Ein E-Bike Akku ist das Herzstück deines Elektrofahrrads - und gleichzeitig das Bauteil mit der begrenztesten Lebensdauer. Irgendwann ist es so weit: Die Reichweite lässt nach, der Akku lädt nicht mehr richtig oder zeigt gar keine Funktion mehr. Dann stellt sich die Frage: Austausch oder Reparatur?
Manche Akkus lassen sich professionell überholen oder reparieren - etwa durch Austausch der Zellen. Ein Akkutausch ist mit etwas Vorbereitung problemlos machbar - und eine der effektivsten Maßnahmen, um dein E-Bike wieder fit für den Alltag zu machen.
Ob Original oder Nachbau: Wichtig ist vor allem die Kompatibilität und Qualität. Kompatibilität prüfen: Spannung (z. B. Günstige Nachbau-Alternative mit Markenzellen (z. B. Einsetzen und testen: Achte auf festen Sitz und sichere Steckverbindung.
Außerdem: Bewahre deinen Ersatzakku immer in einer feuerfesten Tasche auf - besonders beim Laden.
Im letzten Artikel hatten wir uns ja der aufgrund eines Konstruktionsmangels zerstörten Lastbuchse (Connector, Verbindungsbuchse) des Shimano BT-E8010 Akkus zugewandt und ein Ersatzteil organisiert. Die „Stöpsel“ haben „Nuten in Längsrichtung“ und sind zusätzlich noch verklebt. Sie können daher nur mit Nachdruck nach unten rausgeschoben werden. Die Ladestandsanzeige oben im Gehäuse hat übrigens keine Verbindung zum Akku.
Es kann sein, dass sich der untere Gehäuseteil nur schwer vom Akku löst. Die Buchse hat eine breite Gummidichtung, so dass sie nach dem Abschrauben noch recht fest im Gehäuse sitzt. Jetzt heizt ihr schon mal den Lötkolben vor und legt euch ein paar Abschnitte Isolierklebeband bereit.
Denkt dran, auf den Kabelenden sitzt noch der gesamte Saft des Akkus! Da darf sich nix berühren! Gleichzeitig merkt ihr euch (Foto!), wo genau welches der Kabel dran geht. Für die dicken Kabel braucht ihr einen Lötkolben mit etwas mehr Bums. Mein kleiner 16 Watt-Lötkolben reichte da nicht. Auf die gleiche Art und Weise wechselt man übrigens auch eine defekte Ladebuchse beim BT-E8010.
Der Wiedereinbau ist selbsterklärend. Vergesst den kleinen Stecker auf der Platine nicht!
Die ganze Aktion dauert keine 30 Minuten und spart gute 400 €.
Umbau von BT-E8010 auf BT-E8016 Akku
Hallo zusammen, letzte Woche habe ich vom bisher genutzen Akku BT-E8010 mit 504 Wh auf den BT-E8016 mit 640 Wh gewechselt. Neben dem eigentlichen Akku benötigt man zusätzlich noch ein Adapterkit an dem dann aber auch beide Akku's betrieben werden können. PS: Dort gibt es auch die hier später genannten Werkzeuge zu kaufen.
Es existieren zwei Umbaumöglichkeiten: Die erste Variante dauert je nach Schraubergeschick zwischen einer und drei Stunden. Voraussetzung: Alle Werkzeuge sind vorhanden, dazu später mehr. Die zweite Variante dauert ca. 15 Minuten.
Erste Variante
Vordere Akku-Einrastnase, da wo das Schloss für den Akku sitzt, austauschen. 2 Minuten Aufwand. Am hinteren Adapter 4 kleine Schrauben mit 2,5mm Inbus abschrauben, den vorderen Adapterteil entnehmen.
Ab hier folgen alle Arbeiten die durchgeführt werden müssen um das alte Adapterkabel vom Motor zu demontieren und das neue Adapterkabel am Motor zu befestigen. Eventuell muss der Hauptständer demontiert werden - er engt mit seiner Befestigungsschiene oben den Zugang des Adapterkabels ein.
