Saisonkennzeichen für Motorräder: Kosten, Preise und Vorteile

Wenn Du vor allem in der warmen Jahreszeit mit Deinem Motorrad unterwegs bist, solltest Du über ein Saisonkennzeichen nachdenken. Mit diesem Sonderkennzeichen zahlst Du Versicherung und Steuern nur für die Monate, in denen Du das Fahrzeug auch wirklich nutzt.

Was ist ein Saisonkennzeichen?

Ein Saisonkennzeichen für Dein Motorrad ist ein Kennzeichen, mit dem Du Dein Motorrad nur für eine festgelegte Zeitspanne im Jahr anmeldest. Im Unterschied zu einem normalen Kennzeichen ist ein saisonales Kfz-Kennzeichen nicht das ganze Jahr über gültig, sondern nur für einen festgelegten Zeitraum. Du legst bei Deinem Motorrad-Saisonkennzeichen fest, von wann bis wann es gilt.

Das Motorrad darfst Du nur im angegebenen Zeitraum nutzen - z. B. von März bis Oktober. Außerhalb dieses Zeitraums hat Dein Motorrad keinen Ver­sicherungs­schutz und darf nicht gefahren werden.

Ein Saisonkennzeichen eignet sich vor allem für Fahrzeuge, die Du nicht über das ganze Jahr hinweg nutzen möchtest oder nur im Sommer gefahren werden. Das sind hauptsächlich:

  • Motorräder
  • Roller und Mofas

Voraussetzungen für ein Saisonkennzeichen

Wichtige Voraussetzung für ein Saisonkennzeichen ist, dass Du für den Rest des Jahres eine private Garage oder ein Privatgrundstück hast, wo Dein Motorrad stehen kann. Denn außerhalb der Saison darf Dein Fahrzeug nicht auf die öffentliche Straße, auch nicht parkend, auch nicht abgedeckt.

Für eine Saisonzulassung benötigst Du ein Winterquartier auf Privatgrund.

Vorteile eines Saisonkennzeichens

  • Geld sparen: Du zahlst Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer nur für die Monate, in denen Du das Motorrad angemeldet hast (z. B. März bis Oktober).
  • Zeit sparen: Außerdem entfällt das jährliche An- und Abmelden, was neben Zeit zusätzlich Gebühren spart.
  • Weniger Kosten: Beim Saisonkennzeichen entstehen weniger Kosten als bei einer ganzjährigen Zulassung.
  • Automatische An- und Abmeldung: Das Fahrzeug wird automatisch an- und abgemeldet. Dafür fallen keine Extra-Kosten an.

Nachteile eines Saisonkennzeichens

  • Wenig Flexibilität: Du darfst außerhalb der Saison nicht fahren - selbst bei bestem Wetter. Spontane Fahrten bei Frühlingseinbruch sind tabu.
  • Schadenfreiheitsrabatt: Bei einer Anmeldung von unter 6 Monaten pro Saison profitierst Du nicht von einer besseren Schadenfreiheitsklasse im nächsten Jahr.

Kosten eines Saisonkennzeichens

Die Kosten beim Saisonkennzeichen setzen sich vor allem aus drei Punkten zusammen: Verwaltungsgebühren, Steuern und Versicherungsbeiträge.

Verwaltungsgebühren

Egal ob Du Dein Auto mit einem normalen Kennzeichen anmeldest oder mit einem Sonderkennzeichen wie dem Saisonkennzeichen: Du zahlst eine Verwaltungsgebühr an die Zulassungsbehörde. Sowohl für die erstmalige Anmeldung als auch für eine Umschreibung oder sonstige Änderung.

Achtung: Wie viel ein Zulassungsvorgang, also das Ab-, An- oder Ummelden eines Fahrzeugs, Dich genau kostet, hängt von Deiner zuständigen Behörde ab. Von Behörde zu Behörde können die Kosten etwas variieren.

