Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hundstadt und die Anfänge der Ziegelproduktion in Rheinhessen

Am 17. Mai wurde die Freiwillige Feuerwehr Hundstadt gegründet. Zuvor gab es auch in Hundstadt eine Pflichtfeuerwehr. In dieser musste die männliche Bevölkerung zwischen 15 und 55 Jahren ihren Dienst tun.

Die Löschgeräte und Leitern waren in einem sogenannten Leiterhaus untergebracht. Im Rathaus wurde im Erdgeschoss ein Raum eingerichtet, in dem neben der Leiter auch die handbetriebene Spritze untergebracht wurde. Erster Kommandant der neu gegründeten Wehr war Karl Scherf.

Was aber fehlte in diesen Zeiten der Not war Geld. Aber die Hundstädter waren schon immer eigeninitiativ und erfindungsreich. Die Bürger schlossen sich zusammen und führten unter der Leitung der beiden Lehrer der hiesigen Schule Becker und Wirth das Drama von Kleist „Die Hermannschlacht“ in historischen Kostümen auf.

Gespielt wurde am 25., 27. und 29. Mai 1930 auf einer Freilichtbühne am Hohe-Leyfelsen. 1936 wurde die erste Motorspritze (TS 8 DKW) angeschafft, was die Brandbekämpfung natürlich viel effektiver werden ließ. Auch konnte das erste Feuerwehrauto in Dienst gestellt werden, eine Mercedes-Limousine.

Diese wurde 1960 durch einen Ford 1000 Bus ersetzt. Als Wehrführer fungierten nacheinander Adolf Marx, Wiegand Rösser und Hugo Binz. Da der Platz im Rathaus nicht mehr ausreichte, wurde eine Garage angebaut.

Kurze Zeit später wurde der Hundstädter Wehr auch ein Mercedes-Unimog als Voraustanklöschfahrzeug vom Zivilen Bevölkerungsschutz (ZB) zur Verfügung gestellt. Rudi Sklorz folgte ihm auf den Wehrführerposten. 1977 wurde Werner Wick Wehrführer und 14 junge Männer traten in dieser Zeit der Wehr bei.

Viele von Ihnen sind heute noch aktive Feuerwehrmänner und bilden das Grundgerüst einer gut ausgebildeten und schlagkräftigen Feuerwehr. 1980 konnte man ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 (Mercedes-Benz Bj. 1958) von der Feuerwehr Bad Homburg-Dornholzhausen erwerben.

Das Fahrzeug wurde in Eigenleistung modernisiert und tat 15 Jahre hervorragende Dienste bei vielen Brandeinsätzen. Doch das Feuerwehrgerätehaus im Rathaus war zu klein, aber das Tanklöschfahrzeug konnte dankenswerter Weise im BGS-Lager (Muna) untergestellt werden.

1987 folgte Kai Süssner nach Werner Wick, der 1982 Ortsbrandmeister wurde und nochmals Rudi Sklorz als Wehrführer. In diesem Jahr wurden auch Wehr- und Vereinsführung personell von einander getrennt.

1989 wurde die Jugendfeuerwehr in Hundstadt ins Leben gerufen, nachdem bereits in den sechziger Jahren eine Jugendabteilung der Feuerwehr mehrere Jahre bestanden hat. 15 Jugendliche waren mit großer Begeisterung dabei, erster Jugendwart wurde Hans-Peter Friedrichs, Stellvertreter war Kai Heider.

Ihnen folgten Wolfram und Ulrich Klein, Thorsten Maurer und Peter Hess, Peter Hess und Hans Hess, Peter Hess und Oliver Hartmann, derzeit sind Oliver Schwinn und Sebastian Gäble Jugendwarte. 1989 war ohnehin ein sehr wichtiges Jahr für die Feuerwehr Hundstadt.

Es erfolgte der Spatenstich zum Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses, das an das Dorfgemeinschaftshaus angebaut wurde. Unter Führung der Bauleiter Rudi Sklorz, Friedel Kreuter und Kurt Scholler wurde das Gebäude von 43 Feuerwehrmitgliedern in kompletter Eigenleistung erstellt.

