Schmolke Carbon Laufräder im Test: Innovation und Leichtbau

Schmolke Carbon wurde im Jahr 1992 in Konstanz am Bodensee durch Stefan Schmolke gegründet. Zu dieser Zeit war Schmolke der einzige Hersteller, der Rennradlenker aus Kohlefaser herstellte. Im Jahr 2001 fuhr unter anderem Jan Ullrich mit einem Carbon-Lenker von Schmolke auf den zweiten Platz der Gesamtwertung der Tour de France. Dieser Erfolg sorgte dafür, dass Schmolke Carbon deutlich bekannter wurde.

Die Besonderheiten von Schmolke Carbon

Schmolke, der Carbon-Spezialist vom Bodensee, ist vor allem unter Leichtbau-Füchsen und Weight-Weenies bekannt und lässt mit High-End- und Low-Weight-Komponenten Roadie-Herzen höher schlagen. Doch Schmolke steht dabei nicht nur für eine Abspeckkur fürs Fahrrad, sondern vor allem für hochwertige und detailverliebte Produkte. Es kommen nicht nur personalisierte Lenker und Sattelstützen, sondern auch ganze Rahmen mit dem Schmolke-Schriftzug aus einem Haus. Schmolke vertreibt vor allem über den eigenen Onlineshop, dabei sind nicht nur Leichtbau-Komponenten und Carbon-Schrauben im Angebot, sondern auch die Schmolke-Bikes. Neben einem Rennrad bilden die Infinity Gravel-Bikes das Herzstück des Portfolios.

Fertigungstechnologien

Bei der Herstellung setzt Schmolke auf modernste Techniken, wie etwa die Prepreg-Technologie, bei der Carbonfasern bereits mit Harz imprägniert sind, bevor sie in Formen gelegt und ausgehärtet werden. Dieser Prozess ermöglicht es, besonders leichte und gleichzeitig stabile Komponenten zu produzieren.

Schmolke Infinity Integral Gravel Bike im Test

Wir hatten das 8.350 € teure Infinity Integral im Test und konnten das bis zur Oberkante mit Schmolke ausgekittete Bike sowohl im heimischen Schwarzwald als auch auf katalanischen Gravel-Pisten testen. Dabei zeigt sich nicht nur wie vielseitig, sondern auch wie komfortabel Carbon sein kann und wo die Schwächen des Gravel-Bikes liegen. Schmolke als kleiner Hersteller zieht durch, was sonst nur die ganz großen à la Specialized und Co. können und setzt beim Infinity Integral auf eine Vollausstattung aus eigenem Haus.Beim Gravel-Renner vom Bodensee entspringen lediglich Naben, Schaltgruppe und Reifen nicht dem Designbüro Schmolke. Doch wo eine waschechte Vollausstattung bei preisbewussten Herstellern zum Problem wird, kann Schmolke voll und ganz auftrumpfen. Und die Detailverliebtheit macht sich bezahlt.

Komponenten im Detail

Das Cockpit fällt auf den ersten Blick vor allem durch das weiße Lenkerband auf. Doch hier versteckt sich noch so viel mehr. Der Schmolke Roadbar Gravel TLO-Lenker ist ein kleines Schmuckstück in sich. Die Haptik, kombiniert mit dem 1K-Carbon-Finish und dezent-schwarzen Schmolke-Grafiken, macht den Lenker zu einem kleinen Meisterstück. Durch den breiten Flare von 20° misst der Lenker ganze 530 mm in den Drops. Der gewollt breite Griff vermittelt viel Sicherheit in technischem Gelände, wirkt aber etwas gezwungen und verleiht dem Bike ein behäbiges Gefühl.Ebenfalls von Schmolke, und natürlich aus Carbon, wirkt der Vorbau etwas klobig, passt mit dem matten Finish aber super zum Rahmen und den restlichen Komponenten. Die Sattelstütze treibt nicht nur Gewichtsersparnis und Look an die Spitze des Möglichen, sondern ist auch eine der komfortabelsten Sattelstützen im Radkeller. Damit avanciert sie nicht nur zu einem der Highlights am Bike, sondern wird von uns auch ganz uneingeschränkt als Upgrade empfohlen.Als i-Tüpfelchen runden die Schmolke-Laufräder mit Challenge Gateway TLR-Reifen in 40-mm-Breite das Gesamtpaket ab. Die hauseigenen Carbonfelgen, gepaart mit DT Swiss 180-Naben, ergeben einen leichten, reaktiven und steifen Laufradsatz.

