Rennrad-Klickpedale: Ein umfassender Ratgeber

Klickpedale, oder auch Systempedale, sorgen dank der Cleat-Verbindung zwischen Pedal und Fahrradschuh für eine optimale Kraftübertragung und effizientes Pedalieren. Das Ergebnis ist maximale Performance und eine ergonomische Haltung. So ermöglichen Klickpedale neben einem runden Tritt auch eine gesunde Stellung des Fußes.

Aus diesen Gründen sind Klicksysteme besonders im sportlichen MTB- und Rennradbereich beliebt, aber auch immer mehr Pendler und Trekkingfahrer schätzen den einfachen Mechanismus. Es gibt eine Vielzahl von Fahrrad-Klicksystemen auf dem Markt. Diese unterscheiden sich in ihrer Bauweise, ihrer Funktion und ihrer Kompatibilität mit unterschiedlichen Fahrradschuhen.

Die größten Hersteller von Pedalsystemen sind die Marken Shimano, Look, Time und Speedplay. Jeder Hersteller verfolgt jedoch eine andere Philosophie in Bezug auf den Verbindungsmechanismus und Handhabung, weshalb die Systeme nicht miteinander kombiniert werden können.

Welches Klicksystem am besten zu dir und deinem Fahrrad passt, hängt vom Biketyp, deinem Fahrstil sowie dem bevorzugten Terrain ab. Es empfiehlt sich daher verschiedene Klickpedale auszuprobieren, um die geeigneten zu finden.

Was sind eigentlich Cleats?

Cleats sind spezielle Schuhplatten, die mit zwei bis drei Schrauben an der Unterseite von Fahrradschuhen befestigt werden und eine Verbindung zwischen dem Schuh und dem Klickpedal herstellen. In der Regel bestehen Fahrrad-Cleats aus Metall oder Kunststoff und sind in Form und Größe auf das jeweilige Pedalsystem abgestimmt.

Je nach System gibt es die Platten mit verschiedenfarbigen Aufsätzen, an der sich die seitliche Bewegungsfreiheit (Float), also der Rotationswinkel des Cleat im Pedal vor dem Ausklicken, erkennen lässt. Mit Hilfe der Cleats-Pedalplatten wird ebenfalls der Winkel von Fuß und Bein zum Pedal bestimmt. Diese sollte so eingestellt sein, dass du beim Pedalieren keine Schmerzen hast und die Kraft optimal übertragen wird.

Rennrad Klickpedale: Die Systeme für hohe Geschwindigkeiten

Klicksysteme sind für viele Rennradfahrer ein unverzichtbares Zubehör, da sie eine hocheffiziente Kraftübertragung ermöglichen und somit für eine optimale Leistung und Geschwindigkeit auf dem Rad sorgen. Da Rennradfahrer bei allen Komponenten an Gewicht sparen möchten, sind Klickpedale fürs Rennrad besonders leicht designt.

Im Verhältnis zur Pedalgröße ist die Auflagefläche der Rennrad-Klickpedale häufig relativ groß, damit die Kraft effizienter übertragen werden kann. Die Rennrad-Pedalsysteme der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich hauptsächlich in Gewicht, Handhabung, Haltbarkeit, Bewegungsfreiheit (Float), Material und Preis.

Günstige Modelle gibt es bereits ab 30 Euro. Diese Pedale bestehen aus Aluminium, verfügen über eine einfache Stahlachse mit Kugellager und schlagen mit einem Gewicht von etwa 330 Gramm pro Paar zu Buche. Auf der anderen Seite der Skala sind die High End Pedale aus Carbon mit Titanachse und Keramiklager, die lediglich 140 Gramm als Paar auf die Waage bringen. Solche Pedale kosten dann aber auch schon mal gerne 300 Euro oder mehr.

