Scheibenbremsen E-Bike Ratgeber

Scheibenbremsen am E-Bike helfen Dir - egal bei welcher Wetterlage - eine gute gleichbleibende Bremskraft mit wenig Kraftaufwand Deiner Hände bzw. Finger. Entsprechend standfest muss eine E-Bike Bremse sein, da E-Bikes schnell und schwer sind. Eine Bremse für das E-Bike muss den Belastungen gewachsen sein, die das höhere Gewicht des E-Bikes und die höhere Geschwindigkeit erfordern. Dabei muss sie gut zu dosieren sein und zuverlässig funktionieren.

Es ist aber wichtig, dass die Scheibenbremsen gut und richtig eingebremst wurden. Dies ist sowohl beim Kauf eines neuen Pedelec nötig, als auch beim Bremsbelag-Wechsel bzw. Sie sehen, es lohnt sich also mehrfach, die Zeit in das richtige Einbremsen der Scheibenbremsen zu investieren. Nachfolgend erläutern wir, wie man die Scheibenbremsen am Elektrofahrrad sinnvoll einbremst.

Das richtige Einbremsen der Scheibenbremsen am E-Bike

Bedenken Sie vor dem ersten Einbremsen unbedingt, dass neue Bremsklötze und auch neue Bremsscheiben nicht von vorneherein ihre volle Bremskraft haben. Daher sollten Sie sich vorsichtig herantasten und nicht gleich in den dichten City-Verkehr fahren oder den nächsten steilen oder kurvenreichen Berg in der Umgebung bezwingen wollen. Nutzen Sie besser eine wenig befahrene ruhige Straße bzw. Radweg. Auch ein leerer Supermarkt-Parkplatz z.B. am Wochenende ist eine gute Idee, um kein unnötiges Risiko für sich und andere einzugehen.

Als erstes beschleunigen Sie nun mit dem E-Bike auf ca. 30 km/h und gehen dabei dann kraftvoll in die Bremse - achten Sie darauf, dass die Räder dabei nicht blockieren. Den Bremsvorgang auf diese Art und Weise gut 20 Mal wiederholen.Wenn an Ihrem E-Bike organische Bremsbeläge - also Beläge, die aus verschiedenen organischen Materialien, wie z.B. Kunstharz, bestehen - verbaut sind, müssen diese noch anderweitig eingebremst werden. Ein sogenanntes Ausgasen bei sehr hohen Temperaturen ist in diesem Falle nötig; erst dabei können die Bindemittel des Belages aushärten.

Daher ist es unabdingbar nach dem oben beschriebenen Einbremsen eine Radfahrt mit sehr hoher Geschwindigkeit zu absolvieren, welche dann mit einem langen Bremsvorgang abgeschlossen wird. Auch dies muss einige Male wiederholt werden - separat sowohl für vorne als auch für hinten.

Hydraulische vs. Mechanische Bremsen

Mechanische Felgenbremsen stoßen hier an ihre Grenzen - diese Bauart findet man selbst an Fahrrädern ohne Motor immer seltener, zumindest ab einer gewissen Preisklasse. Ein E-Bike mit hydraulischer Bremse ist in allen Kategorien die empfehlenswerteste Lösung, da sie, gut eingestellt und gewartet - einen exakten Druckpunkt hat, wenig Handkraft erfordert und hohe Bremskraft bietet.

In den meisten Fällen ist ein E-Bike mit einer hydraulischen Scheibenbremse ausgestattet, wie etwa das Rose Black Lava, ein E-Bike mit Scheibenbremsen von Shimano. Alternativ rüsten Hersteller manche Modelle mit einer hydraulischen Felgenbremse aus. Deren größter Nachteil ist der mit ihr einhergehende Verschleiß der Felge, der irgendwann deren Austausch erfordert. Ein Beispiel ist das Tauber-Rad Tour, ein E-Bike mit hydraulischer Bremse in Form einer Magura HS11 Felgenbremse.

Quietschende E-Bike Bremsen

Ob Sie Ihr E-Bike über den Winter eingelagert haben oder bei Regen, Schnee und Glätte unterwegs waren - auf einen Frühjahrs-Check sollte niemand verzichten. Wenn die E Bike Bremse quietscht, zehrt das an den Nerven, im schlimmsten Fall kann es auch Anzeichen eines Defekts sein. Aufzählungen möglicher Ursachen findet man in Foren, auf einschlägigen Internetseiten, auf der Onlinepräsenz vieler Bike Shops und auf YouTube, wo nicht nur Bremsenhersteller mit Service-Videos vertreten sind.

