Seseke Radweg Karte: Eine Radreise entlang des renaturierten Flusses

Mit 25 Kilometern Länge kann man den Seseke-Weg sicherlich noch nicht als ausgewachsenen „Flussradweg“ bezeichnen. Die Strecke am Ufer des schönen Baches ist aber für Radfahrende in vieler Hinsicht eine (Rad-)Reise wert. Auf dem Seseke-Weg kann man den Wandel mit dem Fahrrad erfahren und den Fluss (fast) von der Quelle bis zur Mündung in die Lippe begleiten.

Die Seseke ist ein etwa 30 Kilometer langer Fluss, der bei Holtum im Bereich der Grenze zwischen dem Kreis Soest und dem Kreis Unna aus mehreren Bächen entsteht. Er verläuft in Ost-West-Richtung vorbei an Bönen, durch Kamen, unterquert den Datteln-Hamm-Kanal und mündet schließlich bei Lünen in die Lippe.

Die Seseke ist ein Zulauf in die Lippe und war ähnlich wie die Emscher lange Zeit ein schmutziger Abwasserkanal. Darüber hinaus wurde die Seseke immer mehr zu einem stinkenden und dreckigen Kanal für Haus- und Industrieabwässer - beides verhielt sich genauso wie bei der Emscher. Bedingt durch den einsetzenden Bergbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es immer häufiger zu Bergsenkungen, die Probleme beim Abfluss des Wassers bereiteten und zu beinahe regelmäßigen Hochwassern führten. Ab 1913 erfolgten die systematische Begradigung der Seseke mit einer Stein- oder Betonsohle und die Errichtung von Pumpwerken.

Da bereits 1984 erste Renaturierungsarbeiten stattfanden, kann die Renaturierung der Seseke ein wenig als vorbereitende Projektstudie für den großen Umbau der Emscher - einem der weltweit größten Renaturierungsprojekte - bezeichnet werden. Das gewaltige Umbauprojekt der Emscher vom Abwasserkanal zurück zum natürlichen Fluss ist inzwischen über die Grenzen des Ruhrgebietes bekannt. Im östlichen Ruhrgebiet existiert mit der Seseke jedoch noch ein zweites, recht großes Gewässersystem, das ebenfalls als „Köttelbecke“ diente und kanalisiert war. Jahrzehnte später wurde das Sesekeprogramm entwickelt, das die naturnahe Rückgestaltung des Laufs vorsah. Seit 2005 entstanden separate, unterirdische Abwasserkanäle, die fortan das Schmutzwasser den vier neu errichteten Kläranlagen zukommen lassen. Das kanalisierte Flussbett wurde aufgebrochen und einer naturnahen Umgebung nachempfunden. Dem gesamten Flussverlauf wurde an vielen Stellen viel mehr Platz eingeräumt, die Ufervegetation reicht nun bis an oder in das Wasser.

Der Seseke-Weg wird durch ein grün-weißes Piktogramm markiert. Es ist zum Teil an den Beschilderungen des Radverkehrsnetzes NRW angebracht, die, vor allem an Kreuzungen aufgestellt, auch die Entfernung zum Ziel oder zu den Etappen in Lünen, Kamen oder Bönen angeben.

Der Radweg folgt auf 25 Kilometern Länge von Bönen-Flierich, nicht weit vom Quellgebiet entfernt, bis zur Mündung in Lünen größtenteils in unmittelbarer Nähe des Wassers. Er ist durchgehend ausgebaut, sehr gut beschildert und bietet regelmäßig Rastmöglichkeiten oder Informationspunkte zu bestimmten Orten, zur Geschichte oder ökologischen Themen. Der Weg ist mit einem geringen Gesamtgefälle eine Flachlandstrecke. Nahezu der gesamte Weg besteht aus einem Radweg üblicher Breite mit einer wassergebundenen Decke. An wenigen Stellen ist er geteert oder gepflastert. In den Stadtbereichen werden teilweise ruhige Nebenstraßen oder gar Fahrradstraßen genutzt. Manch eine Landstraße muss ebenengleich überquert werden.

Angeschlossen ist der Seseke-Weg an zahlreiche andere Themen-Radwege. In der folgenden Karte ist der Verlauf vom Seseke-Weg als pinkfarbenes Band eingezeichnet und mit Kilometermarken versehen. Die mit Nummernpunkten gekennzeichneten Orte und Wegpunkte werden im Text besonders beschrieben. Mit blauen Richtungspfeilen sind anschließende Themen-Radrouten markiert, also beispielsweise die Römer-Lippe-Route, der Bahntrassenweg auf der Klöcknerbahn oder der Radweg an der Körne.

