Die Unternehmerfamilie Schwinn ist in Mühltal und Ober-Ramstadt sehr bekannt. Früher wurden an mehreren Standorten Möbelbeschläge produziert.
Die Anfänge: Kunstharzdreherei in Ober-Ramstadt
1932 gründete Peter Schwinn in Ober-Ramstadt eine Kunstharzdreherei mit zwei Mitarbeitern. Nach der Wiedervereinigung wurde eine Niederlassung in Weimar gegründet. Eine Halle wird angemietet und die Metallproduktion aus Nieder-Beerbach dorthin verlagert.
Die Schwinn Weimar GmbH erwirbt ein 14.000 qm großes Grundstück im Industriegebiet Weimar-Nord. Hier entstehen 3000 qm Flächen für Produktion und Verwaltung.
Früher nur im Odenwald, heute auf den globalen Märkten unterwegs - die Geschichte von Schwinn ist eine klassische Erfolgsgeschichte aus dem deutschen Mittelstand. Bei uns sind die Werte eines traditionellen Handwerksbetriebs so lebendig, wie der Einsatz modernster Technologien selbstverständlich ist. Seit Jahrzehnten setzen wir mit viel Liebe zum Detail und einem nie ermüdenden Streben nach Innovation und Perfektion Maßstäbe, die mittlerweile Kunden in aller Welt überzeugen.
Die Finatem Beteiligungsgesellschaft übernimmt die gesamte Schwinn-Gruppe. Die DUBAG Beteiligungsgesellschaft übernimmt die gesamte Schwinn-Gruppe.
Der Gewerbepark Schwinn heute
Seit dem Erwerb durch Adam Schwinn werden hier Lagerflächen, Verkaufsräume, Werkstätten und Büros vermietet. Das Gebäude aus den 1950ern wartet mit einer spannenden Geschichte auf.
Viele Menschen haben heute zu Hause nicht mehr genug Platz für all ihre Geräte, Möbel und Utensilien. „Self-Storage“ heißt das Zauberwort: Das ist die beste Art, um sich nicht von liebgewonnen Dingen trennen zu müssen!
Im Gewerbepark Schwinn können saubere Gitter-Boxen und geschlossene Boxen von Privat und Gewerbe günstig gemietet werden, Studierende bekommen Studentenrabatte.
Ober-Ramstadt im Wandel der Zeit
Das Gebiet des im Rahmen der hessischen Gebietsform 1977 entstandenen Landkreises Darmstadt-Dieburg mit derzeit etwa 290.000 Einwohnern in 23 Städten und Gemeinden hat sich in den vergangenen 150 Jahren von einer überwiegend landwirtschaftlich zu einer industriell geprägten Region gewandelt.
Ober-Ramstadt liegt im vorderen Odenwald im Landkreis Darmstadt-Dieburg etwa 10 km südöstlich von Darmstadt entfernt. Das Unterzentrum im Ordnungsraum des Regierungsbezirks Darmstadt-Dieburg grenzt im Westen an die Gemeinde Mühltal, im Norden an die kreisfreie Stadt Darmstadt und die Gemeinde Roßdorf, im Osten an die Städte Reinheim und Groß-Bieberau und im Süden an die Gemeinde Modautal.
Die Stadt erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 41,88 km². Rund 41 % sind Landwirtschaftsfläche und 42 % Waldfläche.
Ober-Ramstadt liegt an der B 426 und der L 3104 und ist durch die Odenwaldbahn an Darmstadt, Frankfurt am Main sowie Erbach und Eberbach angebunden. Verschiedene Buslinien verbinden Ober-Ramstadt mit Darmstadt, Modautal sowie Fischbachtal und Roßdorf. Innerhalb der Stadt stehen Stadtbuslinien sowie das kommunale Ruftaxi „midKom“ zur Verfügung.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in der Kernstadt. Modau ist der zweitgrößte Stadtteil. Die kleinsten Stadtteile sind Rohrbach und Wembach-Hahn. Die Bedeutung der Kernstadt als Wohnstandort spiegelt sich auch bei der Verteilung der Funktionen und Angebote (Infrastruktur-, Versorgungsangebote und Gewerbe) wieder.
Ober-Ramstadt ist Sitz namhafter Unternehmen wie:
- Baier & Michels GmbH & Co. KG (Technischer Großhandel für Verbindungsteile)
- Bosch Rexroth AG (Steuerungs- und Antriebstechnik)
- DAW SE Firmengruppe (Farben)
- Druckhaus Becker GmbH (Druckerzeugnisse)
- point S (Kooperation für Reifenhändler)
- Riegler GmbH (Kunststoff Verarbeitung und Werkzeugbau)
- Schwinn GmbH (Möbelbeschläge)
Zur vielfältigen Wirtschaftsstruktur der Stadt gehören viele mittelständische Industrie- und Gewerbebetriebe sowie das Handwerk. Das produzierende Gewerbe ist eine Stärke von Ober-Ramstadt.
