Die schwersten Harley-Davidson Modelle

Obwohl Motorräder im Allgemeinen eher immer leichter werden, gibt es trotzdem noch richtig große, schwere Maschinen. Hier seht ihr, welche Serienmotorräder sich an die Spitze der Schwergewichter setzen.

Vielleicht wart ihr bis jetzt überrascht, dass in einem Ranking der Eisenschweine so wenige der notorisch übergewichtigen amerikanischen Cruiser vertreten sind.

Theoretisch hätte man auch fast die gesamte Top 10 Liste nur mit Harleys füllen können, da über die Jahre viele Road Glides und andere Ungetüme das Werk in Wisconsin verlassen haben und gewichtstechnisch über 380 kg liegen. Doch um ein einseitiges Ranking zu vermeiden, zählt jeweils nur das schwerste Exemplar einer Modellreihe.

Die schwersten Motorräder im Überblick

Hier sind die schwersten Motorräder , die es derzeit in Deutschland gibt. Von Herstellern, die mehrere Motorräder über 300 Kilogramm im Programm haben, werden die beiden schwersten vorgestellt. Im bunten Reigen der schwersten Motorräder, die es derzeit in Deutschland gibt, finden sich keine Sportler, Naked Bikes oder Modelle aus der Tourensport-Ecke. Hier dürfen nur die wirklich großen Jungs und Mädels mitspielen. 300 Kilo sind die Mindestanforderung, wobei selbst diese Masse dem schwersten Motorrad nur ein Gähnen abringt.

  • Harley-Davidson Tri Glide Ultra: Über eine halbe Tonne solide amerikanischer Maschinenbau stellt das aktuell schwerste Kraftrad dar, das es derzeit zu kaufen gibt. Das Tri Glide Ultra von Harley. 561 Kilogramm stehen fahrfertig auf den drei Rädern. Die Zuladung beträgt knapp 207 Kilo, somit müssen bis zu 768 Kilogramm vom Twin mit 1.923 Kubik und 169 Nm bewegt werden.
  • Harley-Davidson CVO Road Glide Limited: Mit 437 Kilogramm fahrfertig wirkt die CVO Road Glide Limited von Harley-Davidson fast zierlich, wobei die sich auf nur zwei Räder verteilen. Die Zuladung von um die 190 Kilo könnte mit zwei Passagieren und Gepäck knapp werden. Motor: Der bekannte Twin mit 1.923 Kubik, 106 PS und 166 Nm dürfte damit keine Probleme haben.
  • Indian Pursuit Limited: Ganz frisch auf dem Markt und neu auf der Waage: die Indian Pursuit Limited. Sie ist quasi eine Challenger mit noch mehr Stauraum und Ausstattung. Das lässt die Nadel rotieren: mit 416 Kilogramm fahrfertig wiegt die Pursuit 35 Kilo mehr als die Challenger. 212 Kilogramm dürfen noch zugeladen werden, was in Summe mit das Schwerste an Zweirad bedeutet, das heute gefahren werden kann. Der Antrieb ist der bekannte wassergekühlte V2 mit 1.768 Kubik, 121 PS und 178 Nm.
  • Indian Roadmaster Limited: Amerikanischen Massivbau der klassischen Art stellt die Indian Roadmaster Limited dar. Wobei die mit "nur" 403 Kilogramm fahrfertig deutlich Abstand zu den ersten drei Schwergewichten nimmt. Dafür darf sie stattliche 235 Kilogramm zuladen und so maximal 638 Kilogramm wiegen. Bewegt durch einen V-Twin mit 1.890 Kubik, mit massiven 171 Nm.
  • Gold Wing Tour: Es braucht schon das optionale DCT-Getriebe und das einzigartige Airbag-System, um die Honda Gold Wing Tour maximal aufzurüsten. So wiegt sie 390 Kilogramm fahrfertig und dürfte noch 203 Kilogramm zuladen. Mit maximal 593 Kilo wird der boxende Sechszylinder mit 1.833 Kubik und 170 Nm keinerlei Probleme haben.
  • Indian Challenger Limited: Die Indian Challenger ist das erste Mopped in diesem Reigen, das ohne Top-Case mit dem Volumen einer Turnhalle kommt. Entsprechend ist sie "leicht", was bei 381 Kilo fahrfertig trotzdem absurd klingt. Stramm darf die Indian zuladen: 247 Kilo sind erlaubt. Bestwert. Übrigens auch bezüglich Power: Twin mit 178 Nm aus 1.768 Kubik ist eine Macht.
  • BMW K 1600 Grand America: Trotz der Anmutung eines Schlachtschiffs hält die BMW K 1600 Grand America sich bezüglich Gewicht mit 367 Kilogramm höflich zurück. 193 Kilo darf sie noch zuladen. In Schwung gebracht werden maximal 560 Kilogramm vom Sechszylinder mit 1.649 Kubik und strammen 175 Nm.
  • Triumph Rocket III GT: Im Vergleich zu den übrigen Mutterschiffen wirkt die Rocket III GT mit ihren 317 Kilogramm fahrfertig fast wie die Sport-Yacht für den kleinen Sprint zwischendurch. 205 Kilogramm dürfen noch zugeladen werden.

