassungsdauer für Ihr Motorrad mit einem Saisonkennzeichen sieht vor, dass Sie zwischen zwei und höchstens elf Monaten wählen können. Der Zeitraum unter zwei Monaten ist ebenso nicht versicherbar wie ein maximaler Zeitraum oberhalb der elf Monate.
Einzige Einschränkung: Der Zeitraum muss mindestens zwei Monate und darf höchstens elf Monate umfassen. Saisonkennzeichen beginnen am 1. Tag des Start-Monats und enden am letzten Tag des End-Monats. In der Monatsmitte zu starten oder zu enden ist nicht möglich. Der Zeitraum gilt dabei ohne Unterbrechungen, also zum Beispiel vom 1. März bis 31. Oktober; es ist nicht möglich, ein Saisonkennzeichen vom 1. März bis 30. April sowie vom 1. Juni bis 31. Beachtet, dass eine Verlängerung des Zeitraums oder eine Unterbrechung nicht möglich sind.
Die Saison endet mit dem letzten Tag im Monat des ausgewählten Zeitraums. Der erste Tag im darauffolgenden Monat ist der Beginn der Motorrad-Ruhezeit. Am ersten Tag des Monats, der auf das angegebene Enddatum folgt, beginnt die Ruhezeit für Dein Motorrad. Das bedeutet, dass ihr bis zum Start der nächsten Saison euer Motorrad nicht im öffentlichen Straßenverkehr nutzen dürft.
Es gibt genau zwei Ausnahmen, in denen das Motorrad außerhalb des Saison Geltungszeitraumes fahren darf. Einzige Ausnahme sind Fahrten zur Abmeldung des Fahrzeugs und anschließende Rückfahrten.
Saisonkennzeichen verlängern
Hat man sich einmal für eine bestimmte Dauer entschieden, kann man die Saison nicht einfach verlängern lassen. Wollen zum Beispiel eine Motorradfahrerin oder ein Motorradfahrer ihr Bike in einem Jahr über den Betriebszeitraum des Saisonkennzeichens hinaus nutzen, ist eine förmliche Änderung notwendig. Das bedeutet, sie müssen bei der zuständigen Zulassungsbehörde einen Antrag auf Zuteilung eines neuen Saisonkennzeichens mit einem anderen Zeitraum stellen.
Das Verkürzen oder Verlängern Deines Saisonzeitraums ist nur mit Beantragung eines neuen Saisonkennzeichens möglich. Ja, Du kannst den Zeitraum anpassen, aber das ist mit Aufwand verbunden. Du musst bei der Zulassungsbehörde das Motorrad neu zulassen und ein neues Kennzeichen beantragen. Auch Deine Motorradversicherung kündigst oder wechselst Du.
Saisonkennzeichen: Versicherung
Wichtig: Das Fahrzeug hat in den Monaten außerhalb des Betriebszeitraums nicht mehr den erforderlichen Versicherungsschutz. Der Geltungszeitraum der Saisonkennzeichen in der Motorradversicherung ist auf eine bestimmte Dauer beschränkt. Der Versicherungsschutz für Saisonkennzeichen ist nur während des angegebenen Zeitraumes gewährleistet. Hat Ihr Motorrad beispielsweise ein Saisonkennzeichen bis zum Monatsende Oktober, besteht ab 1. November kein Motorrad-Haftpflichtversicherungsschutz mehr. Außerhalb der Saison besteht mit dem Motorrad-Saisonkennzeichen kein Versicherungsschutz.
Lassen Sie sich also auch an schönen Wochenenden außerhalb dieser Zeitspanne auf keinen Fall zu einer Spritztour verleiten. Werden Fahrerinnen und Fahrer eines Motorrads außerhalb des Geltungszeitraumes mit dem Motorrad auf der Straße oder öffentlichen Plätzen angetroffen, wird das mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro und Punkten in Flensburg geahndet. Kommt es ohne Versicherungsschutz zu einem Unfall, müssen die Fahrerin oder der Fahrer die Folgen gegenüber Dritten und für sich selbst tragen.
Für Ihr Motorrad besteht außerhalb des Gültigkeitszeitraumes des Saisonkennzeichens beziehungsweise während der Stilllegungsphase lediglich eine Ruheversicherung. Der Beitrag zur Motorradversicherung wird von den Versicherern bei Saisonkennzeichen unterschiedlich berechnet.