Im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 wurde der Uferweg entlang der Seseke künstlerisch bespielt und somit nachhaltig aufgewertet. Verschiedene Künstler:innen haben ihre Werke am Wegesrand aufgestellt, sodass der Seseke-Weg auch für kulturinteressierte Radfahrende interessant ist. Gleichzeitig sind viele dieser Kunstwerke auch als Fotomotiv sehr beliebt. Seine einmalige Besonderheit sind die im Abstand weniger Kilometer am Seseke-Weg zu entdeckenden Installationen der 2010 stattgefundenen Kunstaktion Über Wasser gehen, die immer mit der Seseke, mit dem Gewässerumbau oder mit dem Thema Wasser zu tun haben.

Sehenswürdigkeiten und Stationen entlang des Seseke-Radwegs

Start am Treffpunkt Seseke-Weg in Flierich

Start dieser Radtour ist der Treffpunkt Seseke-Weg am Butterwinkel, irgendwo in der Pampa unweit eines Sportplatzes in Flierich. Hier am Treffpunkt Seseke-Weg befindet sich ein Aussichtshügel auf den Fluss, der hier in kleinen, aber scharfen Mäanderbögen fließt. Der Lünerner Bach stößt nicht weit von hier in die Seseke dazu.

Abstecher nach Flierich

Hier lohnt ein Abstecher nach rechts in den Ortskern von Flierich, wo sich rings um die evangelische Kirche der Kirchplatz erstreckt. Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Eingerahmt werden Kirche und Kirchplatz von Fachwerkhäusern, die zusammen mit dem Gotteshaus das einmalige Ensemble des kleinen Dorfes ausmachen.

NSG Sandbachtal

Knapp 2 Kilometer geht es entlang der Kamener Straße weiter. Dabei passieren wir auch das NSG Sandbachtal, wo der Sandbach durch ein sanftes Tal fließt. Auch er ist insbesondere südlich von hier renaturiert und von seiner grabenartigen Begradigung am Rande der Felder befreit worden.

Der Mergelberg in Bönen

An der Brücke Speckenstraße beginnt eines der größten Waldgebiete Bönens, wobei die Gemeinde insgesamt zu den waldärmsten Gemeinden in Nordrhein-Westfalen zählt. Es ist als Mergelberg, Bönener Berg, Ziegeleibusch, „Trimm-Dich-Wald“ oder schlicht Südholz bekannt. Der See jedoch lässt sich sehr gut im Rahmen eines Spaziergangs oder auf dem Rad erkunden. Bei einem Spaziergang fallen auch die zahlreichen Misteln (Mistelzweige) auf, die kugelförmig in den Baumwipfeln hängen. Tatsächlich ist Bönen eine Hochburg von Misteln in Deutschland - kein anderer Landstich zählt so viele von ihnen.

Förderturm der Zeche Königsborn

Direkt dahinter steht mit dem als Ostpol bezeichneten Förderturm der Zeche Königsborn ein bedeutendes Industriedenkmal, Veranstaltungszentrum und Wahrzeichen für die kleine Gemeinde. Es markiert die östliche Grenze der Landmarkenkunst Der Turm wird nachts mit den „Yellow Markern“, gelben Leuchtstoffröhren, illuminiert.

Kunstwerk "Abnehmende Aussicht"

An der Kläranlage stoßen wir auf den Rexebachweg, der ebenfalls als Verbindung vom Schwimmbad zum Sesekeweg genutzt werden kann. Fünf Straßenlaternen stehen am Wegesrand, beleuchten allerdings nicht den Radweg, sondern den daneben verlaufenden Rexebach. Außerdem hängt an jeder dieser Lampen eine rote Überwachungskamera. Dies ist bereits das erste Kunstwerk am Fluss der Aktion „Über Wasser gehen“, heißt Abnehmende Aussicht und stammt von Bogomir Ecker.

Haus Heeren

Es geht am Nordrand von Heeren-Werve, einem kleinen Ortsteil von Kamen, entlang. Besondere Sehenswürdigkeiten sind das Haus Heeren und die benachbarte evangelische Kirche. Biegt man an den Modellhäusern links ab, gelangt man zur Heerener Straße und dort rechts haltend zum Wasserschloss Haus Heeren. Hinter einer Vorburg steht das Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert in einer Gräfte, einem Wassergraben. Besonders auffällig sind der quadratische Turm mit markanter Turmhaube sowie ein Treppenhaus auf der Rückseite.

