Wie viele Angler, die ihren Horizont erweitern möchten, begann auch ich kurz nach dem Erhalt meines Fischereischeins, das Angeln mit einer Baitcaster für mich zu entdecken. Es gibt beim Fischen mit einer Baitcaster viele Unterschiede zum Angeln mit einer Stationär-Kombo. Irgendwo muss man anfangen.
Die richtige Ausrüstung wählen
Die Frage mit dem lieben Geld stellt sich eigentlich zu Beginn immer, sollte es in diesem Fall aber nicht zu Beginn. Das ist die wichtigste Frage, die Ihr Euch stellen solltet. Sofern Ihr komplette Einsteiger seid, holt Euch etwas Günstiges und habt Spaß. Schaut, dass Ihr so oft wie möglich ans Wasser kommt und entwickelt Eure Technik weiter, verbessert die Köderführung und fangt Fische.
Falls Ihr aber bereits seit einigen Jahren fischt und Eure Angelei in die Richtung Baitcaster verändern möchtet, haut rein! Spart nicht am Equipment und gebt ein paar Euro mehr für gutes Tackle aus. Ihr werden Euch zu Tode ärgern, wenn der Biss nicht gut übertragen wird oder der Blank den Köder nicht sauber beschleunigt.
Wichtiger als eine Hight-End-Rute ist eine vernünftige Baitcast-Rolle. Abgesehen von Neigung und Markentreue, die auch die Technik, Bremssysteme, Kugellager, Optik und Haptik bestimmen, ist der Einsatzbereich. Legt Euch erst einmal nicht zu sehr auf eine Marke fest, da Ihr auch erst einmal herausfinden müsst, welcher Hersteller zu Euch passt oder welches Bremssystem für Euch am besten funktioniert.
Angelt Ihr beispielsweise mit einem Spinner Bait, leiert Ihr den Köder meist nur durch, pausiert hier und da einmal, dennoch lebt der Köder vom Druck, welchen er unter Wasser erzeugt. Hier kann man, um auch nicht Gefahr zu laufen, den Köder zu schnell einzukurbeln, eine Rolle mit einer Übersetzung um 5-6 wählen.
Ich fische eine M-Rute mit Solidtip, gepaart mit einer Shimano Aldebaran Bfs XG. Hier und da steigt mal ein maßiger Hecht ein, was die Rute zwar locker wegsteckt, die Bremse aber schon ziemlich rattern lässt. Was ich damit sagen möchte ist, dass je kleiner und finessiger eine Rolle ist, desto weniger eignet sich eine Rolle für große Köder und Fische.
Wurfgewicht und Schnurwahl
Achtet ebenso darauf, dass Ihr die Ködergröße bzw. das Gewicht abstimmt. Ebenso macht es keinen in Hinblick auf die Rolle wenig Sinn, da die Schnurkapazität eben auf maximal 12lbs ausgelegt ist. Wenn Ihr die Rolle auf eine Rute klemmt, deren angegebener Schnurdurchmesser bei 8lbs - 12lbs liegt, solltet Ihr keine Schnur aufspulen, die dicker ist bzw. mehr Tragkraft hat.
Beziehen wir das Ganze auf das Angeln mit einer Baitcaster, seid Euch stets bewusst, je billiger die Rolle, Rute oder Schnur, desto weniger Spaß werdet Ihr haben. Setzt Euch ein Budget aber spart nicht, wenn es Spaß machen soll. Ich habe auch nicht mit einer 400€ Rolle angefangen, aber meine Shimano Casitas habe ich letztenendes kaum genutzt, bevor ich sie dann verkauft habe. Kauft Euch die erste Rolle daher unbedingt gebraucht aber rechnet gut und gerne mit 100€ - 150€ für eine gute Baitcast-Rolle, die Euch nicht die Laune verdirbt.
Die Meinungen gingen nicht auseinander und liefen alle darauf hinaus, dass man mit einer günstigen, monofilen Schnur starten solle. Ihr produziert, sobald Ihr ein bisschen mehr durchzieht oder die Bremseinstellungen lockert, so fiese Vogelnester, dass es schade wäre, eine 30€ geflochtene Schnur dafür herzunehmen.
