Schwangere auf dem Fahrrad gehören leider nicht zum klassischen Alltagsbild. Viele Schwangere und werdende Eltern stellen sich Fragen wie: Darf man das Baby auf dem Fahrrad mitnehmen? Ist Fahrradfahren während der Schwangerschaft erlaubt? Unwissen schafft bekanntlich Unsicherheit, weshalb dieses Thema hohen Aufklärungsbedarf besitzt, denn Fahrradfahren in der Schwangerschaft ist gesund und praktisch, ebenso erleichtert das Fahrrad die Familienmobilität um ein Vielfaches.
Wir sprechen heute mit zwei Expertinnen, die sich diesem Thema angenommen haben. Verkehrsexpertin Hannah Eberhardt gründete im Jahr 2017 das Verkehrsplanungsbüro Verkehr mit Köpfchen, das sich mit Fahrradmobilität, Mobilitätsmanagement und Verkehrsplanung beschäftigt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Anna Gering rief sie 2015 das Projekt “Radfahren in der Schwangerschaft und mit Baby” ins Leben, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplanes gefördert wird.
Mit ihrem Projekt klären sie gezielt Eltern und Hebammen über die vielen Vorteile des Fahrrads als Mobilitätsträger in der Schwangerschaft und im Familienleben auf und wollen dadurch das Thema in der Öffentlichkeit präsenter machen und vor allem mit Vorurteilen und Unsicherheiten aufräumen.
Typische Vorurteile und Hemmnisse
Radfahren in der Schwangerschaft ist kein Problem, es gibt überhaupt keinen Grund in der Schwangerschaft darauf verzichten zu müssen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Radfahren in der Schwangerschaft ist gesund, denn es schont die Gelenke, regt das Herz-Kreislauf-System an und entlastet den Beckenboden.
Außerdem haben bewegungsaktive Schwangere während der Geburt meistens weniger Probleme als bewegungsfaule Schwangere. Ziel unseres Projektes ist deshalb vor allem auch, den Frauen diese Unsicherheit zu nehmen. Ziel unseres Projektes ist deshalb vor allem auch, den Frauen diese Unsicherheit zu nehmen.
Also ruhig auf die innere Stimme hören: Wie geht’s meinem Körper, wie geht’s meinem Gleichgewicht? Ich fühle mich wohl dabei - dann kann ich das auch machen. Vor allem wenn der Bauch größer wird, sollte man darauf achten, dass man ein bequemes Fahrrad hat. Eine Art Hollandfahrrad mit einem tiefen Einstieg ist zum Beispiel sehr gut geeignet, damit man das Bein nicht so hochheben muss.
Tipps für das Fahrrad
Man muss aber nicht unbedingt ein neues Fahrrad kaufen, sondern kann auch einfach sein altes nehmen und ein paar Kleinigkeiten ändern, wie z.B. den Lenker, Vorbau und Sattel umstellen und dann geht das normalerweise auch. Für eine bequeme Sitzposition kann man den Sattel etwas nach vorne neigen und nach unten stellen, gleichzeitig den Lenker etwas erhöhen, so dass man eine aufrechte Sitzhaltung annimmt.
Sollte das Radfahren wegen der Erschütterungen auf holperigen Straßen unangenehm für den Rücken oder den Bauch sein, so lässt sich bei den meisten Fahrradmodellen nachträglich eine Sattelfederung einbauen, die harte Stöße abfedert.
Aus unserer Umfrage haben wir auch erfahren, dass viele schwangere Frauen eigentlich gerne weiter Fahrradfahren möchten, aber dann aus dem Familien- und Bekanntenkreis oder von völlig Fremden und Passanten, darauf hingewiesen werden, dass das in dieser Zeit doch viel zu gefährlich sei. Was prinzipiell nicht stimmt, es ist nicht gefährlicher als nicht schwanger Fahrrad zu fahren. Solche Aussagen führen natürlich zu Verunsicherung.
