Shakedry Jacke Rennrad Test: Ein umfassender Überblick

Die GORE Bike Wear One 1985, eine der neuen Gore-Tex® Shakedry Jacken, verspricht einiges und hat bei ihrer Neuvorstellung in der Tat für Aufruhr gesorgt. Wie der Name Shakedry bereits sagt, versteht man darunter so etwas wie „schütteln und trocken“. Ich bin sehr gespannt die Shakedry auf die Probe zu stellen.

Was ist das Besondere an Shakedry Jacken?

Als Gore Bike Wear die Regenjacke One 1985, in Bikerkreisen wird sie nur kurz „Shakedry“ genannt, auf den Markt gebracht hat, ging ein Raunen durch die Bikebranche. Eine super leichte, extrem gut atmende, wasserdichte Regenjacke ohne Kompromisse. Jeder kennt die Probleme: Du kannst viel (oder auch etwas weniger) Geld für eine wirklich wasserdichte Regenjacke ausgeben, aber letztendlich kann ebenso keine oder nur sehr wenig Feuchtigkeit vom Körper nach außen durch den Stoff entweichen. Atmungsaktivität gleich Null! Du gibst Geld aus und hoffst darauf, dass die Jacke hält was sie verspricht. Leider endet es beim Thema Regenjacke häufig gleich und in der Jacke herrscht ein unangenehmes Saunaklima für den Sportler. An richtiges sportliches Rennradfahren war nicht zu denken, da man in der „eigenen Suppe“ (Schweiß) schwomm.

Die Technologie hinter Shakedry

GORE Bike Wear hat für diese Jacke eine neuartige Laminatkonstruktion entwickelt, welche die Wasserdampfdurchlässigkeit von innen nach außen optimiert. Die Innenseite der Jacke ist mit einem extrem leichten textilen Futter ausgestattet. Diese Produkte sind revolutionär! Der Membran wird hier direkt als Obermaterial eingesetzt - lediglich ein leichtes (dennoch funktionales) textiles Innenfutter liegt darunter. Durch den Verzicht auf einen weiteren Oberstoff, kann sich die Jacke auch nicht mit Wasser von außen oder mit Schweiß von innen „vollsaugen“. Ebenso trocknet sie entsprechend schnell. Auch die unfassbare Leichtigkeit der Jacke als auch ihr minimales Packmaß erklären sich somit ganz einfach.

Erster Eindruck und Test der GORE Bike Wear One 1985

Auspacken und ab damit auf die Waage. 105 Gramm in Größe „S“. Bezüglich des Gewichtes kann GORE sein Versprechen halten, die Jacke ist leicht und hat wirklich ein sehr kleines Packmaß. Die Jacke ist nicht nur optisch gelungen, auch die Haptik empfinde ich als sehr angenehm. Retro-Design trifft auf innovatives GORE-TEX® Active. Die Passform ist Rennradtypisch am Bauch kurz und an der Rückenpartie bzw. am Po etwas länger, aber trotzdem sehr komfortabel zu tragen.

Design und Sichtbarkeit

Worüber man sich streiten kann, ist die Farbe, sie ist rein schwarz. Schwarz passt farblich zwar zu allem, aber ich bin eigentlich ein Fan von leuchtenden Farben, um im Straßenverkehr gesehen zu werden. Laut GORE kann die Membran nur die volle Leistung abrufen, wenn sie nicht eingefärbt ist (dazu erfahrt ihr unten mehr.) Damit man mit der schwarzen Jacke dennoch gut gesehen wird, wurde sie mit wirklich stark strahlenden Reflex-Logos ausgestattet.

Passform und Komfort

Wie ihr im Video sehen könnt hat die Jacke eine super Passform und der Kragen lässt sich toll einstellen.

Der Shakedry Effekt in der Praxis

Und der versprochene Shakedry Effekt? Ausschütteln - zusammenknüllen - klein genug für die Trikottasche. Unfassbar, das funktioniert in der Tat! Nach 2-3 mal „Shaken“ ist die Jacke wieder trocken und lässt sich sehr einfach in die Trikottasche stecken. Einen kleinen Minuspunkt wiederrum bekommen die Ärmelbündchen, denn das Ausziehen ist etwas fummelig. Ggf. ist das auch Absicht des Herstellers, um Eindringen von Wasser über die Hände in Richtung Arm etwas zu vermeiden.

Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit im Härtetest

„Shakedry“, der Effekt ist faszinierend. Die wirkliche Stärke der Jacke kommt erst nach einer guten Stunde auf dem Rad ans Tageslicht. Trotz Regen und leichtem Schneeregen hier im Taunus bleibt der Abperleffekt stets vorhanden, die Jacke „saugt sich nicht voll“ und die wirklich erstklassige Atmungsaktivität sorgt dafür, dass man unter der Jacke nicht völlig durchschwitzt.

Pflege und Aufbewahrung

GORE empfiehlt vor dem Waschen alle Reißverschlüsse zu schließen und die Jacke auf links zu drehen. Neuere Waschmaschinen bieten Programme für Sportwäsche, die extra schonend arbeiten und die Sportwäsche anschließend gut klarspülen. Ansonsten einfach manuell noch ein zweites mal klar spülen, damit die Membrane sich nicht zusetzt. Pulverwaschmittel, Bleichmittel oder gar Weichspüler sollten auf keinen Fall verwendet werden! Nach dem Waschen sollte die Jacke am besten direkt an der Luft trocknen, ein Wäschetrockner ist nicht dringend erforderlich. Vorsicht sollte man auch walten lassen, wenn es um die Aufbewahrung geht. Der Kontakt von spitzen/scharfen Gegenständen mit dem dünnen Material der Jacke sollte vermieden werden, damit man lange Freude an ihr hat.

Einschränkungen und Empfehlungen

Die aktuellen Shakedry-Modelle sind als Rennrad-Jacke deklariert und derzeit nur für den Rennradfahrer empfohlen. Das bezieht sich darauf, dass die doch sehr empfindliche Membran dieser Jacke aktuell nicht für Rucksackeinsätze geeignet ist, ein Rucksack würde auf der Schulterpartie als auch am Rücken scheuern und die Membran schädigen.

Alternativen und Modelle

Die Jacke gibt es nicht nur in der „One 1985“ Variante, sie ist in unterschiedlichen Varianten als auch für Damen erhältlich. Die Unterschiede liegen je Modell in der Gestaltung bzw. Ausführung der Features wie Taschen, Reißverschlusslänge und Kapuze. Die One 1985 ist mit ihrer Rückentasche und ohne Kapuze eine klassische Rennradjacke, während die Rescue-Variante eine Kapuze hat, einen nicht durchgehenden Reißverschluss und keine Rückentaschen hat - dafür aber eine Brusttasche vorn links. Die neuen GORE Shakedry-Varianten haben jetzt auch Farbakzente, etwa die Farbvarianten „Lava Grey/red“ und „Neon Yellow“ bei der GORE C5 Gore Tex Shakedry 195 Vis Herren Jacke.

Vergleich mit anderen Regenjacken

Im Gegensatz zu reinen Regenjacken, die etwa mit dem Gore-Tex-Shakedry-Material nur in dunklen Farben hergestellt werden können, kommen bei Winterjacken oftmals auffällige Farben zum Einsatz, die die Sichtbarkeit im Straßenverkehr verbessern können. Auch Reflektoren werden oftmals großflächig verarbeitet.

Testergebnisse anderer Modelle

Die Rennrad-Regenjacken schneiden fast durchweg gut ab, besonders die Modelle von Löffler, Rapha und Sportful - die Testsieger von 2021 behaupten allerdings weiterhin die ersten drei Plätze. Die leichteste Jacke mit entsprechend kleinem Packmaß kommt von Löffler, knapp dreimal so viel wiegen die Jacken der tschechischen Radsportmarke Kalas.

Die Besten im Test von TOUR 03/2021 - Männermodelle

  • Gorewear C5 Gore-Tex Shakedry 1985 Jacke: Top bei Regenschutz und Dampfdurchgang.
  • Scott RC Weather WP Jacke: Geringes Gewicht und Packmaß, viel Reflex.
  • Van Rysel / Decathlon Regenjacke Rennrad RR900 Ultralight: Sehr leicht, kleines Packmaß. Günstigste Männerjacke im Test.