Über 8.000 Arbeitsstunden haben die Kameraden in das Haus investiert, das 1992 eingeweiht wurde und auf das die Feuerwehr Hundstadt sehr stolz ist. Der Kostenrahmen wurde nicht nur eingehalten, sondern sogar noch unterschritten.

Da man nun wieder mehr Platz hatte, konnte der Feuerwehrverein 1993 aus Eigenmitteln einen VW-Bus erwerben, der vornehmlich für die Jugendfeuerwehr eingesetzt wurde. Das LF 8 war in die Jahre gekommen und das TLF auch.

1995 wurden beide Fahrzeuge durch ein neues LF 8/6 (Iveco-Magirus) ausgetauscht. Der letzte große Höhepunkt in der langen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hundstadt war im Jahr 2004 das große Feuerwehr- und Musikfest.

75 Jahre Feuerwehr, 15 Jahre Jugendfeuerwehr und 40 Jahre Fanfarenzug Hundstadt wurden in gebührender Weise mit vielen Gästen von Nah und Fern gefeiert. Das Fest war ein voller Erfolg, nicht nur für die ausrichtenden Vereine sondern für den ganzen Ort.

Hundstadt war ein Wochenende lang die Hauptstadt des Hochtaunuskreises, wie der damalige Landrat Jürgen Banzer feststellte. Die Freiwillige Feuerwehr Hundstadt ist heute mit rund 200 Mitgliedern der mitgliederstärkste Verein in Hundstadt.

Die Anfänge der Ziegelproduktion in Rheinhessen

Eine Zusammenstellung der Ziegelproduktion in Rheinhessen liegt bisher nicht vor. So war es absolutes Neuland, als Alfons Lauzi im Jahre 2016 im Mainzer Ziegelmuseum das Ergebnis seiner Forschungen zur Herstellung von Ziegeln in Rheinhessen in Bild und Text als Ausstellung präsentierte.

Ungezählte Fahrten hatte er dazu unternommen, mit dem Fahrrad und mit dem Auto, um der Entstehung untergegangener rheinhessischer Ziegeleien und ihrer Produktion nachzuspüren. Ungezählte Briefköpfe, Postkarten und alte Bilder waren durchzusehen, Hinweise auf alten Landkarten zu sichten, zahlreiche Hobbyforscher zu befragen.

Mit seinen umfangreichen Recherchen konnte er nachweisen, dass in mindestens 85 von 186 rheinhessischen Ortschaften seit dem 19. Jahrhundert Ziegel gebrannt worden waren. Der nachfolgende Text soll über die Entstehungsgeschichte dieser Ziegeleien und ihre Bauweisen berichten.

Dazu soll einigen Fragen zur Sozialgeschichte der dort einst tätigen Menschen nachgegangen werden. Inzwischen ist Alfons Lauzi tot, verstorben am 7.10.2017 nach kurzer, tapfer ertragener Krebserkrankung.

Es war die Idee des Zweitautors, die von Lauzi erarbeiteten Textfragmente zu einem Ganzen zu verbinden. Sie wurden noch bei einem Besuch am 15.9.2017 von ihm generell gutgeheißen. So soll diese Publikation eine späte dankbare Erinnerung an die Inventarisationsarbeit von Alfons Lauzi sein.

Seit der Zeit der Sumerer, Babylonier und Assyrer hatte sich die Technik der Ziegelherstellung nicht geändert. Wichtigste Voraussetzung sind geeignete und ausreichende Tonvorkommen im Erdreich. Der Ton wurde in großen Gruben von Hand abgebaut und mit Karren in die Nähe der Brennstelle geschafft, dann von Verunreinigungen und Pflanzenresten befreit.

