Gravelbike-Schuhe im Test: Komfort, Performance und die besten Modelle für deine Schotterpisten-Abenteuer

Von wegen MTB- oder Rennradschuh - inzwischen gibt es eine Reihe an Schuhen speziell für Gravel-Fans. Für viele Gravelbikerinnen und Gravelbiker ist das die entscheidende Frage, wenn sie auf ihr Schotterfahrrad steigen: Mountainbike-Schuhe oder doch lieber Allroad-Rennradschuhe?

Doch dieser Wahl muss man sich längst nicht mehr stellen, denn inzwischen gibt es zahlreiche Hersteller, die spezielle Gravelbike-Schuhe herausgebracht haben - und die dein Gravelbike-Erlebnis damit noch besser machen.

Was macht einen Gravelbike-Schuh eigentlich aus?

Grundsätzlich vereinen Gravelbike-Schuhe das Beste aus den beiden Welten Rennrad und Mountainbike. Zum einen besitzen sie die Sportlichkeit und Dynamik von Rennradschuhen, zum anderen verfügen sie über ein Stollenprofil, sodass du auch abseits des Sattels gut vorankommst - etwa, wenn du dein Bike einmal über ein Hindernis schieben musst.

Prinzipiell gilt: Gravelbike-Schuhe müssen mehr leisten als Rennrad-Schuhe. Sie müssen komfortabel sein und trotzdem eine gute Kraftübertragung ermöglichen.

Aktuelle Gravelbike-Schuhe im Überblick

Um dir einen Überblick über den aktuellen Markt an Gravelbike-Schuhen zu geben, haben wir dir im Folgenden einige Modelle zusammengestellt, die dir die Schuhe nach neuen Radschuhen definitiv erleichtern sollten. Wie breit das Sortiment der Gravelbike-Schuhe inzwischen ist, wirst du dabei schnell feststellen - vom Bikepacking-Schuh bis zum Racing-Modell ist in unserer Auswahl nämlich alles dabei.

1. Fizik Terra Atlas

Ein vielseitiger Allrounder für jedes Terrain - der Fizik Terra Atlas ist ein Klassiker in der Gravel-Bike-Community. Der Schuh eignet sich für Einsteigerinnen und Einsteiger, genauso kann er aber auch von Rennfahrerinnen und Rennfahrern getragen werden. Dank TPU-Überzug im Zehenbereich ist er an der Front zusätzlich verstärkt, abseits des Sattels sorgen großzügig verteilte Gummistollen für Halt. Simpel, aber effektiv: Das BOA-System verschließt den Schuh perfekt - mit nur einem Drehrad.

UVP: 159,00 Euro

2. Decathlon MTB/ Gravel Race 900

Dass es bei Gravelschuhen auch günstig und schick geht, zeigt Decathlon mit dem MTB/ Gravel Race 900. Mit einem Gewicht von 680 g/ Paar in Größe 42 sind die Schuhe ausreichend leicht. Für optimalen Halt soll das Habu Fit System sorgen. Eine steife Nylon-Sohle ist für eine gute Kraftübertragung gedacht. Die tiefen Stollen sorgen für sicheren Halt, wenn das Bike mal im Gelände geschoben werden muss. Die Schuhe sind sowohl an Ferse als auch an der Spitze verstärkt. Kompatibel ist der Schuh mit allen gängigen Klickpedalen.

UVP: 89,99 Euro

3. Specialized Recon Lace

Specialized ist eigentlich als Radhersteller bekannt. Aber auch im Bekleidungs- und Schuhbereich können die US-Amerikaner einiges. Ein Beispiel ist der Recon Lace. Der Schuh kommt mit einem zeitlosen Look, der mit den bewährten Body-Geometry-Features und der Performance und Haltbarkeit, die zu den Markenzeichen der S-Works-Recon-Schuhe geworden sind, kombiniert wird. Besonders edel: Die weiße Version, die man allerdings besser nur bei trockenen Bedingungen tragen sollte.

UVP: 350,00 Euro

4. Shimano RX600W

Einen Schuh speziell für Frauen zeigt Shimano mit dem RX600W. Er verfügt über eine Carbon-verstärkte Sohle, die Steifigkeit bei langen Tagesfahrten bietet. Ein breites Profil mit TPU-Noppen verspricht Komfort und Leistung im Sattel oder beim Gehen. Und der bewährte BOA-L6K-Drehverschluss ermöglicht eine schnelle und präzise Feineinstellung. Der Schuh ist strategisch auf den Einsatz mit SPD-Pedalen ausgelegt.