Detaillierte Betrachtung einiger Modelle

Harley-Davidson Road Glide Limited

Auf Platz 4 liegt deshalb die Harley-Davidson Road Glide Limited. Das gigantische Top Case hebt sie von den meisten anderen Road Glides ab und gibt ihr auch den entscheidenden Vorteil beim Gewicht.

Sieht man von den Trikes ab, ist die Road Glide Limited - mit Ausnahme der CVO Limited - mit 423 Kilogramm fahrfertigem Gewicht die schwerste Serien-Harley. Auch für die Road Glide Limited gilt: Die schwere, großvolumige, fest am Rahmen verschraubte Sharknose-Verkleidung - am besten mit der hier gezeigten hohen Verkleidungsscheibe - ist was Tolles für jemanden, der oft weite Strecken auf der Autobahn unterwegs ist, für die Großglockner-Hochalpenstraße ist die superschwere Wuchtbrumme eher nichts.

BMW R 18 Transcontinental

Ein vergleichsweise junges Modell schafft es in die Top 3! Die BMW R 18 Transcontinental wurde erst letztes Jahr vorgestellt und verbindet Grand American Touring mit dem deutschen Big-Boxer-Motor.

Der mächtige 1,8-Liter Boxer, die üppige Ausstattung und ausladende Verkleidungsteile inklusive Musik-Anlage von Marshall bringen es auf 427 kg. Bei unserem Test der BMW R 18 Transcontinental kletterte die Anzeige unserer Waage sogar auf irre 441 kg. Da war sie aber bis zum Anschlag vollgetankt und mit Extra-Features, wie Rückfahrhilfe, radargestütztem Tempomaten, (noch) besserer Marshall-Musikanlage und Zusatz-Scheinwerfern, ausgestattet.

Harley-Davidson CVO Modelle

Ein CVO-Modell steht auf Platz 1 der schwersten Motorräder: Mit 577 Kilo bleibt das CVO Tri Glide nicht nur das schwerste Harley-Modell, sondern mit einem Preis von 58.135 Euro auch das teuerste. Die CVO Road Glide Limited steht mit 437 Kilo für 46.895 Euro deutlich dahinter. Die CVO Road Glide führt 405 Kilo und 43.855 Euro ins Feld. Das leichteste CVO-Modell ist das günstigste: Die CVO Street Glide kostet 42.835 Euro und bringt fahrfertig 393 Kilo auf die Waage.

Nicht nur den aktuell größten zugelassenen Motor und die exklusiven Lacke zeichnen die CVO-Modelle aus. Ab Werk kommen sie mit dem Rockford Fosgate Audio-System, mit dem bekannten Boom GTS-Infotainment sowie dem Boom Audio 30K Headset für den Helm.

Die aktuellste Version des Harley-Sicherheitspakets Reflex Defensive Rider Systems (RDRS) mit schräglagensensiblem ABS und Traktionskontrolle, Integraler Bremse, elektronisch gesteuerter Motorbremse und Berg-Anfahr-Hilfe ist ebenfalls an Bord.

Harley-Davidson SuperLow 1200T

Wie der Name schon sagt, ist die SuperLow 1200T eine Sportster mit relativ niedriger Sitzhöhe und damit auch für kleiner gewachsene Fahrer geeignet. Mit knapp 275 Kilo fahrfertig ist die SuperLow XL 1200T das schwerste Modell der Sportster-Baureihe.