SHIMANO SPD-SL Klickpedal-System

Shimano versteht es, seine Kunden mit einer breiten Produktpalette über alle Qualitätsstufen zu bedienen - so auch bei den Pedalen. In Anlehnung an die bekannten Komponentengruppen gibt es die SPD-SL Pedale in den Qualitätsstufen der Gruppe 105, Tiagra, Ultegra und Dura Ace, sowie günstigere “gruppenlose” SPD-SL Pedale.

Optisch unterscheiden sich die Shimano SPD-SL Pedale kaum, die Unterschiede liegen vielmehr in den verwendeten Materialien und im Gewicht. Während das Einstiegsmodell mit 320 Gramm für knapp 40 Euro (UVP) zu haben ist, kostet die Dura Ace-Variante um die 300 Euro (UVP).

Die Auslösewinkel liegen zwischen 32 und 35 Grad, wobei du bei allen Pedalen die Auslösehärte über eine kleine Einstellschraube leicht verstellen kannst.

Für die Bewegungsfreiheit im Pedal (Float) bietet Shimano drei verschiedene Cleats an, die sich farblich voneinander unterscheiden.

  • Rote Cleats mit einer Bewegungsfreiheit von 0 Grad
  • Blaue Cleats mit einer Bewegungsfreiheit von 2 Grad
  • Gelbe Cleats mit einer Bewegungsfreiheit von 6 Grad

Für die meisten Rennradfahrer sind die gelben Cleats die beste Wahl, weil sie durch ihren hohen Bewegungsfreiraum das Knie beim Pedalieren schonen.

Klicksysteme von Look

Look Road Pedale erfreuen sich sowohl bei Freizeitsportler als auch im Profibereich sehr großer Beliebtheit. Der französische Hersteller gilt als Erfinder des heutigen Klickpedals und weiß, was sich Rennradfahrer von einem Pedal wünschen: geringes Gewicht, einfache Handhabung und eine ansprechende Optik.

Das sind die Merkmale, die Look in allen Produkten gekonnt umsetzt und daher bis heute einen Großteil des Marktes bedient. Die Einsteiger- und Mittelklasse Modelle Kéo Classic, Kéo Sprint und Kéo 2 Max sind mit ihrer einstellbaren Spiralfeder technisch einfacher aufgebaut als die Top-Modelle der Kéo Blade Reihe, bei denen ein Carbon-Federblatt die Bindung herstellt.

An den Blade-Modellen finden sich zudem Carbon-Körper und Titanachsen für geringes Gewicht bei zuverlässiger Funktion. So kommt das Top-Modell Kéo Blade Carbon TI für 250 Euro lediglich auf 248 Gramm inklusive der Cleats, während das günstige Look Pedalsystem Kéo Classic 348 Gramm auf die Waage bringt - dafür aber auch nur 35 Euro kostet.

Für die Bewegungsfreiheit im Pedal bietet Look drei verschiedene Cleats an.

  • Schwarze Cleats mit einer Bewegungsfreiheit von 0 Grad
  • Graue Cleats mit einer Bewegungsfreiheit von 4,5 Grad
  • Rote Cleats mit einer Bewegungsfreiheit von 9 Grad

Der größte Teil der Rennradfahrer wählt die grauen Cleats mit +/- 4,5 Grad Float, weil sie den besten Kompromiss zwischen Bewegungsfreiraum und Kontaktgefühl zum Rad bieten.

Die Auslösehärte kann bei den Blade-Modellen durch Austausch des Carbon-Blattes (im Lieferumfang enthalten) entweder auf 12 Nm oder auf 16 Nm eingestellt werden. Bei den Modellen Kéo Sprint, Kéo Classic und Kéo Max kannst du die Auslösehärte über eine kleine Einstellschraube ähnlich wie bei Shimano verstellen.

Pedalsysteme von Time

Die Pedale von Time unterscheiden sich optisch deutlich von den Shimano und Look Modellen. Der ungewohnte Look hat aber auch seine Vorteile. So sind die Ausführungen von Time mit die leichtesten Klickpedale, die es derzeit auf dem Markt gibt.

Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sämtliche Time Pedale nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Sie kommen ohne die übliche Spiralfeder aus und stellen die Bindung lediglich mit einer Blattfeder her. Time unterscheidet die Pedale der Xpresso Baureihe nach aufsteigenden Nummern.

So bildet der beliebte Klassiker Xpresso 2 den Einstieg in die Pedal-Welt von Time und überzeugt mit schlanken 230 Gramm bei einem Preis von 50 Euro. Das Top-Modell Xpresso 15 dagegen wiegt federleichte 142 Gramm pro Paar, kostet allerdings auch über 400 Euro.

Wie in dieser Preisklasse üblich, besteht die Achse des Spitzenpedals aus Titan, der Pedalkörper aus Carbon und das Lager aus Keramik. Eine weitere Besonderheit der Time Road Pedale ist das patentierte I-Clic-System. Dieses ermöglicht ein noch leichteres Einrasten, da das System zwischen Aus- und erneutem Einklicken leicht geöffnet bleibt.

Darüber hinaus verfügen alle Time Pedale über den gleichen Float, der mit 10 Grad sehr großzügig bemessen ist und somit auch Fahrern mit Kniebeschwerden entgegenkommt.

Fahrrad-Klicksysteme von Speedplay

Speedplay Pedale fallen sofort durch ihr reduziertes und auffälliges “Lollipop”-Design auf. Außer der Drehachse besitzen sie keinerlei Mechanik und ihr Klickmechanismus sitzt im Cleat. Auch Bindung und Auslösewinkel werden über die Cleats hergestellt, die wiederum über vier statt der üblichen drei Schrauben mit dem Radschuh verbunden werden.

Wichtig: Da nur wenige Klickschuhe diese Anzahl an Schauben aufnehmen können, ist eine Adapterplatte notwendig, die zwischen Schuh und Cleat verschraubt wird. Mit einem Einstiegspreis von 120 Euro liegen die Speedplay Zero CrMo schon auf einem recht hohen Niveau, sind dafür mit 220 Gramm aber im Vergleich zu den Einsteigermodellen der anderen Hersteller relativ leicht.

Das 130 Gramm leichte Topmodell Zero Titanium Nanogramm kostet hingegen über 500 Euro. Alle Speedplay Pedale verfügen über den gleichen Float, der mit 15 Grad äußerst großzügig bemessen ist und sich daher für Fahrer mit Knieproblemen bestens eignet.

Die Besonderheit: Dadurch, dass der Klickmechanismus bei Speedplay Klicksystemen im Cleat integriert ist, kann der Fahrer auf beiden Seiten des Pedals einklicken. Zudem lässt sich die Bewegungsfreiheit optimal an die eigenen Vorlieben anpassen.

MTB-Klicksysteme: Pedale fürs Fahren im Gelände

Da beim Mountainbiken der Untergrund meist holprig und anspruchsvoll ist, empfiehlt sich bei diesem Einsatzzweck eine Klickpedale mit größerer Standfläche. Die MTB-Modelle, speziell fürs Gelände sind meistens aus Metall und bieten so auch bei hoher Belastung starken Halt, selbst bei Sprüngen und wechselndem Terrain.

Besonders beliebt sind hierbei Klicksysteme, bei denen die Cleats komplett in der Sohle des Schuhs eingebettet sind und somit nicht beim Laufen stören. Des Weiteren setzen Mountainbiker auf Klicksysteme wie die Eggbeater von Crankbrothers. Diese Pedale zeichnen sich dadurch aus, dass Dreck und Schmutz dank der geringen Oberfläche kaum haften bleiben.

Zudem kann sich der Fahrer an allen vier Seiten ganz einfach einklicken - ein echter Vorteil beim Fahren im Gelände. Auch bei Mountainbike-Klicksystemen kann die seitliche Bewegungsfreiheit, der sogenannte Floatwinkel, individuell eingestellt werden.

