Fahrradhelm im Sommer: Schutz und Komfort bei Hitze

Sommerliche Radtouren, ob mit dem Gravelbike oder dem E-Bike, sind für viele das Highlight der Saison - frische Luft, Bewegung und Naturerlebnisse inklusive. Doch gerade bei hohen Temperaturen ist Vorsicht geboten, denn Hitze, Sonne und körperliche Anstrengung können schnell zur Belastung werden. Wer gesund und sicher unterwegs sein will, sollte einige einfache, aber wichtige Regeln beachten - von der richtigen Flüssigkeitszufuhr bis zum Schutz von Haut, Kopf und Technik. Mit einer guten Vorbereitung, angepasster Ausrüstung und etwas Umsicht steht dem sommerlichen Radvergnügen nichts im Weg.

Die Herausforderung: Hitze und Helme

Es wird draussen langsam wärmer und man merkt schon jetzt an einigen Tagen, dass der Kopf unter dem Helm anfängt zu schwitzen. Viele Radfahrer kennen das Problem: Im Sommer wird es unter dem Fahrradhelm schnell unangenehm heiss. Es ist interessant zu erfahren, wie unterschiedlich die Erfahrungen damit sind und welche Geschichten sich dahinter verbergen. Nur aufgrund gesammelten vielen Erfahrungen von anderen, können wir uns, in bezug auf unsere persönlichen Vorlieben oder Abneigungen, besser entscheiden. Kaum einer wird sich in kurzer Zeit z.B. 10 verschiedene Helme leisten um nur zu erfahren, dass 8 davon nicht dem entsprechen, was man erwartet hätte.

Auswahl des richtigen Helms

Beim Kauf eines Fahrradhelms für den Sommer gibt es mehrere Faktoren zu beachten:

  • Belüftung: Achten Sie auf Helme mit grossen Belüftungsschlitzen, die eine gute Luftzirkulation ermöglichen.
  • Farbe: Hellere Farben reflektieren das Sonnenlicht besser als dunkle, was dazu beitragen kann, den Kopf kühler zu halten. Ich frage mich aber, ob ich bei brennender Sonne wirklich einen dunklen Helm auf dem Kopf tragen möchte. Gefühlsmäßig würde ich sagen, bei Eistüten eher hell, bei gut belüfteten Helmen ist das wurscht.
  • Passform: Ein gut sitzender Helm ist entscheidend für den Schutz und den Komfort. Der Helm soll knapp 2 Fingerbreit über den Augenbrauen sitzen und darf sich durch einen Stoß von vorne nicht nach hinten verschieben. Das geht nur, wenn die Gurte asymmetrisch eingestellt sind, der vordere Gurt kürzer, als der hintere. Außerdem muss der Gurtverteiler unterm Ohrläppchen positioniert sein. Der vordere Gurt zeigt fast senkrecht nach unten. Damit der nicht den Kehlkopf berührt, muss der hintere Gurt länger sein. Der Gurtverschluß liegt unterm Unterkiefer an und nicht am Hals. Helme, die wegen mangelhaft eingestelltem Gurtgeschirr nach hinten rutschen können sind gefährlich, weil sie dann nicht schützen und Nackenverletzungen provozieren können.
  • Gewicht: Ein leichter Helm ist angenehmer zu tragen, besonders auf längeren Fahrten. Der Melon ist mit 280g angegeben, der Thousand heritage ist mit 490g in L angegeben (und 460g in M), das neuere Modell "Chapter" mit besserer Belüftung ist mit 370g (M) und 410g (L) angegeben, bei Nutcase findet sich für den klassischen Helm auf der Homepage kein Gewicht, bei Händlern ist die Rede von 400g.

Beliebte Helmtypen für den Sommer

  • Rennradhelme: Diese Helme sind oft sehr leicht und gut belüftet, ideal für sportliche Aktivitäten.
  • Alltagshelme: Es gibt Alltagshelme, die den Hinterkopf gut schützen und trotzdem gut belüftet sind.
  • Helme mit Visier: Ein Visier schützt zusätzlich vor Sonne und Insekten.