Fahrverhalten und Performance

Das Handling befindet sich, bestimmt durch den breiten Lenker, auf der laufruhigen Seite des Spektrums. Durch die breiten Drops lässt sich das Bike vor allem in schnellen Situationen und langen Kurven sicher fahren. In schwierigem Gelände und in Abfahrten ist der breite Lenker aber von Nachteil.Die Sitzposition dagegen ist gestreckt, für ein Bike in Größe 57 aber durchaus angebracht und kann durch einen kürzeren Vorbau individualisiert werden. Die Compliance, vorne wie hinten, ist herausragend: Die Komponentenwahl mit hauseigenem Sattel und Sattelstütze bringt einiges an Flex und Dämpfung. Im Antritt kommen das geringe Gewicht von 7,64 kg und die hohe Effizienz der Kombination aus Laufrad und Challenge Gateway-Reifen voll zur Geltung. Auch das Profil der Reifen vermittelt viel Sicherheit und bietet ausreichend Kontrolle auf unserem teils matschigen Testparcour. Was sich im Antritt zeigt, lässt sich auch auf das Fahrverhalten im Anstieg übertragen.

Fazit zum Schmolke Infinity Integral

Mit dem Infinity Integral ist es Schmolke gelungen, ein spaßiges und sehr ausgeglichenes Bike auf die Räder zu stellen. Und das zu einem Preis und Gewicht, wie es nur wenige Hersteller im Gravel-Bereich schaffen. Schmolke bietet für 8.350 € ein Bike mit der kompletten Bandbreite an High-End-Komponenten. Dabei erkauft man sich nicht nur Leichtbau, sondern auch ein auffällig komfortables und ausgeglichenes Bike. Wer aber tiefe Taschen hat und auf Schmolke durch und durch steht, holt sich mit dem Schmolke Infinity Integral ein sehr solides Bike ins Haus, das definitiv Alleinstellungsmerkmale besitzt.Für den stolzen Preis von 8.350 € bietet Schmolke mit dem Infinity Integral ein sehr leichtes Bike, das vor allem mit seinem gutmütigen und verzeihenden Fahrverhalten und den hochwertigen Komponenten auftrumpfen kann. Das durchdachte Schmolke Komplettpaket mit allem, was das Herz begehrt, überzeugt nicht nur Weight-Weenies und Carbon-Fetischisten, auch absolut Gravel-Begeisterte kommen hier auf ihre Kosten.

Schmolke Leggerissima TLO im Test

Früher war Leichtbau eine Prämisse im Rennradbau und deutsche Carbon-Experten waren in diesem Bereich führend. Doch mit dem Aufkommen von Scheibenbremsen, Aerodynamik und Integration verloren diese innovativen Entwickler an Einfluss. Jetzt möchten zwei ehemals führende Marken mit ihren modernen Komplettfahrrädern demonstrieren, wie leicht Rennräder heute sein können. Wir haben das Benotti Fuoco Carbon Ultra und das Schmolke Leggerissima TLO getestet.

