Cooles 24-Zoll-Fahrrad im Test: Was Eltern wissen müssen

Die Welt entdecken - und zwar auf zwei Rädern. Für Kinder beginnt dieses Abenteuer mit dem ersten eigenen Fahrrad. Plötzlich sind die Touren mit Mama und Papa nicht mehr auf den Spielplatz oder ein paar Straßen begrenzt. Mit dem Rad verändert sich etwas: Kinder fühlen sich größer, mutiger, unabhängiger. Bevor es losgeht, braucht es allerdings das richtige Bike. Und das will gut gewählt sein. Denn Sicherheit, Handling und Verarbeitung spielen eine große Rolle - vor allem, wenn die kleinen Abenteurer nicht nur langsam durch die Gegend rollen, sondern richtig Gas geben wollen. Rahmen, Bremsen, Tretlager, Reifen: Alles muss sitzen.

Welche Größe ist die richtige?

Die richtige Fahrradgröße hängt, natürlich, vor allem von der Körpergröße ab. Für Kinder unter drei Jahren oder einer Körpergröße von unter 100 Zentimetern kommen in der Regel Fahrräder mit 12-Zoll- oder 14-Zoll-Reifen infrage. Es ergibt allerdings wenig Sinn, in solche Kinderfahrräder viel Geld zu investieren. Denn erstens ist es meist unklar, ob der Nachwuchs in diesem Alter wirklich schon nachhaltiges Interesse am Fahrradfahren haben wird. 12-Zoll- und 14-Zoll-Fahrräder sind daher eher als Spielzeug für die ersten Fahrversuche interessant - es sei denn, ihr Kind ist eher klein. Für die meisten Kinder sollte das erste »richtige« Fahrrad aber ein 16-Zoll-Fahrrad sein. Denn das können Kinder mindestens zwei, vielleicht sogar drei Jahre lang in etwa bis zur Einschulung nutzen.

Fahrräder mit 24-Zoll-Reifen eignen sich für Kinder ab 135 cm Körper-Größe, also ca. ab 8 bis 10 Jahren.

Worauf muss man bei einem 24-Zoll-Fahrrad achten?

Ein 24 Zoll-Fahrrad ist für Kinder mit einer Körpergröße ab etwa 135 cm passend, also im Alter von etwa 8 bis 10 Jahren. In diesem Zeitraum wird meist auch die Fahrradprüfung absolviert, deshalb ist spätestens jetzt eine straßenverkehrstaugliche Ausrüstung beim Fahrrad wichtig. Ab 24 Zoll wird ein Fahrrad auch als Jugendfahrrad bezeichnet, wenngleich der Wandel vom Kind zum Jugendlichen für viele Eltern noch fern scheint.

Die Ausstattung eines 24-Zoll-Jugendrads muss gemäß Straßenverkehrszulassungsordnung erfolgen, damit Jungs und Mädchen damit ihre Wege in die Schule oder zum Sport gefahrenfrei erledigen können. Bei einigen - auch hochwertigeren - Herstellern muss man da nachrüsten. Bei den Themen Gewicht und Rahmengeometrie, entscheidende Kriterien beim Kauf, punkten die Premium-Marken allerdings. Billige Bikes sind schwerer und aus vergleichsweise minderwertigere Komponenten zusammengesetzt. Dennoch lassen sich gute Preis-Leistungs-Tipps finden, wenn man auf die richtigen Punkte achtet.

Checkliste für den Kauf eines 24-Zoll-Fahrrads:

  • Fahrradgröße: Ein 24 Zoll-Fahrrad ist für Kinder mit einer Schrittlänge ab ca. 69 cm bzw. einer Körpergröße ab 135 cm geeignet. Das entspricht Kinder im Alter von etwa 8-10 Jahren.
  • Gewicht: Auf einem leichten Fahrrad wird das Treten nicht zur Qual. Ein 24 Zoll-Fahrrad sollte nicht über 15 kg wiegen - je leichter, desto besser!
  • Sitzposition: Der Sattel und auch der Lenker eines Kinderfahrrads sollten genügend Spielraum für die Höheneinstellung lassen, damit das Fahrrad exakt auf die Körpergröße eingestellt werden kann. Eine aufrechte Sitzposition ist optimal, beide Fußspitzen sollten den Boden erreichen.
  • Gangschaltung: 24-Zoll-Fahrräder werden bereits mit 18 Gängen und mehr angeboten, aber auch Modelle mit 8 Gängen können absolut ausreichen.
  • Ausrüstung für den Straßenverkehr: Mit einem 24 Zoll-Fahrrad wird meist auch die Fahrradprüfung abgelegt, weshalb eine Ausrüstung notwendig ist, die der StVZO entspricht.

Die Mindestanforderungen laut StVZO in Deutschland:

  • zwei voneinander unabhängige Bremsen (Hand- und Rücktrittbremse)
  • eine laute Klingel
  • eine Lampe sowie ein weißer Reflektor vorne
  • ein roter Rückstrahler sowie ein roter Reflektor hinten
  • insgesamt vier gelbe Speichenreflektoren oder reflektierende weiße Streifen an Reifen oder Speichen
  • rutschfeste Pedale mit je zwei Pedalreflektoren

Sowohl Lenker als auch Sattel müssen höhenverstellbar sein, um eine perfekte Sitzposition zu finden. Schalten ist in diesem Alter für Kinder kein Problem. Zu viele Gänge machen es aber unnötig kompliziert. Ein sportlicher, aber komfortabler Sattel trägt dazu bei, dass Kinder auch lange Touren genießen.

