Die Geschichte des Laufrads: Von Karl Drais bis zu modernen Varianten

Die Geschichte des Fahrrads beginnt mit der so genannten Laufmaschine. Sie wurde von Karl von Drais vor 200 Jahren erfunden. Das war im Jahr 1817. Die Draisine wurde nach seinem Erfinder benannt.

Karl Drais und die Erfindung der Draisine

Eine historische Darstellung des Erfinders Karl Drais mit seiner "Draisine". Der wegen Missernten gestiegene Haferpreis soll den badischen Forstbeamten Karl Drais 1812 dazu inspiriert haben, nach Alternativen zum Pferd als Fortbewegungsmittel zu suchen.

Als ältestes von fünf Kindern kam Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn am 29. zur Welt. Später, während der Badischen Revolution, legte er als überzeugter Demokrat seinen Adelstitel ab und nannte sich nur noch Karl Drais. Viel weiß man aus seiner Kindheit und Jugend nicht.

Von der Fachwelt bisweilen nicht unumstritten hat Technikhistoriker Professor Hans-Erhard Lessing das Leben von Karl Drais nachgezeichnet. Drais wurde 1811 bei vollen Bezügen vom Forstdienst freigestellt. Karl tüftelte vor sich hin.

Auf ihn gehen etliche Erfindungen zurück. So hat er unter anderem eine Koch- und eine Schreibmaschine erfunden. 1816, in die Geschichte als Jahr ohne Sommer eingegangen, sollte die Wende bringen. Als Folge des Vulkanausbruchs Tambora in Indonesien kam es zu Ernteausfällen und nachfolgend zu einer großen Hungersnot. Pferde wurden geschlachtet und so griff Drais die Idee seines Zweirads wieder auf. Diese These vertritt zumindest Technikhistoriker Lessing.

Er schreibt nur, die Idee sei vom Schlittschuhfahren genommen. Das aus Holz gemachte Laufrad wog 22 Kilogramm, hatte hinten und vorne zwei gleich große Räder, eine messinggelagerte Achse, einen Gepäckträger und Spitzen zum Parken.

Für sein Zweirad erhielt Drais am 12. Januar 1818 ein Großherzogliches Privileg, welches mit einem heutigen Patent vergleichbar ist. Am 12. Juni 1817 hatte Drais die Chaussee von Mannheim nach Schwetzingen gewählt. Das war die wohl beste Straße in Baden - gut ausgebaut, weil sie zum Schloss Schwetzingen führte, das die früheren pfälzischen Kurfürsten als Sommerresidenz nutzten.

Mit diesem Vorläufer des Fahrrads, später auch "Draisine" genannt, war er auf Anhieb viermal so schnell wie die Postkutsche. In weniger als einer Stunde legte er 13 Kilometer zurück. Einige Wochen später bewies das Zweirad auch seine Bergtauglichkeit. Es hatte zwar nur eine Schleifbremse am Hinterrad, sie zeigte kaum Wirkung.

Draisine wurde das Laufrad nach seinem Erfinder benannt. Das Rad war mit 15 Stundenkilometern viermal schneller als die Pferdepost.

Das Fahrzeug wurde schon allein aufgrund der Zeitungsbeschreibungen raubkopiert, ich schätze mal, dass 5.000 bis 10. Die Jungs, in Deutschland waren es überwiegend Studenten, fuhren halt auf den Gehwegen, die waren wunderbar geblättelt, auch in Mannheim. Das Fahren auf Gehwegen wurde verboten, so war die Attraktivität nicht mehr ganz so groß.

Karl Drais bekam eine Art Erfinderpension, ging 1822 für fünf Jahre als Landmesser nach Brasilien. Auch einen Mordanschlag überlebte er und zog für sechs Jahre in den Odenwald. Nach dem Scheitern der Badischen Revolution wurde Karl Drais enteignet, mittlerweile psychisch krank, versuchte man ihn auch zu entmündigen. Wieder zurück in Karlsruhe starb Karl Drais am 10. Dezember 1851.