Braid hat viele Vorteile und ist die Schnur, die ich am häufigsten verwende. Sie ist einerseits freundlicher beim Werfen und rollt sich nicht selber ab, ist aber beim Anhieb auf weite Distanzen direkter und verfügt, dank der geringen Dehnung, über eine bessere Kraftübertragung. Hinzu kommt auch die direktere Köderführung und die Sichtbarkeit der Schnur.
Für eine Baitcast-Rolle empfiehlt sich eine PE 4x für Anwendungen wie das Jiggen oder Topwater. Man kann alles damit abdecken, auf Grund der geringen Dehnung, kann man für Hardbaits aber auch auf Flurocarbon oder eine gute, monofile Schnur wechseln. PE4x bedeutet übrigens, dass die Schnur viermal geflochten wurde, statt der für Stationärrollen üblichen 8-fach geflochtenen Schnüre.
Sollte Eure Wahl auf Flurocarbon fallen denkt daran, zu Beginn nicht wie mit Braid durchzuziehen. Flurocarbon hat einen Memory-Effekt und rollt sich ein bisschen ein, was bei schlechter Daumenarbeit (Bremsen mit dem Daumen), Unkonzentriertheit oder einfach nicht genug Erfahrung, zu den schlimmsten Vogelnestern führt, die Ihr niemals hättet sehen wollen. Dank der größeren Dehnung von Flurocarbon eignet sich sie Schnur aber sehr gut für Hardbaits, da sich der Fisch ja mehr oder weniger selber hakt, die Schnur ein bisschen nachgibt und eine steifere, geflochtene Schnur, den Haken aus dem Fischmaul ziehen kann. Außerdem sinkt Flurocarbon, was eine bessere Köderführung ermöglicht.
Empfehlungen für Einsteiger
Baitcast-Einsteiger werden Schwierigkeiten haben, kleine 2“-Köder vernünftig zu werfen. Mein Tipp für den Einstieg in die Baitcast-Fischen ist eine Daiwa Tatula SV TW 103 HSL. Diese Rollen sind sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und Profis gemacht. Sie kann Köder ab 7g ganz passabel ab, richtig gut wirft sie aber ab 10g Jigghead. Nach oben würde ich sagen, dass man bis 60g gehen könnte, allerdings wäre hier sinnvoll, auf die größere Variante oder eine andere Rolle umzusteigen.
Solltet Ihr mehr auf Shimano stehen und einmal deren Produkte und Bremssysteme testen wollen, sucht nach der Curado-Serie. Kaufst du billig kaufst du doppelt! Wer 300€ für eine gute Rolle ausgibt sollte nicht an der Schnur sparen und was ebenfalls noch wichtig ist, bleibt dabei!
Vor allem die Kollegen aus den USA haben das ein oder andere gute Tutorial, Tipps für Baitcast-Einsteiger oder Tackle-Review, welches Euch zwar nicht hilft Schwarzbarsche zu fangen, über die richtige Schnur, Übersetzung, Köderführung, Rute-Rolle-Kombi usw.
Shimano Curado BFS: Eine interessante Alternative
Der BFS Baitcaster Markt ist in Europa nicht gerade berauschend, genau aus diesem Grund ist die Shimano Curado BFS eine ganz besonders interessante Rolle. Bisher war man auf eine recht teure Aldebaran BFS angewiesen, wenn man etwas haben wollte das offiziell bei uns verkauft wird. Eigenimporte und Shops die am offiziellen Vertrieb vorbei arbeiten waren die andere Alternative um an ein Konkurrenzprodukt zu kommen.
Ich finde es sehr interessant, dass sich Shimano quasi selbst Konkurrenz macht. Da der BFS Markt in den USA gerade ein bisschen aufgewirbelt und deutlich vergrößert wurde lässt das darauf hoffen, dass auch andere Firmen nachziehen. Ich finde die Curado BFS optisch sehr angenehm. Sie hat das gewisse Etwas ist aber nicht aufdringlich designt.
