SRAM und Shimano Schaltgruppen: Kompatibilität und Unterschiede

Die Wahl der richtigen Schaltgruppe ist entscheidend für die Performance und das Fahrerlebnis auf dem Mountainbike. In diesem Artikel werden die Grundlagen von Schaltgruppen erläutert, der Aufbau und die Funktionsweise betrachtet und die Unterschiede sowie die Hierarchie der einzelnen Modelle von Shimano und SRAM zusammengefasst.

Bestandteile einer Mountainbike-Gruppe

Eine Mountainbike-Gruppe besteht aus mehreren Schlüsselkomponenten, die zusammenarbeiten, um das Schalten und Bremsen zu ermöglichen. Hier eine Übersicht:

  • Tretkurbel: Hier beginnt die Kraftübertragung. Die Kurbelarme, Kettenblätter und die Achse bilden das Tretlager. Die Anzahl der Kettenblätter bestimmt die Anzahl der Gänge vorne.
  • Tretlager: Die Tretkurbeln werden auf der Tretlagerwelle befestigt, die auf mehreren Innenlagern gelagert ist.
  • Kassette (Ritzelpaket): Die Kassette besteht aus mehreren Zahnkränzen und befindet sich am Hinterrad. Sie bestimmt die Gangzahl am Heck.
  • Kette: Die Kette verbindet die Kettenblätter vorne mit der Kassette hinten und ist essentiell für den Antrieb.
  • Schaltwerk und Umwerfer: Diese Komponenten verschieben die Kette über die Kettenblätter bzw. die einzelnen Ritzel der Kassette. Bei Einfach-Schaltungen wird kein Umwerfer benötigt.
  • Schalthebel: Die Schalthebel befinden sich am Lenker und steuern den Schaltvorgang. Der Trigger-Typ ist am weitesten verbreitet.
  • Bremsen: Die Bremse ist ebenfalls Bestandteil einer Mountainbike-Gruppe, wobei der Trend zu einer Kombination verschiedener Komponenten geht. Es gibt hydraulische und mechanische Scheibenbremsen.

Gänge und Übersetzungen

Die Gänge ermöglichen eine konstant hohe Kraftübertragung über eine große Übersetzungsbandbreite. Kleine Gänge sind beim Mountainbiken wichtig, um extreme Anstiege zu bewältigen. Die Übersetzungsbandbreite bezeichnet die Spanne zwischen dem schwersten und leichtesten Gang. Die Anzahl der Zähne der Kettenblätter und Ritzel legt die genaue Übersetzung fest.

Shimano vs. SRAM - MTB-Schaltungen im Detail

Im MTB-Bereich hat man bei der Schaltung häufig die Wahl zwischen Shimano und SRAM. Beide Hersteller bieten eine breite Palette an Schaltgruppen mit unterschiedlichen Technologien und Hierarchien.

Shimano

Shimano ist der Marktführer in allen Fahrradsegmenten und hat das größte Portfolio an Schaltsystemen für den MTB-Bereich. Die meisten Gruppen lassen sich kombinieren, solange sie die gleiche Anzahl an Gängen besitzen. Die Schalthebel nutzen die Rapid Fire Technologie. Die aktuellen Top-Gruppen sind die neue XTR M9100 sowie die XTR Di2.

Shimano Schaltgruppen im Überblick:

  • Tourney: Die billigste Gruppe, die sowohl bei Einsteiger-Hardtails als auch bei Freizeit-Rädern eingesetzt wird.
  • Altus: Eine Einsteiger-Gruppe, die gelegentlich noch bei Budget-Mountainbikes eingesetzt wird.
  • Acera: Eine weitere Einsteiger-Gruppe mit 2x9 und 3x9 Gängen.
  • Alivio: Die Top-Gruppe in Shimanos Freizeit-Rad-Bereich, die schon einige Technologien der speziellen MTB-Gruppen übernimmt.
  • Deore: Die erste wirklich 100%ige MTB-Schaltgruppe, die sich an Neulinge und Fortgeschrittene richtet.
  • SLX: Das Arbeitstier unter den MTB-Gruppen, das sich in der Ausstattung nur geringfügig von teureren Gruppen unterscheidet.
  • Zee: Eine spezielle Downhill- und Freeride-Gruppe, die als 1x10 Schaltung erhältlich ist.
  • Deore XT: Eine sehr beliebte MTB-Schaltgruppe, die erstklassige Performance im XTR-Format bietet.
  • XT Di2: Die elektronische Version der XT, die elektronisch gesteuerte Servomotoren nutzt.
  • XTR: Die Meisterklasse von Shimano, die aus einer Mischung von Carbonteilen, Titan und hochwertigem Aluminium besteht.