Medizinische Aspekte
Schwangere Frauen sollten sich nicht überanstrengen. Wenn Schwangere merken, das strengt sie total an, sollte auf jeden Fall eine Pause eingelegt, etwas getrunken und sich hingelegt werden. Und klar, Überanstrengung während der Schwangerschaft ist ungesund. Ansonsten ist Radfahren in der Schwangerschaft aber kein Problem. Prinzipiell könnte man bis zur Geburt Fahrradfahren, solange man sich dabei wohlfühlt.
Radfahren bei Schnee- und Eisglätte ist aufgrund der erhöhten Sturzgefahr ohne entsprechende Ausrüstung, wie z.B. Spikereifen, für niemanden empfehlenswert. Stürze können auch zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen - da sollten man keine unnötigen Risiken eingehen. Ist es aus medizinischer Sicht bedenklich, während der Schangerschaft Fahrrad zu fahren? Nein, sofern keine individuellen medizinischen Gründe vorliegen, spricht nichts gegen das Radfahren in der Schwangerschaft.
Tatsächlich gilt es sogar als positiv, da es Frauen eine gelenkschonende Möglichkeit bietet, sich während der Schwangerschaft zu bewegen. Zudem regt das Radfahren den Kreislauf an und entlastet den Beckenboden. Natürlich sollte eine Überanstrengung unbedingt vermieden werden. Solange Sie sich jedoch dabei wohlfühlen, können Sie während Ihrer gesamten Schwangerschaft aufs Fahrrad steigen - wenn Sie wollen, sogar bis zur Entbindung.
Fahrradmobilität mit Baby
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit das Baby im Fahrradanhänger mitzunehmen, aber es gibt auch Lastenräder, die dafür geeignet sind. Der Anhänger ist eigentlich die klassische Mitnahmeoption und gibt es als Ein- oder Zweisitzermodelle. Selbst die ganz Kleinen können hier durch den Einbau eines Babyeinsatzes bereits mitfahren. In diesen Hängematten oder Babyeinsätzen liegen die Babys und werden festgeschnallt.
Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Babys noch keinen Helm aufsetzen können, weil sie sonst total schief liegen würden und der Kopf nach vorne geneigt wäre. Der Helm kann erst getragen werden, wenn das Kind sitzen kann und man den Babyeinsatz nicht mehr benötigt. Im Lastenrad ist der Babytransport ebenfalls bei einigen Modellen möglich.
Es gibt ein paar Lastenräder, die extra für den Baby- und Kleinkindtransport konzipiert sind, aber viele werden natürlich auch immer noch vorrangig für den Lastentransport entworfen. Bei letzteren Modellen benötigt man dann spezielle Einsätze für die Kinder. Manche Lastenräder sind auch nicht für den Babytransport geeignet, da sollte man sich natürlich vor dem Kauf intensiv erkundigen. Bei Lastenfahrrädern ist die Lösung meistens die, dass eine Babyschale, die eigentlich auch für das Auto geeignet ist, mit Hilfe eines Adapters im Lastenrad fest installiert werden kann.
Wir empfehlen, sich immer an die Herstellerangaben zu halten, diese sind sehr unterschiedlich. Manche raten erst ab einem Jahr, dann kann das Kind auch schon sitzen und andere Hersteller empfehlen bereits ab einem oder ab drei Monaten. Unabhängig von diesen Angaben, sollte hier selbstverständlich auch die individuelle Entwicklung des Kindes beachtet werden.
Sowohl Anhänger als auch Lastenrad bieten genug Stauraum. Im Anhänger ist z.B. hinten noch eine Art Kofferraum vorhanden, wo einiges reinpasst. Viele Lastenräder sind bis zu 100 kg zu ladbar und können auch mit Elektrounterstützung bestellt werden. Wer in einem hügeligerem Gebiet wohnt oder täglich weitere Strecken zurücklegt, ist selbst dort mit dem Fahrrad mobil.