Im MTB- und Trail-Bereich wird in der Regel eine höhere Beweglichkeit des Fußes benötigt, weshalb der Floatwinkel weiter eingestellt wird. Ein spitzer Winkel bietet jedoch vor allem am Anfang ein größeres Sicherheitsgefühl. Wenn die Trails später anspruchsvoller werden, ist wiederum ein weiter Winkel von Vorteil, da du so aktiv und unterstützend mit den Füßen lenken kannst.

Shimano SPD Klickpedale

Der Off-Road-Bereich zeichnet sich durch anspruchsvolles Gelände aus, bei dem der Fahrer nicht nur über Stock und Stein fährt, sondern zwischendurch auch einige Passagen laufen muss. Deshalb entwickelte Shimano mit den SPD-Pedalen ein Klicksystem speziell fürs Mountainbiken.

Hierfür versenkten sie die Cleats des SPD-Klicksystems in der Sohle, sodass das Material geschont wird und der Träger besser mit den Rennradschuhen laufen kann. Für eine noch längere Haltbarkeit verwendet Shimano bei seinem MTB-Klicksystem Pedalplatten aus widerstandsfähigem Metall, die schmutz- und abriebresistent sind.

Ein weiterer Unterschied zu der Shimano SPD-SL Variante ist, dass die Cleats beim SPD-System mit nur zwei Schrauben befestigt werden und daher eine kleinere Kontaktfläche haben. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass beim Mountainbiken die Kraftübertragung nicht so wichtig ist wie beim Rennradfahren.

Dennoch ist die Klick-Verbindung zum Beispiel bei Berganstiegen eine wichtige Unterstützung für den MTB-Fahrer, um die eigene Performance zu steigern. Shimano bietet beim MTB SPD-Klicksystem verschiedene Pedalplatten an, darunter Single-Release und Multi-Release.

Die Single-Release Cleats ermöglichen einen einfachen Ausstieg, indem du die Ferse seitlich wegdrehst, um die Bindung zu lösen. Bei einer Multi-Release-Schuhplatte drehst du die Ferse nach außen oder kippst sie und drückst sie nach unten. Die Auslösehärte lässt sich an allen Shimano SPD-Pedalen mittels einer Schraube härter oder weicher einstellen.

Ob für Cross-Country, Downhill, MBX oder Trekking - die SPD-Reihe von Shimano ist so vielfältig wie keine andere. Während sich die Pedale für Cross-Country durch ein kompaktes Körperdesign und damit durch ein geringes Gesamtgewicht von knapp 310 Gramm kennzeichnen, sind die Enduro- und Trail-Modelle mit einer breiteren Plattform versehen, die für mehr Stabilität sorgt.

Diese Klicksysteme sind aber auch bis zu 200 Gramm schwerer. Je nach Modell liegen die Preise für das SPD-Klicksystem zwischen 50 und 200 Euro.

Crankbrothers Klickpedal-System

Die MTB-Klickpedale von Crankbrothers zeichnen sich durch ihr minimalistisches Design aus. So hast du bei den Eggbeater-Pedalen die Möglichkeit, von vier Seiten einzusteigen - ein Vorteil, der sich besonders im abwechslungsreichen Cross-Country und Gravel-Bereich zeigt.

Die Crankbrothers Pedale sind besonders schmutzresistent, da sich Schlamm und Staub im kompakten Pedal nur schwer verfangen. Zudem bestehen die Eggbeater aus hochwertigem Edelstahl und punktet daher neben Langlebigkeit auch mit einem geringen Gesamtgewicht.

Neben den Eggbeater setzen viele Mountainbiker auch auf die Candy-Pedale von Crankbrothers. Diese bieten mehr Oberfläche als die Eggbeater und eignen sich daher für Rides, bei denen du mehr Support brauchst.

Das Besondere: Du kannst Float und Auslösewinkel bei diesem Klicksystem stark individualisieren und somit genau die Einstellung finden, die für dich am besten passt. Insbesondere Downhill- und Enduro-Fahrer schätzen diese Eigenschaft sehr. Auch die für Crankbrothers charakteristisch weichen Übergänge beim Ein- und Ausklicken findest du bei den Candy wie auch bei den Eggbeater-Pedalen.