Manchmal quietschen E Bike Bremsen lediglich während des Bremsvorgangs, manchmal ist ein regelmäßiges kurzes Quietschen zu hören, das sich mit jeder Umdrehung des Laufrads wiederholt. Handelt es sich um hydraulische Felgenbremsen am E-Bike, deutet das regelmäßige Geräusch auf einen Seitenschlag der Felge hin, das Laufrad hat also eine leichte „Acht“, die es zu beheben gilt. Im Zweifelsfall sollte man das dem Fachmann überlassen.

Quietscht die Felgenbremse beim Bremsvorgang, lässt sich das Problem in den meisten Fällen durch minimales Schrägstellen der Bremse und damit der Bremsbeläge abstellen. Die Bremsbeläge sollten beim Betätigen der Bremse zunächst an ihrem vorderen Ende mit der Felge in Kontakt kommen, das hintere dabei noch etwa einen Millimeter von der Felge entfernt sein. Es hilft, bei der Justage am hinteren Ende ein dünnes Stück Pappe zwischen Felge und Belag zu klemmen, es gibt aber auch extra dafür vorgesehene Montagehilfen.

Falls die E Bike Bremsen quietschen, und es sich um Scheibenbremsen handelt, deutet ein regelmäßiges kurzes Geräusch entweder auf eine verbogene Bremsscheibe oder auf einen ungenau montierten Sattel hin. Eine nur leicht verbogene Bremsscheibe kann man unter Umständen mit den Händen oder mit Spezialwerkzeug wieder geradebiegen. Man muss dabei unbedingt darauf achten, die Scheibe nicht zu verschmutzen.

Aber auch das Einstellen des Bremssattels ist kein Hexenwerk. Quietschen die Bremsen beim Bremsvorgang selbst, kommen mehrere Ursachen in Frage. Ist es ein neues E-Bike, an dem die Scheibenbremsen quietschen, sind sie noch nicht eingebremst. E-Bike Bremsen müssen nämlich eingefahren werden - das gilt auch für neue Beläge nach einem Wechsel. Dazu muss man auf einer Gefällestrecke etwa 20 mal stärker bremsen - man bemerkt, wie die Bremsen bissiger und auch leiser werden.

Alternativ kann man gerade E Bike Bremsen einfahren, indem man in der Ebene einige Sekunden an der Bremse zieht und dabei weiter in die Pedale tritt. Bei Nässe oder nach dem Putzen des Fahrrads quietschen viele E-Bike-Bremsen, das gibt sich von selbst, sobald es wieder trocken wird. Außerdem kann die E Bike Bremse quietschen, wenn Schmutz oder Öl auf die Scheibe und/oder die Beläge gelangt ist, und wenn die Beläge verglast sind. Die Bremsscheibe und verschmutzte Beläge kann man mit speziellen Bremsenreinigern säubern, verglaste Beläge und mit Öl verschmutzte Bremsbeläge müssen ausgetauscht werden.

E-Bike Bremsen einstellen

Ein regelmäßiges, sich wiederholendes Tickern oder Quietschen der E-Bike-Bremse, das nicht von einer verbogenen Bremsscheibe herrührt, deutet auf einen nicht exakt montierten Bremssattel hin. Will man die E-Bike Bremsen einstellen, indem man den Bremssattel exakt platziert, muss sich das Rad frei drehen können. Ein Montageständer ist hier extrem hilfreich.

Der Bremssattel am E-Bike mit hydraulischer Bremse ist am Rahmen und an der Gabel gleichermaßen mit zwei Schrauben befestigt. Die sind jeweils durch ein Langloch am Bremssattel geführt, so dass sich dieser hin- und herschieben lässt, sobald man diese Schrauben lockert.

