Motorrad Schutz Arten: Ein umfassender Überblick

Motorradfahren bedeutet Freiheit und Abenteuer, aber auch ein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr. Um Verletzungen bei Stürzen oder Unfällen zu minimieren, ist die richtige Schutzkleidung von entscheidender Bedeutung. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen Arten von Motorradschutz und worauf beim Kauf zu achten ist.

Gesetzliche Normen und Schutzklassen

Wer sich Schutzkleidung kaufen möchte, sollte gerade bei einem Protektor genauer hinschauen, da es hier trotz bestimmter gesetzlicher Vorgaben durchaus deutliche Unterschiede gibt. Im Normalfall muss ein Protektor die Vorgaben die DIN EN 1621-1 (Gelenkprotektoren) oder EN 1621-2 (Rückenprotektoren) erfüllen. Die gesetzlichen Normen geben zumindest eine Orientierung, was ein Protektor heute können sollte. Dabei wird zum einen eine Trennung zwischen Gelenk- und Rückenprotektoren vorgenommen und zum anderen werden die Produkte in verschiedene Schutzklassen eingeteilt.

Bei der Prüfung zur Klassifizierung werden verschiedene Tests durchgeführt, um die Haltbarkeit und die Schutzwirkung zu ermitteln. Einer der Tests besteht darin, einen 5 kg schweren Stempel aus 1 Meter Höhe auf den Protektor fallen zu lassen. Dessen maximale Schlagkraft liegt bei ungefähr 150-180 kN. Da auch Krafteinwirkungen von 35 kN für Knochen oft noch äußerst fatal sind, sollten sicherheitsbewusste Biker hier auf Gelenkprotektoren setzen, die dem Schutzlevel 2 genügen. Mitunter geben die Hersteller sogar genaue Werte für die maximale Restkraft an, die mitunter noch deutlich unter den Anforderungen von Schutzlevel 2 rangieren. Ein genauerer Blick kann hier also sehr hilfreich sein.

Rückenprotektoren

Rückenprotektoren decken vor allem die Rückenpartie ab. Zusätzlich schützen sie wichtige Organe wie zum Beispiel die Nieren. Aus diesem Grund gilt für diese Art von Schonern die noch etwas strengere Norm EN 1621-2. Wie bei den Gelenkprotektoren gilt auch hier, sich die einzelnen Produkte genau anzuschauen. Mitunter geben die Hersteller ebenfalls die genauen Werte für die Restkraft an und bleiben damit unter den Grenzwerten.

Gerade Rückenprotektoren arbeiten nach dem Prinzip, die Kraft des Aufpralls auf eine möglichst große Fläche zu verteilen. Auf diesem Weg wird erreicht, dass ein Aufprall punktuell deutlich geringeren Schaden anrichten kann. Dieses Prinzip ist aus dem Automobilbau bekannt: Durch nachgiebige Materialien wird ein Teil der Aufprallenergie aufgenommen und in Verformung umgewandelt. Da die Schoner jedoch in ihrer „Dicke“ beschränkt sind, stehen für Motorradfahrer oft nur einige Millimeter an Knautschzone zur Verfügung.

Passform und Größe

Ein Protektor kann seine Schutzwirkung nur dann entfalten, wenn er auch richtig sitzt. Aus diesem Grund sollten Motorradfans ihre Schutzkleidung sowie die Protektoren immer in der richtigen Größe erwerben. Dies ist vor allem bei Knieprotektoren von besonderer Bedeutung, da hier ein falscher Sitz die Schutzwirkung deutlich mindern kann. Hinweis: In unserem Shop lassen sich je nach Produkt umfangreiche Größentabellen finden.

