SF-Klasse Motorrad auf Auto: Erklärung und Übertragung

Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ist ein wichtiger Faktor bei der Berechnung der Kfz-Versicherungsbeiträge. Wer im Laufe der Jahre wenige oder keine Schäden mit seinem Fahrzeug verursacht, wird von der Kfz-Versicherung in eine hohe Schadenfreiheitsklasse mit einem entsprechenden Rabatt eingestuft. Das heißt, die Autoversicherung wird günstiger.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die SF-Klasse, insbesondere im Zusammenhang mit Motorrädern und Autos. Wir erklären, wie Sie Ihre SF-Klasse übertragen können, welche Voraussetzungen dafür gelten und wie Sie bei der Kfz-Versicherung sparen können.

Was ist die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse)?

Unter der Schadenfreiheitsklasse, kurz SF-Klasse, versteht man die Anzahl der unfallfreien Jahre eines jeden Autofahrers. Kfz-Versicherer berechnen unter anderem anhand der schadenfreien Jahre die Wahrscheinlichkeit von Unfall- und Schadenrisiken. Um die schadenfreien Jahre gegenüber der Versicherung nachzuweisen, gibt es die sogenannten SF-Klassen. Die Schadenfreiheitsklasse ist für Versicherte besonders interessant, da sie sich auf die Beitragshöhe ihrer Kfz-Versicherung auswirkt. Deshalb liest man häufig auch den Begriff Schadenfreiheitsrabatt (SFR).

Die SF-Klasse ist immer nur für ein Fahrzeug nutzbar! Wenn Sie also jemandem Ihr Fahrzeug überlassen und dieser einen Schaden verursacht, geht dies zu Lasten Ihrer SF-Klasse, weil diese auf Ihr Fahrzeug angerechnet wird.

Unterschied zwischen SF-Klasse und Schadenfreiheitsrabatt

Übertragen werden kann nur die SF-Klasse bzw. die Anzahl der schadenfreien Jahre und nicht der Schadenfreiheitsrabatt. Dieser konkrete Rabatt, z.B. 20 Prozent, orientiert sich zwar an der SF-Klasse, fällt aber unterschiedlich aus, weil jede Versicherung die Abstufungen selbst festlegen kann.

Wer in der Kfz-Versicherung keine Schäden verursacht, erhält einen Nachlass: den sogenannten Schadenfreiheitsrabatt. Er wird in der Kfz-Haftpflicht und der Vollkaskoversicherung gewährt. Wer schadenfrei fährt, erhält also die umgangssprachlichen Prozente. Früher gab es einfach einen Grundbeitrag der Versicherung, von dem aus ein Rabatt oder ein Zuschlag errechnet wurde. Heute hat die Versicherungsbranche eine ziemlich komplexe Tarifierung entwickelt. Regionalklasse.

Der Vorteil dabei ist, dass auch unerfahrene Fahrer von günstigen Beiträgen profitieren, denn das Merkmal der Schadenfreiheitsklasse wird nicht mehr so stark bewertet, wie noch vor einigen Jahren. Es lohnt daher immer ein Vergleich.

Wichtig: Achten Sie auf Ihre SF-Klasse und nicht auf die dahinterstehenden Prozente. Diese werden von jedem Versicherer individuell festgelegt und sagen daher nichts über den zu erwartenden Beitrag aus.

Welche Schadenfreiheitsklassen gibt es?

Die Unterteilung der Schadenfreiheitsklassen erfolgt von SF 0 bis mindestens SF 35. Dabei ist die SF 0 die Anfängerklasse und die SF 35 die höchste und günstigste Stufe, die man in der Regel erreichen kann. beginnen Autofahrer ihre Versicherungslaufbahn. Dies betrifft nicht nur Fahranfänger, sondern auch Personen, die bisher keinen eigenen Versicherungsvertrag auf ihren Namen hatten. Der Beitragssatz ist zu Vertragsbeginn aufgrund der fehlenden Versicherungshistorie in der ersten eigenen Autoversicherung damit relativ hoch.

Schadenklasse S oder M: Wenn Sie gleich zu Beginn Ihrer Autoversicherung, in der SF-Klasse 1 einen Unfall haben, werden Sie in die Klasse S gestuft. Damit steigen Ihre Beiträge deutlich an. Haben Sie einen weiteren Unfall kommen Sie sogar in die Malusklasse (vom lateinischen malus für schlecht) und müssen im nächsten Kalenderjahr mit dem Höchstsatz rechnen.

Übertragung der Schadenfreiheitsklasse

Eine häufig gestellte Frage ist die nach der Übernahme von Schadenfreiheitsklassen bzw. der Rabattübertragung.

  • Übertragung der Schadenfreiheitsklasse auf eine andere Person
  • Die Übertragung der SF-Klasse auf eine andere Person wird von einigen Versicherungsunternehmen ermöglicht.

Wer kann eine Schadenfreiheitsklasse übernehmen?

