Shimano 105, die 2×11 Schaltung für Sporträder, bremst manchen Biker aus: Der Schalthebel rastet nicht ein und die Gangwahl ist plötzlich eingeschränkt. Gerade vor einem Wettkampf muss alles funktionieren: Was Sie tun können, wenn der Shifter klemmt, lesen Sie hier.
Häufige Probleme mit dem Shimano 105 Schalthebel
1. Shimano 105 Schalthebel hakt
Wenn der Triatlon-Biker den Shifter nach oben zieht, lassen sich die ersten Stufen normal einlegen. Beim Versuch, auf das große Kettenblatt zu wechseln, greift der Schalthebel nicht mehr und stellt sich wieder herunter. Die Änderung der Zugspannung hat nichts bewirkt.
Die Lösung ist so naheliegend gewesen, dass sie fast übersehen wurde: Einfach die zentrale Schraube, die den Schalthebel auf seiner Achse fixiert, etwas fester anziehen - das war’s!
2. Shimano 105 klemmt beim Runterschalten
Eine ältere 10-er Shimano 105 Schaltung hat 10.000 km lang einwandfrei funktioniert, bis sie beim Runterschalten klemmt. Vom großen bis zum mittleren Ritzel laufen Gangwechsel normal, auf die kleinen Ritzel bewegt sich die Kette nur mühsam oder gar nicht. Mehrfaches Spülen mit WD 40 bleibt erfolglos.
Diese Ursachen könnten dahinter stecken:
- Ein ausgefranster Schaltzug lässt sich in gespanntem Zustand gut runterschalten, in entspannter Gegenrichtung blockieren abstehende Fasern den Lauf
- Zu straff eingestellte Zugspannung
- Verschleiß an Ritzel, Kette und Kettenblättern
- Verschmutztes Schaltwerk oder Ablagerungen in der Schaltzughülle
- In enger Biegung verlegter Zug am Schaltwerk
3. Shimano 105 Schaltzug nach Justierung defekt
Der Biker stellt den vorderen Umwerfer ein. Dabei liegt die Kette auf dem größten Kettenblatt. Nach dem Festziehen des Schaltseils funktioniert der Schalthebel nicht mehr.
Die Kette muss vor dem Lösen des Zugs auf dem kleinen Blatt liegen. Drücken Sie den Schalthebel so oft, bis es nicht mehr geht und ziehen dabei am Zug. Der Schaltzug am Umwerfer muss ÜBER die Nase verlegt werden. Wahrscheinlich war die Mitnehmerklinke im Schalthebel verklemmt. Lösen des Zugs und Drücken des Hebels behebt den Fehler.
Reinigung und Wartung des Schalthebels
Der häufigste Grund für eine schwer gehende Schaltung sind angesammelte Verunreinigungen. Schlechtes Wetter oder Geländefahrten gehen an keinem Fahrrad spurlos vorbei.
Dieser Schmutz kann sich bevorzugt am Umwerfer und den dazugehörigen Zahnrädern (am Hinterrad), aber auch in den Ummantelungen der Schaltzüge befinden. Für die Reinigung benötigen Sie zunächst warmes Wasser mit etwas Spülmittel und eine alte Zahnbürste.
Der Umwerfer am Hinterrad führt, je nach ausgewähltem Gang die Kette, und ist somit von zentraler Bedeutung für eine funktionierende Gangschaltung. Reinigen Sie den Umwerfer und die dazugehörigen Zahnräder vorsichtig und gründlich mit der Seifenlauge und der Zahnbürste. Befreien Sie auch die Kette von allen Schmutzpartikeln.
Wenn alles wieder trocken ist, schmieren Sie im Anschluss alle Komponenten ausreichend mit Kriechöl. Schützen Sie den Boden und Ihre Kleidung vor Verunreinigungen. Beachten Sie auch, dass das Öl nicht mit der Felge in Berührung kommt, da sonst die Bremsleistung negativ beeinträchtigt werden kann.
In den meisten Fällen reichen diese Maßnahmen schon aus, um das Problem zu beheben. Geht Ihre Schaltung immer noch schwer, sollten die Ummantelungen der Schaltzüge gereinigt werden. Dafür lösen Sie den Schaltungszug vom Umwerfer bis zum Schaltgriff.
Die Ummantelung können Sie in die Spülmaschine legen, so wird der Schmutz ganz einfach gelöst. Im Anschluss fädeln Sie den Schaltungszug wieder ein und befestigen ihn an der Schraube des Umwerfers. Geben Sie an dieser Stelle und am Schalthebel (am Lenker) ebenfalls einen Tropfen Kriechöl.