In offenen Gruben wurde er gewaschen, dann mit Quarzsand, Schamotte, Ziegelmehl und weiteren mineralischen Zuschlagsstoffen vermischt. Dieses spezielle Mischungsverhältnis machte die Produkte eines jeden Betriebes einzigartig und wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

Durch Kneten wurde die feuchte Masse plastisch gemacht und zu einem Kuchen geformt. Dieser wurde sodann in Formen gedrückt, die Steine dann in Holzgestellen an der Luft getrocknet. Die Ziegel, die bis zu 1/5 - 1/6 ihres Gewichtes an Wasser enthielten, lagerten auf diese Weise mehrere Wochen, ehe sie sich zum Brennen eigneten.

Ein Ziegelarbeiter konnte auf diese Weise bis zu 2.500 Ziegel am Tage herstellen. Diese luftgetrockneten Ziegel konnten bereits mit Lehmmörtel verbaut werden, mussten aber aus Haltbarkeitsgründen verputzt und gestrichen werden.

Wollte man den Steinen eine höhere Festigkeit geben, mussten sie gebrannt werden. Dies erfolgte in Feldbrandöfen für einfachen Brand und in Kammeröfen zur Herstellung stärker gebrannter und damit festerer Steine.

Feldbrandöfen wurden in unmittelbarer Nähe der Tonvorkommen erstellt und von den Erbauern im Nebenerwerb betrieben. Dazu wurden die handgeformten, luftgetrockneten Ziegel zu einem Meiler aufgeschichtet. Dessen Außenwände wurden mit alten Backsteinen, meist beschädigten Rohlingen, bedeckt und mit Lehm zugeschmiert.

Zum Schutz gegen Regen wurde die oberste Lage mit Backsteinen abgedeckt und zusätzlich noch Erde aufgeschüttet. Im Inneren der Meiler wurden in ganzer Länge Luftzüge und Schürkanäle freigehalten. War der Meiler fertig aufgeführt, wurde er an mehreren Stellen gleichzeitig angezündet.

Je nach Größe des Meilers benötigte das Feuer 20-25 Tage, um die Steine „gar“ zu brennen. Die Abkühlung bis zur Herausnahme der fertigen Backsteine dauerte nochmals 3-14 Tage. Als Brennmaterial wurde ursprünglich Holz, später fein gesiebter, zwischen die Steinlagen eingestreuter Kohlegries, verwandt.

Die Ausbeute an nutzbaren Steinen richtete sich nach der Größe der Feldbrandöfen, zwischen 3.000 und 3 Millionen. Mit einer Ausführung in den Maßen von 11 × 4 × 3 Metern konnten ca. 40.000 Steine, mit einer größeren in Abmessungen von 14 × 11 × 3 Metern ca. 140.000 Steine gebrannt werden.

In Rheinhessen nannte man diese Meiler „Feldöfen“, in Worms bezeichnete man sie als „Steinfigur“. Feldbrandöfen waren relativ schnell und kostengünstig zu erstellen, hatten aber den Nachteil, dass die dort gebrannten Ziegel nur teilweise brauchbar waren.

Ein großer Teil, oft bis zu 50 %, war durch Asche, Schlacken oder zu hohe Brenntemperatur unbrauchbar. So bestand immer die Gefahr eines schnelleren Zerbrechens der Steine.

Wollte man solide und feste Steine brennen, so geschah dies seit dem Mittelalter in Ziegelöfen, sog. Kammeröfen. Hierzu wurden aus Backsteinen Brennkammern schachtartig aus vier Ziegelwänden aufgemauert. Sie blieben entweder nach oben offen oder wurden mit einem Gewölbe abgedeckt.

Zum Schutz gegen die Witterung erhielt die Ziegelhütte ein schützendes Dach, durch dessen Lüftungshauben die heiße Luft nach oben abzog. Die vorgetrockneten Rohlinge wurden in den Brennkammern über einem Rost gestapelt und gebrannt.

Als Brennmaterial wurde Holz oder Kohle zwischen die luftgetrockneten Steine eingestreut. Unter dem Rost lag die Aschenkammer. Derartige Ziegelöfen hatten den Nachteil, dass die Ziegel wegen der beschränkten Größe der Brennkammer nur in kleinen Mengen hergestellt werden konnten und die Öfen nach jedem Brand längere Zeit abkühlen mussten.