In der Regel kann die SF-Klasse auf Kinder und Enkel übertragen werden. Gerne wird sie abgetreten, damit junge Familienmitglieder bei der Kfz-Versicherung sparen. Denn Fahranfänger steigen normalerweise mit einer niedrigen SF-Klasse und damit hohen Versicherungsbeiträgen ein. Auch bei Ehepartnern ist der Übertrag möglich, viele Versicherungen lassen auch Lebensgefährten zu.

Bei Verstorbenen können Angehörige, z.B. die Ehefrau, die SF-Klasse übernehmen. In der Regel steigt sie dann in den laufenden Vertrag ein, wenn sie das Familienauto übernimmt. Das muss bei der Versicherung beantragt und die Sterbeurkunde vorgelegt werden.

Wichtig: Derjenige, der den Rabatt übergibt, verliert ihn dauerhaft. Deshalb sollte ein Übertrag gut überlegt sein.

Voraussetzungen für die Übertragung

Man kann nur so viele schadenfreie Jahre übernehmen, wie man im Besitz eines Führerscheins ist. Beispiel: Wer seit drei Jahren seine Fahrerlaubnis hat, kann entsprechend drei Jahre übernehmen. Für einen absoluten Fahranfänger lohnt sich das Ganze also nicht. Derjenige, der die SF-Klassen übernimmt, sollte außerdem regelmäßig mit dem Auto gefahren sein. Manche Versicherungen verlangen auch, dass er im selben Haushalt lebt wie derjenige, der die SF-Klasse abgibt.

Sind derjenige, der die SF-Klassen abgibt und der Empfänger bei unterschiedlichen Versicherungen, können die übertragenen SF-Klassen meist auch zu einer anderen Versicherung "mitgenommen" werden.

SF-Klasse vom Motorrad aufs Auto übertragen

Wer als Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern startet und seinem Bike treu bleibt, denkt vielleicht erst im Laufe der Zeit darüber nach, auf ein Auto umzusteigen. Kurz und knapp geantwortet: Ja, das geht. Sie können eine Motorradversicherung in eine Autoversicherung umschreiben lassen und die Schadenfreiheitsklasse übernehmen. Ihre Motorradversicherung wird offiziell beendet und ein neuer Vertrag über die Kfz-Versicherung aufgesetzt.

Wie auch bei der Autoversicherung, gibt es bei einer Motorradversicherung die sogenannten Schaden­freiheits­klassen. In welche SF ein Motorradfahrer eingestuft oder hochgestuft wird, hängt von den unfallfrei gefahrenen Jahren ab. Was, wenn man doch mal einen Unfall hat? Analog zu Pkws reicht die Spanne der Schadenfreiheitsklassen bei Motorrädern von SF 0 (kein schadenfreies Jahr) bis SF 60 (60 oder mehr schadenfreie Jahre).

Viele Motorradfahrer entscheiden sich für ein Saisonkennzeichen, da sie vorwiegend in den schönen Monaten auf Tour gehen. Selbst wenn die Maschinen zwischen September und April gut eingepackt in der Garage stehen, werden die schadenfreien Jahre trotz ruhenden Motorradversicherung einfach weitergezählt. Hier kommt die 180-Tage-Regelung zum Tragen.

Da Motorräder hierzulande nur vom Frühjahr bis zum Herbst gefahren werden können, stehen sie über den Winter meistens abgemeldet in Garagen. Doch Achtung: Wenn Sie in der Schadenfreiheitsklasse steigen wollen (also die Prozente senken möchten), muss Ihre Motorradversicherung mindestens 180 Tage aktiv gewesen sein. Sie müssen zudem schadenfrei gefahren sein. Die Winterruhe, das heißt die Zeit, für welche die Versicherung unterbrochen ist, beträgt weniger als 6 Monate.

Ein Beispiel: Sie sind Ihre Maschine 10 Jahre unfallfrei gefahren. Es ist alles gut gegangen bzw. kein Unfall passiert, den die Haftpflicht oder Vollkasko bezahlen musste. Glückwunsch: Sie haben sich eine hohe Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) erfahren. Das kann in unserem Beispiel die SF-Klasse 9 sein, wenn Sie das Bike mindestens 180 Tage pro Saison angemeldet hatten. Das heißt: Sie haben viele Jahre Fahrerfahrung gesammelt und haben sich durch die unfallfrei gefahrene Zeit in Ihrer Versicherung eine hohe SF verdient, die Sie nun übertragen können.

Allerdings nehmen Sie beim Umwandeln der Motorradversicherung in eine Autoversicherung nicht Ihren Schadenfreiheitsrabatt des Motorrads mit, sondern Ihre schadenfreien Jahre beziehungsweise die Schadenfreiheitsklasse. Der Grund dafür ist einfach.

Dazu ein Beispiel: Angenommen Sie haben in der Motorradversicherung die Schadenfreiheitsklasse 9 in der Haftpflicht. Nun beenden Sie Ihren alten Versicherungsvertrag für Ihr Motorrad und schließen einen neuen für Ihr Auto ab. Ihre Schadenfreiheitsklasse nehmen Sie mit. Wir bei Verti stufen Sie in die Schadenfreiheitsklasse 9 ein.

