Ein offen liegendes Getriebe mit zwölf Ritzeln, wie es heute am Rennrad üblich ist, ist eigentlich verrückt. Aber es funktioniert! Sogar ziemlich gut. Jedenfalls mit exakt arbeitender elektronischer Schaltung und penibel ausgerichtetem Schaltauge. Wie lange das Getriebe problemlos arbeitet, hängt vor allem an der Kette, deren Pflege und Schmierung.
Rennradketten-Verschleißtest
Denn Rennradketten verschleißen unweigerlich - und dann nehmen auch die teuren Kettenblätter und Ritzel Schaden; Letztere sind, im Falle von SRAM, untrennbar zu einer Einheit verbunden und nicht einzeln zu ersetzen. Bei der teuren Top-Gruppe Red ist die ganze Kassette sogar aus einem Stück Stahl gefräst. Diese Bauweise ist sehr leicht, nimmt die Ritzel aber in Sippenhaft. Ist eines hin, muss eine neue Kassette her - und die kostet bei der Red bis zu 300 Euro. Shimano und Campagnolo bieten Ritzel auch einzeln an, eines kostet zwischen 6 und 30 Euro.
Kleine Ritzel sind für Verschleiß gefährdeter als große, denn die wenigen Zähne sind öfter dran, wenn die Rennradkette über sie hinwegschnurrt. Außerdem spielt für die Abnutzung eine Rolle, wie groß das vordere Kettenblatt ist. Je kleiner, umso größer sind die Kettenkräfte, desto mehr Verschleiß ist zu erwarten. Unter diesem Blickwinkel ist das Verkleinern der Ritzel und Kettenblätter wie bei SRAMs AXS-Konzept keine gute Idee. Besonders benachteiligt sind Einfach-Antriebe mit kleinem Blatt. Wer verschleißarm schalten will, sollte immer auf Gänge achten, bei denen möglichst viele Zähne eingreifen.
Die Verschleißmechanik im Detail
Die Verschleißmechanik des Kettengetriebes findet vor allem im Inneren des Kettengelenkes statt. Die Innenlaschen der Rennradkette bewegen sich relativ zu den Kettenbolzen bei jedem Ein- und Ausschwenken aus den Zahnrädern. Die Antriebskraft wird dabei über eine winzige, linienförmige Kontaktfläche übertragen. Der Bolzen widersteht diesen Kräften nur, wenn er extrem hart ist und gut geschmiert wird. Mit speziellen Härteverfahren versuchen die Hersteller dies zu erreichen. Bricht die gehärtete Randschicht ein, ist dem weiteren Verschleiß des Bolzens Tür und Tor geöffnet. Denn die Bolzen sind im Inneren weniger hart. Die Kette ändert aufgrund des Bolzenabriebs dann ihre sogenannte Teilung. Aus dem gleichmäßigen Bolzenabstand wird ein Lang-kurz-lang, das die Kette an den Zahnflanken hochrutschen lässt und Material abträgt. Kette und Ritzel passen sich einander an - was längere Zeit gut gehen kann, aber die Betriebssicherheit mindert. Eine neue Rennradkette ist auf stark eingelaufenen Ritzeln aber nicht mehr fahrbar, sie springt beim Antritt über die Zahnspitzen. Deshalb sollte man den Kettenverschleiß im Auge behalten und rechtzeitig wechseln, bevor die Zahnräder leiden. Zum Vermessen der Kette dienen Lehren, die in die Kette geschwenkt werden.
Härtetest für Rennradketten
Wir testen die Rennradketten mit einer Maschine. Hohe Kettenkraft, Sand und vorsätzlich unzureichende Schmierung mit einfachem Motoröl belasten die Ketten extrem. So lässt sich der Verschleiß im Zeitraffer begutachten. Im echten Rennradleben können die besten Ketten bei optimaler Pflege 10000 Kilometer und mehr erreichen. Auf dem Prüfstand lassen wir die Ketten 36 Stunden laufen. Eine Zwischenmessung nach 20 Stunden zeigt, wie sich der Verschleiß anbahnt. Das Ergebnis ist eindeutig: Unter den großen drei Herstellern baut Shimano die haltbarsten Ketten. Dura-Ace und Ultegra zeigen im Testzeitraum nur minimale Ansätze von Verschleiß. Die Bolzen sind demnach extrem verschleißfest. Die günstigere 105er-Kette zeigt etwas mehr Abrieb, ist nach dem Test aber auch nicht verschlissen. Campagnolos Ketten liegen auf vergleichbarem Niveau. SRAM zeigt den stärksten Verschleiß.