Die Frontpartie der Curado BFS ist nämlich schwarz. Dieser sehr versteckte Farbtupfer macht erstaunlich viel her. Ein ganz kleiner Farbtupfer ist auch der Rand der grünlichen Spule der sichtbar ist wenn sie nicht total überfüllt ist. Das Handle ist nur sehr dezent geschwungen und ist wie der Drag Star nicht lackiert. Die angenehmen Knobs haben Abschlusskappen in Chrom Optik.
Die Spool Tension klickt übrigens nicht beim Verstellen, aber das ist auch nicht notwendig. Dafür klickt der Drag Star sehr definiert und relativ laut wenn man ihn dreht. Das Wahlrädchen zur Bremseinstellung ist stufenlos verstellbar und lautlos. Wie ich das schon von anderen Shimano Baitcastern wie zum Beispiel der Scorpion BFS gewohnt bin ist das Wahlrädchen recht schwergängig. Ein bisschen Einsatz vom Fingernagel hilft hier definitiv. Das hat den Vorteil, dass man nichts verstellen kann ohne es zu bemerken.
Positiv überrascht bin ich vom Spiel im Handle und im Anti Reverse Bearing. Da andere Baitcaster die ich in letzter Zeit von Shimano gekauft haben hier extrem viel Spiel hatten war ich ziemlich nervös. Bei der Shimano Curado BFS scheint es an dieser Stelle kein Problem zu geben.
Mit 8,9 g inklusive Kugellager ist die Spule der Shimano Curado BFS sehr leicht, aber nicht rekordverdächtig. Neben dem geringen Gewicht ist auch zu erwähnen wie flach die Spule ist. Im Endeffekt wird dadurch nämlich noch zusätzlich Gewicht gespart, da man nicht extrem viel Schnur braucht um die Spule zu füllen. Es spart übrigens auch Geld wenn man statt einer Füllung zwei Spulenfüllungen aus einer Spule Fluorocarbon herausbekommt.
Manche Baitcaster wie zum Beispiel die Shimano Curado BFS haben aber einen Schnurabzugsklicker verbaut. Somit muss nicht länger auf das Geräusch im Drill verzichtet werden. Übrigens sollte darauf geachtet werden - wenn man die Rolle zur Wartung auseinander baut - das kleine Metallkügelchen in dem Plastikeinsatz auf dem Main Gear nicht zu verlieren.
Das FTB oder Finesse Tune Brake System der Shimano Curado BFS basiert auf Magnetkraft und nicht auf Fliehkraft wie bei den meisten anderen Shimano Baitcastern. Beim FTB sind die Magnete auf einer minimal beweglichen Platte angebracht. Wenn die Spule schnell rotiert erhöhen sich die wirkenden Kräfte und die Magnete werden näher zur Spule gezogen. Dadurch erhöht sich die Bremskraft wenn die Spule zu schnell rotiert. Sobald die Spule nicht mehr so schnell ist und nicht mehr so stark gebremst werden muss ziehen sich die Magnete zurück. So passt das FTB die Bremskraft automatisch an die Anforderungen an.
Ich habe die Shimano Curado BFS mit Fluorocarbon getestet. Diese Schnur stellt ein bisschen höhere Anforderungen an die Gutmütigkeit einer Rolle als ein normales vierfach Geflecht. Die Achshemmung wurde so eingestellt, dass sich die Spule gerade nicht mehr nach links und rechts bewegt. Mit diesen Einstellungen habe ich die Shimano Curado BFS sowohl mit Hardbaits als auch mit unbeschwerten Softbaits und Rig als sehr angenehm empfunden. Auch bei eher ungünstigen Windverhältnissen gab es keine nennenswerten Probleme mit dieser Einstellung. Mit sehr gut fliegenden Ködern kann man auch ruhig mal auf 2 runter gehen.
Man spürt ein ganz leichtes Vibrieren beim werfen, aber nichts was außerhalb des üblichen wäre. Der Schnurabzugsklicker funktioniert perfekt und macht ein schönes Geräusch wenn sich ein etwas besserer Fisch den Köder schnappt.