Beide Ketten von den Kettenblättern abnehmen. Pedal links und rechts abbauen - erleichtert die weitere Vorgehensweise, ist aber kein muss. Dabei jedes Pedal immer Richtung Hinterrad drechen = lösen. Beim Einbau später darauf achten, dass das linke Pedal auch wieder links montiert wird.
Die Pedale haben Rechts- bzw. Linksgewinde. Bei der Montage einfach Richtung Vorderrad drehen = anziehen. Egal ob links oder rechts 30 Nm hab ich mal gehört. Abbau linkes Kettenblatt mit 3mm Inbus und 8mm Maulschlüssel damit man an die Motorhaltebolzen kommt. Erst dann hat man Zugang zum Steckeranschluss des Adapterkabels.
Der Motor sollte zur Verlegung des neuen Kabels hinten leicht abgesenkt werden. Dazu mit einem 6mm Inbus auf der linken Motorseite die Haltebolzen (Motorhalterungsschrauben) wie folgt öffnen. Die 13er Mutter ohne Schraubensicherung ist im Rahmen auf der rechten Motorseite eingelassen. Je weiter der Haltebolzen gelöst wird, desto weiter kann diese Mutter aus dem Rahmen wandern. Hier eventuell einfach gegenhalten.
Den vorderen Haltebolzen nur leicht lösen, mittleren und hinteren Bolzen komplett entfernen. Den Motor vorsichtig leicht nach vorne aus dem Rahmen kippen, dabei auf möglicherweise verlegte Lichtleitungen und Bowdenzug der Schaltung achten.
Nun sollte der Zugang zum Austausch des Kabelschuhsteckers rechtsseitig möglich sein.
Zweite Variante
Vordere Akku-Einrastnase, da wo das Schloss für den Akku sitzt, austauschen. 2 Minuten Aufwand. Am hinteren Adapter 4 kleine Schrauben mit 2,5mm Inbus abschrauben, den vorderen Adapterteil entnehmen.
Bis hier ist alles noch gleich. Das Adapterkabel ist mit einer Blechspange durch drei Kreuzschlitzschrauben fixiert. Dieses Blech entfernen. Zwei Kabelbinder halten noch das Adapterkabel am Adapter fest und müssen aufgeschnitten werden. Gleiches Vorgehen am neuen Adapter durchführen, wir benötigen nur das vordere Plastikteil des neuen Adapters zur Aufnahme des Kabels, den Metallrahmen zur Befestigung am Pinorahmen und das hintere Plastikcover sind identisch und werden nicht benötigt. Jetzt "liegt" das Adapterkabel am Pino frei.
Der metallene Adapterhalter ist nach wie vor mit dem Rahmen fest verbunden und bleibt es auch. Das alte Plastikteil "72UQBKD QB" kann nun gegen das neue Plastikteil "7HYSJP11205 SJ" ausgetauscht werden. Das Kabel mit dem Anschluss für das Akku ist mit einem Gummi in einem Rechteck eingefasst. Es wird einfach in die Aussparung eingeschoben.
Das rote Anschlusskabel muss dabei am oberen Bereich des Adapters liegen, so wie es zuvor auch eingebaut war. Die Blechspange anbringen und das alte Kabel im neuen Platikteil mit zwei Kabelverbinder sichern. Neues Plastikteil (hintere Akkuaufnahme) am Metallrahmen des Adapterhalters (Am Rahmen des Pinos verschraubt) wieder verschrauben. Es passt alles zu 100% übereinander.
Die beiden Plastikteile der hinteren Akkuaufnahme unterscheiden sich lediglich in der hinteren Aufnahmehalterung des Akkus. Am neuen Adapter ist diese oben, wo der 90° Winkel ist, ca. 10mm kürzer als am 8010er Teil.
Vermutlich könnte man das auch mit einem Dremel oder ähnliches ablängen und müsste selbst das Adapterteil nicht tauschen. Wasserdicht wäre es dennoch denn dieser Aufnahmekeil ist vollfüllig Plastik und würde kein Loch beim Ablängen ergeben. Allerdings hat man ja sowieso das neue Teil in den Händen denn die Aufnahme für vorne benötigt man ja auch. Diese ist etwas schlanker und passt dadurch besser zur schlankeren Akkunase des 8016er.