Je kürzer die Balken, desto haltbarer die Kette. Das Ergebnis gliedert sich in vier Klassen: Dura-Ace und Ultegra sind extrem widerstandsfähig. Dahinter folgen Campa Record, Chorus und Shimano 105. SRAM ist schon etwas abgeschlagen mit der Red-Kette, die nach 36 Stunden kurz vor der Austauschgrenze steht. Die Force-Kette bricht mehrfach, scheint aber auf dem Niveau der Red zu verschleißen. Die Rival-Kette ist schwach und verschleißt deutlich schneller als der Rest.
Insbesondere die Rival-Kette ist schwach, verschleißt rasant, ist nach 20 Stunden schon knapp austauschpflichtig und nach 36 Stunden völlig ausgeleiert. Die Force-Kette verschleißt langsamer, reißt aber mehrfach, was auf Probleme mit der Herstellungscharge hindeutet. Nach unserer Recherche (siehe unten, Bruchgefahr?) kommt das in der Praxis nur selten vor. Die SRAM Red liegt im Verschleiß auf Force-Niveau und hält. Unterm Strich bietet die Ultegra das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber Achtung: SRAM-Fahrer können nicht auf Shimano zurückgreifen, die AXS-Gruppen sind nicht mehr kompatibel.
Bruchgefahr der Rennradkette?
Die Force-Kette bricht im Test insgesamt dreimal, nach Laufleistungen zwischen 20 und 36 Stunden. Das ist neu. Auf unserer Testmaschine hatten wir zuvor noch nie Kettenrisse. Risse sind auch nicht zu erwarten, weil die Bruchkraft der Kette rund zehnmal höher ist als die Zugkraft, die wir aufbringen. Auch auf dem Rad nutzen wir maximal 20 Prozent der Kettenfestigkeit.
Eine Internetrecherche hat ergeben, dass auch in der Praxis schon Force-Ketten gebrochen sind. Teilweise erlebten Fahrer auch mehrfach Brüche, insgesamt aber nicht oft. Das deutet auf mängelbehaftete Produktionschargen hin, wie sie Shimano auch schon einmal bei Elffach-Ketten hatte; damals rissen Ketten unter dem Einfluss von Streusalz und aggressiven Reinigern. Auch eine KMC-Kette riss uns unter winterlichen Bedingungen. Tipp: Kette vor allem im Winter gut vor Korrosion und Streusalz schützen, sauber halten und gelegentlich genau inspizieren; die Brüche senden mutmaßlich Vorboten in Form feiner Anrisse. Zahnräder können auch brechen, aber eher im Geländeeinsatz als auf der Straße, weil es vom gefahrenen Gang abhängt, wie groß die Kettenkräfte werden können. Je kleiner das Blatt, desto mehr Zug kommt auf die Kette. Verschleißmindernd sind Übersetzungen mit möglichst vielen Zähnen.
Hochgerechnete Betriebskosten pro Kilometer
Shimanos Ultegra verursacht nach unserer Kalkulation die niedrigsten Kilometerkosten, was den Antrieb betrifft. Schlechte Pflege oder zu später Kettentausch können die Kosten allerdings vervielfachen.
Die wahren Betriebskosten kennen nur die Betreiber großer Flotten, beispielsweise Verleihstationen auf Mallorca; unsere Hochrechnung beruht auf plausiblen Annahmen. Wir haben die beste Kette im Test mit 10000 Praxiskilometern angesetzt und den Rest entsprechend hochgerechnet, plus einen Aufschlag von 1000 Kilometern für niederschwellige Belastungen. Zu den Zahnrädern müssen wir weitere Annahmen treffen. Wir haben je nach Bauart nach zwei bis vier Kettenleben eine neue Kassette kalkuliert und nach drei neuen Kettenblättern.
