Wer kleine Hände hat, kennt das sicherlich: Will man mit den Shimano Rennrad STIs bremsen, bekommt man zu wenig Druck auf die Bremsbacken. Lockert man die Bremsen, damit sie etwas später greifen, braucht man etwas länger um die volle Bremskraft zu entfalten. Die Shimano STIs (Schalt- und Bremshebel) werden in den neueren Generationen immer besser und feiner einstellbar!
Aktuelle Modelle verfügen in der Regel über eine Möglichkeit, die Bremshebelweite mit nur einer kleinen Schraube nachzujustieren.
Einstellmöglichkeiten bei verschiedenen Shimano-Gruppen
Hier eine Übersicht, wie die Griffweite bei verschiedenen Shimano-Gruppen eingestellt werden kann:
Shimano Ultegra 6800
Beim Shimano Ultegra 6800 STI könnt ihr den Bremshebel ganz einfach mit einer Schraube oberhalb des Bremshebels anpassen. Dreht ihr sie im Uhrzeigersinn rein, dann verringert sich der Hebel. Aber Vorsicht: Die Schraube ist aus sehr weichem Gummi und nicht sehr robust. Beim Schrauben ist sie mir leider abgebrochen, allerdings zum Glück in der final richtigen Position.
Shimano 105 5800
Beim Shimano 105 5800 Bremshebel sieht das ganze sehr ähnlich zum Ultegra 6800 Hebel aus. Auch hier befindet sich die Schraube oberhalb des Schalthebels und muss im Uhrzeigersinn gedreht werden, um den Bremshebel zu verkleinern. Ob diese Schraube robuster als die des Ultegra Hebels ist, wage ich zu bezweifeln.
Shimano Ultegra R8000
Beim Ultegra R8000 Bremshebel kann man die Bremshebelweite auch von oben einstellen.
Alternative: Slim Shims von Specialized
Die Teile heißen Slim Shims und waren für die 10er Gruppen. Gebaut von Specialized. Kosten so um die 10 Euro. Ich hatte die Dinger mal dran als meine Frau noch mit den RR unterwegs war. So kannst du die Bremshebelweite der Shimano Bremsgriffe mit wenigen Handgriffen verringern.
Zusätzliche Tipps zur Schaltungseinstellung
Es gibt viele Kleinigkeiten an einem Bike, die unglaublich stören können - aber eine rasselnde oder springende Schaltung ist wohl am nervigsten. Die Kraft landet nicht mehr dort, wo man sie braucht, oder man kommt nicht mehr in den gewünschten Gang. Deshalb zeigen wir euch, wie ihr eure mechanische Schaltung richtig einstellt.
Unterschiedlichste Faktoren beeinflussen die Schaltperformance, z.B. kann eine verschlissene und zu lange Kette über die Ritzel rutschen und so den Spaß beim Ride ruinieren. Wie ihr die Kette checkt und wechselt, erklären wir euch in einem separaten Tutorial.
Das Vorgehen zur Einstellung der Schaltung funktioniert für alle Hersteller ähnlich. Schaltet für den Einstellvorgang die Kette an der Kurbel am besten auf das große Kettenblatt. Dadurch ist das Schaltwerk gestreckter, wodurch ihr die korrekte Ausrichtung leichter überprüfen könnt.
Endanschläge des Schaltwerks einstellen
Zuerst solltet ihr die Endanschläge des Schaltwerks checken und einstellen. Hierfür dienen die zwei kleinen Schrauben am Schaltwerk, die meist mit H und L gekennzeichnet sind. Dabei steht H für High, womit man den Endanschlag am kleinsten Ritzel bzw. am größten Gang justiert. Das L steht für Low - mit dieser Schraube stellt ihr den Anschlag am größten Ritzel, bzw.
Die erste Einstellung erfolgt an der H-Schraube. Schaltet dafür auf das kleinste Ritzel. Die Röllchen des Schaltwerks sollten in einer Linie unterhalb des kleinsten Ritzels sitzen. Ist das nicht der Fall, muss das Schaltwerk mittels der H-Schraube in die korrekte Position gebracht werden. Achtung: Das Schaltwerk sollte auf keinen Fall rechts vom kleinsten Ritzel sein, da die Kette sonst zwischen Rahmen und Kassette springen kann.