Die Weiterentwicklung des Fahrrads

Der französische Mechaniker Ernest Mechaux hat die Draisine dann in ein Velociped umgewandelt. Das Velociped fuhr mit Kurbel und Tretpedal, ähnlich wie unsere Fahrräder heute. 1871 baute der Engländer James Starley das Velociped in ein Hochrad um. Es hatte ein sehr großes Vorderrad und ein kleines Hinterrad. Es war aus Stahl und hatte Gummireifen.

Im Jahr 1888 wurden die ersten Niederräder gebaut. Die Kraftübertragung erfolgte vom vorderen Zahnkranz mit einer Kette zum hinteren Zahnkranz. Seither hat sich die Grundform kaum verändert, nur der Komfort wurde verbessert: luftgefüllte Gummireifen, Federung des Sattels, Freilauf (d.h.

Ein halbes Jahrhundert nach der ersten Fahrt von Drais präsentierte der Franzose Pierre Michaux 1867 bei der Weltausstellung in Paris eine wichtige Neuheit: die Tretkurbel. Zwei Pedale wurden am Vorderrad montiert, der Velozipedist musste sich nicht mehr mit den Füßen vom Boden abstoßen, sondern rollte erhaben durch die Welt.

Drei Jahre nach der ersten Fahrt des Motoren-Velozipeds von Carl Benz kam der letzte entscheidende Fortschritt: Der britische Tierarzt John Dunlop meldete 1888 das Patent für seinen luftgefüllten Gummireifen an.

Das Laufrad im 21. Jahrhundert

Heute sind Laufräder besonders bei kleinen Kindern beliebt. Erfunden wuirde das Laufrad 1816 von Karl Freiherr von Drais.

Ihre kleine Tochter hat Petra Rupp auf die Idee gebracht, ein Laufrad für Erwachsene zu konzipieren. Karl Freiherr von Drais hat 1817 durch die Anordnung von zwei Rädern hintereinander ein Laufrad erfunden. Damit konnte man sich erstmals in der Geschichte ohne Pferd schnell fortbewegen.

Die Geschichte des modernen Fahrrads führt also vom Laufrad über das Hochrad zum Niederrad. Gegenwärtig werden Laufräder nur für Kinder angeboten. Vier Monate hat Petra Rupp an dem Projekt gearbeitet. Der Rahmen stammt von einem ausrangierten Damenrad. Das Tretlager wurde entfernt, am Computer in einer 3D-Konstruktion die Geometrie berechnet und die Räder dimensioniert.

Ein Laufrad bietet einige Vorteile: „Es passt wegen der fehlenden Pedale leichter ins Auto als ein Fahrrad, man kann mit den Füßen immer Bodenkontakt halten, und es fallen nur sehr wenig Wartungsarbeiten an“, so die Studentin.

Reiner Schlausch, Professor für die Berufliche Fachrichtung Metalltechnik am Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat) der EUF, betreut das Projekt. „An der Grenze zwischen Metall-und Fahrzeugtechnik ist das eine originelle und sehr gut umgesetzte Idee“, sagt er. Das Upcycling eines ausrangierten Fahrrads zum Laufrad eignet sich außerdem, davon ist Reiner Schlausch überzeugt, hervorragend als schulisches Projekt zur Berufsorientierung oder auch zur Berufsvorbereitung.

Die Bedeutung des Laufrads heute

Lange Zeit wurde der Erfinder des Laufrads als Spinner abgetan, doch mit der Frage nach Alternativen zum Auto bekam seine Konstruktion einen neuen Stellenwert. Dennoch sollten sich diejenigen, die Drais' Erfindung verspottet hatten, am Ende irren: Die Idee des Zweirads war genial.

Viel später merkte man in Mannheim, dass Karl Drais kein Spinner war, sondern ein Erfinder, auf den die Stadt stolz sein kann. 2003 baute man ihm ein Denkmal. Es steht am Wendepunkt der ersten dokumentierten Fahrt der Laufmaschine.

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