Ketten im Detail
Hier eine Übersicht über verschiedene Kettenmodelle und ihre Eigenschaften:
- Campagnolo Chorus: Marktpreis: 45 Euro, Verschluss: Nietstift, Gewicht: 243 Gramm, Gliederzahl: 114, Gewicht pro Glied: 2,13 Gramm, Breite: 5,17 Millimeter, Längung pro Gelenk: 0,026 Millimeter. Bewertung Haltbarkeit: 4 von 5 Sternen.
- Campagnolo Super Record: Marktpreis: 60 Euro, Verschluss: Nietstift, Gewicht: 224 Gramm, Gliederzahl: 114, Gewicht pro Glied: 1,96 Gramm, Breite: 5,17 Millimeter, Längung pro Gelenk: 0,024 Millimeter. Bewertung Haltbarkeit: 4 von 5 Sternen.
- Shimano 105: Marktpreis: 30 Euro, Verschluss: Einmal-Kettenschloss, Gewicht: 258 Gramm, Gliederzahl: 116, Gewicht pro Glied: 2,22 Gramm, Breite: 5,27 Millimeter, Längung pro Gelenk: 0,028 Millimeter. Bewertung Haltbarkeit: 4 von 5 Sternen.
- Shimano Ultegra: Marktpreis: 40 Euro, Verschluss: Einmal-Kettenschloss, Gewicht: 258 Gramm, Gliederzahl: 116, Gewicht pro Glied: 2,22 Gramm, Breite: 5,27 Millimeter, Längung pro Gelenk: 0,013 Millimeter. Bewertung Haltbarkeit: 5 von 5 Sternen.
- Shimano Dura-Ace: Marktpreis: 60 Euro, Verschluss: Einmal-Kettenschloss, Gewicht: 248 Gramm, Gliederzahl: 116, Gewicht pro Glied: 2,14 Gramm, Breite: 5,26 Millimeter, Längung pro Gelenk: 0,015 Millimeter. Bewertung Haltbarkeit: 5 von 5 Sternen.
- SRAM Rival: Marktpreis: 20 Euro, Verschluss: Einmal-Kettenschloss, Gewicht: 271 Gramm, Gliederzahl: 120, Gewicht pro Glied: 2,25 Gramm, Breite: 5,00 Millimeter, Längung pro Gelenk: 0,014 Millimeter. Bewertung Haltbarkeit: 1 von 5 Sternen.
- SRAM Force: Marktpreis: 31 Euro, Verschluss: Einmal-Kettenschloss, Gewicht: 271 Gramm, Gliederzahl: 120, Gewicht pro Glied: 2,25 Gramm, Breite: 5,00 Millimeter, Längung pro Gelenk: 0,039 Millimeter (bis zum Bruch). Bewertung Haltbarkeit: 3 von 5 Sternen.
- SRAM Red: Marktpreis: 40 Euro, Verschluss: Einmal-Kettenschloss, Gewicht: 261 Gramm, Gliederzahl: 120, Gewicht pro Glied: 2,18 Gramm, Breite: 5,00 Millimeter, Längung pro Gelenk: 0,066 Millimeter. Bewertung Haltbarkeit: 3 von 5 Sternen.
So testet TOUR
Wir vernieten mehrere Kettenteilstücke zu einer Testkette und verspannen diese mit 1000 Newton Zugkraft. Den so belasteten Antrieb lassen wir mit 70 U/min laufen (Übersetzung 50/14 bzw. 48/13 bei SRAM). Die Laufzeit beträgt 36 Stunden, das entspricht rund 1200 Kilometern mit umgerechnet knapp 700 Watt Tretleistung. Einfaches Motoröl als Schmierstoff und Zugabe von feinem Quarzsand fördern den Verschleiß. Wir ermitteln die Gelenklängung, die maßgeblich ist für den Verschleiß der Kette.