Vom Kurbelgefühl her merkt man, dass sie Shimano Curado BFS keine Micro Gears hat, aber sie ist dennoch schön ruhig. Einen Unterschied bemerkt man nur wenn man extra darauf achtet. Aber ich habe nie gedacht, dass ich sie gerne ein bisschen smoother hätte vom Kurbelgefühl her.
Mit der richtigen Rute kann man 2,5 g mit einer Shimano Curado BFS werfen, ohne Probleme zu bekommen. Auch für weniger geübte Angler sollten 3 oder allerhöchstens 3,5 g ein realistisches Startgewicht sein.
Die Verarbeitung der Curado BFS lässt nichts zu wünschen übrig. Durch eine spezielle Behandlung für bessere Widerstandsfähigkeit und Schutz vor Korrosion sieht der Main Gear schwarz aus.
Endlich gibt es eine BFS Baitcaster zu einem vertretbaren Preis auf dem Europäischen Markt. Wenn man auf dem heimischen Markt bleiben will und nicht viel Geld in die Hand nehmen möchte ist die Shimano Curado BFS derzeit (noch) konkurrenzlos, was sich aber mit einem Blick auf andere Märkte hoffentlich bald ändern dürfte. Wie bei allen Baitcastern der Curado Serie die ich bisher in der Hand hatte, bekommt man bei der Shimano Curado BFS eine sehr hochwertige Rolle mit wenig Schnickschnack für einen angemessenen Preis.
Shimano Scorpion BFS: Eine bezahlbare Alternative
„BFS“ - das Kürzel für Bait Finesse System zaubert den barschverrückten Baitcast-Fans ein Lächeln ins Gesicht. Meist gefriert das aber ganz schnell beim Blick auf den Preis von Aldebaran und Co. Jetzt ist mit der Shimano Scorpion BFS 2017 das erste Finesse-Modell auf dem Markt, das in Japan für unter 190 Euro zu haben ist. Damit wäre die Scorpion die erste bezahlbare Serien-BFS-Baitcaster.
Die Scorpion BFS überzeugt mit der vollen Palette an coolen BFS-Features, die Shimano auch seiner höherpreisigen Aldebaran BFS spendiert. Die Shimano Scorpion BFS XG liegt sehr gut in der Hand. Die Hauptunterschiede liegen also im Gewicht und in der Anzahl der Kugellager. Sehr gut gefällt mir die sehr fein justierbare Sternbremse und noch besser, dass die Scorpion BFS mit einer akustischen Bremse ausgestattet ist. Zieht ein Fisch Schnur ist das ähnlich wie bei Spinnrollen auch akustisch durch ein sattes Klicken wahrzunehmen.
Beide Baitcaster verfügen über das wirklich intelligente und leicht einstellbare Finesse-Tune-Break-System (kurz FTB). Der Clou an der Sache: Die Magneten wirken direkt auf den Spulenkörper. Mit dem Einstellrad an der Sideplate werden die Magneten lediglich weiter unter die Spule bewegt (stärkere Bremsleistung) oder eben davon entfernt.
Shimano hat der Scorpion BFS ein - meiner Meinung nach - sehr edles Äußeres mitgegeben. Der Hagane-Body schimmert je nach nach Lichteinfall in einem Bronze- oder eher silbrigen Ton.
Für den ersten Praxis-Test habe ich die Scorpion BFS XG mit einer 12er Fireline bespult. Die Tailwalk BackHoo Rise ML passt auch optisch gut zur Shimano Scorpion BFS Baitcaster. Als Rute kam die Tailwalk BackHoo RISE C632 ML zum Einsatz. Die ist mit 96g sehr schön leicht und lädt sich ab 4,5g WG bereits sehr gut auf.
Kurz gesagt: Die Scorpion BFS macht es einem out-of-the-box wirklich leicht auch Mini-Köder auf gute Weiten zu befördern. Zum Einsatz kamen kleine Twitchbaits mit und ohne Weitwurfsystem wie ZipBaits Rigge Deep 70SP (5,3g) und 2 bzw. 3 Inch Gummis an Köpfen zwischen 1,5 und 5 Gramm. Das jeweilige Köder-Gesamtgewicht lag also zwischen 4 und ca. 10 Gramm.