SRAM

SRAM bietet ebenfalls eine breite Palette an MTB-Schaltgruppen, die sich durch ihre eigenen Technologien und Designmerkmale auszeichnen. SRAM bietet zunächst „2:1“-Schaltungen und -Schalthebel an, die Shimano-kompatibel waren, bevor sie mit „1:1“ und dann mit „Exact-Actuation/EA“ eigene Entwicklungen betrieben.

Kompatibilität von Schaltkomponenten

Die Kombination von Schaltkomponenten verschiedener Hersteller (wie Shimano, SRAM oder anderen Ketten- oder Ketteblatt-Herstellern) am Mountainbike kann problematisch sein. Besondere Steighilfen und unterschiedliche Abstände zwischen den einzelnen Ritzeln machen zum Beispiel Zwölffach-Kassetten von Sram und Shimano inkompatibel. Selbst bei gewissen Kombinationen älterer und neuer Modelle ein und desselben Herstellers kann man nicht sicher sein, dass die Teile miteinander harmonieren und die MTB-Schaltung einwandfrei funktioniert.

Freilaufstandards

Der Freilauf ist die Schnittstelle zwischen Laufrad und Kassette. Es gibt drei Freilaufstandards: den HG-Freilauf (früher von Shimano und Sram genutzt), den Micro-Spline-Freilauf (Shimano für Zwölffach-Kassetten) und den Sram XD-Standard (für Elffach und Zwölffach-Kassetten von Sram).

Kettenblätter

Mit der Einführung der Einfach-Antriebe hat sich auch das Zahnprofil der Kettenblätter stark verändert. Sram setzt auf ein Profil mit abwechselnd dicken und dünnen Zähnen (Sram X-Sync). Shimano hat für die Zwölffach-Kurbeln bei seinen Kettenblättern ebenfalls ein Narrow-Wide-Profil eingeführt.

Kettenlinie

Beim Tausch des Kettenblatts muss man die zum Mountainbike passende Kettenlinie beachten. Bikes mit Boost-Hinterbau benötigen ein Kettenblatt mit 3-mm-Offset. Bikes mit schmalerem Einbaumaß für das Hinterrad brauchen mindestens sechs Millimeter Offset.

Jagwire Sport Innenzüge

Die Sport Innenzüge von Jagwire bieten eine gute Balance zwischen Performance, Langlebigkeit und Preis. Die Edelstahlzüge werden vorgedehnt und durchlaufen eine spezielle Schleifvorrichtung, die alle Unebenheiten entfernt. Das Ergebnis ist eine glatte Oberfläche, die für Reibungsreduktion entlang der gesamten Zuglänge sorgt.

Spezifikationen:

  • Einsatzbereich: Road, MTB, Touring & Trekking
  • Durchmesser: 1,1 mm
  • Länge: 2300 mm, 3100 mm, 4445 mm
  • Material: Edelstahl
  • Kompatibilität: Shimano/SRAM Schaltungen

Features:

  • Geschliffener und vorgedehnter Innenzug aus rostfreiem, spiralgebundenem Edelstahl
  • Extrem korrosionsbeständig
  • Niedrige Reibung für eine präzise Schaltperformance und Haltbarkeit
  • Lange Ausführungen für Tandem-Fahrräder geeignet

Preisgünstige E-Schaltungen fürs Rennrad

Mit der neuen 105 Di2 macht Shimano Srams Rival eTap AXS Konkurrenz im vergleichsweise günstigen Preissegment. Beide 12-fach-Gruppen wurden verglichen, um den besten "Stromtarif" zu ermitteln.