UVP: 189,95 Euro

5. Rose Unpaved Radschuhe

Einen hochwertigen und dazu schicken Gravelschuh mit klassischer Schnürung ist der Rose Unpaved. Die Grip bietende Sohle besteht aus recycelten Gummi-Flakes, eine Zwischensohle aus Nylon soll für die nötige Steifigkeit sorgen. Das Obermaterial ist leicht perforiert, was zu einer besseren Atmungsaktivität führen soll. Seitlich besitzt der Gravelschuh eine zusätzliche Beschichtung gegen diverse äußere Einflüsse im Gelände. Die gängigen MTB-Klicksysteme wie zum Beispiel SPD, Look MTB oder Time ATAC sind allesamt kompatibel.

UVP: 134,95 Euro

6. Giro Empire VR90

Mit gerade einmal 325 Gramm bei Schuhgröße 42,5 ist der Giro Empire VR90 ein absolutes Leichtgewicht. Damit ist er definitiv ein Tipp für alle, die für ihr nächstes Gravel-Rennen noch ein paar Gramm einsparen wollen. Der Oberschuh ist aus einteiligem Teijin-Samo-Material gefertigt, das nicht ausleiert oder schlaff wird - egal, wie sehr man es beansprucht. Für individuelle Anpassbarkeit sorgt das Schnürsystem, während das Super-Natural-Fußbett Support bietet und sowohl Kraftübertragung wie auch Tritteffizienz verbessert. Abgerundet wird das Racing-Setup durch eine Easton-EC90-Carbonsohle mit Vibram-Trittfläche.

UVP: 300,00 Euro

7. Sidi Dust Gravel

Der Dust Gravel füllt beim italienischen Hersteller Sidi die Lücke zwischen Rennrad und MTB. Die carbonfaserverstärkte Nylonsohle des Schuhs sorgt für eine gute Kraftübertragung beim Pedalieren, bietet eine Aufnahme für MTB-Cleats und ist dank der profilierten Kunststoffeinsätze auch für Lauf- und Tragepassagen bestens gerüstet. Darüber hinaus ist der Sidi Dust Gravel mit Microfiber-Tech-Pro-Obermaterial und einer eingearbeiteten, gummierten Zehenschutzkappe zum Schutz vor Stößen und Abrieb ausgestattet.

UVP: 259,00 Euro

8. Shimano RX801R

Schon ein kurzer Blick genügt: Der Shimano RX801R ist ein absoluter Hingucker. Der Schuh kann aber auch technisch einiges. Strickbündchen verhindern das Eindringen von Schmutz und bieten in allen Rennbedingungen Komfort. Lebendige Tintenstrahl-Grafiken inspirieren mit ihrem außergewöhnlichen Design. Und eine steife, leichte Carbon-Sohle verspricht bei Gravel-Rennen eine gute Kraftübertragung. Gut zu wissen: Die Schuhe sind strategisch auf den Einsatz mit SPD-Pedalen ausgelegt, um deren Pedaliereffizienz und Stabilität zu ergänzen.

UVP: 279,95 Euro

9. Northwave Rockster

Der Northwave Rockster Schnürschuh verbindet Tradition mit Performance. Das mikroperforierte Obermaterial sorgt für eine gute Belüftung und Thermoregulierung. PU-Verstärkungen an Zehen und Ferse erhöhen die Abriebfestigkeit, um Haltbarkeit und Beständigkeit unter anspruchsvollsten Bedingungen zu gewährleisten. Die Gummisohle bietet Griffigkeit und bietet auch noch guten Halt, wenn man mal vom Rad steigen muss.

UVP: 159,99 Euro

10. Vaude TVL Pavei Mid Winter STX

Mit dem TVL Pavei Mid Winter STX zeigt der deutsche Hersteller Vaude einen halbhohen, klimafreundlichen Fahrradschuh für den Bereich Radreise, Bikepacking oder Gravel-Bike. Der Schuh kommt mit einer nahtfreien Membran-Sockenkonstruktion. Außerdem ist er wasserdicht, winddicht, atmungsaktiv und dank Primaloft-Eco-Gold-Isolierung entsprechend warm. Nachhaltig: Der Schuh wird klimaneutral hergestellt und verfügt über einen hohen Anteil an funktionellen Recyclingmaterialien.

UVP: 200,00 Euro

11. Fizik Terra Artica GTX

Der Fizik Terra Artica GTX ist ein Geländewagen-Winterradschuh - so beschreibt der italienische Hersteller Fizik die Winter-Version seines Terra-Artica-Gravel-Schuhs. Er ist isoliert und ausgestattet mit einer atmungsaktiven und wasserdichten Gore-Text-Membran, sodass auch Fahrten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kein Problem mehr sein sollten.