Online-Anmeldung ist beim Saisonkennzeichen deutlich günstiger.

Explizit in der GebOSt genannt sind Saisonkennzeichen-Kosten unter den Punkten 221.1 sowie 227.6. Eine Zulassung oder Wiederzulassung kostet demnach rund 30 Euro Verwaltungsgebühren, wenn Du die Anmeldung vor Ort bei der Behörde machst.

Beim Saisonkennzeichen kannst Du von verringerten Gebühren profitieren, wenn Du die Online-Zulassung nutzt. Nach 221.1.1 beispielsweise zahlst Du auch beim Saisonkennzeichen nur rund 13 Euro statt 30 Euro, wenn Du Dein Fahrzeug online anmeldest. Du bekommst Dein Kennzeichen dann per Post zugeschickt.

Einplanen musst Du außerdem Kosten für die Nummernschilder. Das Stanzen kostet Dich etwa 20 bis 30 Euro - und ist damit nicht teurer als bei normalen Kennzeichen.

Kfz-Steuer

Das Gute an einem Saisonkennzeichen ist, dass Du nur anteilig Steuern und Autoversicherung zahlst. Der Staat akzeptiert in diesem Fall, dass Du seine Straßen, Brücken und Ampeln einige Monate überhaupt nicht nutzt. Für Deine Kfz-Steuer gilt daher: Sie wird Dir lediglich für die angemeldeten Monate berechnet.

Hast Du beispielsweise Dein Cabrio nur für sechs - hoffentlich sonnige - Monate angemeldet, vielleicht von Mai bis Oktober, zahlst Du nur die Hälfte an Steuern wie für zwölf Monate. Du sparst linear.

Kfz-Versicherung

Anders möglicherweise Dein Autoversicherer. Der kann für die Berechnung Deines Beitrags nämlich auch Ruhezeiten anrechnen, beziehungsweise den Beitrag für ein Saisonkennzeichen anders tarifieren als für ein Ganzjahres-Kennzeichen.

Welche Kfz-Versicherung für Dein Motorrad die richtige Wahl ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Beim Motorradversicherungs-Vergleich spielen beispielsweise der Wert Deines Motorrads, aber auch Dein individuelles Sicherheitsbedürfnis eine Rolle.

Wie jedes andere Fahrzeug, das auf einer öffentlichen Straße gefahren wird, benötigt ein Motorrad mit Saisonkennzeichen eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese deckt Schäden ab, die Du bei anderen Verkehrsteilnehmern verursachst.

Kaskoversicherungen sichern Schäden an Deinem eigenen Motorrad ab. Die Teilkasko übernimmt beispielsweise Risiken wie Brand und Explosion, Diebstahl, Kollision mit Tieren oder Bruchschäden an den verglasten Elementen wie Windschild oder Scheinwerfern.

Eine Vollkasko schützt Dich und Dein Motorrad zudem gegen Schäden durch Vandalismus und ersetzt Reparaturkosten, wenn Dein Motorrad bei einem selbstverschuldeten Unfall Schaden nimmt.

Damit Du bei Deiner Motorradversicherung mit Saisonkennzeichen von einer besseren Einstufung bei den Schadenfreiheitsklassen profitieren kannst, wähle ein Saisonkennzeichen mit einer Laufzeit von mindestens 6 Monaten. Erst dann belohnen Kfz-Versicherungen unfallfreies Fahren im Folgejahr mit einer besseren SF-Klassen-Einstufung.

Stichprobe: Günstigste Beiträge in der Kfz-Versicherung - Saisonkennzeichen vs. Ganzjahres-Kennzeichen

Die Ergebnisse der Stichprobe: Im Fall des BMW-Cabrios entspricht der Versicherungsbeitrag für die sechs Monate der Hälfte des Versicherungsbeitrags für das Ganzjahreskennzeichen. Das Angebot ist der identische Tarif des Versicherers Kravag. Für das Golf-Cabrio jedoch sahen die Angebote differenzierter aus.