Die Crankbrothers Pedale variieren sowohl im Gewicht als auch im Preis stark - je nachdem, aus welchem Material sie bestehen. So gibt es die Einsteigermodelle aus Kunststoff bereits ab knapp 50 Euro. Willst du jedoch echte Premium MTB-Wettkampfpedale aus Titan, musst du knapp 450 Euro investieren.

Diese Klickpedale bestechen jedoch nicht nur durch ihren aufregenden Look, sondern punkten auch mit einem integrierten Traction Pad System und Double Seal System Doppeldichtung.

Time ATAC MTB-Klicksystem

Auch Time hat mit dem ATAC-Klicksystem Pedale im Sortiment, die speziell für die Anforderungen beim Mountainbiken zugeschnitten sind. Dabei handelt es sich um ein einfaches und konsistentes System, bei dem Zweiloch-Pedalplatten aus Messing in Metallbügel eingeklickt werden.

Das Besondere: Durch die Bewegung des Fußes baut sich Spannung zwischen den Bügeln auf, bevor du mit deinem Schuh ausklickst. Du musst also keine Auslösehärte einstellen - nicht umsonst bedeutet ATAC Auto Tension Adjustment Concept.

Dabei überzeugt das Time MTB-System mit einem offenen Design, das sich bei jedem Tritt automatisch von Schmutz reinigt und so für eine zuverlässige Performance sorgt. Zudem kannst du den Auslösewinkel der ATAC-Cleats zwischen 13 und 17 Grad variieren - je nachdem, ob du das rechte mit dem linken tauscht.

Im Gegensatz zu anderen Systemen kannst du bei der Montage die Time Cleats nicht seitlich am Schuh verschieben. Stattdessen bieten sie dir einen gewissen Spielraum, sodass sich dein Schuh ...

Ergonomie-Spezial: Das Rennrad-Pedal

Sind die Rennrad-Pedale richtig gewählt und justiert, fährt es sich angenehmer und effizienter. Wenn nicht, drohen Knie-, Nacken- oder Poschmerzen. Was für deine individuellen Ansprüche passt? Müssen es SPD-Rennrad-Pedale von Shimano sein oder Pedale von Look, Camapgnolo oder einem anderen Hersteller?

Wie funktioniert ein Rennad-Klickpedal?

Unter einen speziellen Radschuh wird eine Platte ("Cleat") montiert, die in ein dazu passendes Pedal einrastet. In der Regel sitzt im Rennrad-Pedal ein einfacher Klickmechanismus mit Spannfeder.

Zum Lösen der Verbindung wird der Fuß gedreht, die Auslösehärte lässt sich dabei meist individuell einstellen.

Wer hat Rennrad-Pedale erfunden?

Die französische Firma Look übertrug in den frühen 1980er-Jahren das Prinzip von Skibindungen auf Fahrradpedale. 1984 brachte Look das erste Klickpedal auf den Markt, ein Jahr später gewann Bernard Hinault damit die Tour de France - und "Klickies" verdrängten bald die bis dato üblichen Hakenpedale.

Warum überhaupt Klickpedale?

Eingeklickt gibt es kein Herumrutschen auf dem Pedal oder gar ein Abrutschen bei Nässe, die bis dato im Radsport üblichen (und bei Stürzen gefährlichen) Pedalriemen erübrigen sich. Die vom Fahrer investierte Kraft wird durch die feste Bindung effektiv genutzt, der runde Tritt mit Druck- und Zugphase erleichtert.

Klickpedale vereinfachen zudem Sprünge über kleine Hindernisse oder das Hochlupfen des Hinterrads auf den Bordstein. Bei Stürzen lösen Klickpedale in der Regel wie Skischuhe aus.

Bleibt die Schwierigkeit für Anfänger, vor dem Anhalten rechtzeitig aus dem Pedal zu kommen, damit man nicht umkippt. Hier hilft nur: fleißig üben!