  1. Falls die E Bike Bremse schleift oder tickernde Geräusche macht, löst man in einem ersten Schritt die beiden Schrauben, so dass sich der Bremssattel leicht hin- und herbewegen lässt.
  2. Dann dreht man das Laufrad mit der Hand an und zieht den Bremshebel, wodurch sich der Sattel an der Scheibe ausrichtet.
  3. Falls das noch nicht der Fall ist, kommen die Augen ins Spiel. Idealerweise vor einem hellen Hintergrund sieht man mit bloßem Auge, ob der Spalt zwischen Scheibe und Bremsbelägen auf beiden Seiten gleich groß ist.
  4. Jetzt löst man eine Schraube ganz leicht, die andere etwas weiter und richtet den Bremssattel von Hand passend aus. Das erfordert Geduld und ist etwas mühsamer, von daher empfehlen wir immer mit der ersten Methode zu starten.

Manche Scheibenbremsen bieten die Option, den Abstand der Bremsbeläge zur Scheibe einzustellen. Die Einstellung erfolgt am Bremshebel, per Drehrad, Rändelschraube oder - mit Werkzeug - einer Schraube.

Bremsbeläge wechseln

E-Bikes sind nicht unbedingt ein Schnäppchen - gute Beratung und hervorragender Service sollten daher im Preis inbegriffen sein. Bremsbeläge verschleißen, das gilt auch für Bremsbeläge am E-Bike. Aber wie lange halten Bremsbeläge am E-Bike? Das hängt vom Systemgewicht ab, also dem Gewicht von Fahrer, Fahrrad und Gepäck, vom Fahrstil und von der Art des Bremsbelags. Es gibt organische Bremsbeläge und gesinterte Bremsbeläge.

Bei organischen Bremsbelägen sind unterschiedliche Kohlenstoffverbindungen per Kunstharz zu einem Belag gepresst. Ein organischer Bremsbelag ist weicher, quietscht weniger, verträgt aber Hitze schlechter und verschleißt schneller. Gesinterte Bremsbeläge bestehen dagegen aus feinen Metall- und Keramikteilen. Gesinterte Beläge sind härter und resistenter gegen Hitze, neigen aber eher zum Quietschen.

Für die meisten E-Bike Bremsen gibt es neben den originalen Bremsbelägen ihrer Hersteller auch Bremsbeläge von Drittanbietern. Es schadet nicht über Alternativen nachzudenken, und man findet online oder immer wieder auch in Fachmagazinen einen E-Bike Bremsbeläge Test, um sich über Preise und Qualität zu informieren.

Um die E-Bike Bremsbeläge zu wechseln, muss man zunächst die Laufräder ausbauen. Die Bremsbeläge werden von einem Bolzen oder einer Schraube in ihrer Lage gehalten. Diese werden in der Regel von einem Clip oder Splint gesichert, den man im ersten Schritt entfernt. Nachdem auch die Schraube oder der Bolzen entfernt wurden, kann man die Bremsbeläge zusammen mit der Spreizklammer entfernen.

Danach reinigt man die Kolben mit einem weichen Lappen und drückt sie zurück, bis sie plan mit dem Gehäuse des Bremssattels liegen. Dieses Zurückdrücken ist nötig, weil bei hydraulischen Scheibenbremsen am E-Bike die Beläge automatisch nachgestellt werden, wenn die Beläge nach und nach verschleißen. Die neuen Beläge sind dicker als die abgefahrenen alten, ohne das Zurückstellen der Kolben ist die Montage der neuen schlecht möglich und die Bremsscheibe findet keinen Platz dazwischen.

Jetzt die neuen Bremsbeläge zusammen mit der Spritzklammer einsetzen und die Sicherung, ob Bolzen oder Schraube wieder einsetzen und auch diese mit Splint oder Clip sichern.

Hydraulikflüssigkeit wechseln und E-Bike Bremsen entlüften

Hydraulische E-Bike Bremsen arbeiten entweder mit Bremsflüssigkeit (DOT) oder mit Hydrauliköl. Beide Medien müssen in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, Sram etwa empfiehlt für DOT einen jährlichen Wechsel, für Hydrauliköl einen Zweijahres-Turnus. Nach dem Wechsel müssen die E-Bike Bremsen entlüftet werden, das Entlüften kann aber auch dazwischen nötig sein.

Typisches Anzeichen: Der Bremshebel lässt sich durchziehen und die Bremse greift sehr spät oder schlimmstenfalls gar nicht, die E-Bike Bremse baut erst nach mehrmaligem Ziehen Druck auf. Luft im System ist einer der häufigsten Gründe, warum eine E-Bike Bremse nicht funktioniert. Eine gut funktionierende Bremse aber ist unabdingbar, deswegen darf man den Ölwechsel oder das Entlüften der E-Bike Bremse nur mit handwerklichem Geschick selbst durchführen. Im Zweifel immer zum Händler gehen.