Sicherheits- und Schutzstandards AAA, AA, A, B und C

Seit einigen Jahren wird Motorradbekleidung nach 5 Schutzstandards zertifiziert. Hersteller müssen ihre Schutzkleidung gemäß der Norm EN 17092-2:2020 zertifizieren lassen. Besonders im Ausland kann zertifizierte Schutzkleidung Pflicht sein, weshalb diese Norm immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Mithilfe der fünf Klassen, dargestellt durch die Buchstaben AAA, AA, A, B und C, können sich Käufer und Käuferinnen einen schnellen Überblick verschaffen, was die Klamotte leisten kann: C steht für reinen Aufprallschutz, B für reinen Abriebschutz und A für beides zusammen - geprüft und zertifiziert nach der Euro-Norm EN 17092-2 (bis 6): 2020. Beim kombinierten Abrieb-/Aufprallschutz ist Klasse A quasi die Freizeitklamotte, die den höchsten Tragekomfort bietet, allerdings auch die niedrigste Schutzstufe. Bei den Klassen AA und AAA kehrt sich das Verhältnis entsprechend um, vom Protektoren-bewährten Touring-Textilanzug bis hin zur reinen Protektoren-Rennkombi.

Vor der Einführung der fünf Schutzstandards bescheinigte zwar im besten Fall ein kleines Motorradfahrer-Symbol die Zulassung als Persönliche Schutzausrüstung, im Vergleich dazu erleichtern es die verpflichtenden Standards aber, das individuell passende Schutzlevel von Kurz-mal-zur-Eisdiele über die flotte Landstraßenrunde bis hin zum Rennwochenende auszuwählen.

Anders sieht es bei Händlern und Herstellern aus, die in ihrem Angebot nun nur noch nach EN 17092 zertifizierte Schutzkleidung als Motorradbekleidung anbieten dürfen. Bisher war eine CE-Kennzeichnung ausreichend, um Ware in Umlauf bringen zu dürfen. Sind Ihre Motorradklamotten älter als zehn Jahre? Dann wird es Zeit für ein Update.

Textil oder Leder?

Der Siegeszug der Textilkombis scheint unaufhaltsam: Sie sind leicht, bequem, relativ wetterfest und haben ein hohes Sicherheitsniveau erreicht. Doch selbst hochwertigstes Kunstfaser-Gewebe erreichte bei ADAC Prüfungen nicht die Abriebfestigkeit eines guten Leders.

Ein weiteres Argument spricht für Leder: Bei gut anliegenden Lederkombis sitzen die eingearbeiteten Protektoren zuverlässiger an ihrem Einsatzort als in den meist weiter geschnittenen Textilanzügen. Und was ist mit dem Hitzestau im Sommer? Perforierungen und "Cool Leather", das dank Spezialbehandlung die Sonnenstrahlung abweist, sollen hier helfen. Weiterer Trend: Hydrophobiertes (wasserabweisendes) Leder in Verbindung mit innen aufgebrachter Funktionsmembran (z.B. GoreTex). Das hält auch längeren Regengüssen stand. Übrigens: Bei strammem Dauerregen ist eine gute Regen-Überziehkombi immer noch die dichteste aller Lösungen.

Hersteller müssen ihre Schutzkleidung gemäß der Norm EN 17092-2:2020 zertifizieren lassen. Kevlar verstärkte Motorrad Jeans variieren hier stark, sie sind von Schutzklasse A bis AAA erhältlich.

Schutzpolster und Protektoren

Den Namen "Protektor" dürfen streng genommen nur Schutzpolster tragen, die nach der europäischen Norm 1621-1, -2 und -3 geprüft sind. Beworben werden diese Protektoren als "CE-geprüfte Protektoren". Ihre Aufgabe: Beim Sturz die Aufprallenergie aufnehmen, auf eine größere Fläche verteilen und das Durchschlagen spitzer Gegenstände vermeiden. Ganz einfach: Je dicker ein Protektor ist und je größer die Fläche, die er abdeckt, desto höher die Sicherheit bei einem Unfall. Gut ausgerüstete Kombis müssen dabei keineswegs unbequem sein. Immer häufiger kommen Hightech-(PU-)Schaumstoffe zum Einsatz, die beim Tragen flexibel sind und sich erst beim Aufprall verhärten.