Testergebnisse und Empfehlungen

Auf der Suche nach dem besten Kinder­fahr­rad hat die Stiftung Warentest diejenigen engagiert, die es am besten wissen müssen: rader­probte Grund­schul­kinder. Sie waren unsere Tester im Praxis­test. Doch fünf Kinder­fahr­räder kassieren im Test das Urteil Mangelhaft. Denn neben dem Praxis­test führten wir auch etliche Sicher­heits­prüfungen im Labor durch, darunter auch Tests der Bremsen, auf Halt­barkeit und auf Schad­stoffe. Unter den Schluss­lichtern des Tests sind auch teure Räder beliebter Marken. Dass es sicherer geht, beweisen die drei guten Kinder­fahr­räder im Test.

IMTEST hat fünf Modelle mit 24-Zoll-Reifen getestet. Darunter befinden sich die Marken Bocas, BBF, Decathlon, Specialized und S‘cool. Preislich liegen die Räder zwischen 329 Euro und 699 Euro. Um die fünf Modelle zu testen, ist IMTEST mit einem Fahrrad-begeisterten Kind auf den Verkehrsübungsplatz der Verkehrswacht Hamburg gefahren. Hier zeigte sich deutlich, dass das Kind mit den leichten Fahrrädern wie dem von Specialized (10 kg) oder von S‘cool (12.35 kg) viel einfacher umgehen konnte. Den Fahrradparcours mit Slalom, Wippe und engen Passagen meisterte es mit den leichten Modellen müheloser und fehlerfreier. Die anderen drei Räder sind mit 14-16 kg teils schwerer als ein normales Erwachsenenrad, was sich natürlich auch im Antritt, in Kurvenlagen und auf Kopfsteinpflaster bemerkbar machte.

Hier eine Übersicht der getesteten Räder und ihre Testergebnisse:

Platz Modell Vor- und Nachteile IMTEST Ergebnis
1 BBF Outrider PRO: Robustes Rad, das auch mehrere Stürze aushalten kann. KONTRA: Auf- und Abstieg durch hohen Rahmen und Gepäckträger schwer. befriedigend (2,8)
2 S’cool XXlite 24-7SL PRO: Agil und wendig. Fährt sich auf Straßen ebenso gut wie im Wald. KONTRA: Eventuell Verletzungsgefahr durch scharfkantige Kabelbinder. befriedigend (3,1)
3 Decathlon City Bike D4 Rock 24″ PRO: Einziges Rad im Testfeld, bei dem sich der Lenker-Winkel verstellen lässt. KONTRA: Mit 16,4 kg ist das D4 Rock schwerer als manches Erwachsenenrad. befriedigend (3,4)
4 Specialized Jett 24 Multispeed PRO: Mitwachsend: Für Kinder von 112 cm bis 156 cm Körpergröße geeignet. KONTRA: Schutzbleche und Licht müssen für den Alltag nachgerüstet werden. befriedigend (3,4)
5 Bocas Emily 24-7 PRO: Tiefer Einsteig für einfaches und schnelles Auf- und Absteigen. KONTRA: Der Lenker lässt sich in der Höhe, aber nicht im Winkel verstellen. befriedigend (3,5)

Empfehlungen für verschiedene Fahrradtypen

24 Zoll Jugendfahrräder:

  • woom Explore 5: Hochwertiges Fahrrad mit nur 9 kg Eigengewicht für Kinder ab ca. 7 Jahren.
  • TYPE Bike Sport: Sportliches Allround-Bike mit 7-Gang-Schaltung, ab 7,5 kg erhältlich.
  • Talson 24-Zoll-Kinderfahrrad: Preis-Leistungs-Tipp mit 21-Gang Shimano-Schaltung.
  • Puky Youke 24-8 Alu: Optimal für Fahrten mit Schultasche oder Einkaufstasche.
  • Early Rider Belter 24: Premium-Modell mit wartungsarmem Riemenantriebssystem.

24 Zoll Kinder-Mountainbikes:

  • Puky MTB 24-8 Alu: Solide verarbeitet, vergleichsweise leicht und für Kinder ab etwa 8 Jahre geeignet.
  • Academy Grade 5: Kinder-Mountainbike (Hardtail) mit hochwertiger Verarbeitung und Ausstattung sowie einer 8-Gang-Schaltung von Shimano.
  • Early Rider Seeker 24: Perfektes Allround-Kinderfahrrad für Straße und Gelände.
  • woom OFF 5: Für sportliche Kinder zwischen 7 und 11 Jahren eine perfekte Wahl.

24 Zoll E-Bikes für Kinder:

  • woom OFF 5 E: Premium-E-Mountainbike, das speziell auf die Körperstatur und die Bedürfnisse von Kindern ab 7 Jahren abgestimmt ist.
  • S’COOL eetro XXS: E-Bike für Kinder ab etwa 12 Jahren mit schubstarkem Motor und ausreichend Reichweite.

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