Kassettennaben und Ritzelpakete
Traditionelle Hinterradnaben wurden mit einem genormten Gewinde für aufschraubbare Ritzelpakete mit Freilauf - sogenannte „Schraubkränze“ - ausgestattet. Dies ermöglichte die Verwendung jeder beliebigen Marke von Schraubkränzen auf den Naben unterschiedlicher Hersteller. Wenn die Ritzel abgenutzt waren oder man andere Übersetzungen benötigte, konnte man den Schraubkranz abnehmen und einen anderen montieren. Im Laufe der letzten Jahre haben Shimano-Kassettennaben die traditionellen Schraubkranznaben grösstenteils abgelöst.
Aufgrund der Anordnung der Lager in einer Shimano-Kassettennabe, wird die Achse näher an den Enden gestützt. Als Ergebnis sind verbogene Achsen ein sehr seltenes Problem bei diesen Naben. Der Freilaufkörper integriert den Ratschenmechanismus in den Nabenkörper (wenn auch der Ratschenmechanismus immer noch austauschbar ist). Die Ritzel werden üblicherweise in einem kompletten Satz, der „Kassette“ verkauft. Die Ritzel in einer Kassette werden normalerweise durch drei Schrauben oder Bolzen zusammengehalten, um die Montage zu erleichtern. Diese Verbindung ist in keinster Weise notwendig, sie sorgt nur dafür, die Ritzel und Zwischenringe in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung zu halten, wenn man die Kassette vom Freilaufkörper abgenommen wird. Einige der hochwertigeren Kassetten verwenden eine „Spinne“ (Spider), einen Metallträger, auf dem die 4 oder 5 grössten Ritzel montiert sind.
Moderne Hyperglide-Kassetten
Moderne Hyperglide-artige Kassetten (alles, was seit den späten 1980ern hergestellt wurde) verwenden einen Verschlussring mit Gewinde, um die Ritzel auf dem Freilaufkörper zu fixieren. Es gibt ein spezielles Werkzeug mit Rippen, die in die entsprechenden Aussparungen des Verschlussrings greifen - sogenannte „Abzieher“. Der Verschlussring hat ein normales Rechtsgewinde und wird im Uhrzeigersinn festgedreht. Wenn der Ring gelöst werden soll, muss er gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden.
Die älteren Shimano-Ritzel verwendeten ein Design mit „gedrehten“ Zähnen mit dem Namen „Uniglide“. Sie wiesen 9 identische Stege auf, die in entsprechende Aussparungen auf dem Freilaufkörper griffen. Zwischen die Ritzel wurden zusätzlich Abstandshalter eingesetzt. Ritzel mit weniger als 14 Zähnen verwendeten einen integrierten Abstandshalter, aber alle übrigen Ritzel waren beidseitig nutzbar, so dass man sie, wenn sie abgenutzt waren, einfach umdrehen konnte und eine Seite hatte, die wie neu war! Das kleinste Ritzel einer Uniglide-Kassette wies keine Stege auf, sondern ein Gewinde. Um eine Uniglide-Kassette zu demontieren, muss das kleinste Ritzel mit einer Kettenpeitsche gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden, während man die Kassette mit einer zweiten Kettenpeitsche oder der Kette des Fahrrads festhält. Dura-Ace-Freilaufkörper verwendeten ein anderes, etwas kleineres Gewinde, das nur mit Dura-Ace-Ritzeln funktionierte. Uniglide-Kassetten sind nicht mehr erhältlich.
Hyperglide-Technologie
In den späten 1980ern führte Shimano „Hyperglide“ ein, ein neues Design für die Ritzel, mit dem die Kette gleichzeitig über zwei angrenzende Ritzel laufen kann. Die Kette läuft auf dem neuen Ritzel, bevor sie sich vom alten Ritzel gelöst hat. Damit dies funktioniert, müssen die Zähne der Ritzel untereinander exakt ausgerichtet sein. Die älteren „Uniglide“-Ritzel konnten in jeder der 9 möglichen Positionen (18, wenn man die umgedrehte Montage dazurechnet!) montiert werden. Hyperglide-Ritzel müssen dagegen in einer festen Position angebracht werden. Dies wird dadurch sichergestellt, dass einer der Stege in den Ritzeln breiter ist, als der Rest. Dieser breite Steg passt nur an einer entsprechend breiten Aussparung des Freilaufkörpers. Da die Ausrichtung der Ritzel entscheidend für die Funktion von Hyperglide ist, können geschraubte Ritzel nicht verwendet werden.