Die kleine Touring-Harley trägt viel Chrom und hübsche Gussräder. Sie konnte im letzten Modelljahr 2020 nur noch in zwei Farbvarianten geordert werden: Vivid Black und Stone Washed White Pearl.

Die 1200T kombiniert die Tourenqualitäten der großen Harley-Modelle mit den Handlingeigenschaften der SuperLow. Die eleganten Seitenkoffer sind abschließbar, sie fassen zusammen immerhin 39 Liter.

Weitere schwere Modelle

Nach dem radikalen Power-Cruiser Intruder M 1800 R wollte Suzuki auch das traditionellere Big-Cruiser-Publikum ansprechen und verbaute den 1783 cm³-V2-Motor in etwas abgeschwächter Form in der Suzuki Intruder C 1800 R. Trotz "nur" 114 PS und 155 Nm Drehmoment ist auch die C 1800 R wahrlich nichts für zarte Piloten. Alles an der Intruder ist mächtig: 240er-Hinterreifen, ein elends langer Radstand von 1755 mm und knapp über 380 kg mit vollem Tank.

Sehr ähnlich zu den Intruder Suzukis ist die VN-Modellreihe, die seit 1986 besteht und immer wieder Cruiser unterschiedlicher Kubaturen hervorbringt. Wahnwitzig große Ausmaße, ein gigantischer V2 in der Mitte & typisches Cruiser-Design mit Rundscheinwerfer und jeder Menge Chrom sind, wie bei der Intruder, auch die Merkmale der großen VN-Eisen.

Die neuen Triumph Rocket 3 Modelle sind keineswegs kleine oder leichte Bikes, mit ca. 320 kg aber regelrechte Fliegengewichte verglichen mit den anderen Bikes auf dieser Liste.

Das Fahrgefühl einer schweren Harley-Davidson

Wer viele Kilometer in wenigen Tagen abreißen und den "American Way of Drive" spüren will, sollte sich für eines der Touring-Modelle entscheiden. Vor einem steht eines der schwersten Motorräder der Welt. Fahrbereit kommt es auf ein Leergewicht von 414 Kilo. Das zulässige Gesamtgewicht der Maschine: monströse 617 Kilogramm!

Um es kurz zu machen: Rangieren ist mit diesem Zweirad eine Qual. Im Stand ist die Harley ein echtes Eisenschwein und nur mit viel Mühe zu bewegen. Nach einigen Versuchen überlegt man es sich sehr, sehr gut wo und wie man sein Motorrad abstellt. Einmal in eine etwas abschüssige Parklücke gefahren, lässt sich das Bike kaum mehr rückwärts hinausbewegen. Also: immer schön rückwärts einparken, um mit Motorkraft wieder lässig vorne heraus zu fahren. Einen Rückwärtsgang gibt es nämlich nicht!

Bei diesem Gewicht sollte der Seitenständer auch ausschließlich auf betonhartem Untergrund ausgefahren werden. Wenn die Maschine auf Kies einsinkt, wird der Fahrer um die Nase bleich. Denn dieses Vieh aus der Schräglage wieder aufzurichten ist alleine kaum zu schaffen.

Wenig überraschend, dass die Maschine auf den schier endlosen Highways, die sich durch den amerikanischen Westen ziehen, durch einen stoischen Geradeauslauf und eine komfortable Federung überzeugt. Tempomat rein und entspannt dahingleiten. Selbst fiese Rillen und Fugen auf den amerikanischen Straßen schluckt die Harley mit beruhigender Gelassenheit.

Wirklich erstaunlich ist aber das Fahrverhalten des Straßenkreuzers auf zwei Rädern auf kurvigen Strecken. Sanftmütig lässt es sich mit der Harley durch Bergstraßen wie die des Yosemite National Parks surfen. Zugegeben: Rekorde wird man mit der Ultra Classic nicht brechen und wer es übertreibt wird schnell von aufsetzenden Bauteilen an die Grenzen der möglichen Schräglage erinnert. Doch das gutmütige Kurvenverhalten gepaart mit der chefigen Kraftentfaltung des Motors treibt einem ein Dauergrinsen ins Gesicht.

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