Sardinien mit dem Fahrrad: Reiseberichte und Tipps

Sardinien, die zweitgrößte Insel des Mittelmeers, ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Viele Radreiseveranstalter bieten mehrtägige, organisierte Gruppen- oder Individualtouren von Ort zu Ort an. Aber auch individuelle Standorttouren mit dem eigenen Fahrrad oder E-Bike sind eine wunderbare Möglichkeit, die Insel zu erkunden.

Planung ist Alles

Wer mit dem Auto oder Camper anreist, hat die Wahl zwischen mehreren Fährhäfen in Italien und Südfrankreich. Am schnellsten erreichen lassen sich aus Deutschland die Häfen von Genua und Livorno an der italienischen Riviera. Mehrere Fährgesellschaften bieten Überfahrten zu den sardischen Häfen Olbia, Golfo Aranci, Porto Torres, Arbatax und Cagliari an. Es empfiehlt sich, früh zu buchen. Eine Nachtfahrt zu buchen ist ein guter Tipp, da man keinen Urlaubstag verliert und einen langen ersten Tag auf der Insel hat, um einen schönen Standort für die erste Zeit zu finden.

Die Vielfalt Sardiniens mit dem Fahrrad entdecken

Eine achttägige Reise verbindet Genuss und Sportlichkeit auf angenehmste Art. Dabei erkunden Sie den traumhaft schönen Norden Sardiniens in fünf Radtouren von 38-50 Kilometern. Stets begleitet von Ihrem ortskundigen Reiseleiter, radeln Sie entlang malerischer Buchten und bilderbuchschöner Strände, durch das einsame Hinterland und zu den schroffen Granitfelsen der sardischen Bergwelt. Panorama-Ausblicke, erfrischende Badepausen und die unvergleichliche Dolce Vita sind garantiert!

Sie erhalten Einblicke in die Olivenöl- und Käseproduktion, verkosten lokalen Wein und besuchen das Wohnhaus von Guiseppe Garibaldi. Die stilvollen ****Unterkünfte verwöhnen mit sardischer Herzlichkeit, Flair und Komfort, lauschigen Gärten, schattigen Veranden und erfrischenden Außenpools. Die hoteleigenen Restaurants servieren authentische Küche aus lokalen Zutaten, Frühstück und Abendessen nehmen Sie im Garten oder auf der Veranda ein. In den hoteleigenen Wellnesscentern können (gegen Gebühr) verschiedene Anwendungen gebucht werden.

Bereits die erste Tour erfüllt alle Erwartungen vom Radfahren auf Sardinien: entspannte Besuche der Nuraghen Albucciu und La Prisgiona bei Arzachena, mittags sardische Köstlichkeiten in einem kleinen Ristoro, eine Panoramafahrt durch die Granitfelsen der Gallura mit Blicken auf die Insel Maddalena und hinüber nach Korsika. Zum Abschluss der Tour radeln Sie an kleinen Sandbuchten vor klarem, azurblauem Wasser entlang.

Nördlich von Alghero erstrecken sich auf einer Landzunge der Naturschutzpark Porto Conte und das Meeresschutzgebiet von Capo Caccia. Über Sandpisten arbeiten Sie sich mit den E-Bikes durch Pinienwälder zu einigen der vielen Aussichtspunkte auf den Klippen. Wieder auf Asphalt, aber mit genauso schöner Aussicht, führt der zweite Teil der Tour entlang des Naturhafens Porto Conte zum südlichsten Punkt der Landzunge, dem Capo Caccia. In der Nachmittagshitze steigen Sie 654 spektakulär in die Steilküste gehauene Stufen zur Grotta di Nettuno hinunter. Sie zählt zu den schönsten Tropfsteinhöhlen des Mittelmeers. Zum Glück erwarten Sie traumhafte Badebuchten auf der Rückfahrt.

UNESCO-Weltkulturerbe

Nach ein paar Strandtagen wollen auch Radfahrer die Bergwelt erkunden und machen sich auf den Weg zu einem einzigartigen Naturreservat. Wie ein Tafelberg erhebt sich die Giara di Gesturi über die Landschaft der Marmilla. Nach einer steilen Auffahrt radeln Sie über das unbesiedelte Basaltplateau durch Korkeichenwälder und beobachten die kleinen Wildpferde, die an den „Pauli“ genannten Sümpfen grasen. Nach der Abfahrt vom Plateau besichtigen Sie die Nuraghe Su Nuraxi. Der größte freigelegte Nuraghen-Komplex der Insel ist seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe.