Akkuvergleich
- BT-E8010 ca. 200 Ladezyklen bei 9.000 Kilometern: 100% Ladung = 100 Kilometer lt. Anzeige im ECO-Modus
- BT-E8016 genau 1 Ladezyklus bei 0.000 Kilometern: 100% Ladung = 176 Kilometer lt.
Wichtige Hinweise zum Akkutausch
Die Fahrradsaison startet. Wer sich jetzt überlegt, ein gebrauchtes E-Bike (Pedelec) zu kaufen, den Akku des eigenen Rads auszutauschen oder zu reparieren, sollte die folgenden Tipps unbedingt beherzigen.
- Finger weg von Akku-Reparaturen
- Vorsicht beim Kauf im Internet
- Gebrauchte E-Bikes: Akkuleistung prüfen lassen
Warum lässt die Akku-Reichweite nach?
Der Akku ist das Herzstück eines E-Bikes. Das kann viele Gründe haben: Beladung, Fahrergewicht, Fahrmodus, Reifendruck oder der allgemeine Wartungszustand des Bikes. In seltenen Fällen kann auch ein verschlissenes Motorlager am E-Antrieb die Ursache dafür sein, dass die Reichweite nachlässt.
Reduzierte Reichweite: Akku oder Fahrrad - wer ist schuld? Eine reduzierte Reichweite kann auch an einer schlecht gewarteten Fahrradmechanik liegen. Dann heißt es: Kette putzen, Kette ölen, Luftdruck kontrollieren. Wer die Möglichkeit hat, kann bei einem Akkutausch schnell herausfinden, ob es am Akku oder am Fahrrad liegt, dass die erwartete Fahrleistung nicht mehr erreicht wird.
Nicht immer ist also ein beschädigter Akku die Ursache für eine verminderte Reichweite. Aber: Akkus verlieren im Laufe der Nutzungs- oder Lagerzeit aufgrund von Alterungsprozessen ihre Leistungsfähigkeit. Ab dem Zeitpunkt der Batteriefertigung kann der Energieinhalt des E-Bike-Akkus jeden Monat um bis zu 0,5 Prozent abnehmen. Das geschieht selbst dann, wenn kein Lade- oder Entladevorgang in dieser Zeit stattfindet.
Doch wie stellt man fest, wie gut der Akku noch ist?
Akku-Gesundheit lässt sich bestimmen
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Akku-Gesundheit zu prüfen. Wer Klarheit über das Leistungsvermögen der Batterie haben möchte, der kann durch eine Bestimmung der Restkapazität des Akkus beim Händler oder in der Werkstatt Gewissheit bekommen - und manche Akkus lassen einen Kurzcheck auch ohne Werkstattbesuch zu.
So lässt sich die Batterie überprüfen
- Batterie-Informationen sind direkt am Akku auslesbar: Diese Möglichkeit bieten vor allem japanische Modelle, zum Beispiel von Panasonic oder Yamaha.
- Battery-Tester: Universell einsetzbar: Jedoch wird bei diesem Prüfverfahren ein Ladezyklus verbraucht, was die Akkulebensdauer geringfügig minimiert. Der Battery-Tester liest aber kein Fehlerprotokoll aus, sondern gibt nur Auskunft über die tatsächliche Kapazität.
- Nur für Bosch-Batterien: Battery-Capacity-Tester: Neben der tatsächlichen Restkapazität können auch sonstige Fehler und Informationen der E-Bike-Batterie ausgelesen und in einem Protokoll ausgedruckt werden.
Risiken und Warnungen
Diverse Werkstätten versprechen eine Wiederbelebung des Akkus durch einen Zellentausch. Der ADAC hat sich dazu mit Herstellern, Fachverbänden und Werkstätten ausgetauscht, und die Empfehlung ist eindeutig: Finger weg von der Reparatur des Akkus.
E-Bike Akku: Zellen selber tauschen zu gefährlich! Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Akku selbst zu reparieren. Die Brandgefahr durch Fehler ist zu hoch. Außerdem verliert man jegliche Gewährleistungsansprüche.