Technische Details des Leggerissima TLO

5,4 Kilogramm in der Rahmengröße L wiegt das Leggerissima von Schmolke. Damit ist es das leichteste Rennrad mit Scheibenbremsen, das je von uns getestet wurde. Die Basis dafür ist ein extrem leichter Carbonrahmen. Dieser wiegt gerade einmal 690 Gramm. Auch die Schmolke-Carbon-TLO-33th-Laufräder mit SPD3-Extralite-Naben sind extrem leicht. Dieses geringe Gesamtgewicht macht sich, naturgemäß, vor allem bergauf und beim Beschleunigen sehr positiv bemerkbar. Generell wurde das Schmolke klar für den Race-Einsatz konzipiert. Die Sitzposition fällt recht sportiv, tief und gestreckt aus. Die Sattel-Lenker-Überhöhung ist deutlich. Zudem punktete der Schmolke-Carbon-TLO55-Sattel im Testverlauf mit seiner durchdachten Ergonomie und seiner Langstrecken-Tauglichkeit. Die Continental-GP-5000-TT-TR-Reifen - 25 Millimeter vorne, 28 hinten - überzeugten mit ihrem geringen Rollwiderstand und viel Grip in den Kurven.

Komponenten im Detail

Sattel und Stütze:Die Stütze mit klassischer Jochklemmung hat sich über Jahrzehnte kaum verändert, mit 90 Gramm ist sie beim Gewicht noch heute ein Maßstab: Großserienstützen aus Carbon wiegen locker das Doppelte. Die Schmolke-Stütze flext zudem extrem gut, vergleichbar mit dem Federvermögen der besten Marathon-Rennräder. Auch der Sattel ist ein Hauch von Nichts: Zarte 57 Gramm bringt die einteilige Carbonskulptur auf die Waage. Überraschend bequem ist er zudem, stören kann die rutschige Oberfläche.Lenker und Vorbau:Lenker (ca. 140 Gramm) und Vorbau (ca. 80 Gramm) sind die Spezialität von Schmolke, leichtere Komponenten gibt es nicht. Titanschrauben und empfindliche Klemmstellen erfordern aber eine sorgsame Schrauberhand. Mit einem Expander aus Spezialschaum und einer Ahead-Schraube aus Carbon wurde auch an den Kleinteilen noch das letzte Gramm rausgeholt.Schaltung und Bremse:Die Carbonkurbel von THM (603 Gramm inklusive Kettenblätter) spart gut 150 Gramm an der Shimano-Gruppe, die Carbonkettenblätter von Carbon-Ti schalten einwandfrei. Ein Powermeter ist inbegriffen. Ansonsten verzichtet Schmolke auf Experimente an Antrieb und Bremsen. Das Bremsen-Tuning mit Trickstuff-Scheiben spart nicht nur ein paar Gramm zusätzlich, die Scheiben sprechen auch besser an als die Shimano-Discs.Rahmen und Gabel:Das Rahmen-Set mit transparentblauer Lackierung fertigt Schmolke nicht selbst, sondern in Kooperation mit einem südkoreanischen Rahmenhersteller. Von uns gewogene 786 Gramm (Gabel: 341 Gramm) bei ordentlichen Steifigkeiten können sich sehen lassen; Leichtrahmen großer Marken wie Giant TCR, Cervélo R5 oder Trek Émonda sind aber leichter. Das Set ist auch zum Selbstaufbau erhältlich für 5500 Euro.Laufräder und Reifen:Die hauseigenen, im Prepreg-Verfahren gefertigten Felgen der TLO-Laufräder sind deutlich leichter als die Schmolke-Felgen im Flechtverfahren. Mit Carbonspeichen und Naben von Extralite summieren sie sich zu einem “Nacktgewicht” von weniger als 1000 Gramm - für Vorder- und Hinterrad.