Zudem hatten sie einen hohen Verbrauch an Brennmaterial. In Osthofen hat sich ein derartiger Kammerofen aus dem Jahr 1856 mit großer Brennkammer erhalten. Philipp Orlemann hatte ihn neben seiner bestehenden Kalkbrennerei auf dem Flurstück „Im Gehren“ (heute Rheinstr. 45) erbauen lassen.

Die Gründe waren wohl der beginnende wirtschaftliche Aufschwung in Rheinhessen und die steigende Nachfrage nach Ziegeln als schnell herzustellendem und damit billigem Baumaterial für landwirtschaftliche Nutzräume. Hier sei auf die Entwicklung der gewölbten Ställe, „Kuhkapellen“ genannt, mit Gewölben aus Ziegeln verwiesen.

Offenbar hatte sich Orlemann mit dem Bau dieses Ziegelbrennofens übernommen. Denn er verkaufte ihn noch im gleichen Jahr an Johann Diehm, den Betreiber einer Feldbacksteinfabrik, und seine Ehefrau Elisabetha.

Dieser Brennofen, der letzte seiner Art in Rheinland-Pfalz, wurde als Kammerofen mit etwa 5 x 5 Meter Außenmasse erbaut. Unter der Brennkammer wurde die schachtförmige Kammer, die von oben beschickt wurde, aufgebaut.

Als schachtartiger Kammerofen war auch der Ofen in der Ziegelei des Johann Cornelius III. Heyl (1792-1858), des „Stammvaters“ der Wormser Lederindustrie und Begründer des wirtschaftlichen und sozialen Aufstieges der Familie Heyl, in Worms in der Straße „Am hinteren Ziegelofen“ konstruiert.

Im Jahre 1864 kaufte Jakob Stauffer diese Ziegelei und betrieb sie bis zum Jahre 1904. Dann ging sie in das Eigentum der Stadt Worms über, wurde aber kurz darauf abgerissen. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an wurde im Zuge der Industrialisierung auch die rheinhessische Ziegelproduktion von grundlegenden Neuerungen erfasst.

Die Handformung der Ziegel mit Modeln wurde durch die Maschinenfertigung ersetzt. In großen Bottichen wurde der Ton zu einem Brei aufbereitet, mit Hilfe einer Schneckenpresse durch ein Mundstück im Ziegelformat gedrückt.

Mit einem Draht wurden automatisch die Ziegelrohlinge abgeschnitten. In Öfen mit ringartig gebauter Brennkammer, wie sie ab 1858 nach dem Patent des Berliner Baumeisters Friedrich Hoffmann entstanden, wurden die luftgetrockneten Ziegel von außen gestapelt und sodann die Beschickungsöffnungen vermauert.

Nun wurden die Brennkammern mit Ziegeln gefüllt und von oben durch Schürlöcher in der Decke Kohlenstaub als Brennmaterial eingelassen. Nachdem das Feuer in der ersten Brennkammer entzündet war, wanderte es acht Tage lang kontinuierlich von einer Kammer zur nächsten.

Der um 1900 erbaute Ziegelofen von Diehl in Bechtolsheim zeigt in einem Luftbild - dokumentiert und ohne Schutzhaus - diese ringförmige Bauform deutlich. Der 1904 erbaute Ringofen der Mainzer „Ziegelei Rosbach“ verdeutlicht eine letzte Weiterentwicklung des Hoffmannschen Brennofens zu einer ovalen Form mit 16 Einfüllöffnungen und seitlichem Schornstein.

Die Beheizung fand von oben durch röhrenförmige Kanäle in der Decke, 12 in jeder Kammer, statt. Zur Steuerung der Luftzufuhr, Ableitung der Brenngase und der Wanderrichtung des Feuers dienten sog. Füchse, Luftkanäle im Brennofen, die durch Ventile, sog. Glocken, reguliert wurden.