UVP: 259,00 Euro

12. Northwave Rebel 3

Der Rebel 3 ist der Performance-Schuh aus dem Hause Northwave. Die Carbon-XC-12-Sohle mit Vollcarbon-Einlage im Pedalbereich und einem Steifigkeitsindex von 12.0 sorgt für eine direkte Kraftübertragung. TPU-Einsätze an den richtigen Bereichen bieten Traktion und Abriebfestigkeit. Und der Northwave-Double-SLW3-Drehverschluß ist leicht zu bedienen und bietet einen komfortablen Sitz. Durchdacht: Die integrierte Fersenkappe, gefüttert mit speziellem Fasergewebe, schützt vor versehentlichem Herausschlüpfen.

UVP: 209,99 Euro

13. Café du Cycliste Outlands Shoes

Das französische Label Café du Cycliste kennt man bis dato eigentlich nur von hochwertiger Gravel-Bekleidung. Die neuen Café du Cycliste Outlands Shoes sind dabei ein Kompromiss aus Funktionalität und Style. Gravelschuhe müssen mehr „können“ als Rennrad-Modelle: Sie müssen komfortabel sein und dennoch für eine gute Kraftübertragung sorgen. Sie sollen auf dem Pedal wie auch auf dem Boden performen. Denn: Während Offroad-Touren gehören Geh- beziehungsweise Schiebepassagen oftmals dazu. Daher sollten auch der Gehkomfort, die Trittsicherheit und der Sohlengrip passen.

Passform und Komfort: Worauf es ankommt

Jeder Fuß ist anders. Den idealen Schuh für alle gibt es demnach nicht. Einige Hersteller wie etwa Fizik, Northwave, Rapha, Shimano, Sidi, Specialized, Suplest bieten halbe oder gar Zweidrittel-Größen. Letzteres gilt für Adidas und Mavic. Wer Größen außerhalb der Norm von 38 bis 47 benötigt, wird für kleine Schuhe bei Fizik, Northwave, Rapha, Specialized - die Größen ab 36 bieten - und vor allem Adidas fündig. Hier sind sogar 35er-Modelle erhältlich. Wer auf großem Fuß lebt, findet Größe 49 bei Specialized, während Adidas und Shimano sogar Größe 50 anbieten.

Spezifische Herren- und Damenmodelle finden sich nur bei Shimano und Sidi. Sollte am Ende ein Schuh doch nicht passen, bieten Bontrager und Triban eine 30-Tage-Rückgabegarantie.

Damit der Schuh auch nach Stunden angenehm sitzt, gehen die Hersteller unterschiedliche Wege. So findet sich bei Adidas eine integrierte Socke, die Staub und Dreck aus dem Schuh hält. Bei DMT und Rapha gibt es gewebte Materialien, die besonders geschmeidig und luftig ausfallen. Specialized setzt auf die leichte Hightech-Faser Dyneema, die einigen aus dem Kletterbereich bekannt sein dürfte. Sie fällt besonders reiß- und abriebfest aus. Bei Sidi überzeugt der Materialmix Politex durch sein generelles Wohlfühlklima.

Generell ist beim Obermaterial ein luftiges Design vorteilhaft, weil so das Fußklima nicht zu schwitzig wird. Geräumige Zehenboxen, wie sie vor allem bei Bontrager, Fizik, Northwave, Specialized und Triban zu finden sind, steigern den Tragekomfort während langer Touren und bieten Platz beim Abrollen auf Gehpassagen. Bei Adidas, DMT und Suplest hingegen sind die Platzverhältnisse im Vorfußbereich etwas beengt. Wer hier Probleme hat, sollte die Modelle länger anprobieren.

Beim Anprobieren fällt auf, dass Adidas und DMT keine Zunge besitzen. Zu dem erforderlichen Tragekomfort trägt auch ein ergonomisches Fußbett bei. Hier glänzen Quoc, Rapha, Scott und Shimano durch nachjustierbare Modelle. Suplest nutzt sogar eine hochwertige Einlage des spezialisierten Sohlen-Produzenten Solestar.

Verschlusssysteme: Klett, Schnürung oder Drehverschluss?

Bei den Verschlüssen finden sich vier Systeme: Der klassische Klett ist im Vorfußbereich bei Shimano und in gesamter Länge bei Fizik zu finden. Ein Revival feiert bei sechs der Test-Gravelschuhe die klassische Schnürung. Die Bedienung mag für manche zwar umständlicher sein, aber beim Faktor Gewicht und der individuellen Feinjustierung kann das System weiterhin stark punkten. Und auch Ersatz ist relativ günstig und einfach zu besorgen. Ein Ratschen-Verschlusssystem kommt nur an den Triban-Schuhen zum Einsatz. Bei neun Herstellern finden sich indessen Drehräder. Sieben Hersteller setzen dabei auf die Modelle des Marktführers BOA.

