Die Frage, ob größere Schaltröllchen, insbesondere solche mit 13 Zähnen, in ein normales Shimano Schaltwerk eingebaut werden können, beschäftigt viele Fahrradenthusiasten. Es gibt unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema. Dieser Artikel fasst die Diskussionen und Erkenntnisse zusammen.
Grundlagen und Überlegungen
Es geht bei größeren Schaltröllchen darum, dass die Kette sich über größere Röllchen weniger biegen muss und deshalb die Reibungsverluste in der Kette kleiner sind. Ob das aber tatsächlich 5 Watt ausmacht, ist fraglich. Warum verkaufen die Hersteller dann nicht gleich ihre Käfige mit größeren Röllchen?
Die Verluste durch Ketten- und Lagerreibung belaufen sich unterschiedlichen Quellen zufolge auf 3-5% der Gesamtleistung. Bei 200W sind das etwa 10W verteilt auf alle Lager und die Kette. Es stellt sich die Frage, ob größere Schaltrollen hier signifikant helfen können.
Einige Nutzer haben versucht, größere Röllchen (z.B. oben 13 und unten 15 Zähne) in ein normales Shimano Schaltwerk mit kurzem Käfig einzubauen, was jedoch nicht funktioniert. Auch mit einem langen Käfig kann es Probleme geben, da hier der Bolzen am Käfig stören kann. Es wurde berichtet, dass die Kette beim Schalten vom unteren Röllchen gesprungen ist, was suboptimal ist.
Technische Aspekte
Durch größere Pulleys würde der Käfig zwar länger, aber die Kapazität des Schaltwerks würde sich dadurch nicht zwangsläufig erhöhen. Bei einer größeren oberen Schaltrolle wird der Abstand zwischen dem größten Ritzel und der oberen Schaltrolle kleiner.
Bei einer Ultegra Di2 6870 kann das kurze Schaltwerk (SS) maximal 28 Zähne und das mittellange (GS) 32 Zähne aufnehmen, natürlich abhängig von den verbauten Kettenblättern. Ein 11-Zähne-Röllchen hat einen Durchmesser von 44mm, während ein 15-Zähne-Röllchen einen Durchmesser von 60mm hat, was einer Vergrößerung des Radius von 13mm entspricht.
Reibung und Lager
Laut einem Tourtest beträgt der Anteil aller Lager bei 200W bzw. 30km/h insgesamt 0,5% bzw. 2 Watt. Dies steht im Widerspruch zu einer ermittelten Einsparung von etwa 2 Watt, wie in einem Test von Friction-Facts.com beschrieben. Einige fragen sich, warum die großen Hersteller dies nicht für den Profizirkus in ihre (Spitzen-)Gruppen einbauen.
Der Vorteil von Keramiklagern gegenüber Tacx Ceramic Röllchen beträgt im Labor nur 0,03 Watt. Dennoch sollte man dem Thema Beachtung schenken und durch Sauberkeit und Schmierung etwas erreichen. Bei der Kette sind auch noch 2 Watt zu holen, wenn man für gute Bedingungen dünneren Schmierstoff verwendet. Ein neuer Antriebsstrang ist für ein wichtiges Rennen ohnehin Pflicht.
Erfahrungen und Meinungen
Einige Nutzer berichten, dass sie nach einem Ausflug zu Tacx (Rollenlager) reumütig zu den Keramikgleitlagern von Shimano zurückgekehrt sind. Die Rädchen mit den Rollenlagern hielten meist nicht länger als einen Winter, da sie festgammelten.
Es gibt auch die Meinung, dass kostspielige Lager bei den Schaltröllchen keinen Sinn machen, da diese als Bauteil zum Verschleißen da sind und eine recht begrenzte Lebensdauer haben. Diese Lebensdauer entspricht in etwa der doppelten Kettenlebensdauer. Solange hält das billigste Plastiklager doch immer. Man würde doch ein Superlager mit verschlissenen Röllchen wegschmeißen?
Tabelle: Vergleich verschiedener Lagerarten
| Lagerart | Vorteile | Nachteile | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Keramikgleitlager | Präzise, haltbar | Potenziell höherer Reibungswiderstand | Lange Lebensdauer |
| Kugellager | Leichtgängig | Anfälliger für Verschmutzung und Rost | Kürzere Lebensdauer (bei schlechter Wartung) |
| Keramikkugellager | Leichtgängig, rostfrei | Teuer | Potenziell lange Lebensdauer (bei guter Wartung) |
| Plastiklager | Preiswert | Höherer Reibungswiderstand, weniger präzise | Lange Lebensdauer |
Alternativen und Tuning-Optionen
Neben dem Austausch der Schaltröllchen gibt es weitere Möglichkeiten, den Antrieb zu optimieren:
- Kettenführungen: Für Mountainbiker, die in extrem ruppigem Gelände unterwegs sind, empfiehlt sich eine Kettenführung, um ein Abspringen der Kette zu verhindern.
- Kettenblätter: Tuning-Kettenblätter, z.B. von Absolute Black, können optische Akzente setzen und leichter sein als die Serienbauteile. Ovale Modelle sollen den runden Tritt fördern.
- Schaltzüge und -hüllen: Hochwertige Zughüllensets von Jagwire sorgen für präzisere Schaltvorgänge und längere Lebensdauer.
- Kettenwachs: Farbige Kettenwachse von WEND Wax-On können die Kette in Neontönen erstrahlen lassen und sollen wenig Dreck und Feuchtigkeit anziehen.
- Range Extender: Garbaruk bietet Upgrade-Kits für 1 x 10- oder 1 x 11-Kassetten an, die sich mit einer Bandbreite von bis zu 10-50 Zähnen vor aktuellen 1 x 12-Antrieben nicht verstecken müssen.
Fazit
Ob sich ein Upgrade auf Shimano 13-Zähne-Schaltröllchen lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Einsatzzweck, die individuellen Präferenzen und das Budget. Während einige Nutzer von einer verbesserten Schaltperformance und geringeren Reibungsverlusten berichten, sehen andere keinen signifikanten Unterschied zu herkömmlichen Röllchen. Eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile sowie eine individuelle Testfahrt können bei der Entscheidung helfen.
Verwandte Beiträge:
- Shimano 11-fach Schaltrollchen: Test, Kaufberatung & Vergleich
- Shimano XT 11-fach Schaltrollchen: Test, Kaufberatung & Vergleich
- Shimano XT Schaltrollchen: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano SLX Schaltrollchen: Ersatzteile & Tipps zur Wartung
- Harley Davidson sicher transportieren: Die ultimativen Tipps für stressfreien Motorrad-Transport
- Fahrrad-Handyhalterung Test: Die Top Modelle im Vergleich für Sichere Fahrt!
Kommentar schreiben