Zwar gibt es im Internet Batteriebausätze, aber die Qualität dieser Batteriesätze ist schwer zu beurteilen. Der Verbraucher hat somit keine Möglichkeit, die Einhaltung von Sicherheitsstandards zu überprüfen.
Man geht also ein hohes Risiko ein, wenn man einen Batteriesatz einbaut, der entweder bereits tiefenentladene Zellen enthält oder dessen Zellen nicht korrekt aufeinander abgestimmt sind. Laien können nicht nachvollziehen, ob eine Reparatur sachgemäß durchgeführt wurde oder ob der Akku nach der Reparatur ein Sicherheitsrisiko darstellt. Die Kosten einer Akku-Reparatur variieren je nach Alter und Typ zwischen 150 Euro und 600 Euro.
Eine Reparatur in einer Fachwerkstatt sollte - wenn überhaupt - nur von E-Bike-Besitzer in Betracht gezogen werden, die für ihre Fahrräder keine Ersatzakkus mehr kaufen können. Dann ist unbedingt darauf zu achten, dass die Werkstatt alle Zellen austauscht.
Die neuen Zellen müssen aus der gleichen Produktion stammen und am besten mit fortlaufender Seriennummer versehen sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass die verbauten Zellen über konstante elektrische Kenngrößen verfügen. Seriöse Werkstätten geben eine Gewährleistung auf die getauschten Teile.
Fahrrad-Akku heruntergefallen - was nun?
Nach dem Sturz eines Akkus aus größerer Höhe und auf harten Untergrund ist es für Laien meist schwierig zu beurteilen, ob das Bauteil Schaden genommen hat. Hinweise auf ernst zu nehmende Schäden können sein: Risse im Kunststoffgehäuse und starke Verformungen am Gehäuse.
Nach einem starken Anstoß an den Akku auch im Rahmen eines Unfalls sollte im Zweifel immer ein Händler oder Fachmann den Schaden prüfen.
Vorsicht bei Ersatzakkus aus dem Internet
Prinzipiell ist es möglich, einen nachgebauten - also nicht originalen - Akku aus dem Internet zu verwenden. Doch auch hier gilt Vorsicht. Der Laie kann schwer erkennen, ob es sich dabei um gut verarbeitete, sichere und gleichwertige Produkte handelt.
Akku-Tausch: Original teuer, aber sicher. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte sich für einen Original-Akku entscheiden. Nur der Akkuhersteller hat die Möglichkeit, das Batterie-Management-System (BMS) sauber auf die verwendeten Batteriezellen abzustimmen.
Wenn es keine Tauschakkus vom Hersteller mehr gibt, dann ist eventuell der Zellentausch die einzige Möglichkeit, das Rad wieder fit zu bekommen.
ADAC Forderungen
Dass den Kunden lediglich die gesetzliche Gewährleistung geboten wird, ist nach Ansicht des ADAC nicht nachvollziehbar und kundenunfreundlich. E-Bike-Hersteller sollten ihren Kunden zukünftig Garantieleistungen anbieten.
Tipps für Verbraucher
Damit E-Bike-Fahrer und -Fahrerinnen lange ihr Rad und den Akku nutzen können, sollten sie folgende Tipps beachten:
- Eine reduzierte Reichweite kann an einer schlecht gewarteten Fahrradmechanik liegen. Deshalb unter anderem regelmäßig Kette ölen und Luftdruck korrekt einstellen.
- Die richtige Pflege und Lagerung der Akkus verlängern die Lebensdauer und ersparen unnötige Ausgaben. Deshalb: Die Herstellerhinweise genau beachten.
- Tiefenentladung auf jeden Fall vermeiden. Sie ist laut ADAC Untersuchung die häufigste Ursache dafür, dass ein Akku getauscht werden muss.
- Ersatzakkus vom Originalhersteller sind Nachbauten vorzuziehen.
- E-Bike-Akku-Reparaturen sind nicht zu empfehlen - außer der Hersteller bietet dies an.
- Vor dem Kauf eines gebrauchten E-Bikes ein Messprotokoll einfordern.
- Insgesamt sollte der Akku äußerst pfleglich behandelt werden.
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