Schmolke Aerrow: Das Komplettrennrad für Leichtbau-Fans

Mit teilweise extrem leichten Fahrradkomponenten wie Laufräder, Sättel, Vorbauten, Lenker und Sattelstützen hat sich Stefan Schmolke nicht nur unter Leichtbaufans einen Namen gemacht. Weniger bekannt ist, dass die Marke aus Konstanz am Bodensee seit 2022 auch Kompletträder anbietet. Flaggschiff der Produktpalette ist das im Dezember 2023 aufgelegte Modell Aerrow TLO Polar Light. Dank Carbonfasern höchster Güteklasse und leichten Anbauteilen von Schmolke und THM Parts sowie Shimanos Top-Gruppe Dura-Ace Di2 bringt es das Aerrow TLO auf gerade mal 6,1 Kilogramm Gesamtgewicht. Preis: ab 14 560 Euro.Deutlich preisgünstiger - wenn auch nicht geschenkt - geht es beim 2022 zum 30-jährigen Bestehen der Firma Schmolke aufgelegten ursprünglichen Aerrow zu (ohne Namenszusatz TLO). Entwicklungsziel: Leichtgewicht, hoher Dämpfungskomfort, extreme Seitensteifigkeit und große Haltbarkeit. Der Carbonmix soll ähnlich sein wie bei den Sattelstützen von Schmolke, die auffallend elastisch sind - mit dem Modell TLO hatte Stefan Schmolke im ROADBIKE-Vergleichstest von Carbonsattelstützen in Ausgabe 04/22 den Testsieg eingefahren.

Technische Details des Aerrow

Der Aerrow-Rennradrahmen soll laut Hersteller auf 950 Gramm Gewicht kommen. Zur Verbesserung von Aerodynamik und Optik verlaufen die Bremsleitungen durch den TLO Evo-Lenker und den TLO-Vorbau ins Rahmeninnere - auch der Übergang von Gabelkopf zum Steuerrohr sowie das gesamte Design des Steuerrohrbereiches wurde unter aerodynamischen Gesichtspunkten entwickelt.Gleichzeitig sollen die Steifigkeiten von Steuerrohr- und Tretlagerbereich enorm hoch sein, damit investierte Körperkraft verlustfrei in Vortrieb umgewandelt wird. Clever: Dank einer einlaminierten Aluminiumhülse im Tretlager können Pressfitlager mehrfach ein- oder ausgebaut werden, ohne dass unschöne Verschleißspuren bleiben. Stefan Schmolke lässt die von ihm entwickelten Rahmen übrigens in Südkorea bei WiaWis produzieren - dem Weltmarktführer im Bau von Sportbogen, der auch mit eigenen Rennrädern in der Rennrad- und Mountainbikewelt vertreten ist.

Ausstattungsvarianten und Preise des Aerrow

Alle Aerrow-Ausführungen (sowohl mit als auch ohne TLO-Namenszusatz) sind in sechs Rahmengrößen von XXS bis XL erhältlich.

DT Swiss Naben als Option für Schmolke Laufräder

Der Konstanzer Laufradspezialist bietet seine Laufrad-Sätze für Scheibenbremsen ab sofort auch mit den Top-Naben von DT Swiss an. Der Leichtbau-Experte Schmolke Carbon setzt immer wieder Maßstäbe, wenn es um noch geringere Gewichte geht. Neu bietet Schmolke Carbon die 180er-Naben von DT Swiss als weitere Option für Scheibenbrems-Aufbauten im Rahmen des Laufradbau-Programms an - als Alternative zu den Naben von Extralite und Tune. Dies begründen die Leichtbauspezialisten mit der überzeugenden Funktion des neuen „Ratchet EXP“-Freilaufs, dem geringen Gewicht sowie der hohen Qualität und Zuverlässigkeit der Naben aus Biel.

Weitere Produkte von Schmolke Carbon

Schmolke bietet eine Vielzahl von Carbon-Komponenten an, darunter:* Schmolke Lenkerstopfen Carbon: Für Rennlenker mit zwischengeklemmten Lenkerband ø21/25 mm / ca. 4 g.* Schmolke "Expander SL" mit Aheadkappe: Sehr leichter Aluminium Expander mit Aluminiumschraube und Aheadkappe, Gesamtgewicht von nur 16g.* Schmolke TLO 65 Carbonsattel "The Lightest One": Mit 62 Gramm und einem speziell von Stefan Schmolke entwickelten Flexverhalten.

Diese Produkte unterstreichen Schmolkes Engagement für Leichtbau und höchste Qualität.

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