Schwinn IC8: Anleitung zur Verbindung mit iPad und Apps für optimales Indoor Cycling

Das Schwinn IC8 ist ein hochwertiges Indoor Cycle, das sich ideal für das Training zu Hause eignet. Es zeichnet sich durch eine Magnetbremse, Bluetooth-Konnektivität und die Kompatibilität mit verschiedenen Fitness-Apps aus. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihr Schwinn IC8 mit Ihrem iPad und verschiedenen Apps verbinden können, um Ihr Trainingserlebnis zu optimieren.

Technische Details und Ausstattung

Das Schwinn IC8 eignet sich für Schrittlängen von 68 bis 89 Zentimeter. Der Abstand der einzelnen Stufen liegt bei niedrigen 1,5 Zentimeter, das sorgt für eine optimale Höheneinstellung. Mein Tipp: Wer bequemer sitzen möchte oder nicht so groß ist, sollte den Sattelkloben drehen. Hinweis: Wer in die Nähe der unteren oder oberen Körpergröße kommt, sollte vor dem Kauf seine Schrittlänge (Innenbeinlänge) ausmessen. Das Fahrgefühl kommt dem Rennradfahren sehr nahe, vor allem, weil es keine Schleifgeräusche wie bei konventionellen Bikes gibt.Die Pedale haben auf einer Seite Haken und Riemen und auf der anderen Seite einen SPD kompatiblen Klickmechanismus. Einzig die Sattelstütze fällt etwas aus dem Rahmen.

Kompatibilität mit Fitness-Apps

Das Indoor Cycle Schwinn IC8 kann mit der Zwift App, der Kinomap App, JRNY, Explore the World by Bowflex und der Rouvy App genutzt werden. Während es beim Bowflex Max Trainer M8 die JRNY-App gibt, die das Display ersetzt und speziell für die Max-Trainer-Geräte entwickelt wurde, gibt es beim Schwinn IC8 nicht die eine App, die als Schaltzentrale fungieren soll. Stattdessen können mehrere Indoor-Cycle-Apps genutzt werden, wenn sie das IC8 unterstützen. Diese können ihre Daten dann jeweils auch an andere Plattformen weitergeben, die meisten nutzen Strava und TrainingPeaks.

Hinweis: Die von mir vorgestellten Apps haben zum Zeitpunkt meines Test mit den zu dieser Zeit aktuellen Betriebssytemen funktioniert. Es kommt immer wieder vor, dass durch Updates, veraltete Betriebssysteme oder Endgeräte die Apps nicht funktionieren. Gelegentlich werden Apps nicht mehr weiter entwickelt oder verschwinden komplett aus dem App Store und Google Play Store. Manche Applikationen werden auch durch neue ersetzt.

Verbindung mit Apps

Während ein kurzer Druck auf die Bluetooth-Taste des Schwinn IC8 einen Herzfrequenzsensor koppelt, können über einen langen Druck von rund drei Sekunden Tablets oder Smartphones gekoppelt werden. Wenn das Bluetooth-Symbol dauerhaft leuchtet, zeigt dies die erfolgreiche Verbindung zwischen App und IC8 an. Ob Apple Health und Google Fit unterstützt werden, hängt deshalb auch nicht vom IC8 selbst ab, sondern von der App, die man nutzt.

Detaillierte App-Übersicht

RideSocial und Explore the World

Bereits beim Bowflex Max Trainer M8 konnte die RunSocial-App genutzt werden, allerdings zum Laufen. Mit dem Schwinn IC8 können nun fremde, reale Orte mit dem Fahrrad in der RideSocial-App erkundet werden. Die App ist kostenlos erhältlich und steht für Android und iOS zur Verfügung. Die Karten passen sich dabei der Trainingsgeschwindigkeit des Nutzers an. Die Streckenvideos müssen vor dem Training heruntergeladen werden.

In der App werden die gefahrene Geschwindigkeit, die Trittfrequenz und die Steigung angezeigt, wobei die angezeigten Werte mit denen auf dem Display des IC8 übereinstimmen. RideSocial und RunSocial sind zudem beide in der App „Explore the World“ zusammengefasst. Um darin alle Strecken nutzen zu können, ist ein Abonnement notwendig, das 59,99 Euro im Jahr kostet.