Schnell bin ich jedoch mutiger geworden und schließlich hat sich „3“ bei etwas lockerer Spuleneinstellung als absolut bequem in einem weiten WG-Spektrum erwiesen. „3“ ist eine gute Allround-Einstellung in Kombination mit fester oder etwas lockerer Spulen-Einstellung.
Die Finesse-Scorpion nimmt das „BFS“ im Namen absolut ernst und ist dabei kein bisschen zickig! Keine Ahnung warum, aber die Scorpion BFS gehört zu jenen Shimano-Schmuckstücken, die hierzulande nicht direkt bezogen werden können.
Shimano hat mit der Scorpion BFS einen sehr interessanten Wettbewerber zur Aldebaran BFS im Programm. Wen bislang die Kosten vom leichten Baitcasten abgeschreckt haben findet nun zumindest eine etwas günstigere Alternative mit aktuellster BFS-Technik auf dem Markt.
Shimano Aldebaran BFS 22: Eine Neuauflage mit hohen Erwartungen
Die Shimano Aldebaran BFS 22 wurde von vielen sehnlich erwartet. Es gibt kaum eine Rolle die sich im BFS Bereich einen besseren Namen gemacht hat als die Aldebaran BFS Serie in ihren verschiedenen Ausführungen. Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen an die Neuauflage gewesen.
Das erste auffällige Merkmal der neuen Aldebaran BFS ist ihre sehr spacige Form. Es wurde sehr mutig mit Ecken und Kanten gearbeitet. Dadurch wirkt das Design ziemlich futuristisch, besonders die „Motorhaube“. Dazu passend wurde ein Blaugrau gewählt das meiner Meinung nach auf den meisten Fotos im Internet ganz anders wirkt als in der Realität.
Von vielen wurden die Plastikteile vom Handle Nut Retainer und zwischen Handle und Handle Side Plate kritisiert. Das ist für mich kein Problem, weil ich finde es sieht gut aus und ich kenne auch niemanden der jemals einen Handle Nut Retainer aus Plastik zerstört hat.
Der Drag Star hat ein bisschen eine andere Fräsung bekommen als die normale 0815 Form. Wenn man ihn dreht hört man ein klares Klicken. Er ist eher auf der schwergängigen Seite, was mich aber überhaupt nicht stört, weil man so nichts versehentlich verstellen kann.
Alles ist sehr präzise, der Klick ist deutlich und es gibt kein Spiel im Daumentaster. Das Einzige was ich von der Optik her wirklich bemängeln möchte ist das Design vom Wahlrädchen für die FTB Bremse. Es ist echt eine optische Herausforderung wie lieblos das Wahlrädchen aufgepappt zu sein scheint. Von der Bedienung her ist es aber super und es hat mich auch haptisch nie gestört bei Angeln, nur die Optik ist leider echt schräg. Das Wahlrädchen hat keinen Klicker und lässt sich stufenlos und mit angenehmem Widerstand verstellen.
Insgesamt finde ich die Shimano Aldebaran BFS 22 von der Optik und vom ersten Eindruck her sehr hochwertig und stimmig, aber auch optisch ziemlich polarisierend.
Die Aldebaran BFS 22 hat, wie auch schon das Vorgänger Modell, einen Tapered Line Guide. Die Schnurführung ist zur Spule hin sehr weit und verjüngt sich dann nach vorne hin. Dadurch entstehen beim Wurf keine so krassen Winkel wie bei einem nicht konischen Design.
Die Spule der Shimano Aldebaran BFS 22 verfügt über Silent Tune. Dabei handelt es sich um einen sehr präzise angepassten Gummiring auf dem Kugellager der Spule und auf dem Schaft. Dieser O-Ring schluckt Vibrationen und sorgt für eine sehr leise und satte Rotation auch bei sehr hohen Drehzahlen im Wurf. Weniger Vibration bedeutet weniger Unruhe und zeigt sich auch in einem kleinen Plus an Wurfweite, weil einfach alles runder abläuft.