Kunstwerk "Wachsender Steg"

Das nächste Kunstwerk am Seseke-Weg befindet sich noch vor der nahenden Eisenbahnstrecke links und kann, wenn man nicht darauf achtet oder das weiße Schild wahrnimmt, leicht übersehen werden. Weil es schon recht zugewachsen ist. Doch das liegt nicht an der fehlenden Grünpflege, sondern ist Absicht. Es handelt sich um einen weißen Aussichts-Stahlsteg, der in Zukunft auf Roteichen gegründet sein soll. Bis die Bäume tragfähig sind, ist ein Hilfsgestell verbaut. Das Werk heißt passenderweise Wachsender Steg und stammt vom Bureau Baubotanik.

Fünf-Bogen-Brücke

Direkt hinter dem Wachsenden Steg überquert die Bahnstrecke Dortmund-Hamm die Seseke und den Radweg über die sogenannte Fünf-Bogen-Brücke. Was sich harmlos anhört und aussieht, ist eine der ältesten im Originalzustand betriebenen Eisenbahnbrücken in Deutschland von 1846. Sie wurde anlässlich des Baus der Stammstrecke der Cöln-Mindener Eisenbahn errichtet. Seitdem führt die Bahnstrecke über (überraschenderweise) fünf Kreissegmentbögen aus Stein über den Fluss.

Kamen

Direkt hinter der Fünf-Bogen-Brücke wird es recht plötzlich städtisch. Eben sind wir noch durch Felder gefahren, nun befinden wir uns mitten in Kamen, die Stadt, nach der das berühmte Kamener Kreuz benannt ist. Der Weg überquert erneut die Seseke und verläuft zunächst noch als Radweg, später aber in einer Fahrradstraße durch die südliche Innenstadt. An der großen Brücke lohnt ein kurzer Abstecher zum historischen Markt. Besonders auffällig sind die alten Häuser und der Brunnen. Nach Norden schließt sich eine kleine Fußgängerzone an. Wer möchte, kann hier in Cafés oder in einem Restaurant einkehren. Was Bönen sein kubischer Förderturm als Wahrzeichen ist, ist Kamen sein Kirchturm.

Kunstwerk "Pixelröhre"

Am Knotenpunkt 15 an der Sesekebrücke besteht die Möglichkeit zu einem nicht direkt am Sesekeweg befindlichen Kunstwerk der Serie „Über Wasser gehen“ zu fahren. Das Kunstwerk stammt von Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt. Die kurze Röhre erinnert an einen Abwasserkanal. Sie hat außen und innen Spiegel oder blankpolierte Flächen, sodass sich der Effekt eines gerasterten Fotos ergibt. Betrachtende in der Röhre schauen Richtung Mündung des größten Nebengewässers der Seseke, des Körnebachs.

Hinweise zur Sicherheit beim E-Bike fahren

E-Bikes und Pedelecs boomen. Jedes Jahr steigt deren Zahl auf Deutschlands Straßen. Was auch zunimmt: Die Zahl der Unfälle mit e-Bikes. Die meisten lassen sich - wie beim Autofahren - auf überhöhte Geschwindigkeit und mangelnde Beherrschung des Gefährts zurückführen. Ein e-Bike oder Pedelec ist etwas Feines. Das finden immer mehr Menschen in Deutschland.

Leider steigt auch die Zahl der Unfälle mit den neuen Gefährten. In den ersten drei Quartalen 2016 wurden 3.214 Unfälle mit e-Bike Beteiligung gezählt. Das war ein Plus von 39 % zum Vorjahrszeitraum, während die Zahl der Fahrradunfälle ohne e-Bike Unterstützung „nur“ um 6 % stieg.

Der UDV sieht eher eine Korrelation zwischen der steigenden Menge der e-Bikes auf den Straßen und den Unfallzahlen. Trotzdem sieht man eine neue Nutzergruppe in der Statistik: Ältere Menschen, die lange nicht Fahrrad gefahren sind. Aber auch Fahrradtuning ist ein Problem - wohl dann aber eher bei jüngeren Fahrern.

