Fahrradschloss Arten im Vergleich: So schützen Sie Ihr Fahrrad effektiv vor Diebstahl

In vielen Städten und Landkreisen steht Fahrraddiebstahl ganz oben in der Kriminalitätsstatistik. Je teurer dein Fahrrad, desto besser solltest du es auch sichern. Auch wenn du dein Rad oft unbeaufsichtigt parken musst, lohnt sich eine Investition in ein gutes Fahrradschloss nicht nur finanziell, sondern spart auch Ärger und Nerven.

Welches Fahrradschloss benötige ich?

Ein gutes Fahrradschloss muss mehrere Kriterien erfüllen, die stark von der Nutzung abhängen. Abhängig davon, ob du dein Fahrrad beispielsweise nur abschließen möchtest oder an einem Objekt befestigen möchtest, kommen unterschiedliche Fahrradschlösser für dich in Frage. Auch die Flexibilität, die Sicherheitsstufe bzw. Level und das Gewicht können eine wichtige Rolle im Alltag spielen. Du solltest dir also zuvor überlegen, wofür du dein Fahrradschloss benötigst, um das optimale Fahrradschloss für dich zu finden.

Die fünf Arten der Fahrradschlösser

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Arten an Fahrradschlössern, die du bei uns findest. Sie unterscheiden sich jeweils in ihrer Flexibilität und ihrem Verwendungszweck.

Bügelschloss

Das Bügelschloss ist ein Bogen aus massivem Metall, der mit einem Schließkopf verbunden ist. Es ist kaum flexibel und schwer. Dadurch ist es einerseits ein effektiver Schutz vor Langfingern, ermöglicht andererseits aber wenig Spielraum bei der Befestigung deines Fahrrads an Objekten und ist vergleichsweise schwer zu transportieren.

Faltschloss

Das Faltschloss ist ganz ähnlich zum Bügelschloss aus massivem Metall gefertigt, lässt sich jedoch dank seiner beweglichen Glieder wie ein Zollstock aufklappen. Dadurch ist es deutlich flexibler als ein Bügelschloss und lässt auch die Befestigung an Objekten problemlos zu. Dank der Glieder ist ein Faltschloss auch mit einem Bolzenschneider nur schwer zu knacken. Das Faltschloss, das seit Jahren große Erfolge feiert, ist das Abus Bordo.

Kabelschloss

Das Kabelschloss ist eine sehr beliebte Art Fahrradschloss bestehend aus einem Stahlseil mit Kunststoffummantelung. Es punktet durch eine hohe Flexibilität, ist leicht zu transportieren und ermöglicht durch seine Länge auch ein Befestigen deines Fahrrads an Laternen und Co.

Kettenschloss

Das Kettenschloss ist ein Fahrradschloss aus massiven Kettengliedern in einem wetterfesten Überzug. Es kombiniert eine hohe Flexibilität und lässt sich so auch problemlos an Objekten befestigen. Im Vergleich zum Kabelschloss ist es etwas schwerer. Das ABUS Yardo 7807F Kettenschloss besteht im Wesentlichen aus einer 7 Millimeter starken Rundkette, die einen robusten Schutz vor Diebstahl bietet. Die Enden der 110 cm langen Kette werden mit einem Schlosskörper aus beschichtetem Zinkdruckguss verbunden.

Rahmenschloss

Das Rahmenschloss kann als Basissicherung des Fahrrads angesehen werden. Fest montiert am Rahmen ermöglicht es ein schnelles Abschließen deines Fahrrads, wenn du eine kurze Pause machst. Allerdings können Diebe dein Fahrrad so einfach wegtragen.

Ein Vorteil der Rahmenschlösser liegt jedoch darin, dass man sie schlichtweg nicht zuhause vergessen kann. Zudem funktioniert das Abschließen einfach und schnell. Für eine langfristige Sicherung solltest du allerdings ein zusätzliches Fahrradschloss nutzen.

Fahrraddiebstahl: Eine erschreckende Statistik

Fahrraddiebstahl ist Volkssport, könnte man meinen, wenn man einen Blick auf die Statistik wirft: 233.584 Fahrräder wurden laut Polizeiangaben 2021 als gestohlen gemeldet - und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Natürlich ist bei Weitem nicht jedes geklaute Zweirad ein hochwertiges Reiserad. Die meisten Fahrräder werden laut Statistik in Großstädten entwendet, und häufig handelt es sich dabei um Bahnhofsräder, Citybikes oder rostige Drahtesel. Doch die Zahl professioneller Diebstähle steigt stetig.