Was muss man beim Kauf von Rennrad-Predalen beachten?

"Wirklich falsch im Sinne der Biomechanik gibt es nicht", sagt Tanja Willersinn, Sportwissenschaftlerin und Leiterin des Freiburger Radlabors. Grundsätzlich kann man mit jedem Pedal glücklich werden. Es gibt aber besser und schlechter geeignete Modelle.

"Je niedriger die Bauhöhe ist, umso näher kommt man an die Pedalachse heran, und umso besser ist die Kraftübertragung", erklärt Willersinn. "Menschen mit sehr großen Füßen sollten übrigens darauf achten, weiter von der Kurbel wegzukommen, sonst reibt der Schuh an Kettenstrebe oder Kurbel." Geeignet sind hier Modelle, bei denen der Q-Faktor über die Cleats oder die Pedalachse variiert werden kann.

Was ist der Q-Faktor?

"Der Q-Faktor bezeichnet den Abstand der beiden Kurbelarme zueinander (außen-außen gemessen). Er ist bei Athleten wichtig, deren Füße sehr eng beieinander- oder sehr weit auseinanderstehen. Kommt es immer wieder zu Beschwerden, können diese also mit solchen anatomischen Gegebenheiten zu tun haben. In der Regel spielt der Q-Faktor jedoch eine untergeordnete Rolle", sagt Willersinn.

Können Pedale und Platten der Grund für Beschwerden beim Radfahren sein?

Falsch eingestellte Platten können in der Tat Schmerzen verursachen. "Bei Kniebeschwerden sollte man prüfen, ob die Cleats korrekt ausgerichtet sind und parallel stehen", erklärt Sportwissenschaftlerin Willersinn.

"Beschwerden an der Achillesferse oder brennende bzw. einschlafende Füße entstehen oft, wenn die Platten punktuell am Fuß drücken." Tipp: Prüfen Sie, ob Pedalachse und Großzehengrundgelenk im passenden Verhältnis zueinander stehen.

Aber: "Beschwerden können auch andere Ursachen haben, zum Beispiel eine falsche Sitzhöhe oder zu weiche Schuhsohlen. Bevor Sie teure neue Produkte kaufen, lohnt sich ggf. eher ein Bikefitting", so Willersinn.

Wie findet man den richtigen und zum Pedal passenden Schuh?

Es kann schwierig sein, den passenden Schuh zum Pedal zu finden.

Nehmen Sie die Einlage aus dem (zu kaufenden) Schuh und stellen Sie den Fuß drauf. Im Optimalfall steht diese leicht, aber nicht zu viel über. Ist die Einlage nicht mehr sichtbar, ist der Schuh zu klein, lappt sie stark über, ist der Schuh zu groß.

Dünne, harte (Carbon) Sohlen verbessern die Kraftübertragung, erschweren allerdings selbst kurze Fußwege, zu weiche Sohlen können Schmerzen verursachen, weil die Pedalverbindung spürbar wird.

Egal ob Boa-Seilverschluss, Klett oder Schnürung: Das ideale Schließsystem des Schuhs verteilt den Druck flächig statt punktuell, ist zugleich aber trotzdem zwischen vorne und hinten getrennt einstellbar. Vorgeformte Einlagen können helfen, Beschwerden an den Füßen, aber auch an den Knien zu lindern.

Wie montiert man die Pedalplatten richtig?

Manche Pedalplatten weisen zur Unterstützung bei der Positionierung selbst eine Markierung auf.

Längsausrichtung: Ertasten Sie das Großzehengrundgelenk - zunächst zur Orientierung ohne Radschuh, dann mit. Sie finden es übrigens am etwas nach außen stehenden Knochen an der Innenseite des Fußes. Markieren Sie die Stelle (auf dem Schuh). Die Achse des Pedals sollte ca. 0,5 bis einen Zentimeter hinter der Markierung liegen.

Manche Pedalplatten weisen zur Unterstützung bei der Positionierung selbst eine Markierung auf - in so einem Fall sollte das Gelenk genau darüber liegen.