Alle Ritzel einer Hyperglide-Kassette weisen daher Stege auf und der Verschlussring wird in ein spezielles Gewinde im Freilaufkörper geschraubt, um das Paket zusammenzuhalten. Als Shimano Hyperglide entwickelt hat, wurde der Freilaufkörper so aufgebaut, dass ältere Uniglide-Ritzel ohne Probleme auf den neuen Freilaufkörpern weiterhin genutzt werden konnten. Zusätzlich können die meisten Shimano-Kassettennaben mit einem neueren Hyperglide-Freilaufkörper aufgerüstet werden.
Kassetten-Kombinationen und Schaltwerke
Um die Hyperglide-Funktionalität zu bieten, müssen die Ritzel zueinander gleich ausgerichtet werden. Hyperglide-Kassetten werden üblicherweise als Einheit verkauft und mit einem Buchstaben gekennzeichnet, der diese spezielle Zusammenstellung identifiziert. Es sind dutzende Kombinationen erhältlich. Kassetten werden mit verschiedenen Übersetzungsbereichen angeboten, und solche, deren Gänge sehr dicht beieinander liegen und keine wirklich grossen Ritzel enthalten, werden üblicherweise als „Rennrad-Kassetten“ vermarktet. In ähnlicher Weise werden Schaltwerke mit langen und kurzen Käfigen angeboten. Die kurzen Käfige („Rennradschaltung“) funktionieren nur mit Kassetten mit engen Übersetzungsbereichen, weil sie nicht genügend Kapazität haben um die Kette bei grossen Übersetzungsbereichen aufzunehmen. Schaltwerke mit langen Käfigen haben eine grössere Kapazität und arbeiten mit allen Arten von Kassetten zusammen.
Man sollte auch wissen, dass es dem Schaltwerk egal ist, wieviele Gänge man verwendet. Man braucht kein sogenanntes „10-fach“-Schaltwerk, um eine 10-fach-Kassette zu nutzen. Auch hier - Naben, die als „8-fach“, „9-fach“ oder „10-fach“ vermarktet werden, können mit jeder Zahl an Ritzeln betrieben werden! Obwohl „Rennradnaben“ und „MTB-Naben“ sich bezüglich der Kassetten nicht unterscheiden, sind sie allerdings insgesamt unterschiedlich breit. „MTB-Naben“ sind oft auch besser gegen die Einwirkung von Schmutz gedichtet als „Rennrad-Naben“, aber das ist im Alltag selten ein Problem.
Shimano 8- und 9-fach-Naben und -Kassetten sind vollständig untereinander austauschbar, so dass jede 8-fach-Nabe mit einer 9-fach-Kassette bestückt werden kann und umgekehrt. Die Kassetten ak, P, Q & R und die meisten 9-fach-Kassetten verwenden für die grösseren Ritzel eine „Spinne“ (Spider). Shimano 8-, 9- und 10-fach-Kassetten/Naben sind vollständig untereinander austauschbar, sofern Freilaufkörper aus Stahl verwendet werden. Das innerste Ritzel von Shimano 10-fach- und Campagnolo 11-fach-Kassetten ist auf gegenüber der Flanke des Freilaufkörpers nach innen gebogen um die Ritzel weiter nach links zu versetzen und mehr Platz zwischen dem äußersten Ritzel und dem Ausfallende zu schaffen.