Direkt nach der Geburt ändert sich ja das Mobilitätsverhalten total, gerade bei den Frauen. Sie sind viel mehr zuhause und haben oft ganz kurze Wege und legen nicht mehr die Strecken zurück, die sie vor der Geburt zurückgelegt haben. Für sie ändert sich quasi der komplette Alltag und sie müssen Mobilität oft wieder ganz neu denken. Deshalb ist es hilfreich, wenn man sich auch schon vor der Geburt bereits damit beschäftigt, wie man nach der Geburt unterwegs sein möchte und schon vor der Geburt nach einem Fahrradanhänger oder einem Lastenrad Ausschau hält. Weil ist das Baby dann erst mal da, hat man oft anderes im Kopf.
Sicherheit und Gesundheitsrisiken
Wir haben dazu leider keine Studien vorliegen. Aber die Belastung innerhalb des Autos ist ja auch relativ hoch, gerade durch die Klimaanlage werden die Abgase eingesogen. Natürlich wäre es schöner, wenn das Kind etwas erhöhter sitzen würde. Aber durch den niedrigen Schwerpunkt hat der Anhänger einen Sicherheitsvorteil, denn er kippt nicht so leicht um. Und wenn er doch einmal umkippen sollte, hat er einen Überrollbügel. Deshalb kann dem Kind da eigentlich kaum etwas passieren.
Wie das Thema präsenter gemacht wird
Im Jahr 2016 führten wir z.B. eine große Befragung unter Schwangeren und unter Eltern durch und haben damit ca. 650 Leute erreicht. Wir wollten herausfinden, was die Hemmnisse und Bedürfnisse von Schwangeren und Eltern mit Kind sind und was sie brauchen, damit sie wieder Fahrradfahren oder das Fahrrad noch mehr nutzen. Zurzeit machen wir die Ergebnisse dieser Umfragen bekannt und haben einen Flyer und eine Broschüre entworfen.
Wir nutzen auch Hebammen als Multiplikatorinnen, da diese ja oft die ersten Ansprechpartnerinnen von Schwangeren sind. Wir haben 2016 auch eine Umfrage unter Hebammen durchgeführt, um zu erfahren, ob Eltern überhaupt an dem Thema interessiert sind. Dabei ist herausgekommen, dass Eltern hierzu durchaus Fragen stellen und dieses Thema auch immer mehr aufkommt in den letzten Jahren. Deshalb haben wir im März 2017 dank einer Förderung durch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg Testschulungen für Hebammen anbieten können, um zu zeigen, wie man mit Baby Fahrrad fahren kann und was man während der Schwangerschaft beachten muss. Dieses Jahr bieten wir sogar in ganz Deutschland Hebammenworkshops an.
Was muss sich ändern?
Es herrscht ganz klar ein Informationsmangel, denn viele wissen gar nicht, ob und wie sie ihr Baby überhaupt mit dem Fahrrad mitnehmen dürfen und können. Dieses große Informationsdefizit hat sich auch in unseren Umfragen herauskristallisiert. Das ist auch der Grund, warum wir diese Broschüre und den Flyer erstellt haben, um dem entgegenzuwirken. Außerdem ist natürlich auch sehr wichtig, welche Mobilität mein Umfeld vorlebt, gerade im ländlichen Raum gibt es in Bezug auf die Fahrradmobilität im Alltag eher weniger Vorbilder. Aber das wäre wichtig, dass man sieht, wie es auch anders gehen kann.
Allen die sich unsicher sind, raten wir - einfach mal ausprobieren! Wir bieten z.B. auch das „Probelradeln“ an. Hier können sich Eltern einen Anhänger oder Lastenrad ausleihen und testen. Das trägt oft zu einem Aha-Effekt bei und zeigt, wie einfach und praktisch Fahrradmobilität eigentlich ist. Wichtig ist auch, sich einfach mal die Kosten und den Nutzen gegenüberzustellen. Wenn ich mir ein Anhänger gleich nach der Geburt des Kindes kaufe, hat der eine sehr lange Haltbarkeit und wenn ich ihn auch noch als Kinderwagen nutze, kann ich zusätzlich die Kosten dafür sparen. Außerdem kann man den Anhänger zum Beispiel auch verwenden, wenn die Kinder eigentlich schon zu groß sind, z.B. dann als Transportanhänger für Lasten. Beim Lastenrad ist es genauso, wenn das Kind einmal rausgewachsen ist, kann ich ja trotzdem damit einkaufen gehen, was dann wiederum die Anschaffungskosten relativiert.