Nun sollte Ihre Gangschaltung wieder einwandfrei und leicht funktionieren.
Weitere Tipps und Tricks
- Wenn die Schaltung mal wieder hakt und ihr Gänge nicht hoch oder runter schalten könnt, liegt das bei einer indexierten Schaltung nicht selten an einem verdreckten bzw. verklebten Innenleben des Schalthebels durch altes Fett.
- Wenn ihr Glück habt, könnt ihr das Problem beheben, ohne, dass ihr den Schalthebel zerlegen müsst. Viele Hebel haben kleine Wartungsöffnungen (kleines Loch).
- Nehmt euch einfach einen Entfetter oder WD-40 und sprüht dies in die Öffnung und am besten auch in jede andere Ritze, die ihr am Hebel finden könnt. Danach betätigt ihr die Schaltung ganz oft nach oben und nach unten.
- Wenn das Fett im Schalthebel schon sehr alt ist, werdet ihr dieses kaum von außen lösen können. Dann könnt ihr den Schalthebel nur noch zerlegen und reinigen. Meistens reicht es dabei aber schon, wenn ihr die größeren Abdeckungen entfernt.
Was mein Radhändler mir gezeigt hat, was er selbst macht: Unten unter dem Hebel ist ein kleines Schrauberl, das du heraus schrauben kannst. Dann kannst du die Abdeckkappe entfernen. (Am einfachsten geht das, wenn du den Schalthebel lockerst und nach oben drehst. Ausbauen unnötig.) Die Innereien des Schalthebels mit Bremsenreiniger ein sprühen, ein paar Minuten warten, mit Pressluft ausblasen. Danach mit WD40 wieder einölen und zusammenbauen.
Das mit dem WD40 habe ich bei meinem alten MTB auch öfters gemacht. Dann ist da möglicherweise noch altes Fett drin das weiter verharzt und bei Kälte steif wird.
Eine wirksame Methode, das zähe Fett herauszubekommen, ist das Fluten mit Kriechöl wie Brunox oder WD40. Allerdings ist nach dem Entfetten der Mechanik regelmäßige Wiederholung des Kriechöl-Bades angesagt, um eine minimale Schmierung zu erhalten.
So spülen Sie den Schalthebel mit Kriechöl:
- Schalten Sie in den höchsten Gang
- Schieben Sie die untere Abdeckung zurück und betätigen den Bremshebel
- Sprühen Sie in die Wartungsöffnung reichlich Kriechöl hinein
- Schalten Sie alle Gänge hoch und runter
- Beim Schalten auf die kleinen Ritzel ziehen Sie am Schaltzug
- Lassen Sie das Öl einwirken und wiederholen die Spülung einige Male
Den 11-fach Schalthebel zu zerlegen ist einfach, doch das Zusammensetzen der komplexen Mechanik kann zu einem Puzzle mutieren: Es wird Neulingen daher von allen Seiten abgeraten, einen Shimano 105 Shifter zu öffnen.
Im Shimano 105 Schalthebel verharztes Fett, falsche Zugspannung und verschmutzte oder beschädigte Züge sind die häufigsten Fehlerquellen, die das Runterschalten verhindern. Eine nicht funktionierende Schaltung macht ein Fahrrad unfreiwillig zum Singlespeed.
Einstellen einer mechanischen Shimano-Schaltung
Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit dem Einstellen von mechanischen Shimano-Schaltungen am Fahrrad.
Grundsätzlich macht es einen Unterschied, ob man eine Kettenschaltung, wie die Shimano Deore XT Schaltung einstellen will, oder ob man eine Nabenschaltung wie die Shimano Nexave Schaltung einstellen will. Das Prinzip ist innerhalb der Schaltungstypen aber gleich, ob man eine Shimano Nexus-7-Gang Schaltung einstellen will, eine Shimano Nexus-8-Gang Schaltung einstellen, oder ob man eine Shimano Nexave Schaltung einstellen muss.
Bei den Kettenschaltungen macht es kaum einen Unterschied, ob man eine Shimano XT MTB-Schaltung einstellen muss, oder ob man eine Shimano 105 Schaltung für das Rennrad einstellen will. Das gilt auch für Schaltungen, die oft an Trekkingrädern oder Citybikes genutzt werden: wer etwa eine Shimano Tourney einstellen will, kann genauso vorgehen.