Erneut positiv für die Motivation ist die Echtzeit-Einblendung anderer Fahrer in der RideSocial-App, die auch mit ihrem Profil hinterlegt werden, was das Ganze persönlicher werden lässt. Einige Strecken in der App bieten aber 360-Grad-Ansichten und VR-Headset-Unterstützung an, so dass man sich theoretisch mit einem VR-Headset auf das IC8 begeben und während des Fahrens umsehen und sogar umdrehen kann. Nutzt man das Tablet ohne VR-Headset, kann man sich ebenfalls umsehen, wenn man das Tablet bewegt.

Zwift

In Zwift kann man alleine oder gegen andere Fahrer virtuelle Radrennen bestreiten. Anders als bei RideSocial fährt man hier aber nicht durch echte Landschaften, sondern über ausgedachte Strecken. Zwift ähnelt deshalb mehr einem Computerspiel, ist aber eine sehr gute Trainingsmethode. Es zeigt beim Fahren Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Puls und Leistung in Watt an.

Anders als bei RideSocial stimmt die Geschwindigkeit des IC8-Displays und der App nicht überein, da die Zwift-App bei den Daten berücksichtigt, wie das aktuelle Streckenprofil aussieht. Geht es bergauf, fällt die Geschwindigkeit, während sie auf dem Display konstant bleibt. Bei gleicher Trittfrequenz muss nun der Widerstand manuell angepasst werden, um den Berg schneller zu erklimmen. Dabei errechnet die Zwift-App aus dem auf dem IC8 eingestellten Widerstand und der Trittfrequenz den Leistungswert in Watt, womit es aber Probleme geben kann, da dieser nicht für das IC8 kalibriert ist.

Die Daten aus Zwift lassen sich beispielsweise an Strava übertragen. Die App kann 25 virtuelle Kilometer lang ausprobiert werden, bevor ein Abonnement abgeschlossen werden muss.

Kinomap

Kinomap ist ebenfalls eine Video-App, die fast 250.000 Kilometer Strecke rund um die Welt zum Erkunden bereitstellt. Sie ist dabei nicht nur auf das Cycling beschränkt, sondern unterstützt auch das Laufen und Rudern. Ein „Mehrspielermodus“ erlaubt das gleichzeitige Trainieren mit anderen Nutzern aus der App. Kinomap unterstützt inzwischen offiziell das Schwinn IC8, wobei dies eine einseitige Unterstützung durch Kinomap ist, denn Schwinn kooperiert nach eigenen Angaben nicht mit Kinomap, weshalb der Hersteller bei Problemen auch an die Entwickler verweist.

Das IC8 wird in der iOS-App von Kinomap über Bluetooth nämlich gar nicht gefunden, wenn man es in der Liste der unterstützten Geräte auswählt. Wählt man stattdessen das Upright Bike 131 aus, wird die Bluetooth-Verbindung zum IC Bike angezeigt und kann genutzt werden. Der Widerstand muss auch bei der Kinomap-App selbst am IC8 eingestellt werden, wobei in den Videos eine Einblendung den empfohlenen Widerstand anzeigt.

Die App ist sowohl für Android als auch iOS verfügbar. Es gibt aber aufgrund der Bestimmungen des App-Stores keine kostenfreie, eingeschränkte Version von Kinomap mehr, sondern lediglich eine kostenlose, uneingeschränkte, siebentägige Testversion, bevor zwingend ein Abo notwendig ist. Letzteres kostet monatlich 9,99 Euro oder jährlich 79,99 Euro.

Peloton

Mit Peloton ist einer der größten Fitnesstrends aus den USA nun auch in Deutschland gestartet. Peloton bietet mehr als 1.000 Cycling-Kurse zum On-Demand-Abruf und zahlreiche Live-Kurse für Abonnenten. Seitdem kann auch das Schwinn IC8 mit Peloton genutzt werden. Während das Abo beim Kauf eines Peloton Bike 39 Euro im Monat kostet und zwingend notwendig ist, kostet das Abo der App ohne Peloton Bike derzeit nur 12,99 Euro im Monat und kann unabhängig vom Peloton Bike auf drei iOS-Geräten genutzt werden. Wer sich die gebotenen Inhalte zunächst ansehen möchte, erhält einen kostenfreien Testmonat.