Unterschiede zu den Highend-Gruppen

Trotz ihres Mehrgewichts brauchen sich beide Gruppen vor ihren großen Geschwistern nicht zu verstecken. Die 105 Di2 R7100 ist rund 600 Gramm schwerer als das Flaggschiff Dura-Ace Di2, was vor allem an den verwendeten Materialien liegt. Srams Rival eTap AXS setzt in weiten Teilen auf die Technologie der höherwertigen Gruppen Force und Red. Abstriche müssen Rival-Käufer hauptsächlich bei den verwendeten Materialien hinnehmen.

Schaltlogik

Shimano und Sram setzen auf ihre eigene, über alle Elektro-Gruppen hinweg bewährte Schaltlogik. Bei Shimano bedient der linke STI mit zwei Tasten den Umwerfer, das Schaltwerk wechselt über zwei Tasten am rechten Hebel die Gänge. Bei Sram wandert das Schaltwerk per Klick auf linken Schalthebel auf einen leichteren Gang und legt über den rechten Hebel einen Zahn zu. Der Kettenblattwechsel erfolgt durch gleichzeitiges Drücken beider Hebel.

Individuelle Konfiguration

Beide Hersteller bieten mit ihren Smartphone-Apps die Möglichkeit, das Verhalten der Komponenten individuell anzupassen. So kann etwa der Umwerfer selbstständig das Kettenblatt wechseln, sollte die Kette zu schräg laufen. Auch lassen sich "verschleißintensive" Gangkombinationen wie groß/groß oder klein/klein sperren.

Übersetzung

Das 12. Ritzel erlaubt grundsätzlich breitere Übersetzungsspektren, ohne dass die Sprünge zwischen den Gängen zu groß werden. Im Hause Shimano setzt man ausschließlich auf die klassische 2-fach-Kurbel, wahlweise mit 50/34 Zähnen (kompakt) oder 52/36 Zähnen (semikompakt). Dazu bietet Shimano zwei Kassetten an: mit 11-34 oder 11-36 Zähnen. Sram hingegen setzt wie auch mit der Force und Red auf kleinere Kettenblätter und Ritzel als der Kontrahent aus Japan - mit den Abstufungen 48/35 oder 46/33. In Kombination mit wahlweise 10-30 oder 10-36 Zähnen an der Kassette ergibt sich ein noch enger abgestuftes Übersetzungsspektrum als bei der 105 Di2.

Bremsen

Sowohl die 105 Di2 als auch die Rival eTap AXS gibt es derzeit nur als Disc-Variante. Die 105er-Bremsen können wie bei Ultegra und Dura-Ace wahlweise mit organischen oder mit Metallbelägen mit oder ohne Kühlrippen gefahren werden. Bei Sram kommt der Bremsgriff der Rival eTap AXS schlanker als bei Red und Force.

Anbindung an ein Smartphone / eine Headunit

Beide Gruppen besitzen eine Bluetooth-Schnittstelle im Schaltwerk und können per Funk mit einem Smartphone oder einem Radcomputer kommunizieren. Über das Smartphone lässt sich die Schaltung nach individuellen Vorlieben konfigurieren.

Upgrade oder Austausch von Komponenten

Das ist grundsätzlich bei beiden Herstellern problemlos möglich, solange du sortenrein kombinierst: also Shimano mit Shimano und Sram mit Sram. Familienintern sind die Komponenten beliebig auszutauschen.

Stromversorgung

Shimanos Di2 kommt traditionell mit einem zentralen Akku, der je nach Rad meist in der Sattelstütze oder im Unterrohr verbaut wird - und der per Kabel mit den übrigen Komponenten verbunden ist. Sram verzichtet hingegen konsequent auf Kabel, die Schalthebel kommunizieren per Funksignalen mit Schaltwerk und Umwerfer, die jeweils von einem abnehmbaren Akku mit Strom versorgt werden.

Übersetzungsverhältnisse im Vergleich:

Hersteller Gruppe Kurbel Kassette
Shimano 105 Di2 50/34 oder 52/36 11-34 oder 11-36
Sram Rival eTap AXS 48/35 oder 46/33 10-30 oder 10-36

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0