Ober-Ramstadt ist Teil der LEADER-Region „Ländlicher Raum Darmstadt-Dieburg“, die als Förderschwerpunkt für die Förderperiode 2014-2020 anerkannt wurde.
Ober-Ramstadt und die Kunststoffstrasse
Auf Initiative des 2017 verstorbenen Ober-Ramstädter Heimatforschers Otto Weber und mit Förderung durch den Landkreis schlossen sich 2014 die Museen im westlichen Odenwald und dort tätige kunststofferzeugende und -verbreitende Unternehmen zu einer bisher wohl einmaligen „Kunststoffstrasse“ zusammen, die derzeit Stationen in zehn Kommunen hat.
Im Landkreis Darmstadt-Dieburg kann die Kunststoffbranche auf das seit 1831 in Ober-Ramstadt mit damals etwa 2.000 Einwohnern ansässige Kammmacherhandwerk zurückgeführt werden. Georg Friedrich Heim, der Sohn des damaligen Bürgermeisters, hatte von 1815 - 1820 in Bensheim an der Bergstraße den Beruf des Kammmachers erlernt.
Er gründete 1831 einen eigenen Handwerksbetrieb, aus dem 1862 in Ober-Ramstadt die bis heute als Kunststoffverarbeiter tätige Firma G.F. Heim Söhne hervorging, die sich bald zur größten Schildpatt verarbeitenden Fabrik Europas entwickelte. Bei Ausstellungen der Künstlerkolonie Darmstadt 1901 und 1908 war sie mit Produkten nach Entwürfen von Hans Christiansen beteiligt und 1907 auch auf einer Ausstellung in St.
Kurz vor 1900 wurde dann in Ober-Ramstadt das in der Mitte 19. Jahrhunderts erfundene Celluloid als Rohmaterial eingeführt, das in den folgenden Jahren Horn und Schildpatt verdrängte. Später wurde in Ober-Ramstadt auch Hartgummi (Ebonit) verarbeitet, das durch langwieriges Mischen, Pressen und Vulkanisieren von Naturkautschuk mit hohen Schwefelanteilen (bis ca. 50 Gewichtsprozent) in Form von Platten erhalten wurde.
In der Umgebung von Ober-Ramstadt entstanden aus Kammmacherbetrieben weitere Handwerksfirmen: In Pfungstadt beherbergte die Hahnmühle von 1919 bis in die 1980er Jahre die Hessische Celluloid- und Holzwarenfabrik Dietz und Böttcher, die Schirmgriffe, Kleiderbügel, Türbeschläge, Handtaschenbügel und Celluloidröhren für die Herstellung von Schreibgeräten produzierte.
In der von Heinrich Schöberl gegründeten Celluloidwarenfabrik Babenhausen (Cellba) wurden von 1924 - 1966 Puppen aus Celluloid und nach dem zweiten Weltkrieg auch aus anderen Kunststoffen hergestellt. Nach 1966 siedelte sich für einige Jahre die amerikanische Firma Mattel mit den amerikanischen Barbiepuppen auf dem Firmengelände an.
Bemerkenswert ist, dass ähnlich wie in Ober-Ramstadt in den USA in Leominster, MA, eine Kammindustrie entstand: 1853 gab es dort bei etwa 3.000 Einwohnern 24 Kammfabriken mit 146 Beschäftigten. Als Horn knapp wurde, diente auch hier das 1868 erfundene Celluloid als Ersatz; dessen Spritzgießverarbeitung begann Samuel Foster, der 1931 die Firma Foster Grant gründete.
Automatisiert wurde das Kammmachergewerbe im frühen zwanzigsten Jahrhundert mit sog. Doublier- und Kammstechmaschinen, mit denen jeweils zwei Kämme gleichzeitig aus einer Platte gestanzt wurden, was eine komplizierte Anordnung von Schablonen, Messern und Schienen erforderte, in denen Kammplatten lagen und transportiert wurden, woran sich dann das manuelle Schleifen und Polieren anschloss.
Das Kammacherhandwerk fand im Odenwald und in Amerika beinahe gleichzeitig sein Ende in der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts als Folge einer Modelaune.
Nach dem Ende des Kammmacherhandwerks, das schon lange kein Lehrberuf mehr ist, wurde Ober-Ramstadt von 1933-1945 ein Zentrum der Herstellung von Winterhilfsabzeichen, die millionenfach aus Galalith (Kunsthorn) gefertigt wurden.
Mit der zunehmenden Motorisierung und der beginnenden Luftfahrt begann nach dem ersten Weltkrieg die Suche nach nichtsplitterndem Glas (sog. Sicherheitsglas). Otto Röhm (1876-1939) hatte sich schon im Jahre 1901 in seiner Dissertation mit der Polymerisation von Acrylsäurederivaten beschäftigt; diese Arbeiten fanden später in der von ihm mitbegründeten Firma Röhm & Haas in Darmstadt ihre Fortsetzung.