Vorsicht vor dünnen Rückenprotektoren in zweiteiligen Low-Cost-Kombis: Sie sind nicht selten aus billigem Schaumstoff gefertigt und decken wichtige Bereiche der unteren Wirbelsäule gar nicht ab. Hier hilft nur eines: Diese Pseudo-Schützer entfernen und einen separaten, hochwertigen Rückenprotektor unter der Kombi-Jacke tragen! Und wo sollte ein sicherer Motorradanzug Protektoren haben? Am besten an Schulter, Ellenbogen, Rücken, Hüfte, Gesäß, Knie, Schienbein und Fußknöchel.

Tipps zur Anprobe

Absolutes Muss: kompetente Beratung und kein Zeitdruck! Ein guter Verkäufer muss erkennen, was der Kunde wirklich benötigt, welcher Fahrertyp er ist, welche Schutzkleidung für ihn sinnvoll ist. Unbedingt mehrere Anzüge - und das stets auch auf dem Motorrad - anprobieren. Dabei kontrollieren: Drücken Falten in den Kniekehlen oder im Beckenbereich? Dann ein prüfender Blick auf Reißverschlüsse und Nähte: Sind sie stabil? Grundsätzlich gilt: Viele Nähte, viele Schwachstellen! Bei Textilanzügen lohnt ein Blick auf herausnehmbare Protektoren: Tragen sie das CE-Zeichen? Weiter wichtig: Sitzt die Textilkombi noch gut, wenn das Innenfutter entfernt ist? Und passt unter das Leder-Outfit noch wärmende Funktionskleidung?

Bußgeld bei nicht geeignetem Helm

Ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro droht, wenn während der Fahrt kein oder kein geeigneter Schutzhelm getragen wird. Die aktuelle Version ist die Norm ECE-R 22.06, mit der seit 2022 geprüft wird. Mittlerweile dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden.

Außerdem ist in vielen europäischen Reiseländern diese Norm ohnehin zwingend und wer ohne einen so gekennzeichneten Helm fährt, dem drohen hohe Bußgelder oder sogar Einziehung seines Motorrades! Man sollte also darauf achten, dass der Helm in jedem Fall einen entsprechenden Aufnäher im Helmfutter oder auf dem Kinnband hat.

Unfall ohne Schutzkleidung

Obwohl gesetzlich - anders als bei der Helmpflicht - das Tragen von Motorradschutzkleidung nicht vorgeschrieben ist, ist in der Rechtsprechung eine Tendenz zu beobachten, schuldlos geschädigten Motorradfahrern wegen des Nichttragens von Schutzkleidung Ansprüche zu kürzen.

Nach einem Motorradunfall ergeben sich für den Geschädigten immer wieder Probleme bei der Frage, in welchem Umfang ein beschädigter Sturzhelm oder beschädigte Kleidung zu ersetzen ist. Fest steht, dass der Motorradfahrer nach einem unverschuldeten Unfall Anspruch auf Schadensersatz hat. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Zustand hergestellt werden muss, der vor dem Unfall bestand. Da eine Reparatur des Helmes oder der Kleidung praktisch nicht möglich ist, ist der Motorradfahrer darauf beschränkt, einen Ersatz zu beschaffen.

Motorradkleidung in der Fahrschule

Früher musste der Bewerber bei Prüfungen der Klassen A, A1, A2 und AM geeignete Motorradschutzkleidung, bestehend aus einem passenden Motorradhelm, Motorradhandschuhen, einer eng anliegenden Motorradjacke, einem Rückenprotektor (falls nicht in Motorradjacke integriert), einer Motorradhose und Motorradstiefeln mit ausreichendem Knöchelschutz tragen. Diese Pflicht gibt es nicht mehr.