Beim nächsten Schritt stellt ihr den oberen Endanschlag ein. Schaltet hierfür auf das größte Ritzel. Die Röllchen des Schaltwerks sollten nun in einer Linie unterhalb des größten Ritzels sitzen. Ist das nicht der Fall, muss das Schaltwerk mittels der L-Schraube in die korrekte Position gebracht werden. Das Drehen nach rechts bewegt den Endanschlag vom Laufrad weg, nach links geht es zum Laufrad hin.
Tipp: Falls sich die Kette nicht auf das größte Ritzel schalten lässt, stimmt die Zugspannung des Schaltzuges nicht. Falls ihr nicht auf das größte Ritzel schalten könnt, müsst ihr die Zugspannung mittels der Einstellschraube am Schaltwerk erhöhen. Das Drehen gegen den Uhrzeigersinn erhöht hier die Spannung. Nun sollte die Kette auf das große Ritzel springen.
Kurzer Check des oberen Endanschlags: Schaltet hierfür auf das kleinste Ritzel und drückt dann das Schaltwerk von Hand zum größten Ritzel, ohne den Schalthebel zu betätigen. Achtung: Das Schaltwerk sollte sich auf keinen Fall links vom größten Ritzel bewegen lassen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Kette zwischen Speichen und Kassette springt.
Die Endanschläge sind nun eingestellt und müssen für den Rest des Einstellvorgangs nicht mehr verändert werden.
Schalt-Index einstellen
Der nächste Schritt ist die Einstellung des Schalt-Indexes. Schaltet hierfür zuerst auf das kleinste Ritzel und dann einen Gang nach oben. Funktioniert die Schaltung einwandfrei, muss vorerst nichts eingestellt werden. Springt die Kette nicht korrekt auf das zweite Ritzel, muss die Zugspannung des Schaltzuges erhöht werden.
Der vorangegangene Schritt wird nun mit dem Sprung vom zweit- auf das drittkleinste Ritzel wiederholt. Wieder gilt: Funktioniert die Schaltung einwandfrei, muss nichts eingestellt werden. Springt die Kette nicht korrekt auf das zweite Ritzel, muss die Zugspannung des Schaltzuges erhöht werden.
Zur Kontrolle, ob die Gänge nun richtig schalten, könnt ihr alle Gänge schrittweise durchschalten. Aufpassen: Schaltet nicht zu schnell, da sonst der korrekte Schaltvorgang nicht richtig überprüft werden kann. Falls die Schaltung nur auf einem Teil der Kassette gut funktioniert, solltet ihr das Schaltauge überprüfen - es könnte evtl.
Schwergängige Züge beeinflussen die Schaltperformance stark. Falls sich trotz korrekter Einstellung kein sauberes Schaltverhalten zeigt, müssen sie evtl.
Umwerfer einstellen
Das Einstellen des Umwerfers ist generell etwas einfacher als das Einstellen des Schaltwerks. Die Einstellung der Anschläge erfolgt wie beim Schaltwerk über die H- und L-Schraube. Dabei steht H für High, womit man den oberen Anschlag am großen Kettenblatt einstellt.
Im ersten Schritt wird der untere Anschlag des Umwerfers eingestellt. Schaltet hierfür die Kette auf das kleine Kettenblatt und das größte Ritzel. Der Umwerfer steht korrekt, wenn das innere Leitblech etwa 1 mm von der Kette entfernt ist. Ist das Leitblech zu nah an der Kette, kommt es zum Kontakt und zur Geräuschentwicklung.
Im zweiten Schritt wird der obere Anschlag des Umwerfers eingestellt. Schaltet hierfür die Kette auf das große Kettenblatt und das kleinste Ritzel. Der Umwerfer steht korrekt, wenn das äußere Leitblech etwa 1 mm von der Kette entfernt ist - wenn das Leitblech zu nah an der Kette ist, kommt es zum Kontakt und zur Geräuschentwicklung.
Im nächsten Schritt solltet ihr die Schaltperformance vom kleinen auf das große und vom großen auf das kleine Kettenblatt überprüfen. Funktioniert das einwandfrei, muss keine weitere Einstellung erfolgen.
Funktioniert der Wechsel vom kleinen auf das große Kettenblatt nicht richtig, dann ist die Zugspannung des Schaltzuges zu gering. Funktioniert der Wechsel vom großen auf das kleine Kettenblatt nicht richtig, ist die Zugspannung des Schaltzuges zu hoch.
Falls die Schaltung trotz korrekter Einstellung Geräusche macht, ist evtl.
Schwergängige Züge beeinflussen die Schaltperformance stark. Falls sich trotz korrekter Einstellung kein sauberes Schaltverhalten zeigt, sollten sie evtl.
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