Und dann ist es natürlich auch sehr wichtig, dass die Infrastruktur passt, damit sich die Menschen sicher auf dem Fahrrad fühlen, vor allem, wenn sie ihre Kinder dabeihaben, weil das ja für alle Eltern das wichtigste Gut ist, was sie haben und was sie auf gar keinen Fall irgendeiner Gefahr aussetzen wollen.
Ich finde, das Fahrrad braucht einfach mehr Platz im öffentlichen Straßenraum. Das ist für mich relativ egal, ob das getrennte Radwege oder gemischte Radwege sind, das ist ja gerade eine aktuelle Diskussion. Aber sobald das Fahrrad Platz im Straßenraum hat, werden auch viel mehr Leute das Fahrrad nutzen.
Es braucht politischen Mut, um eine fahrradgerechte Infrastruktur zu schaffen und einfach mal Parkplätze wegzunehmen, auch wenn es sehr viel Gegenwind geben wird. Aber gemeinsam mit Bürgerbeteiligung und dem politischen Mut könnte man hier sehr erfolgreich sein. Und einfach auch die Änderung in den Köpfen jedes Einzelnen, dass man merkt, ach es ist ja doch ganz einfach und macht auch Spaß und tut mir gut.
Ich war erst vor kurzem in Kopenhagen und der Fahrrad-Boom dort, wird ja auch hier in Deutschland total gefeiert und viele Leute schwärmen davon und wünschen sich das hier auch. Außerdem hat Radfahren in Kopenhagen auch gar nicht dieses Öko-Image anhaften, wie es z.B. hier in Deutschland manchmal noch gesehen wird. In Dänemark fahren die Menschen, weil es einfach bequem und praktisch ist. Gründe wie Umweltschutz und Gesundheit werden eher nachrangig genannt. Das Fahrrad ist einfach ein rundum sozialer Mobilitätsträger, es ist billig, jeder kann es nutzen, es gibt keine sozialen Hürden, denn man kann Fahrräder ja auch günstig gebraucht kaufen.
Wann wird das Fahrradfahren in der Schwangerschaft nicht empfohlen?
Es gibt Gründe, sich in der Schwangerschaft nicht oder nur sehr eingeschränkt sportlich zu betätigen - und daher auch kein Fahrrad zu fahren. Dazu zählen Schwangerschaftskomplikationen wie:
- Vorzeitige Wehen: Wenn die Wehen zu früh einsetzen, droht eine Frühgeburt. Um das möglichst zu verhindern, wird meist mehr Ruhe verordnet.
- Zervixinsuffizienz: Bei einer Zervixinsuffizienz öffnet sich der Muttermund ohne Wehen schon während der Schwangerschaft - und nicht erst zur Geburt. Das kann zu einer Frühgeburt führen, weshalb auch hier Schonung nötig sein kann.
- Blutungen: Kommt es zu Blutungen in der Schwangerschaft, kann dies verschiedene Gründe haben. Stecken ernstere wie eine Plazenta praevia dahinter, kann auch hier weniger Aktivität angeraten sein.
- Präeklampsie: Eine Präeklampsie geht mit erhöhtem Blutdruck einher und kann in schweren Fällen zum HELLP-Syndrom werden; auch hier können Schonung und Bettruhe nötig sein.
Und dann ist da noch die Sturzgefahr mit dem Rad: Durch den wachsenden Bauch verändert sich der Körperschwerpunkt - was zu einem anderen Gleichgewichtsgefühl führen kann. Wenn du bemerkst, dass du auf dem Fahrrad wackelig unterwegs bist oder Kreislaufbeschwerden hast, lass es besser stehen. Ein Sturzrisiko besteht für schwangere Frauen zwar auch beim Gehen, aber das passiert dann meist aus einer geringeren Geschwindigkeit heraus.