Die Bedeutung von Motorrad Protektoren

Motorradfahren bedeutet Freiheit, Geschwindigkeit und Adrenalin - doch gleichzeitig birgt es auch Risiken. Im Falle eines Sturzes oder Unfalls können Protektoren lebenswichtigen Schutz bieten, indem sie Aufprallkräfte absorbieren und den Körper vor schweren Verletzungen bewahren. Besonders gefährdete Körperstellen wie Knie, Ellenbogen, Schultern und Rücken müssen gezielt geschützt werden, um Knochenbrüche und Prellungen zu vermeiden.

Verschiedene Arten von Protektoren

Je nach Schutzbereich gibt es verschiedene Arten von Motorrad Protektoren, die entweder direkt in die Motorradbekleidung integriert oder als separate Schutzausrüstung getragen werden können:

  • Knieprotektoren: Sie schützen Knie und Schienbein, die besonders bei Stürzen stark belastet werden.
  • Rückenprotektoren: Die Wirbelsäule ist eine der empfindlichsten Körperpartien und sollte besonders gut geschützt werden.
  • Protektorenjacken: Eine Protektorenjacke kombiniert mehrere Schutzbereiche in einem Kleidungsstück.
  • Hüft- und Schulterprotektoren: Diese Protektoren sind meist in Motorradbekleidung integriert und bieten zusätzlichen Schutz für empfindliche Gelenkbereiche.

Worauf sollte man beim Kauf von Motorrad Protektoren achten?

Die Auswahl des richtigen Protektors hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier sind die wichtigsten Kaufkriterien:

  • Passform und Komfort: Ein Protektor sollte eng anliegen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
  • Materialwahl: Je nach Einsatzzweck und persönlichen Vorlieben kann zwischen Hartschalenprotektoren oder flexiblen Materialien gewählt werden.
  • Sicherheitsstandards und Zertifizierungen: Achten Sie darauf, dass die Protektoren die CE-Normen EN 1621-1 oder EN 1621-2 erfüllen.
  • Belüftung und Tragekomfort: Gerade auf langen Fahrten oder bei warmen Temperaturen ist eine gute Belüftung entscheidend.

Motorradhelme und Normen

Für Helme gibt es prinzipiell drei Arten der Normung, die Prüfung nach ECE, DOT oder SNELL. In Deutschland wird in der Regel ein Integralhelm mit Sicherheitszertifikat, geprüft nach ECE-Zertifizierung, gefordert. Motorrad Schutzkleidung mit CE-Zertifizierung ist ebenso wichtig wie ein gut geprüfter Helm.

Am Kinnriemen des Helms befindet sich ein Label mit dem Prüfsiegel des Helms. Integralhelme sind nach der europäischen Norm ECE22-06 (teilweise auch noch ECE22-05) geprüft. Diese Norm stellt jedoch nur Mindestanforderungen an das Material und die Eigenschaften eines Helms. In den USA entspricht die DOT-Norm in etwa der ECE-Prüfung. Allerdings sind hierzulande inzwischen auch andere Prüfzeichen zulässig. Die ECE-Norm gilt dagegen für die gesamte EU. Der Vorteil neuerer Helme besteht häufig in einem geringeren Gewicht.

Unabhängig davon gilt: Eine helle, kontrastreiche Farbgebung des Motorradhelms macht ihn auffälliger. Motorradhelme sollen sicherheitshalber rechtzeitig erneuert werden, denn Helme altern. Damit nimmt dann auch die Schutzwirkung der Helme ab. Eigentlich sollte es jedoch im Interesse eines jeden Motorradfahrers - oder Beifahrers - liegen, nur mit einem funktionstüchtigen Helm auf Tour zu gehen. Das belegen Statistiken sehr nachdrücklich: Bei rund 40% der Motorradunfälle droht dem Fahrer ein Schädel-Hirn-Trauma.

Wichtiger Hinweis

Auch wenn Protektoren eine gewisse Schutzwirkung entfalten, ist vorausschauendes Fahren nach wie vor oberstes Gebot.

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