Versicherungsschutz während der Ruhezeit
Während dieser Zeit besteht nur eine Ruheversicherung, die den Gebrauch des Fahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr nicht einschließt. Einzelheiten können Sie dem jeweiligen Versicherungsvertrag entnehmen.
Wenn Du Deine Saison gewählt hast, ruhen in der restlichen Zeit Haftpflicht- und gegebenenfalls Teilkasko- und Vollkaskoversicherung. In einer solchen Ruhezeit haben Du und Dein Fahrzeug mit Saisonkennzeichen aber immer noch Versicherungsschutz, wenn auch eingeschränkten.
Hast Du zusätzlich eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen, bleibt dieser Schutz auch während der Ruhezeit bestehen. Ein Beispiel: Wird Dein Motorrad gestohlen, kommt die Teilkasko dafür auf.
Bestimmte Fahrten sind bei einer Motorradversicherung mit Saisonkennzeichen auch während der Ruhezeit versichert. Das sind Fahrten, die in Zusammenhang mit der Zulassung stehen oder die zur Haupt- und Abgasuntersuchung notwendig sind.
Allerdings beschränkt sich der Versicherungsschutz bei solchen Fahrten ausschließlich auf den eigenen Zulassungsbezirk und einen angrenzenden Zulassungsbezirk. Suchst Du mit Deinem Motorrad eine Werkstatt oder einen TÜV außerhalb des Gültigkeitsbereichs auf, bist Du nicht versichert.
Voraussetzungen für die Ruheversicherung
Damit die Ruheversicherung außerhalb des Saisonzeitraums greift, stellen die Motorrad-Versicherer Voraussetzungen an den Stellplatz. Viele Kfz-Versicherer verlangen eine sogenannte „Umfriedung“. Dies kann ein privater Abstellplatz, eine Garage oder ein umzäuntes Gelände sein. Das Motorrad darf von außen nicht einfach zu erreichen sein.
Nicht erlaubt sind Gemeinschaftsparkplätze vor Mehrfamilienhäusern oder öffentliche Parkplätze. Sind die Voraussetzungen erfüllt, greift bei Schäden während der Ruhezeit die Kfz-Haftpflichtversicherung bzw. Kaskoversicherung. Der Versicherungsumfang der Ruheversicherung richtet sich danach, welche Kfz-Versicherung Du für Dein Motorrad mit Saisonkennzeichen abgeschlossen hast.
Kosten für ein Saisonkennzeichen
Bei den Gebühren für die Zulassungsbehörde ergeben sich keine Unterschiede zu einer "normalen" Zulassung. Dafür spart man bei der Kfz-Steuer und der Versicherung, da diese Kosten nur zeitanteilig anfallen.
Die Kosten für das Kennzeichen liegen je nach Behörde bei unter 30 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Fertigung des Saisonkennzeichens und bei Bedarf weitere Kosten für die Beantragung eines Wunschkennzeichens.
Zusammensetzung der Kosten
Die Kosten beim Saisonkennzeichen setzen sich vor allem aus drei Punkten zusammen: Verwaltungsgebühren, Steuern und Versicherungsbeiträge.
Wenn Du Dein Motorrad nur für einen bestimmten Zeitraum im Jahr zugelassen hast, zahlst Du auch nur für diesen Zeitraum die Kfz-Versicherung.
Die Kosten für das Saisonkennzeichen Deines Motorrads sind nicht bundeseinheitlich geregelt. Mit diesen Kosten solltest Du bei der Anmeldung Deines Motorrads mit Saisonkennzeichen rechnen:
- Anmeldung Zulassungsbehörde: Der Gebührensatz variiert je nach Zulassungsbezirk. Ca. 26 Euro.
- Wunschkennzeichen: 10,20 Euro (bundesweit einheitlich)
- Kennzeichen & Druck: 10 bis 25 Euro.
Insgesamt liegen die Kosten für die Anmeldung Deines Motorrads mit einem Saisonkennzeichen zwischen 35 und 65 Euro.
Sparen durch Online-Anmeldung
Beim Saisonkennzeichen kannst Du von verringerten Gebühren profitieren, wenn Du die Online-Zulassung nutzt. Nach 221.1.1 beispielsweise zahlst Du auch beim Saisonkennzeichen nur rund 13 Euro statt 30 Euro, wenn Du Dein Fahrzeug online anmeldest. Du bekommst Dein Kennzeichen dann per Post zugeschickt.
