Shimano 100 GS Schalthebel im Test: Präzision und Ergonomie auf dem Trail

Die Shimano XT-Gruppe ist unbestritten eine Macht als Schaltgruppe mit zwei Kettenblättern. Doch wie verhält sich das im Revier des Adlers? Der neue Shimano Einfach-Antriebsstrang funktioniert nach Auffassung des Testers extrem gut.

Schaltpräzision und Performance

Die Schaltvorgänge sind knackig und „on point“. Die Gangwechsel laufen sauber, leichtgängig, geräuscharm und vor allen Dingen schnell ab. Aus diesem Blickwinkel konnte die neue 12-fach XT bereits überzeugen.

Sowohl Shimanos XTR- als auch XT- und SLX-12-fach-Schaltungen verrichten ihre Schaltvorgänge auf nahezu vergleichbar hohem Niveau. Der größte Unterschied zwischen den Komponenten liegt meist im Gewicht und den verbauten Materialien, wie z. B. der Trigger: In dem der XT-Gruppe steckt bereits deutlich mehr Technik als bei der SLX-Gruppe.

Die Steighilfen in der Kassette und die Kette hat Shimano perfekt aufeinander abgestimmt. So kann die XT auch unter Volllast noch extrem sauber und zuverlässig schalten wie kaum ein anderes System am Markt.

Multi-Release Funktion des XT-Triggers

Der XT-Trigger verfügt über die Multi-Release-Funktion und kann so mit einer Hebelbetätigung zwei Gänge schwerer schalten. Das klingt erst einmal nicht besonders, doch nachdem unser Testchef Felix sich an das Feature gewöhnt hatte, will er es an seinem NICOLAI G1 nicht mehr missen. Nach kurzen Zwischenanstiegen ist die XT-Schaltung so deutlich schneller wieder im richtigen Gang: Wer die Power in den Beinen hat, bekommt sie auf welligen Trails noch besser auf den Boden.

Ergonomie und Anpassbarkeit

Besonders gut gefallen haben die neuen Schalthebel. Dabei sind es nicht die gummierten Kontaktflächen der Schalt-Paddles, sondern vor allem der Verstellbereich der I-SPEC EV Montage. Damit lassen sich die Hebel in seitlicher Richtung um mehr als 14 mm verschieben und wie gehabt auch in Rotationsrichtung anpassen. Das Thema Ergonomie ist damit definitiv vorbildlich gelöst. Dank 2-Way-Release Technik funktioniert der Schalthebel überdies auch intuitiv - je nach Vorlieben des Nutzers.

Neu ist dagegen die Schaltfunktion beim linken Hebel (nur für 2-fach Aufbauten): der neue Rapidfire Plus Mono Schalthebel weist nur mehr eine Bedienrichtung auf. Der erste Hebeldruck hebt den Umwerfer aufs große Kettenblatt und arretiert ihn dort. Der zweite löst ihn und hebt die Kette aufs kleine Blatt.

Kompatibilität und Technologie

Um ausreichend Platz für das kleinste Ritzel auf dem Freilauf zu schaffen, benötigt die XT-Gruppe unbedingt einen MICRO SPLINE-Freilauf. Zu Beginn unseres Dauertests war dieser mit Ausnahme von DT Swiss und Shimano selbst bei vielen Naben-/Laufradherstellern noch schwer zu bekommen. Doch mittlerweile ist er für eine Vielzahl von Systemen erhältlich.

Viele der Technologien der Top-Gruppe XTR, finden sich auch in der XT- und SLX-Ausstattung. So verfügen beide z. B. über das HYPERGLIDE+ System. Was wie aus einer Durex-Werbung klingt, sorgt dafür, dass die Kette fast ohne Kraftunterbrechung und sehr leise über die Ritzel gleitet.

Schaltwerk im Fokus

Während Kette, Kurbel, Kassette und Trigger der Shimano XT absolut überzeugen können, ist das Schaltwerk das Sorgenkind der Komplettgruppe. Positiv neben dem Look ist vor allem das robuste Design, das auch so manchen Steinkontakt über die 14 Monate lediglich mit einigen Schönheitskratzern überstanden hat. Auch härtere Impacts, bei denen sogar das Schaltauge am G1 gewechselt werden musste, hat es ohne Murren weggesteckt.

Das Einstellen der Schaltung ist easy. So erlaubt z. B. eine aufgedruckte Markierung am Käfig die perfekte Einstellung der Umschlingung in Sekundenschnelle. Ebenfalls einfach einzustellen ist die Stärke der Shadow+ Dämpfung, die Kettenschlagen verhindern soll. Unter einer Gummi-Abdeckung versteckt sich die Schraube, mit der die Dämpfung an die Vorlieben angepasst werden kann.

Probleme mit der Shadow+ Dämpfung

Uns sind die Probleme mit der Shadow+ Dämpfung nicht nur bei unserem Langzeittest, sondern auch bei einigen anderen Test-Bikes bekannt. Denn besonders während der ersten Grade Käfig-Rotation lässt die Dämpfung schnell nach. Hier hilft auch der regelmäßige Service, bei dem die Clutch abgeschmiert wird, nicht weiter. Das abschmieren verhindert aber ein weiteres, häufig auftretendes Problem, denn steht das Bike längere Zeit ungenutzt (und ohne Service) kann sich die Clutch festsetzen und den Käfig blockieren.

Shimano Schaltwerk Vergleich 2025

Die besten Shimano-Schaltwerke: Wählen Sie Ihren persönlichen Testsieger aus der Bestenliste.

Modell Kompatibilität Anzahl der Gänge Größe der Zahnräder
Shimano Deore RD-M592 MTB | Trekkingbike 9-fach 11 bis 36 Zähne
Shimano Deore 9V MTB | Trekkingbike 9-fach 11 bis 34 Zähne
Shimano Deore XT RD-M781 MTB 10-fach 11 bis 36 Zähne
Shimano Deore XT Trekking RD-T8000 Trekkingbike 10-fach 11 bis 36 Zähne
Shimano Deore 12s RD-M6100-SGS MTB 12-fach 13 bis 51 Zähne
Shimano Acera RD-M360 MTB 7- bis 8-fach 11 bis 34 Zähne
Shimano Deore XT RD-M8000 MTB 11-fach 11 bis 40 Zähne
Shimano Altus RD-M310 MTB 7- bis 8-fach 11 bis 34 Zähne

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