Es kommt zwar nur selten dazu, aber bei einem Sturz auf oder einem Schlag gegen den Bauch kann es zu einer Plazentaablösung und einem Hämatom in der Gebärmutter kommen - eine potenzielle Notsituation für dich und das Baby. Deshalb gilt grundsätzlich: Lieber langsam fahren und natürlich auch immer mit Helm, um Kopfverletzungen zu vermeiden. Bei extremer Glätte oder Nässe vielleicht auch besser nicht Radfahren; mit dem Rennrad über holperige und unebene Schlaglöcher-Straßen vielleicht auch nicht unbedingt.
Übrigens: Eine Alternative zum Fahrradfahren in der Schwangerschaft kann auch der altbewährte Heimtrainer sein. Da besteht keine Sturzgefahr, die positiven Effekte der Bewegung gegen Schwangerschaftsbeschwerden nimmst du aber dennoch mit. Was natürlich auch klar ist: Wenn du Schmerzen hast, nicht in den Sattel schwingen! Das kann bei einer Symphysenlockerung in der Schwangerschaft vorkommen: Das Auf- und Absteigen oder Erschütterungen auf holperigen Strecken können bei einer lockeren Schambeinfuge zu Schmerzen führen. Lass dich in diesem Fall von Arzt oder Ärztin beraten, welche Optionen du hast.
Vorteile des Fahrradfahrens in der Schwangerschaft
Wenn du dich fit und sicher fühlst, medizinisch nichts dagegenspricht und es dir guttut, kannst du bis zum Ende deiner Schwangerschaft als Radfahrerin unterwegs sein. Tipp: Wenn der Bauch irgendwann im Weg ist, hilft es manchmal, den Lenker etwas höher zu stellen. Wie häufig du dich auf den Drahtesel schwingst, entscheidest du selbst - es ist aber täglich möglich. Die Deutsche Sporthochschule Köln empfiehlt Schwangeren als Richtwert: siebenmal pro Woche für eine Stunde sportliche Aktivität - und ausreichend Pausen, wenn der Körper diese einfordert.
Fahrradfahren schont Gelenke und Beckenboden - das ist gerade in der Schwangerschaft von Vorteil, wenn sich die Sehnen lockern und der Körper einiges an Extragewicht mit sich herumtragen muss. Außerdem wird Schwangeren eine moderate sportliche Aktivität ausdrücklich empfohlen; insbesondere sanfte Ausdauersportarten wie Radfahren oder auch Schwimmen. Denn wer sich in der Schwangerschaft fit hält, stärkt den Körper für die bevorstehenden Anstrengungen der Geburt und kann Schwangerschaftsbeschwerden vorbeugen.
So kann Sport in der Schwangerschaft:
- Die Körperhaltung verbessern und so Rückenschmerzen vorbeugen
- Durch die Ausschüttung von Endorphinen für gute Laune sorgen
- Schwangerschaftsübelkeit lindern
- Zu einer komplikationsfreieren Geburt beitragen
- Und vorbeugend gegen Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes wirken
Sportarten, die deine Kondition verbessern - wie Radfahren - stärken zudem das Herz-Kreislauf-System und unterstützen so die optimale Versorgung von Mutter und Kind mit Sauerstoff während der Schwangerschaft. Obendrein sollen die schaukelnden Bewegungen beim Sport auch noch die Entwicklung deines Babys fördern. Insgesamt viele gute Gründe, sich in der Schwangerschaft nicht nur auf die Couch zu legen.
Wann kann man nach der Geburt wieder Radfahren?
Wie schnell du nach einer vaginalen Geburt oder einem Kaiserschnitt wieder fit genug bist, um Fahrrad zu fahren, ist individuell unterschiedlich. Möglicherweise gibt es auch Geburtsverletzungen, die zunächst noch schmerzen und abheilen müssen. Im Wochenbett gilt: Nicht zu früh zu viel wollen - gönne deinem Körper ausreichend Zeit, um sich von der Geburt zu erholen.