Fahren außerhalb der Saison
Saisonkennzeichen für Motorräder, Wohnmobile, Wohnwagen und Cabrios gelten oft nur bis Ende Oktober. In diesem Fall muss das Fahrzeug ab 1. November auf Privatgrund stehen. Sie dürfen es ab diesem Tag also weder auf öffentlichen Straßen oder Plätzen fahren noch auf öffentlichem Grund abstellen.
Außerhalb der Saison ein Motorrad mit Saisonkennzeichen zu nutzen, ist nicht erlaubt. Beispiel: Das Saisonkennzeichen für das Motorrad gilt vom 01.03. bis zum 30.10. des Jahres.
Konsequenzen bei Verstößen
Fährst Du mit einem Saisonkennzeichen außerhalb der Saison, hast Du keinen Versicherungsschutz. Hast Du einen Unfall, musst Du den Schaden selbst zahlen! Abhängig davon, ob Du fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hast, droht Dir sogar eine Haftstrafe.
Saisonkennzeichen E-Fahrzeuge/Oldtimer
Es besteht die Möglichkeit, ein Saisonkennzeichen mit einem H-Kennzeichen zu kombinieren. Elektrofahrzeuge mit E-Kennzeichen können Sie ebenfalls mit einem Saisonkennzeichen zulassen. Solche Kombinationen können dazu führen, dass ein Wunschkennzeichen nicht bestehen bleibt, da weniger Platz auf dem Kennzeichen zur Verfügung steht.
Alternativen zum Saisonkennzeichen
Wenn Du Dich nicht auf Dauer auf einen bestimmten Zeitraum für die Saisonzulassung festlegen willst, hast Du eine weitere Möglichkeit: Du legst Deine persönliche Saison selbst fest. Dazu musst Du dann aber regelmäßig selbst Dein Fahrzeug ab- und wieder anmelden. Das lohnt sich nur, wenn der Weg zur Zulassungsstelle nicht weit ist und Du günstig dorthin gelangst.
Du hast zwei Fahrzeuge und willst aber nur ein Kennzeichen, weil Du nie mit beiden parallel unterwegs bist? Dann könnte auch ein Wechselkennzeichen das richtige für Dich sein.
Zulassungsprozess für ein Motorrad mit Saisonkennzeichen
Die Zulassung eines Motorrads mit Saisonkennzeichen läuft genauso ab, wie jede andere Motorrad-Zulassung.
Um ein Saisonkennzeichen zu beantragen, brauchst Du zunächst eine eVB-Nummer - das steht kurz für elektronische Versicherungsbestätigung. Mit der weist Du der Behörde nach, dass Du eine Haftpflichtversicherung für Dein Fahrzeug hast - und Du damit überhaupt auf die Straße darf. Die siebenstellige Kombination aus Buchstaben und Ziffern ersetzt die früher notwendige Deckungskarte. Du bekommst den Nachweis von Deinem Autoversicherer, sobald Du mit ihm einen Vertrag geschlossen hast.
Hast Du das Fahrzeug einmal entsprechend bei der Zulassungsstelle angemeldet, musst Du Dich in den nachfolgenden Jahren um nichts mehr kümmern. Der Versicherungsschutz läuft automatisch für den auf dem Kennzeichen angegebenen Zeitraum, und auch das Kennzeichen ist für die ausgewiesenen Monate dauerhaft gültig.
Benötigte Dokumente
Einen Personalausweis sowie eine Bestätigung Ihrer Kfz-Versicherung benötigen Sie in jedem Fall. Diese erhalten Sie i. d. R. nach einer formlosen Anfrage bei Ihrem Autoversicherer.
So sieht ein Saisonkennzeichen aus
Ein Saisonkennzeichen sieht aus wie ein normales, ganzjährig gültiges Kennzeichen. Einzige Ausnahme: am rechten Rand sind in schwarzer Schrift die Monate vermerkt, in denen Dein Fahrzeug auf die Straße darf.
Voraussetzungen für ein Saisonkennzeichen
Wichtige Voraussetzung für ein Saisonkennzeichen ist, dass Du für den Rest des Jahres eine private Garage oder ein Privatgrundstück hast, wo Dein Cabrio, Motorrad oder Reisemobil stehen kann. Denn außerhalb der Saison darf Dein Fahrzeug nicht auf die öffentliche Straße, auch nicht parkend, auch nicht abgedeckt.
| Zeitraum | 01.01. bis 28.02. | 01.03. bis 30.10. | 01.11. bis 31.12. |
|---|---|---|---|
| Zugelassen? | Nein | Ja | Nein |
| Status | Stillgelegt | Darf gefahren werden | Stillgelegt |
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