Seitliche Ausrichtung: Die Schuhe sollten parallel zum Rad und in Fahrtrichtung gerade stehen - und so nah wie möglich am Kurbelarm, ohne diesen zu berühren (auch mit Überschuhen).

"Bei anhaltenden Beschwerden", rät Biomechanikerin Tanja Willersinn, "kann eine Ganganalyse helfen, um die Ausrichtung der Pedalplatten daran abzustimmen."

In welche Richtung muss man Rennrad-Pedale lösen/abschrauben?

Um Rennrad-Pedale zu lösen oder abzuschrauben, musst du die Pedale in die entgegengesetzte Richtung drehen, als ob du das Fahrrad fahren würden. Die Pedale auf der rechten Seite des Fahrrads werden gegen den Uhrzeigersinn gelöst, während die Pedale auf der linken Seite im Uhrzeigersinn gelöst werden müssen.

Dies liegt daran, dass die Pedale aufgrund der Drehung des Tretlagers in entgegengesetzte Richtungen eingeschraubt werden, um sicherzustellen, dass sie sich nicht während des Fahrens lösen.

Es ist wichtig zu beachten, dass du spezielles Werkzeug benötigst, um die Pedale abzuschrauben, da die meisten Rennrad-Pedale mit einem 15-mm-Maulschlüssel oder einem Pedalschlüssel gelöst werden müssen.

Verwenden Sie kein Werkzeug, das nicht für diesen Zweck vorgesehen ist, da dies das Gewinde an den Pedalen oder Kurbeln beschädigen könnte.

Wie teuer sind Rennrad-Pedale?

Die Preise für Rennrad-Pedale können je nach Marke, Modell und Funktion stark variieren. Wenn Du nach einem Einsteigermodell suchst, kannst Du Pedale zwischen 20 und 50 Euro finden.

Wenn Du jedoch ein fortgeschrittenes Modell suchst, das aus leichten Materialien hergestellt wird und über verbesserte Funktionen wie zum Beispiel höhere Effizienz oder größere Kontaktflächen verfügt, kannst Du Pedale zwischen 100 und 300 Euro finden.

Es gibt auch spezialisierte Pedale für den Rennrad-Straßenrennsport wie z.B. das Look Keo Blade Carbon, das etwa 250 Euro kostet. Es verfügt über eine Carbon-Klinge und einen leichten Körper, um die Effizienz zu erhöhen.

Ein anderes Beispiel ist das Shimano Ultegra PD-R8000, das zwischen 90 und 120 Euro kostet und sich durch ein breites Auflagefeld und eine einstellbare Auslösehärte auszeichnet.

Es ist wichtig, dass Du Deine Anforderungen berücksichtigst und ein Pedal kaufst, das zu Deinem Fahrrad und Deinem Fahrstil passt.

Rennrad-Klickpedale Vergleich

Hier ist eine Tabelle mit einigen der besten Rennrad-Klickpedale im Vergleich:

Modell Klicksystem Gewicht Float-Winkel Vorteile
Shimano PD-RS500 Shimano SPD-SL 320 g 3 Grad Inkl. Schuhplatten, Auslösehärte einstellbar
Shimano Dura Ace Pd-R9100 Shimano SPD-SL 228 g 6 Grad Hervorragende Verarbeitung, leicht
Kootu Fahrradpedale SPD-SL Shimano SPD-SL 399 g 6 Grad Hervorragende Verarbeitung, geringes Gewicht
Look Kéo Sprint Look Kéo 280 g 9 Grad Gute Verarbeitung, viel Bewegungsfreiheit
SQlab Straße & Triathlon Shimano SPD-SL 378 g 9 Grad Erhältlich in vier verschiedenen Längen, physiologisch natürlichere Fußstellung
LOOK Cycle - KEO Classic 3 Look Kéo 280 g 9 Grad Leicht, viel Bewegungsfreiheit, gut für Anfänger

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