Durch diese Luftkanäle wurden auch die Abgase in den Schornstein abgeleitet. Die Brenntemperatur der Feuerzone betrug ca. 1000° Celsius. Schon die Legionen der Römer betrieben in Rheinhessen seit dem späten 1. Jahrhundert Ziegelhütten zur Fertigung von Dach- und Mauerziegeln.

In Mainz und Worms sowie in einigen ländlichen Bereichen konnten römische Ziegelproduktionen archäologisch nachgewiesen werden. Auch zur Zeit Karls des Großen wurden Ziegel gebrannt, wie die im Bereich der Ingelheimer Kaiserpfalz gefundenen Spolien belegen.

Doch waren die gebietstypischen Baumaterialien Naturstein für Herrschaftsbauten sowie Holz und Lehm für Wohnhäuser. Wohl die erste Erwähnung einer Ziegelhütte im heutigen Rheinhessen ergibt sich aus der „statistischen“ Erfassung des Erzstiftes Mainz, die der Kartograf Gottfried Maskopp in den Jahren 1575 - 1577 im Auftrag des Mainzer Kurfürsten Daniel Brendel von Homburg (1523−1582) durchführte.

In seinem Plan der Gemarkung (Bingen-)Dromersheim verzeichnete er am Westausgang des Dorfes vor der Unteren Pforte eine Ziegelhütte. Der damalige Pächter ist nicht bekannt. Die erste namentliche Angabe eines Pächters ist im Gerichtsprotokoll von (Bingen-)Dromersheim aus dem Jahre 1627 zu finden, wie in der Chronik des Ortes von 1956 zu lesen ist.

Darin ist ein Hieronymus Schmidt als Pächter der städtischen Ziegelei vor der Unteren Pforte genannt. Auch im benachbarten Sprendlingen gab es bereits vor 1657 eine Ziegelei. Dies erfahren wir aus der Tatsache, dass in diesem Jahr der dort wohnhafte Ziegler Franz in der Ziegelhütte von einem Franziskaner ein Kind taufen ließ, wie das Taufregister der evangelischen Pfarrei St. Michael in Sprendlingen unter der Nr. 36 angibt.

Ziegel wurden auch beim Ausbau der oberhalb von St. Goar gelegenen Burg Rheinfels unter dem hessischen Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels im 17. Jahrhundert verwandt, wie noch heute am Gewölbe des großen Kellers und an zahlreichen Türstürzen zu sehen ist.

Um 1670 lassen sich in Oberheimbach am Mittelrhein der Ziegelbrenner Johann Dietrich Gottron und seine Familie nachweisen, wie der Mainzer Historiker Dr. Adam Gottron in seiner Familienchronik angibt. Von Heimbach wanderten Mitglieder der Familie Gottron im 18. Jahrhundert rheinaufwärts und siedelten sich im Umfeld der kurfürstlichen Residenzstadt Mainz an.

In Weisenau, Mombach, Budenheim sowie rechtsrheinisch in Kostheim, Gustavsburg, Flörsheim, Nieder-Walluf und Raunheim entstanden nun Gottron‘sche Ziegeleien. Denn inzwischen herrschte in Mainz durch den Neubau großer Kirchen und zahlreicher Palais eine rege Bautätigkeit, wobei die Produkte aus den Ziegeleien der Familie Gottron offenbar guten Absatz fanden.

Eine Darstellung der von Georg Philipp Gottron um 1760 in Kostheim an der Einmündung des Mains in den Rhein gegründeten Ziegelhütte hat sich im Stich des Kupferstechers Johann Christian Berndt aus dem Jahre 1792 erhalten. Weil offenbar von Zieglern im Mainzer Kurfürstentum wiederholt schlechtes Material aus fehlerhaften Bränden geliefert worden war, erließ Kurfürst Friedrich Carl von Erthal mit Datum vom 27.8.1767 eine Verordnung zur Qualitätssicherung von Ziegeln.