Die einzelnen Schritte unterscheiden sich nicht, ob man nun eine Shimano Deore 9 Gang Schaltung einstellen will, eine Shimano 10 Gang Schaltung, eine Shimano 11 fach Schaltung oder eine Shimano 12 fach Schaltung. Selbst das Einstellen einer älteren Shimano 6 Gang Schaltung funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wenn es sich um eine Kettenschaltung handelt.
Moderne Schaltungen am Mountainbike, an vielen Gravelrädern und selbst an manchen Rennrädern verzichten auf einen Umwerfer. Tun sie es nicht, sind weitere Schritte erforderlich, um nicht nur die Shimano Schaltung hinten einzustellen, sondern auch den Shimano Umwerfer vorne korrekt einzustellen.
Einstellen der Shimano Nexus Nabenschaltung
Aktuell gibt es bei Shimano zwei Nabenschaltungen, die jeweils mit einer unterschiedlichen Anzahl Gänge angeboten werden. Bei einem neueren Rad kann es irgendwann erforderlich sein, dessen Shimano Nexus Schaltung oder Shimano Alfine Schaltung einzustellen. Bei älteren Rädern kann auch das Einstellen der Shimano Nexave Schaltung nötig werden.
Die Shimano Nexus gibt es mit drei, sieben und acht Gängen (in Japan zusätzlich mit fünf Gängen), die Alfine mit acht und elf Gängen. In der mechanischen Variante wird die Schaltnabe über einen Seilzug angesteuert, am Lenker ist wahlweise ein Drehgriff oder ein „Rapidfire“-Hebel montiert, mit dem man schaltet.
Am Schalthebel gibt es eine Rändelschraube, mit der man die Spannung des Schaltzugs ändern kann. Um die Shimano Nexus 8-Gang Schaltung einzustellen, legt man zunächst den vierten Gang ein. Dann sucht man die beiden gelben Markierungen an der Schalteinheit der Nabe (ein Montageständer erleichtert die Arbeit), die genau in Flucht stehen müssen. Tun sie es nicht, ändert man die Zugspannung durch Drehen der Rändelschraube am Schalthebel.
Will man eine Shimano Nexus 7-Gang Schaltung einstellen, funktioniert das genauso. Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Schaltung legt man den zweiten Gang ein, die gelbe Markierung muss hier zwischen zwei weißen Begrenzungslinien positioniert sein. Die Einstellung der Shimano Alfine-Naben funktioniert gleichermaßen. Bei der 11-Gang-Ausführung muss der sechste Gang eingelegt werden, bei der Alfine 8-Gang der vierte Gang. Wieder müssen jeweils die gelben Markierungen in der Flucht stehen und gegebenenfalls die Spannung des Schaltzugs verändert werden.
Einstellen der Shimano Kettenschaltung
Um eine Shimano Schaltung einzustellen, die nicht mit einer Getriebenabe arbeitet, sondern als Kettenschaltung konstruiert ist, sind einige Schritte mehr erforderlich, kompliziert ist das Ganze aber nicht. Drei Schritte sind nötig: das Einstellen der Endanschläge, die Zugspannung muss justiert werden und schließlich der Abstand des Schaltwerks zur Kassette fixiert werden.
An den Schaltwerken sind verschiedene Einstellschrauben angebracht, die man nutzen muss - egal ob man eine Shimano Deore 10-fach Schaltung, eine Shimano XT 10-fach Schaltung oder neuere Ausführungen mit elf oder zwölf Gängen einstellen will. Zwei Schrauben definieren die Endanschläge des Schaltwerks, mit einer wird der Abstand von Schaltwerk zu den Ritzeln justiert.
Die Endanschläge verhindern, dass die Kette nach innen oder nach außen über die Ritzel ins Leere fällt, wodurch Schäden entstehen können. Man beginnt mit dem Anschlag außen: zunächst schaltet man in den schwersten Gang, sodass die Kette auf dem äußeren Ritzel liegt. Dann entspannt man den Schaltzug indem man die Rändelschraube am Schalthebel im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag dreht, oder man löst die Klemmschraube des Schaltzugs am Schaltwerk.
Die Leitrolle oben am Schaltwerk und das kleinste Ritzel sollten exakt in Flucht stehen, wenn man von hinten darauf schaut. Tun sie es nicht, muss man den Endanschlag verändern, indem man die mit „H“ markierte Schraube dreht. Das Schaltwerk wandert dann je nach Drehrichtung weiter nach außen oder nach innen.