Pedalsysteme und Cleats: Die richtige Wahl treffen

Da beim Graveln überwiegend mit MTB-Klickpedalen gefahren wird, lassen alle Schuhe die Montage von klassischen 2-Schrauben-Pedalcleats zu. Diese kennt man vor allem aus dem Mountainbike- und Cyclocrossbereich. Die Cleats werden im Bereich der Zehengrundgelenke montiert. Beim Pedalieren überträgt vor allem die Schuhbasis die Kraft aufs Pedal. Dazu sollte sie möglichst steif ausfallen.

Die Sohlen der Test-Schuhmodelle von Shimano, Specialized und Suplest sind sehr steif und daher vor allem für Racer interessant. Für viele andere Fahrertypen kann dagegen ein gewisser Flex der Sohle an manchen Stellen teils Sinn ergeben. Da man mit Klickpedalen nicht nur drücken, sondern auch ziehen kann, sollten die Schuhe auch in dieser Tretbewegung eine gute Führung bieten. Insbesondere Fizik, Shimano, Specialized und Suplest zeigen hier deutliche Stärken. Die Modelle von Adidas und DMT fallen hier aufgrund ihres recht weichen Materials etwas ab.

Weitere wichtige Eigenschaften

Weiterhin sollten die Fersen keinen oder wenig Schlupf aufweisen. Bis auf die Modelle von Adidas, Bontrager, Sidi und Triban zeigen hier kaum Testschuhe Auffälligkeiten. Anders verhält es sich mit der Steifigkeit beim Gehen. Hier kann ein ausgeprägter Flex, wie er etwa beim Vaude-Schuh festzustellen ist, sogar Vorteile bringen. Dass auch steife Schuhe mit einem guten Sohlendesign gut abrollen können, beweisen vor allem die Testmodelle von Rapha und Quoc.

Doch auch die Trittsicherheit spielt im Gelände eine elementare Rolle. Sie wird durch eine breite Auflagefläche unter der Ferse und im Mittelfußbereich sowie einem offenen Design samt griffigem Material spürbar verbessert. Mehr Trittsicherheit in tiefen Böden und bergauf bieten Schraubstollen. Sie können bei den Bontrager-, Gaerne-, Mavic-, Northwave-, Sidi-, Specialized- und Suplest-Schuhen montiert werden.

Wer häufig auch in der Dämmerung und nachts unterwegs ist, profitiert von Reflexelementen zur passiven Sicherheit. Zu finden sind diese bei Adidas, DMT, Gaerne, Northwave, Quoc, Rapha, Sidi und Triban. Adidas und Vaude setzen an ihren Test-Modellen viele recycelte Materialien ein.

Die Qual der Wahl: Welcher Schuh ist der Richtige für dich?

Brennende Fußsohlen, unangenehmer Druck und taube Zehen werden als erstes genannt, wenn es um die Schuhe geht. Gängige Aussagen über die Passform von Radschuhen werden schnell missverstanden: Fahrradschuhe sollen eng am Fuß sitzen. Damit ist aber nicht gemeint, dass der Schuh drückt und einengt, sondern dass er dem Fuß beim Treten festen Halt gibt. Der Halt im Schuh in Verbindung mit einer steifen Sohle trägt letztlich dazu bei, effizient zu treten.

Viele Größentabellen fragen lediglich die Länge ab, die Fußbreite bleibt bei der Größenwahl unberücksichtigt. Manchmal gibt es Schuhe in wide - also in einer breiteren Version. Viele Hersteller nutzen Fußscans von zahllosen Menschen und entwickeln einen Allround-Leisten, der dem Großteil der Füße gerecht werden soll.

Tipps für die richtige Passform

  • Die richtige Größe: Barfuß oder mit Socken den Umriss beider Füße auf ein Blatt Papier malen und jeweils von Ferse bis zur längsten Zehenspitze messen. Fünf Millimeter addieren und dann in der Größentabelle des Herstellers nachschauen.
  • Breite: Die Innensohle aus dem Schuh nehmen und draufstellen - passt die Breite?
  • Fersensitz: Den Schuh anziehen und verschließen. Sitzt die Ferse gut im Schuh?

Fazit

Die Investition in spezielle Gravelschuhe lohnt sich. Hochwertige Gravelschuhe vereinen den Tragekomfort von Rennradschuhen mit einer alltagstauglichen Sohle. Dank ihrer speziellen Außensohle ermöglichen sie sicheres Gehen, was bei Straßenradschuhen oft problematisch ist. Ihr griffiges Profil bietet zudem besseren Halt auf schotterigen Wegen. Besonders auf längeren Touren zahlt sich der Gehkomfort aus - sei es beim Café-Stopp oder abends am Lagerfeuer.

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