Als Fundgrube für Nachrichten über Ziegelherstellung im Raum Alzey im 18. Jahrhundert erweist sich das im Heimatmuseum Alzey verwahrte „Meisterbuch der Alzeyer Ziegler-Zunft“ für die Jahre 1727-1776. Im benachbarten kurpfälzischen Wendelsheim wird in den Kirchenbüchern im Jahre 1760 die Taufe eines Kindes des Zieglers Johannes Cornelius und seiner Ehefrau Maria Elisabeth geb. Creutz genannt.

Cornelius war 1746 als Meister in die Alzeyer Ziegler-Zunft aufgenommen worden. Für das Rathausdach lieferte er 1770 Biberschwanzziegel und 1776 für den Kirchturm Backsteine. Biberschwanzziegel mit den eingeritzten Jahreszahlen 1740 und 1757 geben in Wachenheim an der Pfrimm den Hinweis, dass dort in jenen Jahren bereits eine Ziegelei betrieben wurde.

Derartig mit Jahreszahlen, Zeichnungen und Symbolen verzierte Dachziegel wurden auf rheinhessischen Dächern wiederholt entdeckt. Sie werden als „Feierabendziegel“ bezeichnet und entstanden in den Ziegeleien wahrscheinlich am Ende einer Tagesschicht.

Nachdem Rheinhessen 1815 zum Großherzogtum Hessen gekommen war, vollzog sich in den Städten und im ländlichen Raum allmählich ein technischer Wandel. Die großherzoglich - hessische Verwaltung ließ neue Schulen, Rathäuser und Sozialeinrichtungen erbauen.

Neue Landstraßen wurden zur Erschließung des ländlichen Raumes angelegt. Zudem wurden in der Landwirtschaft zahlreiche Maßnahmen zur Ertragssteigerung eingeleitet. Anstatt landwirtschaftliche Anwesen aus Fachwerk mit Lehmfüllungen zu errichten, wurde nun der Massivbau propagiert.

Hinzu kamen stärkere Anforderungen an Hygiene und Feuersicherheit für Brandwände und Dächer, wie sie schon das kurfürstliche Vizedomamt in Mainz durch Verordnung vom 5. Juni 1790 gefordert hatte. Danach durften Neubauten statt der bisher üblichen Eindeckung mit Stroh wegen der Brandgefahr nur noch eine feste Dacheindeckung erhalten.

Hinzu kam, dass Mauer- und Dachziegel gegenüber dem heimischen Naturstein durch Vorfertigung und maschinelle Herstellung billiger waren. Auch der schnellere Transport auf dem Rhein beflügelte die Entwicklung. Die Vorzüge des industriell hergestellten Ziegels wurden durch Bauzeitschriften verbreitet und auf Fachmessen vorgestellt.

Die großen Städte wie Mainz, Bingen, Alzey und Worms nahmen schnell an Einwohnerzahlen zu und dehnten sich in das Umland aus. Die Ansiedlung neuer Industriebetriebe, das Anwachsen der Bevölkerung und demzufolge der Wunsch nach schnell zu erbauenden Wohnungen erforderten billige und schnell zu beschaffende Baustoffe.

Die Folge war, dass sich im unmittelbaren Umkreis von Mainz nun zahlreiche Ziegeleien ansiedelten: Bereits in einer topographischen Grundkarte von 1815 ist in (Mainz-)Mombach am Rheinufer eine Ziegelei eingetragen.

Die Geschichte der Firma Schwinn

Sein Sohn Gerhard Schwinn führte die Firma seit 1970 weiter, in die Zerspanung von metallischen Werkstoffen, zu einem sehr erfolgreichen Formen- und Werkzeugbau. Weiter führte er die ersten CNC gesteuerten Fräsmaschinen, 2015 die erste 5-Achsige Maschine sowie die CAM und CAD Software ein.

  • Gründung Tischlerei in Offenbach, Austraße und Hermann-Steinhäuser-Str. 1.
  • Kooperation mit der ti4f GmbH.
  • Gründung der tooling cooperation GmbH.

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