Das Schwinn IC8 kann in der Peloton-App als Zuspieler für die Drehzahl verbunden werden, was auf Anhieb problemlos und zuverlässig funktioniert. Daraufhin wird die eigene Drehzahl beim Training in der Peloton-App angezeigt und im Trainingsverlauf fortlaufend festgehalten. Die Drehzahl stimmt mit den Angaben auf dem Display des IC8 überein.

Der enorme Vorteil im Vergleich zu Zwift und Kinomap ist hierbei, dass Peloton rein auf die Drehzahl und den Widerstand setzt, da das Peloton Bike nach demselben Prinzip funktioniert - auch wenn das Peloton Bike zusätzlich den eingestellten Widerstand und eine Leistung in Watt auf dem Display anzeigt, was beim IC8 nicht übermittelt wird, aber ohnehin nicht erforderlich ist.

Die Peloton-App ist derzeit die beste Training-App für das Schwinn IC8. Auch hier gilt aber, dass Trainingseinheiten, die nur auf dem IC8 durchgeführt werden, nicht im Nachhinein mit der App synchronisiert werden können.

JRNY App

Die JRNY App lässt mit vielen Fitnessgeräten von Schwinn, Nautilus und Bowflex koppeln. Die App hat individuelle Trainingsprogramme die sich automatisch an eine Leistungssteigerung anpassen. Die App kann 60 Tage kostenlos getestet werden. Wer das ABO nicht verlängern möchte muss vor Ablauf der 60 Tage kündigen.

Firmware und Kalibrierung

Update: Seit August 2020 wird das IC8 mit der Firmware 1.3 ausgeliefert. Durch diese Änderung muss die Magnetbremse laut Hersteller nicht mehr kalibriert werden. Achtung: Der Magnetwiderstandssensor kann nur dreimal kalibriert werden. Ein neuer Widerstandssensor kostet ca.

Manuelle Kalibrierung (falls erforderlich)

  1. Drücken Sie nun die Taste „ZURÜCK“ und „ERHÖHEN“ erneut 3 Sekunden lang.
  2. Die zweite Zahl ist der aktuelle Wert in Stufe 1. Dazu wird der Widerstandsknopf der Magnetbremse nach links, entgegen dem Uhrzeigersinn, gedreht bis zum Anschlag.
  3. Danach blinkt die Bremspositionsstufe 100.

Hinweis: Bei der Einstellung für die Stufe 100 kommt es, je nach Bike, ab Position 70 bis 80 zu Schleifgeräuschen. Diese werden durch die Notstop-Bremse verursacht. Mit zunehmender Abnutzung der Bremse werden die Geräusche weniger. Für mich ist es nicht störend, da ich in diesen Widerstandsbereich selten komme.

Alternativen und zusätzliche Informationen

Wer allerdings darauf gehofft hat, dass Daten aus den Apps direkten Einfluss auf die Einstellungen des Schwinn IC8 haben, also beispielsweise den Widerstand anpassen, wenn es bergauf geht, wird enttäuscht. Da das IC8 eine manuelle Widerstandsverstellung besitzt, kann es nicht über die Apps gesteuert werden.

Für die älteren Bikes gibt es die normale IC8 Variante. Mit einem Smart-Trainer wird der Widerstand automatisch an das Streckenprofil angepasst.

Problemlösungen

Mit der Android Version ist ein koppeln derzeit nicht möglich. HINWEIS: In der Peloton® App wird ausschließlich die Trittfrequenz (Cadence) angezeigt.

Vor- und Nachteile der App-Nutzung

Vorteile Nachteile
Motivierende Trainingsprogramme Widerstand muss manuell angepasst werden
Echtzeit-Einblendung anderer Fahrer (RideSocial) Geschwindigkeit stimmt nicht immer überein (Zwift)
Umfangreiche Streckenauswahl (Kinomap) Probleme bei der Erkennung des IC8 (Kinomap)
Synchronisierung der Drehzahl (Peloton) Keine Übertragung des Widerstands (Peloton)

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