Hinsichtlich der Unfallursachen unterscheiden sich e-Bike Unfälle wenig von Autounfällen: Überhöhte Geschwindigkeit und Selbstüberschätzung der Fahrer führen immer noch die Unfallursachenstatistik an. Und egal ob traditionelles Fahrrad oder e-Bike, der Radfahrer ist weiterhin das schwächste, sprich am meisten gefährdete, Glied in der Verkehrskette.

Die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung sollten auch von Elektrofahrradfahrern berücksichtigt werden. Das normale e-Bike ist deutlich schwerer als ein traditionelles Rad, ein e-Lastenbike wiederum schwerer als ein normales e-Bike. Schnell geradeaus fahren kann jeder, wer aber sicher e-Bike fahren will, sollte das Verhalten des Gefährts gut kennen. Zentral dabei sind erstens der Vorschub, zweitens der Reifenschlupf, drittens der größere Kurvenradius und viertens das trägere Ausweichverhalten.

Anders als normale Räder kommen Elektroräder mit einer umfangreichen Bedienungsanleitung daher. Diese bitte lesen! Der nächste Unterschied zum normalen Rad ist der Schub. Fangen Sie also mit der niedrigsten Unterstützungsstufe an und steigern Sie diese langsam - am besten auf einem leeren Parkplatz oder einer wenig befahrenen Straße. Nicht selten geht es dem e-Bike- so wie dem Auto-Fahranfänger, der den Motor startet und einen Gang drin hat. Der „Hüpfer“ kann schon der erste Unfall sein. Selbst wenn man sein eigenes e-Bike gewohnt ist, ein anderes Fabrikat mit einem anderen „Motor“ kann ganz anders reagieren. Legen Sie also langsam los und steigern Sie gemächlich.

Wer schnell fährt, muss weiter vorausschauen - und das nicht nur tatsächlich, sondern auch sinnbildlich. Blicken Sie in die Fahrtrichtung und nicht auf die Stelle knapp vor dem Vorderrad. Wo man hinguckt, fährt man auch hin. Was für den stadterfahrenen Radfahrer gilt, gilt erst recht für den e-Biker: Vorausschauend fahren und die Fehler der anderen antizipieren ist im Verkehr überlebenswichtig.

Das e-Bike ist schwerer als ein normales Rad. Folglich reagiert es auch anders. Üben Sie einhändig zu fahren und das Rad stabil zu halten, vor allem in Kurven. Immerhin soll der Richtungswechsel ja angezeigt werden. Unterschätzen Sie das Langsamfahren nicht. So schön schnell ein e-Bike sein kann, der Verkehr bestimmt das Tempo in der Stadt. Und da heißt es manchmal den „Kriechgang“ einlegen.

Sicher bremsen können ist wichtig, egal ob man Inliner, Ski oder e-Bike fährt. Zu scharfes, abruptes Bremsen lässt den Normalradfahrer schon über die Lenkstange segeln. Zusammen mit vorausschauendem Fahren, heißt es also die Geschwindigkeit an die Verkehrs-, Straßen- und Wettersituation anpassen. Die Vollbremsung ist wirklich nur für den Notfall. Damit man weiß, wie das Fahrrad reagiert und man ein ausbrechendes Hinterrad bändigt, sollte man das üben - am besten unter fachlicher Anleitung. Stakkatobremsen bei gleichzeitiger Betätigung sowohl der Hinter- wie Vorderradbremse und mit angewinkelten Armen, um abfedern zu können. Aber Vorsicht: Die größere Verzögerungskraft hat die Vorderradbremse und ein blockiertes Vorderrad bedeutet, dass das Hinterrad abhebt.

e-Bikes haben durch die Trägheit der Masse einen größeren Kurvenradius. Engere Kurven muss man deshalb besonders üben. Wichtig dabei: Beim Einfahren in die Kurve schauen, bevor es herausgeht, frühzeitig aus der Kurve herausschauen. Hindernisse sind mit dem e-Bike nicht wesentlich anders zu meistern als mit einem normalen Rad. Dennoch muss man sich an zwei Unterschiede gewöhnen: Das höhere Radgewicht und die meist höhere Geschwindigkeit. Bei Ausweichmanövern reagiert das Rad träge und lässt sich schwerer korrigieren. Vorausschauendes Fahren bedeutet, Ausweichmanöver zu vermeiden. Bordsteinkanten und kleine Hindernisse meistert man, indem man das Vorderrad entlastet und leicht hochreißt. Timing ist hier wichtig.

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