Die Geschichte von Schmitz Adenau und die Welt der BMW-Motorräder

Das alte Fahrerlager am Nürburgring hatte tatsächlich etwas magisches. Viele Motorsportbegeisterte haben hier unvergessliche Momente erlebt und spannende Geschichten geschrieben. Eine davon handelt von Zweirad Schmitz in Adenau und ihrer besonderen Beziehung zu BMW-Motorrädern.

Erinnerungen an das Fahrerlager des Nürburgrings

Ich glaube, es war beim WM Lauf 1976 auf dem Nürburgring. Mich hatte damals schon das Rennfieber gepackt und bin dann auch ab 1978 OMK-Pokal gefahren. So bin ich mit ein paar Kumpels zum Ring gefahren, um uns die "ganz Grossen" anzugucken. Während meine Kumpels jedoch mehr auf Bierdosenleertrinken aus waren, wollte ich Agostini, Cecotto und die anderen mal von nahem sehen. Was lag also näher, dem Fahrerlager einen Besuch abzustatten.

Gesagt, getan. Ich machte mich zum Rennbüro auf, um dort eine Möglichkeit zu ergattern, ins Allerheiligste zu kommen. Doch: Null Chance! Die Leute haben sich eher über mich amüsiert. Was also tun? Da hatte ich eine glänzende Idee. Ich stellte mich in sicherer Entfernung zum (alten) Fahrerlagereingang auf, in der Nähe eines Parkplatzes, weil ich beobachten konnte, dass einige Fahrer nach absolviertem Training dort ihre Maschinen wieder zurückschoben. Als dann ein Renngespann auftauchte und von seinen Piloten ins Fahrerlager geschoben wurde, habe ich kurzerhand mitgeholfen, das Gespann zu schieben und bin so als "Rennmechaniker" ins GP Fahrerlager gekommen. Ihr könnt mir glauben, ich wollte gar nicht mehr raus da und hab alles in mich aufgesogen.

Die legendäre Methode: Wie man ins Fahrerlager kommt

Zum Thema könnte ich einiges beitragen, erlaubt mir ein wenig "Selbstbeweihräucherung", meine Kumpels halten meine Fähigkeiten in diesem Punkt heute noch für legendär.....! Methode: Frechheit siegt, ging allerdings in diesem Fall nur mit einigen nicht ganz unwichtigen Accessoires, gut eingetragene, mit Gebrauchsspuren versehene, einteilige Lederkombi mit einschlägigen Aufnähern und Herstellerabzeichen besetzt! Dazu passenden Integralhelm, Handschuhe, Stiefel etc.eines namhaften Herstellers. (Die Ausrüstung war bei mir aus der erfolg-und finanzlosen Kurzkarrierezeit noch vorhanden).

Ort des Geschehens, vor der Tribüne des Sporthotels am Nürburgring, wenn kein Rennbetrieb auf der Strecke war gab es von dort einen direkten, sehr gut bewachten, Übergang in den Start-Zielbereich (Boxengasse war zur der Zeit noch nicht wirklich). Ein idealer Angriffspunkt, kein Ordner nahm ernsthaft an, daß man es an dieser Stelle probiert. Allerdings einigermaßen gefahrlos nur an Renn-Tagen mit richtig Menschenmasse und damit Ordnerstress zu machen, an ruhigeren Trainingstagen war diese Methode gefährlich!

Mit bestimmtem, aber lässigem Schritt auf die Sperre zugehen, den Ordner direkt ansehen und in einer möglichst unverständlichen Sprache grüßen und dabei lächeln und nicken und weitergehen....schon ist man drin, hat immer funktioniert, (solange ich in diese Lederkombi Gr. Hallo Charly,nix eingezwängt in Kombi, damals am Nürburgring und die Ordner waren gar nicht "ohne" , wir schauen mal locker 25 und mehr Jahre zurück, konnte ich noch einen dicken Pulli unter der Lederhaut tragen und das Ding war immer noch nicht zu eng.

Das Ende einer Ära: Der Verlust des BMW-Händlervertrags

Scheinbar "plötzlich und unerwartet" ist das "Motorrad-Kompetenz- und -Servicezentrum am Nürburgring" (Eigenwerbung) dahin geschieden. Nun wird es endlich (!) verkauft an eine Firma, die dort nichts mit Motorrädern im Sinn hat: Aston Martin. Vorher durfte so etwas auch nicht geschehen.

BMW wird übrigens den damals gekündigten BMW-Motorradhändler Schmitz, Adenau nicht wieder mit einem neuen BMW-Motorradhändlervertrag ausstatten. Die Zeit hat gegen Schmitz gearbeitet. Die Münchner Motorradbauer, deren Motorräder (zum großen Teil) in Berlin entstehen, hatten nämlich vor Jahren auf eine Ausweitung ihres Marktanteils durch eine "Modelloffensive" gesetzt.

Das wurde aber durch einen starken Einbruch des Motorradgeschäfts verhindert. So ist man denn heute froh, mit dem vergrößerten Modellangebot seinen Händlern eine Basis zum Überleben bieten zu können, musste aber dafür dann auch noch die Zahl der Händler verringern. Auch in 2008 wird die Zahl der autorisierten BMW-Motorradhändler noch einmal um eine rd. zweistellige Stückzahl in Deutschland weiter abnehmen.

Die BikeWorld Nürburgring: Ein gescheitertes Projekt?