Stillen, das Baby kennenlernen, ein neuer Schlafrhythmus - all das kann kräftezehrend genug sein. Wenn du dich nach Bewegung sehnst, starte in den ersten Tagen und Wochen nach der Entbindung zunächst mit einfachen Beckenbodenübungen zur Rückbildung und Spaziergängen. Wenn du eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung hast, kann sie dir sanfte Übungen zeigen. Das tut auch deinem Kreislauf gut und unterstützt deinen Körper bei der Regeneration.
Versiegt dein Wochenfluss und fühlst du dich wohl dabei, kannst du sechs bis acht Wochen nach der Geburt auch wieder auf das Fahrrad steigen. Das ist zum Einstieg sogar eine gute Idee, da dein Beckenboden beim Radfahren nicht so stark belastet wird. Wenn du dir unsicher bist, ob du schon so weit bist, frage auch hier deine Hebamme oder einen Arzt bzw. eine Ärztin um Rat.
Weitere Tipps für das Radfahren in der Schwangerschaft
- Zur Sicherheit kannst du mit deiner Hebamme über deine Aktivitäten sprechen.
- Keiner kann dir sagen, welche Intensität für dich richtig ist oder wie lange deine Fahrten dauern sollten.
- Eine Schwangerschaft bedeutet Arbeit für den Körper.
- Eine aufrechte Sitzposition ist angenehmer für den Bauch und schonender für den Rumpf. Oft ist es sinnvoll, den Sattel niedriger zu stellen oder den Lenker so anzuheben, dass du in einer aufrechten Position sitzt.
- Mit der Zeit wird der Bauch größer, wodurch gewöhnliche Bewegungsabläufe erschwert werden.
- Mit der Zeit kann sich das Gleichgewichtsgefühl verändern. Der Arbeitskreis Sport und Schwangerschaft der deutschen Sporthochschule Köln rät, das Fahrverhalten entsprechend anpassen.
- Die zusätzliche Belastung durch das höhere Gewicht kann bei längeren Fahrten zu Schmerzen im Sattel führen.
- Die richtige Kleidung macht das Radfahren in der Schwangerschaft angenehm. Hierzu eignet sich Umstandsmode, die speziell für schwangere Radfahrerinnen konzipiert wird.
- Durch die körperlichen Veränderungen können Rücken- oder Hüftschmerzen auftreten. Wenn entsprechende Schmerzen deine täglichen Bewegungsabläufe und Fahrten erschweren, kannst du ihnen mit Ausgleichsübungen entgegenwirken.
- Eine Sattelfederung dämpft Stöße ab und schont das Becken.
- Schütze dich ausreichend mit Sonnencreme.
Was sollten schwangere Frauen beim Radfahren beachten?
Am wichtigsten ist es, Stürze zu vermeiden. Stellen Sie daher sicher, dass Sie Ihre Balance halten können und richten Sie sich darauf ein, dass sich Ihr körperlicher Schwerpunkt mit zunehmender Schwangerschaft verlagert. Seien Sie besonders nach Regenschauern, Schneefall oder Frost vorsichtig, da die Straßen rutschig oder vereist sein können.
FAQ: Fahrrad fahren in der Schwangerschaft
Die Zeiten, in denen Ärzt:innen Schwangeren strikt vom Fahrradfahren abrieten, sind glücklicherweise vorbei. Noch am Ende des 19. Jahrhunderts war das anders. Generell hilft Bewegung in der Schwangerschaft gegen viele Beschwerden - das zeigen auch Studien. So reduzieren aktive Schwangere beispielsweise ihr Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken oder eine Präeklampsie zu erleiden. Auch sorgt regelmäßige Bewegung dafür, dass zum Beispiel Rückenschmerzen seltener auftreten.