Auf Hilfe von offizieller Seite sollte man sich übrigens nicht verlassen. Ein Blick auf die Statistik zeigt auch hier eine erschreckende Zahl: Die Aufklärungsrate von Fahrraddiebstählen liegt gerade mal bei 9,8 Prozent.

6 Tipps zum Thema Fahrradschloss

Was macht ein gutes Fahrradschloss aus, und worauf sollten Sie beim Kauf sonst noch achten? Hier sind einige Tipps:

  1. Das Fahrradschloss: Kaufen Sie unbedingt ein hochwertiges Fahrradschloss - abhängig vom Fahrradwert (Richtwert: zehn Prozent des Kaufpreises) und vom Abstellort. Leasingrad-Anbieter oder Versicherungen fordern häufig Schlösser einer bestimmten Preis- oder Schutzklasse. Hat man sein Fahrrad mit einem billigen Schloss abgesperrt und es wird gestohlen, kann die Versicherung eine Entschädigung aberkennen. Welche Voraussetzungen ein Fahrradschloss erfüllen muss, erfragen Sie am besten bei Ihrer Versicherung.
  2. Die Sicherheitsstufen: Zwar ordnen alle Hersteller ihre Schlösser in verschiedene Schutzklassen ein - je höher der Wert, desto sicherer ist das Fahrradschloss -, eine einheitliche Norm für Fahrradschlösser gibt es aber hierzulande nicht. Was bei dem einen Sicherheitsstufe 5 ist, bedeutet bei einem anderen Hersteller vielleicht Schutzklasse 15. Hinweise zur Qualität liefern unabhängige Prüfsiegel, wie es sie etwa vom ADFC gibt. Fahrradbesitzern mit einer Diebstahlversicherung wird auch häufig das VdS-Siegel (Vertrauen durch Sicherheit) empfohlen. Bei hochwertigen Fahrrädern setzen manche Versicherungen dieses Prüfsiegel sogar voraus, um überhaupt Ansprüche geltend machen zu können.
  3. Finger weg davon: Besonders leicht lassen sich in der Regel dünne Spiralkabelschlösser knacken. Auch Panzerkabelschlösser bieten oft nur wenig Schutz vor Bolzenschneider und Co. Diese Schlösser sollten daher nur für kurze Standzeiten verwendet werden. Die sichersten Modelle im Test sind Bügelschlösser, Falt- und Kettenschlösser - doch auch hier kommt es stark auf die Materialqualität an. Sichere Schlösser sind häufig auch sehr schwer. So kann ein gutes Bügelschloss schon mal zwei Kilo wiegen. Beim Anschließen beschränkt die Breite des Bügels. Kettenschlösser bieten zwar viele Anschließoptionen, sind aber umständlich im Transport. Eine gute Kombi sind die flexiblen Faltschlösser - geringes Packmaß und gute Anbringungsmöglichkeiten.
  4. Doppelt hält besser: Zwei Schlösser sind besser als eines. So können beispielsweise Anbauteile wie Laufräder oder der Sattel zusätzlich mit einem längeren Kabelschloss geschützt werden. Achten Sie auch auf unterschiedliche Bauweisen - Bügelschloss und Kabelschloss zum Beispiel - oder Modelle verschiedener Hersteller. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Dieb nicht das passende Werkzeug dabeihat. Es gibt auch Täter, die sich auf Schlösser bestimmter Marken spezialisieren und von „Fremdfabrikaten“ abgeschreckt werden.
  5. Richtig sichern: Ansperren statt nur absperren ist hier das Zauberwort. Der Gegenstand, an dem das Fahrrad angesperrt wird, sollte mindestens so stabil sein wie das verwendete Fahrradschloss. Diebe setzen immer am schwächsten Glied der Kette an. Maschendraht lässt sich einfach mit einem Seitenschneider durchzwicken, ein dünner Holzstamm leicht durchsägen. Am besten eignen sich stabile Fahrradständer aus Eisen oder ein Laternenmast. Das Fahrradschloss sollte man möglichst hoch anbringen, um dem Täter weniger Deckung zu bieten. Auch ein Bolzenschneider kann auf diese Weise nicht auf dem Boden als Gegenhalt abgestützt werden. Öffentliche Plätze sind besser als dunkle Ecken. Stark frequentierte Orte schrecken Diebe eher ab. Im Eigenheim lässt sich das Bike an sogenannten Wand- oder Bodenankern sichern. Im Fahrradkeller des Mehrfamilienhauses sollte man immer mehrere Gegenstände zusammen absperren. So lassen sich diese nicht mehr so einfach wegtragen.
  6. Gut zu wissen: Um im Falle eines Diebstahls überhaupt Ansprüche geltend machen oder eine Anzeige bei der Polizei aufgeben zu können, sollten Sie auf jeden Fall die Rechnung Ihres Fahrrads aufheben und sich die Rahmennummer notieren. Halten Sie zudem auffällige Merkmale wie Marke, Farbe und Zubehör fest. Zusätzlich können Sie sich auch einen Fahrradpass oder die Fahrradpass-App der Polizei besorgen. Auch ein Foto des Bikes kann bei der Regulierung helfen.