Draufzahlen beim Versicherungsbeitrag würde bei unserem Golf-Cabrio-Fall also wahrscheinlich derjenige, der einfach nur Ganzjahres-Versicherung gegen Saison-Tarif beim vorhandenen Versicherer tauscht.

Fahrzeug Saisonkennzeichen (Mai - Oktober) Ganzjahres-Kennzeichen Versicherer
3er BMW Cabrio (136 PS) Hälfte des Jahresbeitrags Doppelter Saisonbeitrag Kravag
Golf VIII Cabrio (75 PS) Ca. 113 Euro Ca. 227 Euro DA Direkt (Saison), Bavaria (Ganzjahr)

Beispielfahrerin: 35-jährige Fahrerin, ledig, wohnhaft Berlin, SF-Klasse 15, 6.000 Kilometer Fahrleistung, Abstellort Straße, Versicherungsbeginn 1. Mai 2025. Variiert haben wir „Saisonkennzeichen“ - Mai bis einschl. Oktober.

Quelle: Finanztip-Abfrage auf Check24 am 29. April 2025.

Ruheversicherung beim Saisonkennzeichen

Wenn Du Deine Saison gewählt hast, ruhen in der restlichen Zeit Haftpflicht- und gegebenenfalls Teilkasko- und Vollkaskoversicherung. Bei unserem Cabrio also von November bis einschließlich April. In einer solchen Ruhezeit haben Du und Dein Fahrzeug mit Saisonkennzeichen aber immer noch Versicherungsschutz, wenn auch eingeschränkten.

Die Teilkasko etwa zahlt auch dann, wenn ein Marder Deine Kabel im Spätherbst oder Winter anknabbert. Oder in dieser Zeit Hagel Dein Autodach verdellt.

Hast Du ein Saisonkennzeichen, geht Deine Motorradversicherung mit dem Saisonende in eine Ruheversicherung über. Mit dem Saisonende erlischt Deine Versicherung aber nicht. Sie läuft in der nächsten Saison automatisch weiter.

Damit die Ruheversicherung außerhalb des Saisonzeitraums greift, stellen die Motorrad-Versicherer Voraussetzungen an den Stellplatz. Viele Kfz-Versicherer verlangen eine sogenannte „Umfriedung“. Dies kann ein privater Abstellplatz, eine Garage oder ein umzäuntes Gelände sein.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, greift bei Schäden während der Ruhezeit die Kfz-Haftpflichtversicherung bzw. Kaskoversicherung.

So bekommst Du ein Saisonkennzeichen

Um ein Saisonkennzeichen zu beantragen, brauchst Du zunächst eine eVB-Nummer - das steht kurz für elektronische Versicherungsbestätigung. Mit der weist Du der Behörde nach, dass Du eine Haftpflichtversicherung für Dein Fahrzeug hast - und Du damit überhaupt auf die Straße darf.

Jetzt gehts an die Anmeldung Deines Saisonkennzeichens. Hast Du das Fahrzeug einmal entsprechend bei der Zulassungsstelle angemeldet, musst Du Dich in den nachfolgenden Jahren um nichts mehr kümmern. Der Versicherungsschutz läuft automatisch für den auf dem Kennzeichen angegebenen Zeitraum, und auch das Kennzeichen ist für die ausgewiesenen Monate dauerhaft gültig.

Ein halbjährlicher Gang zur Zulassungsstelle entfällt genauso wie die Anmelde- und Abmeldegebühr nach der Gebührenordnung.