Alternativen und Ergänzungen

  • Helmunterziehmützen: Ich benutze seit nahezu 10 Jahren Helmunterziehmützen, welche fast verhindern, dass der Schweiss ins Gesicht läuft. Diese Helmunterziehmützen kann ich unterwegs auch bei einem Brunnen nässen und wieder über den Kopf ziehen. Das fühlt sich für mich herrlich kühl an.
  • Mützen und Tücher: Eine leichte Mütze oder ein Tuch unter dem Helm kann helfen, Schweiss aufzusaugen und die Kühlung zu unterstützen.
  • Sonnenbrillen: Eine Sonnenbrille mit großem Sichtfeld (z. B. „Aerocraft Hiper Multilayer Mirror Lens“ von 100 %) für den Schutz der Augen gegen UV-Strahlung ist empfehlenswert.

Weitere Tipps für komfortables Radfahren im Sommer

  1. Genug trinken: Empfohlen wird etwa ein Liter Flüssigkeit pro Stunde Radfahren.
  2. Salz nicht vergessen: Wer es ganz einfach mag, kann sich auch ein, zwei Prisen Salz in die Trinkflasche geben.
  3. Eincremen ist Pflicht: Vor dem Start der Tour ist eincremen am besten mit einer sporttauglichen Sonnencreme Pflicht.
  4. Tour im Schatten planen: Eine Fahrradtour sollte deshalb lieber in den kühleren Morgen- und Abendstunden durchgeführt werden.
  5. Richtige Kleidung wählen: Zudem sollte helle Kleidung getragen werden, die das Licht reflektiert.
  6. Pausen machen: Auf etwaige Zeichen von Unwohlsein muss man strikt achten und direkt eine Pause im Schatten einlegen.
  7. Regelmäßig Wetter-App checken: Daher ist ein regelmäßiger Check von Regen- und Wetterradar während der Tour wichtig, um möglichst trocken und sicher nach Hause zu kommen oder rechtzeitig einen Platz zum Unterstellen zu finden.
  8. E-Bike-Akku schützen: Die empfohlene Betriebstemperatur liegt zwischen -10 und +40 Grad.

Sicherheitsaspekte

Unabhängig von der Jahreszeit sollte die Sicherheit immer oberste Priorität haben. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Prüfnormen: Achten Sie auf das CE-Zeichen und die EN 1078 Beschriftung (Prüfnorm).
  • Gurtanpassung: Bei diversen Helmen hat mich genervt, dass ich jeden Morgen die Gurte neu justieren musste, weil die Gurtdreiecke an den Ohren völlig verstellt waren. Ein langer Gurt war für beide Seiten "zuständig" und ich musste beide Seiten neu einrichten, wenn auf einer Seite was nicht passte. Letztlich bin ich bei einem Specialized-Helm gelandet, bei dem die Dreiecke gar nicht mehr verstellt (können).
  • Regelmäßiger Austausch: Das Herstellungsdatum ist im Helm eingeprägt. Nach vier bis fünf Jahren sollte der Helm ausgetauscht werden.

Die richtige Einstellung des Gurtsystems

Bei den Fahrradhelm-Test vermisse ich immer die Bewertung der Bedienbarkeit und der Positionierung des Gurtsystems. Wenn ich Leute mit Helm sehe, dann tragen 98% ihn falsch. Solange das nicht mit bewertet wird, brauche ich keine Tests. Stöße abfangen ist einfach. Jeden Tag, ob mit oder ohne Mütze die Gurteinstellung finden ist ein Forschungsprojekt.

Zusätzlicher Schutz

Da ich öfters im Sommer gut 7km gegen die Sonne am Horizont radle, ist mir ein grosses Dächlein vorne am Helm wichtig, da selbst eine gute Sonnenbrille in diesem Fall keine Linderung herbeiführt. Ich achte auch darauf, dass ich das Dächlein verstellbar ist und somit aus meinem Sichtfeld hochstellen kann. Da ich auch im Sommer mit Helm unterwegs bin, achte ich mich auf grosse Belüftungschlitze und ein Mückennetz wäre auch optimal.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0