Hyperglide-C und Anpassung
Shimano verwendet die Marke „Hyperglide-C“ als Kennzeichnung für ein System, das ein 11-Zähne-Ritzel beinhaltet. Man kann Hyperglide-C-Kassetten auf konventionellen Freilaufkörpern montieren, indem man zuerst einen zusätzlichen 1 mm-Abstandshalter auf den Freilaufkörper steckt, bevor die Kassette aufgesetzt wird. Alternativ, kann man Aussparungen an den Enden der Stege eines älteren Freilaufkörpers schleifen. Wenn man ein 11-Zähne-Ritzel auf eine vorhandene Kassette montieren möchte, die ursprünglich ein grösseres Abschlussritzel hatte, muss man auch den Verschlussring mit einem Hyperglide-C-Verschlussring austauschen. Die Verschlussringe für 11-Zähne-Ritzel haben einen kleineren Aussendurchmesser. Würde der grössere Verschlussring verwendet, würden die Aussenlaschen der Kette an die Kante des Rings stossen und die Kette würde auf dem 11-Zähne-Ritzel nicht sauber laufen.
Shimano möchte, dass man ihre Standard-Kombinationen verwendet und sie bieten eine ausreichend grosse Auswahl, um die Anforderungen der meisten Fahrradfahrer zu erfüllen - aber man muss nicht, wenn man nicht will! Es ist nicht schwer, Shimano-Kassetten anzupassen. Wenn man ein nicht freigegebenes Ritzel als Austausch verwendet, Uniglide oder Hyperglide, wird es immer noch funktionieren, aber Schaltvorgänge von/zu diesem Ritzel sind möglicherweise nicht so weich wie dies bei Hyperglide normalerweise ist. Als Beispiel, Shimano bietet keine echten „Maiskolben“-Kassetten (ein-Zahn-Sprünge) für Zeitfahrer oder Fahrten in der Ebene an. Wenn man das 21er-Ritzel einer J-Kassette entfernt, kann man sie in einen 13-19-Maiskolben ändern, indem man ein 18er-Ritzel kauft und es zwischen 17 und 19 einfügt. Ähnliche Veränderungen sind mit anderen Übersetzungen möglich.
Montage und Demontage
Allgemein muss dass kleinste Ritzel eines mit eingebautem Abstandshalter sein, dass für die Abschlussposition entwickelt wurde. Bei Shimano-Kassetten, die keine „Spider“ verwenden, werden die meisten der Ritzel mit drei dünnen Schrauben zusammengehalten, oder in manchen Fällen mit 3 langen Nieten. Diese Schrauben/Niete sind nicht notwendig. Ihre Funktion ist Komfort, da sie es ermöglichen, die Kassette etwas leichter zu montieren. Um Kassetten selberzusammenzustellen, muss man oft diese Schrauben oder Niete entfernen.
Es macht keine Probleme, sagen wir, 9-fach oder 8-fach-Ritzel in 7- oder 8-fach-Kassetten zu verwenden. Bei den neueren 7-fach-Kassetten von Shimano wurde das Hyperglide-Prinzip noch weiter getrieben, indem Rampen und Konturen auf beide Seiten der Ritzel hinzugefügt wurden. Um dies zu erreichen und dabei die volle Breite des Ritzels zu erhalten, mussten die Entwickler die Ritzel insgesamt breiter machen. Da die Ritzel nun breiter sind, wurden die Abstandshalter schmäler ausgeführt, um den richtigen Abstand untereinander beizubehalten. Nach Shimano sollte man I.G.- und Nicht-I.G.-Ritzel nicht kombinieren, aber wenn man pro I.G.-Ritzel einen I.G.-Abstandshalter verwendet, sollte es gehen.
Freilaufkörper
Praktisch alle Shimano-Freilaufkörper sind untereinander austauschbar. Um den Freilaufkörper zu entfernen, muss zunächst die Achse demontiert werden. Danach wird ein 10 mm-Innensechskantschlüssel benötigt, um den hohlen Sicherungsbolzen in der Mitte des Freilaufkörpers zu lösen. Der Bolzen hat ein konventionelles Rechtsgewinde und wird gegen den Uhrzeigersinn gelöst. Dura-Ace-Freilaufkörper benötigen einen Speziellen Schlüssel, das Shimano-Werkzeug #TL-FH10. Obwohl die meisten Freilaufkörper auf dem Nabengehäuse untereinander austauschbar sind, kann es Komplikationen wegen der Inkompatibilität des Konus auf der rechten Seite und der Staubkappe geben, die im Austausch-Freilaufkörper vorhanden ist.