Europas höchste Dünen und die feinsandigen Strände der Costa Verde, die ihren Namen von der Farbe des hiesigen Meeres hat, sind berühmt. Eine ausgedehnte Rundtour führt über das Minendorf Ingurtosu und auf Holperstraßen - vorbei an Förderruinen und Abraumhalden - zum Zentrum der ehemaligen Bergbauindustrie nach Montevecchio. Der morbide Charme lässt erahnen, wie der Bergbau die Region ein Jahrhundert lang geprägt hat.

Tourenvorschläge für Radfahrer auf Sardinien

Hier sind einige Tourenvorschläge für Ihre Radreise auf Sardinien:

Tour Distanz Höhenmeter Beschreibung
Tour 1 46 km 722 hm Genussrunde um die Stadt Arzachena mit Besuch der Nuraghen Albucciu und La Prisgiona und des Gigantengrabes Coddu Vecchiu sowie Fahrt entlang des Golfo di Arzachena mit Bademöglichkeiten an kleinen Stränden.
Tour 2 52 km 631 hm Auf Pisten zu den Traumbuchten beim Torre del Porticciolo und Aussichtsfahrt zum Leuchtturm von Capo Caccia mit Abstieg über 654 Felsenstufen hinunter zur Grotta di Nettuno.
Tour 3 31 km 526 hm Korkeichenwälder, Zistrosen, Wassertümpel und wilde Pferde - Rundtour über die Hochebene Giara di Gesturi und Besichtigung der eindrucksvollen Nuraghe di Barumini Su Nuraxi.
Tour 4 48 km 983 hm Eindrucksvolle Runde von den Dünen bei Piscinas an der wilden Costa Verde zu den aufgelassenen Bergwerks-Siedlungen von Ingurtosu und Montevecchio.
Tour 5 33 km 507 hm Einsame Schleife auf Asphalt und Schotter zu kleinen Buchten auf der Halbinsel Sant’Antioco.

Unterkünfte und Campingplätze

Von einfachen bis luxuriösen Campingplätzen hat Sardinien alles zu bieten. Außerdem findet man viele schön gelegene Stellplätze, auf denen man gegen eine geringe Gebühr übernachten kann. Meist mit Dusche, WC und Frischwasser. Manche dieser Plätze liegen direkt an Traumstränden oder -buchten. Besonders schön: in Buggeru, Cala Domestica und in der Bucht des aufgelassenen Bergbaudorfes Masua. Reisende ohne Wohnmobil finden außerhalb der Hauptsaison Unterkünfte in allen Preiskategorien.

Die beste Reisezeit

Die besten Monate für aktiven Urlaub sind April bis Juni und Oktober. Mit schulpflichtigen Kindern also Oster-, Pfingst- und Herbstferien. Juli und August sind zum Radfahren zu heiß. Im April und Oktober sind allerdings einige Unterkünfte und Campingplätze geschlossen.

Sehenswürdigkeiten

Einen guten Eindruck der Nuraghenkultur bekommt, wer die Nuraghe La Prisgiona bei Arzachena und die Nuraghe Su Nuraxi bei Barumini besucht; die Altstadt von Alghero mit ihrer imposanten Stadtmauer und den historischen Gassen; Costa Verde mit den Dünenlandschaften bei Torre dei Corsari und Piscinas; die wilden Pferde auf der Giara di Gesturi.

Zusätzliche Tipps für Radfahrer auf Sardinien

  • Fahrradmitnahme im Flugzeug: Für den Rückflug das Vorderrad rauszunehmen und gut am Rahmen befestigen.
  • Camping: Camping Villages mit Stellplätzen, Mobilheimen, Pool und Minimarkt.
  • Einkaufen auf dem Campingplatz: Die Einkaufsmöglichkeiten sind unterschiedlich.
  • Verkehr: Die Straßen auf Sardinien sind ganz unterschiedlich viel befahren.
  • Fahrverhalten: Grundsätzlich scheinen alle sardischen Autofahrer*innen bereit zu sein, genügend Abstand zu halten.
  • Wasserversorgung: Zwar gibt es in jeder Bar die Möglichkeit Wasser zu kaufen, die vom Festland bekannten Wasserstellen sind auf Sardinien jedoch sehr selten.
  • Zugfahren auf Sardinien: Zugfahren mit Fahrrad immer als sehr entspannt erlebt.
  • Herdenschutzhunde: Am besten ist es bisher bei solchen Begegnungen gefahren, indem wir einfach ruhig weitergefahren sind und die Herde und die Hunde einfach ignoriert haben.
  • Nebenrouten und Abkürzungen auf Komoot: Lass es, denn hier handelt es sich meist um echte Mountainbike Strecken, die Du mit Gepäck nur schiebend bewältigen kannst.

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