Benötigte Dokumente für die Beantragung

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB)
  • Zulassungsbescheinigung Teil I / Fahrzeugbrief
  • Zulassungsbescheinigung Teil II / Fahrzeugschein
  • Nachweis über Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung
  • Bei Ummeldung: bisherige Kennzeichenschilder

So sieht ein Saisonkennzeichen aus

Ein Saisonkennzeichen sieht aus wie ein normales, ganzjährig gültiges Kennzeichen. Einzige Ausnahme: am rechten Rand sind in schwarzer Schrift die Monate vermerkt, in denen Dein Fahrzeug auf die Straße darf. Eine Jahreszahl findest Du beim Saisonkennzeichen nicht.

Das Motorrad-Saisonkennzeichen ist zweiteilig aufgebaut und ähnelt dem herkömmlichen Motorradkennzeichen:

  • Obere Zeile: Dabei handelt es sich um das Kürzel des Zulassungsbezirks. Das sogenannte Unterscheidungszeichen bezieht sich dabei auf Landkreise, kreisfreie Städte sowie die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg.
  • Untere Zeile: Hier steht die sogenannte Erkennungsnummer, die aus einer individuellen Kombination von Buchstaben und Zahlen besteht.
  • Optische Besonderheit des Saisonkennzeichens: In der oberen rechten Ecke ist der Gültigkeitszeitraum vermerkt. Die obere Ziffer gibt den Monat an, in dem die Saison beginnt, die untere steht für den Monat, in dem die Saison endet.

Verhalten außerhalb der Saison

So praktisch ein Saisonkennzeichen auch ist, genauso streng sind die Regeln für seinen Gebrauch. In der Zeit, in der das Kennzeichen nicht gilt, ist das Fahrzeug nicht zugelassen und darf nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Am ersten Tag des Monats, der auf das angegebene Enddatum folgt, beginnt die Ruhezeit für Dein Motorrad. Das bedeutet:

  • Du darfst Dein Motorrad nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegen.
  • Das Abstellen auf öffentlich zugänglichen Park- und Abstellplätzen, Straßen und Gehwegen ist nicht erlaubt.
  • Motorräder mit Saisonkennzeichen dürfen nicht auf der Straße oder auf öffentlich zugänglichen Parkplätzen außerhalb der Gültigkeit des Saisonkennzeichens geparkt werden.
  • Tabu ist auch die Überwinterung des Motorrads am Straßenrand vor Deiner Wohnung oder Haus sowie auf Gemeinschaftsparkplätzen vor Mehrfamilienhäusern.
  • Stelle Dein Motorrad auf einem privaten Parkplatz oder in einer Garage ab.

Wird das Motorrad außerhalb des angegebenen Zeitraums im öffentlichen Raum abgestellt, kostet das 40 Euro.

Alternative zum Saisonkennzeichen: Jährliches An- und Abmelden

Wenn Du Dich nicht auf Dauer auf einen bestimmten Zeitraum für die Saisonzulassung festlegen willst, hast Du eine weitere Möglichkeit: Du legst Deine persönliche Saison selbst fest. Dazu musst Du dann aber regelmäßig selbst Dein Fahrzeug ab- und wieder anmelden. Das lohnt sich nur, wenn der Weg zur Zulassungsstelle nicht weit ist und Du günstig dorthin gelangst.

Alternative zum Saisonkennzeichen: Wechselkennzeichen

Du hast zwei Fahrzeuge und willst aber nur ein Kennzeichen, weil Du nie mit beiden parallel unterwegs bist? Dann könnte auch ein Wechselkennzeichen das richtige für Dich sein. Der Vorteil: mit einem Wechselkennze...

Zusammenfassung der Kosten für ein Motorrad-Saisonkennzeichen

  • Anmeldung Zulassungsbehörde: Der Gebührensatz variiert je nach Zulassungsbezirk. Ca. 26 Euro.
  • Wunschkennzeichen: 10,20 Euro (bundesweit einheitlich)
  • Kennzeichen & Druck: 10 bis 25 Euro.

Insgesamt liegen die Kosten für die Anmeldung Deines Motorrads mit einem Saisonkennzeichen zwischen 35 und 65 Euro.

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