Die Besten im Test von TOUR 03/2021 - Frauenmodelle

  • Gorewear C7 Damen Gore-Tex Shakedry Jacke: Bestnoten für Wasserdichtigkeit und Dampfdurchlässigkeit.
  • Scott RC Weather WS Jacke: GTX-Infinium.

Die Frauen-Jacke von Decathlon ist 2023 nicht mehr im Sortiment.

Herausforderer aus dem aktuellen Test - Frauenmodelle

  • Liv Delphin Rain Jacket: Klettverschlüsse an den Ärmeln; untypisch ist die seitliche Reißverschlusstasche.
  • Kalas Passion Z3 Jacket Rainex: Details wie Kragen, Bündchen und Trikottaschen.
  • Löffler W Bike Jacket WPM Pocket: Top in den Kerndisziplinen.
  • Q 36.5 R. Shell Protection: Flexible Ärmelbündchen und viel Reflexmaterial.
  • Rapha Women´s Core Rain Jacket II: Gefallen hat uns der flexible Gamaschen-Bund in den Ärmeln. Nur in Schwarz erhältlich.
  • Santini Guard Nimbus: Geringes Gewicht und hohe Atmungsaktivität.

Die richtige Pflege

Auch die beste Membran einer Regenjacke kann versagen. Nämlich dann, wenn Dreck (von außen) und Schweiß (von innen) die Poren der Membran verstopfen. Da hilft mit der Zeit auch kein Abwischen mehr, sondern ein vorsichtiges Waschen bei niedrigen Temperaturen in der Waschmaschine. Ganz wichtig dabei: Unbedingt die Wasch- und Pflegeanleitung der Hersteller lesen und befolgen! Rennradregenjacken sind Hightech-Produkte. Niemals Weichspüler, Bleichmittel oder Waschpulver benutzen! Damit schädigt man den Jacken nur! Es gibt spezielle Waschmittel für Outdoor-Bekleidung, die die Regenjacken imprägnieren.

High-End Regenjacken im Test

Ergebnisse der High-End Jacken im Detail

Jacke Preis/Gewicht (M) Material Besonderheiten Wertung
Assos Schlosshund Équipe RS 300 Euro/188 Gramm Schloss Tex 2-Wege-Front-Reißverschluss, großer Reflektor hinten SEHR GUT (73 Punkte)
Castelli Idro 2 Jacket/Idro W Jacket 270 Euro/110 Gramm Tex Gore-Tex Shakedry Reflektor hinten, Ärmel und Bund elastisch SEHR GUT (86 Punkte)
Gore Race/C7 Gore-Tex Shakedry Jacke (Testsieger) 330 Euro/167 Gramm Gore-Tex Shakedry Kleine RV-Tasche hinten, Reflektoren, Stretch-Einsätze SEHR GUT (88 Punkte)
Löffler Hr./Da. Bike Jacke GTX Shakedry (Kauftipp) 250 Euro/131 Gramm Gore-Tex Shakedry Große RV-Tasche hinten, Reflektoren SEHR GUT (85 Punkte)
Mavic Cosmic Ultimate GTX Jacke 350 Euro/105 Gramm Gore-Tex Shakedry Reflektoren an Ärmeln und Bund umlaufend SEHR GUT (86 Punkte)
Sportful Stelvio Jacket 300 Euro/168 Gramm Rainwick Stretch Reflektoren an Ärmeln und Bund umlaufend SEHR GUT (81 Punkte)

Alternative Jacken

Auch wenn die Jacken im Test überzeugen, gibt es Alternativen mit anderen Stärken.

Rapha Pro Team Lightweight Shadow Jacket

Wer nicht bei Dauerregen unterwegs ist, braucht keine Membran: Diese Jacke ist sehr elastisch, trägt sich daher trotz sportlichem Schnitt sehr bequem. Außerdem ist das Material höchst atmungsaktiv. Der Windschutz ist top, vor Sprühregen schützt die Imprägnierung allemal ausreichend.

Löffler WPM Pocket

Wer maximalen Regenschutz sucht, kommt an einer Jacke mit Kapuze nicht vorbei - nur so bleibt der Kopf trocken, und Nässe kann nicht über den Kragen eindringen. Die WPM Pocket sitzt körpernah, die Kapuze unter dem Helm stört im Wind nicht übermäßig, Wetterschutz, Packmaß, Gewicht und Klima sind sehr gut.

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