Testergebnisse: 10 Fahrradschlösser für die Stadt im Vergleich

Wir haben zehn Heavy-Duty-Schlösser und sechs leichte Alternativen für unterwegs einem Härtetest unterzogen. Nicht jedes Exemplar leistete unseren Aufbruchversuchen dauerhaft Widerstand.

Schloss Preis Gewicht/Länge (innen) Zertifizierung MYBIKE-Urteil
ABUS GRANIT XPlus 540 SH B 139,95 Euro 1455 g / 22,5 x 10,6 cm ART-3; Sold Secure Diamond; VdS Sehr gut
BBB Secure Chain BBL-75 69,95 Euro 1972 g / 90 cm ART-2; Sold Secure Silver Befriedigend
ELOPS Fahrrad-Ketten-Schloss 920 L Art 3 59,99 Euro 3257 g / 110 cm ART-3; Sold Secure Silver Gut
HIPLOK D1000 279,99 Euro 1930 g / 15,1 x 9,0 cm Sold Secure Diamond Sehr gut
KRYPTONITE Evolution 790 135 Euro 1428 g / 90 cm ART-2; Sold Secure Gold Sehr gut (Test-Sieger 1/2023)
LITELOK One Wearable 149,95 Euro 1330 g / 100 cm ART-2; Sold Secure Silver Gut
MASTERLOCK Bügelschloss 8279 71,95 Euro 1155 g / 21,5 x 10,6 cm Sold Secure Gold; VdS Sehr gut
TRELOCK FS 580 TORO X-Press 132,99 Euro 1427 g / 90 cm ART-2; Sold Secure Gold Sehr gut (Test-Sieger 1/2023)
SEATYLOCK Foldylock 90 109,95 Euro 1625 g / 90 cm Sold Secure Gold -

Diebstahlschutz für Fahrradteile

Wahrscheinlich hast Du in der Stadt schon Fahrräder gesehen, denen das Vorderrad fehlte oder der Sattel samt Sattelstütze. Um Dieben den Teileklau zu erschweren, kannst Du zunächst auf Schnellspanner verzichten - aber auch Laufräder, Sattelstützen und andere Komponenten, die Du nicht schon mit dem Fahrradschloss anschließt, mit Montagesicherungen versehen, die sich nur mit teils codiertem Spezialwerkzeug öffnen lassen.

Zusätzliche Tipps vom ADFC

  • Der ADFC empfiehlt, besser in zwei verschiedene Schlösser investieren.
  • Die längste Version wählen, so hat man auch an Laternen wenig Mühe beim Anschließen (bezogen auf Faltschlösser).

Qualitätsmerkmale für sichere Schlösser (ADFC-Checkliste):

  • Schlosstyp: Bügel-, Falt-, Ketten- oder Panzerkabelschlösser bieten mehr Schutz als Schlösser mit Spiralkabeln, aus dünnen Drähten oder leichten Ketten.
  • Materialqualität: Bügel, Ketten oder Faltglieder sollten aus hochwertigem gehärteten Stahl gefertigt sein, ebenso der Schlosskörper.
  • Masse und Durchmesser: Schwerere Schlösser mit großen Bügel-Durchmessern sind stabiler. Deshalb wiegen qualitativ hochwertige Schlösser oft mehr als ein Kilogramm.
  • Schließzylinder: Drehscheibenzylinder bieten hohen Schutz gegen das Lockpicking. Sie sind schwer zu manipulieren.
  • Gesamtqualität: Ein Fahrradschloss ist nur so sicher wie seine schwächste Stelle. Die Qualität von Material, Schlosszylinder und Schlosskörper muss durchgängig hoch sein.

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