Sportmediziner:innen empfehlen vor allem Radfahren in der Ebene - also ohne Steigung. In der Schwangerschaft seien auch Sportarten wie Walking, Schwimmen, Pilates und Yoga risikofrei.
Wenn du in der Schwangerschaft Fahrrad fahren willst, solltest du unbedingt einen Helm tragen. Spätestens ab dem vierten Monat kann es in der Schwangerschaft unangenehm sein, Fahrrad zu fahren. Da der Bauch immer größer wird, verlagert sich dessen Gewicht und erschwert das Sitzen. Gerade während der Sommermonate solltest du beim Fahrradfahren in der Schwangerschaft auch immer etwas zu trinken dabei haben.
Hast du eine unkomplizierte Schwangerschaft, kannst du theoretisch bis zum Schluss Fahrrad fahren. Verläuft die Schwangerschaft unkompliziert, kannst du theoretisch bis zum Schluss aufs Fahrrad steigen. Auch dabei gilt wieder, dass du auf dein eigenes Gefühl achten und im Zweifelsfall die Situation ärztlich besprechen solltest. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst und es dir gut geht.
Grundsätzlich ist das Radfahren in der Schwangerschaft zu empfehlen. Frau Fleischmann erklärt, dass es sich um eine schonende Art der Fortbewegung handele. Radfahren entlaste den Beckenboden und schone die Gelenke sowie den Rücken.
Wie oft werdende Mütter radeln und wie ausgeprägt entsprechende Touren sein sollten, ist vom Trainingszustand abhängig, sagt sie: „Wer vorher schon regelmäßig auf dem Fahrrad unterwegs war, kann damit in der Schwangerschaft weitermachen und auch längere Touren unternehmen. Dabei sollten werdende Mütter immer auf ihren Körper hören.
Frau Fleischmann erklärt, dass es immer wieder Ärzte gibt, die das Sturzrisiko kritisch betrachten. Dennoch zählt das Radfahren zu den empfohlenen Sportarten. „Während der Schwangerschaft ist der Bandapparat lockerer, wodurch es leichter zu Bänderzerrungen kommen kann. Ein gesundes Maß an Vorsicht sollte immer vorhanden sein. Wer aufmerksam und auf vernünftigen Radwegen fährt, habe nichts zu befürchten. Bewegung in der Schwangerschaft sei wichtig für die Gesundheit von Mutter und Kind. Regelmäßiges Radfahren halte die werdende Mutter fit, was wiederum gut für das Kind sei, und es trainiert die Muskulatur.
Prinzipiell können Schwangere bis zur Geburt laut der Hebamme mit dem Rad fahren. Im letzten Trimester kann es sinnvoll sein, nicht mehr jeden Tag zu fahren und die Strecke zu reduzieren. Eine Schwangerschaft erfordert schließlich Kraft, die sich in einer schnelleren Ermüdung zeigt.
Oft heißt es, Bewegung habe einen positiven Einfluss auf die Cholesterin- und Blutzuckerwerte, wodurch die Gefahr für Schwangerschaftsdiabetes sinken könne. Frau Fleischmann bestätigt die gesundheitlichen Vorteile, sieht hier aber nur eine begrenzte Möglichkeit: „Das Fahrradfahren und andere sportliche Aktivitäten regen den Stoffwechsel an und es werden Kalorien verbrannt. Sport kann positive Auswirkungen haben und die Blutzuckerwerte verbessern.
Am Ende des Gesprächs mit Hebamme Kathrin Fleischmann wird deutlich, dass eine werdende Mutter am besten weiß, was für sie und ihr Baby das Richtige ist. Solange sich die gemeinsamen Ausflüge auf dem Fahrrad gut anfühlen und man keine hohen Risiken eingeht, kann und sollte man mit dem Training weitermachen - ganz gleich, wie das Umfeld das bewertet. Bei Fragen und Unsicherheiten kann man sich immer an einen Arzt oder eine Hebamme wenden - prinzipiell ist es aber am wichtigsten, auf das eigene Bauchgefühl zu hören, statt auf die Meinungen anderer.
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