Nachdem sich gezeigt hatte, dass der neue Werkstoff nicht nur als unzerbrechliches organisches Glas für Flugzeugkanzeln, sondern auch sehr gut für Haushaltartikel wie z.B. Salatbestecke oder auch für Schmuck geeignet war, nahmen kleine Handwerksbetriebe im nahegelegenen Odenwald die Serienfertigung von Plexiglasartikeln auf.
Andere Kammmacher und Holzfederhalterdrechsler im Odenwald wandten sich der Produktion von Schreibgeräten wie Füllfederhaltern, Drehbleistiften und später Kugelschreibern aus Celluloid, Galalith und Ebonit zu. Weltweit bekannt ist die 1887 in Spremberg in der Niederlausitz von August Wilhelm Römmler gegründete Firma, die ihre Hartpapierlaminate erstmals 1931 auf der Leipziger Frühjahrsmesse unter dem Namen Resopal vorstellte.
Manche der ursprünglich als Celluloidwarenfabriken gegründeten Unternehmen nahmen später die Verarbeitung von anderen Kunststoffen auf, so z.B. VITRI bot dazu als erste Firma auf der Leipziger Messe 1938 Plexiglasartikel an.
In dem alten Rathaus, das heute das Museum von Ober-Ramstadt beherbergt, werden seit vielen Jahren Werkzeuge, Maschinen, Musterbücher, aber auch Rohmaterialien und Fertigprodukte des Kammmacherhandwerks und der frühen Kunststoffverarbeitung gesammelt. Die ältesten Stücke stammen von 1848. 1990 konnte das Museum das Inventar der Werkstatt des letzten Ober-Ramstädter Kammmachers Karl Schwan erwerben.
Gezeigt werden auch Maschinen, Halbzeuge und Fertigprodukte aus der 60-Jährigen Geschichte der Firma Weber & Schwinn, die als Kammfabrik gegründet und danach das um 1934 von Röhm & Haas in Darmstadt entwickelte und als Plexiglas bezeichnete Acrylglas verarbeitete und dafür seit etwa 1950 Spritzgießmaschinen betrieb.
Rohprodukte der Kunststoffverarbeitung
Ergänzend zur historischen Darstellung der oben genannten Unternehmen der Kunststoffstrasse werden die wichtigsten der in den vergangenen rund 200 Jahren verarbeiteten Rohprodukte kurz erläutert: Elfenbein, Ochsenhorn, Schildpatt (Keratine - schwefelhaltige Eiweißstoffe); Hartgummi (Ebonit); Celluloid (Cellulosenitrat); Kunsthorn (Galalith); Phenoplaste (Bakelit); Polymethylmethacrylat (Plexiglas); Polystrol.
Die als Vorgänger der heutigen Kunststoffe bis etwa 1850 verwendeten tierischen Produkte Elfenbein, Ochsenhorn und Schildpatt bestehen überwiegend aus Keratinen (schwefelhaltigen Eiweißstoffen); sie sind als Naturprodukte im heutigen Sinne keine Kunststoffe; sie können aber insofern als Vorläufer der erst im späteren 19. Jahrhundert entstandenen Kunststoffe angesehen werden, als die meisten von ihnen in der Wärme, d.h. in siedendem Wasser oder unter heißen Pressen, biegsam, also thermoplastisch sind, und die zum Formen angewandten Verfahren wie das spanabhebende Schnitzen, Sägen oder Bohren zu den frühesten Prozessen der Kunststoffverarbeitung gehören.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand bei der chemischen Umsetzung von Cellulose mit Salpetersäure das Cellulosenitrat, oft fälschlich auch Nitrocellulose genannt: damit begann das Zeitalter der synthetischen Kunststoffe. Das daraus entwickelte Celluloid wird in Deutschland auch heute noch gelegentlich Zellhorn genannt und wegen der Cellulose als natürlichem hochmolekularem Ausgangsmaterial mitunter zu den sog. halbsynthetischen Kunststoffen gezählt.
Celluloid geht zurück auf Christian Friedrich Schönbein, 1799 in Metzingen geboren und 1868 in Baden-Baden verstorben, er war seit 1828 Professor für Chemie und Physik in Basel und erhielt das erste technisch genutzte Cellulosederivat 1845 bei Untersuchungen zur Chemie des von ihm entdeckten Ozons, das er zunächst für eine Verbindung des Sauerstoffs mit Stickstoff hielt.
Der 1814 in Birmingham geborene Alexander Parkes stellte aus nitrierter Baumwolle unter Zusatz von Kampfer als Löse- und Weichmachungsmittel „Parkesin“ her, das er auf der Weltausstellung in London 1862 unter großem Beifall der Öffentlichkeit als Material für Medaillons, Schüsseln, Knöpfe, Messergriffe und Schreibstifte präsentierte.
Statistische Daten zu Ober-Ramstadt
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Gesamtfläche | 41,88 km² |
| Waldfläche | 1.736 ha |
| Einwohnerzahl (30.06.2023) | 16.148 |
| Einwohnerzahl Kernstadt (30.06.2023) | 11.006 |
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