Quads oder Trikes zählen versicherungstechnisch zu den Motorrädern. Sind Sie bereits viele Jahre unfallfrei mit Ihrer Maschine gefahren oder haben nur kleine Schäden zu beklagen, so sind Sie wahrscheinlich schon in eine hohe Schadenfreiheitsklasse eingestuft und erhalten entsprechende Rabatte auf die Beiträge Ihrer Motorradversicherung.

Indem Sie also Ihre Motorrad-SF auf das Auto übertragen, wird Ihre neue Absicherung direkt günstiger. Sie wissen nicht in welcher Schadenfreiheitsklasse Sie sich mit Ihrem Motorrad gerade befinden? Schauen Sie dazu in der letzten Beitragsrechnung Ihrer Motorrad­versicherung nach.

Ja, wechseln Sie den Versicherer, nehmen Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse mit. Allerdings können Sie nicht davon ausgehen, dass Sie die gleichen Rabatte erhalten, da diese sich je nach Anbieter und dessen Prozentstaffelung unterscheiden. Es kann sich lohnen, die Möglichkeiten eines Wechsels der Autoversicherung zu prüfen.

Auch die Übertragung Ihrer Motorrad-Schadenfreiheitsklasse auf eine andere Person ist unter Umständen möglich. Dies ist unter anderem der Fall, wenn Sie sich selbst nicht mehr auf das Bike schwingen wollen und all Ihre unfallfreien Jahre an Ihren Ehepartner abtreten, der selbst über eine gültige Fahrerlaubnis verfügt. Anders sieht das bei der Umschreibung aus, wenn etwa der Empfänger erst drei Jahre über einen Motorradführerschein verfügt. Hier lassen sich nur drei Jahre anrechnen. Der Rest Ihrer unfallfreien Zeit verfällt einfach.

Unter gewissen Voraussetzungen können Sie nicht nur die Motorradversicherung in eine Autoversicherung umwandeln, sondern auch umgekehrt die Autoversicherung z.B. in eine Motorradversicherung umwandeln.

Bei uns sparen Sie mit dem Zweitfahrzeugtarif, indem man das Bike als zweites Fahrzeug neben Pkw, Motorrad, Liefer- oder Wohnwagen versichert ist.

Kann man die SF-Klasse eines Firmenwagens übernehmen?

Normalerweise nicht. Denn die Schadenfreiheitsklasse ist an den Arbeitgeber und den Firmenwagen gebunden und bleibt dort. Das kann man unter Umständen umgehen, wenn man mit seinem Chef vorab im Arbeitsvertrag die Vereinbarung trifft, dass man die SF-Klasse später mitnehmen darf.

Steigen Sie von einem Privatauto auf einen Leasing­wagen um, können Sie für die neue Kfz-Ver­sicherung in der Regel Ihre Schaden­freiheits­klasse über­nehmen. Während der Leasing­dauer können Sie weitere schaden­freie Jahre sammeln und Ihre SF-Klasse verbessern. Tauschen Sie den Leasing­wagen später gegen ein privates Fahr­zeug aus, nehmen Sie die bis dahin ange­sparten schaden­freien Jahre mit. Voraus­gesetzt, Sie sind Versicherungs­nehmer:in.

Weitere wichtige Punkte

  • Wann verfällt die Schadenfreiheitsklasse? In Zeiten, in denen Sie kein Auto versichert haben und damit Ihren Versicherungsvertrag unterbrechen, passiert mit Ihrer SF-Klasse zunächst einmal nichts. Bei einer Vertragsunterbrechung von weniger als sechs Monaten führen wir Ihre SF Klasse einfach fort.
  • SF-Klasse nach Todesfall übernehmen: Die Überschreibung der SF-Klasse eines Verstorbenen ist in der Versicherungsbranche geläufig. Auch wir übertragen die schadenfreien Jahre, wenn es sich bei der verstorbenen Person um Ihren Ehe-/Lebenspartner/in handelte, sofern die Person mit Ihnen in häuslicher Gemeinschaft lebte und bei AdmiralDirekt versichert war.
  • Eigene SF-Klassen in Kfz-Haftpflicht und Vollkasko: Die Vollkaskoversicherung enthält alle Leistungen, die auch in der Teilkaskoversicherung enthalten sind. Insbesondere deckt sie auch selbstverschuldete Unfälle. Aus diesem Grund haben Sie in der Vollkasko auch eine eigene SF-Klasse.
  • Warum gibt es keine SF-Klasse in der Teilkasko? In der Teilkaskoversicherung werden Schäden versichert, auf die Sie als Fahrer keinen Einfluss haben. Sturmschäden. Aus diesem Grund gibt es in der Teilkasko auch keine Schadenfreiheitsklassen.

Zusammenfassung der wichtigsten SF-Klassen

SF-Klasse Bedeutung
SF 0 Anfängerklasse
SF 1/2 Sonderklasse für Zweitwagen
SF M Schadenklasse
SF 35+ Höchste und günstigste Stufe

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