In München ist man eigentlich über die Aufgabe der damals so begrüßten Neugründung "BikeWorld" - weil damals "politisch gewollt" - sehr erfreut. Was für die Münchner ein "freudiges Ereignis", ist eigentlich für die Landespolitiker in Rheinland-Pfalz, verantwortliche Aufsichtsräte und auch den Geschäftsführer der Nürburgring GmbH wie ein "kräftiger Watschen".

Und sollte mit einem Blick in die Zukunft eigentlich daran erinnern, dass bei der nächsten Fehlentscheidung nach Fehleinschätzungen (trotz positiver Gutachten - aber auf welcher Basis?) dann das Ende droht. PS: Wenn sich der oben beschriebene Verkauf in der letzten Verhandlungsphase ein wenig verzögerte, so ist das darin begründet, dass nach den Feiertagen zum Jahresende 2007 nicht alle Behörden gleich wieder voll arbeiteten, sondern praktisch erst seit dem 7. Januar 2008 wieder in allen Positionen voll besetzt sind.

Die Käufer der Immobilie "BikeWorld" bestehen nämlich vor Unterschrift des Vertrages - und Anerkennung des vereinbarten Kaufpreises - darauf, exakt zu wissen, wie die zuständigen Behörden zum Verbleib der bisher evtl. gezahlten Fördergelder stehen, die die Gründer für die ursprüngliche Zahl der neu Beschäftigten erhalten haben. - Denn klar ist: Aston Martin wird nicht diese Beschäftigtenzahl erreichen, d.h., es wird per Saldo ein paar Arbeitslose mehr geben. Alle bisherigen Mitarbeiter (bis auf einen (und einen anderen, der wieder hinzu kommt) haben die Kündigung zum 31. Januar 2008 erhalten.

Sabine Schmitz: Eine Legende des Nürburgrings

"Eifeler Unkraut, nicht wahr?" - so hatte Sabine Schmitz im Sommer 2019 noch über sich selbst gesagt. Damals kämpfte sie schon seit zwei Jahren gegen eine tückische Krebserkrankung. Doch letztlich war der Krebs im Leben der Sabine Schmitz ein übermächtiger Gegner. Am 16. März 2021 hatte ihre Leidenszeit ein Ende. Im Schatten der Nürburg aufgewachsen - was manchmal nur eine Floskel ist, traf auf Sabine Schmitz zu.

So war es nicht verwunderlich, dass die junge Sabine - kaum war der Führerschein in der Tasche - im Auto der Mutter bei Touristenfahrten die ersten Runden auf der Nordschleife drehte. Insgesamt sollten es im Laufe ihres Lebens nach eigener Schätzung mehr als 30.000 werden. Touristenfahrten waren ihr schon bald nicht mehr genug. Doch es zog sie immer wieder zurück in die Heimat und auf ihre Lieblingsstrecke, die Nordschleife.

1996 erlebte sie dort den Höhepunkt ihrer Karriere. Es folgten ihre sportlich erfolgreichsten Jahre. 1997 konnte sie auf dem BMW M3 von Johannes Scheid den Sieg beim 24-Stunden-Rennen wiederholen, 1998 gewannen beide zusammen den Meistertitel in der VLN. Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann nahm Sabine wieder ihren Mädchennamen Schmitz an, und nach der Jahrtausendwende wurde es einige Jahre etwas ruhiger um sie.

Im Fleischfabrikanten und Hobby-Rennfahrer Klaus Abbelen fand Sabine Schmitz eine neue Liebe. Zusammen mit ihm ging sie fortan auf Porsche an den Start. 2005 gründeten beide den Rennstall Frikadelli Racing und ließen sich in Barweiler nahe des Nürburgrings nieder. Auch dank der gleichermaßen schnellen wie schlagfertigen Pilotin wurde die "schnellste Frikadelle der Welt" rasch zu einem der Publikumslieblinge auf der Nordschleife.

Der Rennsport war zu dieser Zeit allerdings nicht mehr das einzige Betätigungsfeld von Sabine Schmitz. Weltweit bekannt wurde sie schon im Jahr 2004 durch einen Auftritt in der BBC-Kultsendung Top Gear. Bei einem weiteren Auftritt in der Sendung versuchte sie ein Jahr später, diese Zeit am Steuer eines Ford Transit mit einem 136-PS-Dieselmotor zu unterbieten und scheiterte letztlich nur knapp. Das Video von diesem Versuch zählt bei Youtube aktuell fast fünf Millionen Aufrufe. Auch im deutschen TV war Schmitz als Moderatorin mehrere Automagazine zu sehen.

Später erfuhr die Öffentlichkeit dann, dass sie schon seit 2017 unter einem seltenen Vulvakarzinom leidet. Es folgten viele Operationen, Chemotherapien und ein schwerer septischer Schock. 2019 fuhr sie wieder einige Rennen im Frikadelli-Porsche, ihre letzten VLN-Rennen bestritt sie aber mit "Gisela", dem seriennahen BMW 325i ihres Bruders Beat.

"Er verfolgt mich - kaum ist er weg, ist er wieder da. Ich versuche jetzt, eine Lösung zu finden. Aber es ist schwer", sagte sie im Sommer 2019. Doch im Rennauto auf der Strecke sollte man Sabine Schmitz nicht mehr erleben. "Jetzt muss ich alle Kraft und Register ziehen, kraftvoll die nächsten Therapien zu meistern ... In der Hoffnung, dass mal irgendwas anschlägt", schrieb sie damals. Doch diese Hoffnung war vergebens. Im schwersten Rennen ihres Lebens musste sich Sabine Schmitz am 16.

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