Viele Leute sagen, dies erfordert eine neue Achse, aber wenn man nur von 126 auf 130 wechselt, ist das nicht richtig. Die 137 mm langen Achsen, die üblicherweise in 126 mm-Naben verwendet werden, sind mehr als ausreichend lang, um bei einem 130 mm-Einbaumaß verwendet zu werden. Wenn man die Nabe auf ein neues Einbaumaß ändert, muss auch das Laufrad neu zentriert werden, da durch den längeren Freilaufkörper auf der rechten Seite zusätzlicher Platzbedarf besteht. Das breitere Einbaumaß der Nabe muss auch beim Rahmen berücksichtigt werden, aber das ist nicht so schwierig, wie man annimmt. Falls der 126 mm-Rahmen aus Carbon besteht und nur durch Klebstoff zusammengehalten wird, sollte man nicht versuchen, ihn aufzubiegen.
Jede 7-fach-Hyperglide-Kassettennabe von Shimano lässt sich mit 8 Ritzeln ohne Modifikation ausrüsten! Damit das funktioniert, ist ausserdem eine 9-fach-Kette und ein 9-fach-Schalthebel nötig. Das alte 7-fach-Schaltwerk sollte weiterhin benutzbar sein, wenn es nicht zu sehr abgenutzt ist. Die Begrenzungsschrauben des Schaltwerks sorgen dafür, dass die nicht benötigte, 9.
Shimano-Kassette Vergleich 2025
Die besten Shimano-Kassetten im Vergleich:
| Modell | Geeignet für | Kompatible Kette | Schaltstufen | Übersetzung | Gewicht | Material |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Shimano CS-M771 | Mountainbike | 10-fach HG-X | 10 Gänge | 11 - 36 Zähne | 300 g | Aluminium |
| Shimano CS-M7100-12 10-51 | Mountainbike | 12-fach HG | 12 Gänge | 10 - 51 Zähne | 700 g | Aluminium |
| Shimano Deore XT | Mountainbike | 11-fach HG/LG | 11 Gänge | 11 - 46 Zähne | 600 g | Aluminium |
| Shimano CS-R8000-11 11-28 | Mountainbike | 11-fach HG/LG | 11 Gänge | 11 - 28 Zähne | 331 g | Aluminium |
| Shimano CS-HG200-9 | Mountainbike | 9-fach HG | 9 Gänge | 11 - 36 Zähne | 500 g | Stahl |
| Shimano CS-M8100-12 10-51 | Mountainbike | 12-fach HG | 12 Gänge | 10 - 51 Zähne | 300 g | Aluminium |
| Shimano CS-M4100 | Mountainbike | 10-fach HG-X | 10 Gänge | 11 - 46 Zähne | 360 g | keine Herstellerangabe |
| Shimano CS-HG400 | Mountainbike | 9-fach HG | 9 Gänge | 11 - 32 Zähne | 400 g | Stahl |
Kundenbewertungen und Erfahrungen
Viele Nutzer loben die Shimano-Kassetten für ihre gute Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders hervorgehoben werden die einfache Montage, die sauberen Schaltvorgänge und die lange Haltbarkeit. Einige Kunden berichten von Laufleistungen über 10000 km mit der Shimano CS-HG51-8. Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine regelmäßige Reinigung und Pflege die Lebensdauer der Kassetten verlängern kann.
Austausch der Kassette
Beim Austausch der Kassette ist es wichtig, auf die Kompatibilität mit der Kette und dem Schaltwerk zu achten. Eine gelängte Kette kann zu Problemen mit neuen Ritzeln führen, daher sollte die Kette ebenfalls ausgetauscht werden. Es ist ratsam, die Kettenglieder der alten Kette zu zählen und diese Zahl auf die neue Kette zu übertragen, um die richtige Länge zu gewährleisten.
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