Wer selbst entlüften will benötigt ein zur Bremse passendes Entlüftungsset. Wie man die E-Bike-Bremsen entlüftet, unterscheidet sich von Fall zu Fall, Anleitungen dazu findet man auf YouTube oder der Internet-Präsenz der jeweiligen Hersteller. Im Prinzip werden am Bremssattel und am Bremsgriff Spritzen angeschlossen. Mit der oberen drückt man Öl durch das System in die untere, bis alle Luftblasen entwichen sind.

E-Bike Bremse wechseln

Bei entsprechender Pflege sind E-Bike-Bremsen sehr langlebig. Wer seine E-Bike Bremse wechselt tut das oft, weil er ein höherwertiges Modell fahren will, das ein besseres Bremsgefühl, höhere Standfestigkeit oder mehr Bremskraft bietet. In Fachmagazinen, bei der Stiftung Warentest oder online findet man regelmäßig einen E Bike Scheibenbremsen Test, der aktuelle Modelle vorstellt und bewertet. So kann man bei Bedarf vergleichen und eine neue E-Bike Bremse auswählen.

Wenn man den Umbau selbst vornimmt, entstehen beim E-Bike Bremsen wechseln lediglich die Kosten für die neue Bremse und für das Entlüftungsset. Das benötigt man zwingend, da in der Regel die Leitungen der neuen Bremse gekürzt und diese danach entlüftet werden müssen.

Bei vielen modernen E-Bikes ist zudem die hintere Bremsleitung durch den Rahmen geführt, so dass die Leitung vom Bremsgriff getrennt werden muss, um die durch den Rahmen zu ziehen, selbst wenn sie nicht zu lang ist. Auch dann ist das Entlüften nötig. Auch hier gilt: im Zweifel den Händler beauftragen, wodurch sich die Kosten für den Wechsel der E-Bike Bremse um die Arbeitszeit erhöhen.

Online haben wir zum Beispiel einen Pauschalpreis von knapp über 80 Euro für den Austausch einer Bremse mit außen verlegten Leitungen und knapp unter 100 Euro bei innen verlegten Leitungen recherchiert.

Richtig bremsen mit dem E-Bike

Eines muss man auch mit einer neuen Bremse auf jeden Fall: mit dem E-Bike richtig bremsen. Mit Gefühl also und mit beiden Bremsen gleichzeitig, wobei der größere Teil der Bremskraft auf das Vorderrad wirken sollte. Es gibt übrigens hydraulische Scheibenbremsen für das E-Bike mit ABS.

Geplante Gesetzesänderung zu Fahrradbremsen

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr plant eine Novellierung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), die unter anderem eine Verschärfung der Anforderungen an Fahrradbremsen vorsieht. Die im August 2024 bekannt gewordene neue Regelung soll eine Mindestbremsverzögerung von 5 m/s² für alle neu in Deutschland in den Verkehr gebrachten Fahrräder festlegen.

Die Initiative für die Gesetzesänderung folgt der Absicht, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Der vom Bundesministerium vorgeschlagene Wert von 5 m/s² soll gewährleisten, dass Fahrräder schneller zum Stehen kommen können.

Der Zentralverband der deutschen Fahrradindustrie (ZIV) hat jedoch Bedenken gegenüber den neuen Vorgaben geäußert. Die Industrie verweist darauf, dass die derzeitigen Normen bereits Mindestbremsverzögerungen von 3,4 m/s² bzw. maximale Bremswege von 7 m bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h für City- und Trekkingräder festlegen.

Die Fahrradindustrie warnt davor, dass eine höhere Bremsverzögerung zu einer unerwartet starken Bremsreaktion führen kann, besonders bei Fahrenden, die nicht an solche Bremskräfte gewöhnt sind.

Trotz der Bedenken gegenüber der geplanten Gesetzesänderung arbeitet der ZIV mit seinen Mitgliedsunternehmen kontinuierlich daran, die Bremsentechnologie weiterzuentwickeln. Innovative Systeme wie das Antiblockiersystem (ABS) und die Verbundbremse (CBS bzw. IBS), die eine automatische Verteilung der Bremskraft auf Vorder- und Hinterräder ermöglichen, sind Beispiele für solche Bemühungen.

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