Die sehr flache BFS Spule hat ein Gewicht von nur 6,6 g inklusive Kugellager. Dabei ist sie bei weitem nicht so stark geportet wie andere BFS Spulen. Ich frage mich ob da bei zukünftigen Generationen noch ein bisschen mehr ausgebohrt wird um noch minimal mehr Gewicht zu sparen. Nur in der Mitte sind Bohrungen. Ich würde sehr davon abraten die Schnur durch diese Bohrungen festzubinden, auch wenn es verlockend aussieht.
Was ich auch sehr cool finde ist der Exciting Drag Sound. Dabei handelt es sich um einen Schnurabzugklicker der im Drill auch für ein Sounderlebnis sorgt. Viele Angler die von Stationärrolle auf Baitcaster wechseln vermissen das Geräusch beim Drill. Bei der Aldebaran BFS 22 ist das kein Problem, weil die Designer nicht darauf verzichtet haben.
Das FTB (Finesse Tune Break) System ist ein Magnetbremssystem das sich selbst ein bisschen reguliert. Die Befestigung der Magnete kann sich minimal bewegen. Bei hohen Drehzahlen wird das Magnetfeld stärker und die Magnete wandern zur Spule hin. Dadurch wird dann die Magnetkraft und die Bremskraft erhöht. Sobald die Spule langsamer dreht gehen auch die Magnete wieder auf die ursprüngliche Position und bremsen weniger. So ist für jede Flugphase des Köder für eine möglich angepasste und optimierte Bremskraft gesorgt.
Technische Daten der Shimano Aldebaran BFS 22:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Übersetzung | 7,8 : 1 / 8,9 : 1 |
| Schnureinzug | 71 cm / 81 cm |
| Gewicht | 130 g |
| Schnurfassung | 0,23 mm / 50 m |
| Bremssystem | FTB Magnetbremse |
| Kugellager | 10 + 1 |
Auch wenn mir das Design am Anfang sehr gegen den Strich ging, bin ich mittlerweile ein echter Fan der Shimano Aldebaran BFS 22. Sie hat mich durch die unglaubliche Smoothness und die krasse Wurfperformance abgeholt. Wenn man die Aldebaran BFS 22 kurbelt hat man des Gefühl man kurbelt Butter, so weich ist es. Die Micro Module Gears habe ich bei anderen Rollen die das Feature auch hatten schon positiv bemerkt, aber noch nie auf diesem Level.
Die Aldebaran BFS 22 überzeugt auf diesem Gebiet voll. Ich habe die Rolle sehr viel mit unbeschwerten Gummis und leichten Hardbaits getestet. Es macht wirklich Spaß die Rolle zu werfen. Dabei ist es auffallend wie extrem leise die Rolle im Wurf ist.
Die Passung zwischen Spule und Body ist wunderbar und lässt keine Wünsche offen. Da so Wahlrädchen für die Bremseinstellung ist übrigens am Wasser nicht zu spüren. Es sieht also nur ein bisschen schlecht platziert aus, funktioniert an dieser Position aber perfekt und macht keine Probleme.
Shimano gibt das Wurfgewicht der Aldebaran BFS 22 mit einem Gramm an. Mit der richtigen Rute und der richtigen Schnur ist das ganz bestimmt möglich. Für Otto Normalverbraucher ist die Angabe aber schon sehr sportlich. Ich persönlich verwende die Aldebaran BFS 22 zirka im Bereich zwischen 2 und 10 g. Sie würde sicher noch mehr aushalten, aber dafür habe ich dann andere Baitcaster die besser geeignet sind.
Bis auf ein paar Geschmackssachen im Design kann man an der Shimano Aldebaran BFS 22 nicht wirklich herummeckern. Die Performance und die Haptik sind sehr gut, das darf aber für den europäischen Preis auf jeden Fall auch erwartet werden. Wenn du gerne schickes Spielzeug magst und ein bisschen Kleingeld hast, ist die Aldebaran BFS 22 auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Die Shimano Aldebaran BFS 22 hat mittlerweile schon viele Stunden mit Chatterbaits auf dem Buckel. Außerdem hat sie auch schon etliche Hechte in ganz ordentlichen Größen gesehen und läuft immer noch absolut perfekt. Man muss sich also keine Sorgen machen ob die kleine Rolle den Fischen am Gewässer standhält.
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