Jetzt gilt es die Zugspannung einzustellen. Falls der Schaltzug am Schaltwerk gelöst wurde, muss man ihn wieder befestigen. Dann arbeitet man mit der Rändelschraube am Schalthebel. Zunächst dreht man die Kurbel und damit das Hinterrad - ein Montageständer ist hilfreich - und betätigt den Schalthebel, um auf das nächstgrößere Ritzel zu schalten. Wandert die Kette nicht nach oben, erhöht man die Zugspannung, indem man die Rändelschraube gegen den Uhrzeigersinn etwas nach außen dreht. Dann schaltet man über alle Gänge nach oben und wieder nach unten. Falls letzteres nicht funktioniert, muss die Zugspannung wieder etwas verringert werden.
Anschließend stellt man den inneren Endanschlag ein. Dazu schaltet man in den ersten Gang und überprüft die Position der oberen Leitrolle zum Ritzel. Die sollte analog zum Endanschlag unten mit dem Ritzel fluchten. Muss nachjustiert werden, funktioniert das mit der mit „L“ markierten Schraube.
Abschließend kommt die Schraube „B“ ins Spiel. Mit deren Hilfe kann der Abstand zwischen der oberen Leitrolle zum größten Ritzel eingestellt werden. Auch hierfür in den leichtesten Gang schalten und dann die Schraube solange drehen, bis der Abstand etwa ein Kettenglied beträgt. Bei Shimano 1x Schaltungen ist meist am Schaltwerk eine Hilfslinie angebracht, die auf Höhe der Oberkante des größten Ritzels liegen sollte - dann stimmt der Abstand.
Hat sich die Schaltung nur leicht verstellt - etwa durch Längen des Schaltzugs - genügt es normalerweise die Zugspannung zu korrigieren.
Das Ganze funktioniert im Prinzip ganz genauso bei Schaltungen am Rennrad oder Gravelbike, wer also eine Shimano Tiagra Schaltung einstellen will, kann sich an dieser Erklärung orientieren. Allerdings gibt es bei den Schalt-Bremshebeln, wie sie am Rennradlenker montiert sind, keine Rändelschraube am Schalthebel. Stattdessen ist sie am Schaltzug vor dem Lenker platziert, oder am Zuganschlag des Schaltwerks.
Einstellen des Umwerfers
Sollte ein solcher vorhanden sein, muss man im nächsten Schritt den Umwerfer der Shimano Schaltung einstellen. Auch beim Umwerfer müssen die Endanschläge und die Zugspannung eingestellt werden. Zunächst aber gilt es, seine Höhe zu fixieren.
Der Umwerfer ist mit einer Schelle direkt am Sitzrohr, oder an einer am Sitzrohr angebrachten Aufnahme mit Langloch befestigt (Direct Mount). Seine Höhe ist korrekt, wenn zwischen dem Leitblech außen am Umwerfer und den Zähnen des großen Kettenblatts ein bis drei Millimeter Abstand vorhanden sind. Außerdem sollte das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen, bei Direct-Mount-Modellen tut es das automatisch.
Um den unteren Endanschlag einzustellen, muss man zunächst in den leichtesten Gang schalten und dann den Schaltzug entspannen, indem man die entsprechende Rändelschraube im Uhrzeigersinn dreht. Zwischen dem inneren Leitblech und der Kette sollte ein Abstand von etwa 0,5 Millimetern bestehen, gegebenenfalls muss man mit der Schraube „L“ nachjustieren. Dann stellt man die Zugspannung mithilfe der Rändelschraube so ein, dass die Kette auf Druck am Schalthebel präzise auf das größere Kettenblatt wandert und umgekehrt. Das Prinzip ist identisch dem beim Einstellen der hinteren Shimano Schaltung.
Sollten die geschilderten Arbeitsschritte nicht zur richtigen Einstellung der Shimano Schaltung führen, kann das verschiedene Ursachen haben: So können etwa die Ritzel, die Kettenblätter und/oder die Kette stark abgenutzt sein, hier hilft der Austausch. Schlimmstenfalls sind Leitbleche am Umwerfer, der Schaltkäfig des Schaltwerks oder das Schaltauge verbogen. Hier hilft der Gang zum Händler, es sei denn man traut sich zu, verbogene Teile geradezubiegen, falls es überhaupt möglich ist und hat das benötigte Werkzeug.
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