Die Shimano Alfine 11 ist eine beliebte Nabenschaltung, die in verschiedenen Fahrradtypen eingesetzt wird. Dieser Artikel fasst Erfahrungsberichte von Radfahrern zusammen, die die Alfine 11 in unterschiedlichen Situationen getestet haben, von alltäglichen Fahrten bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren.
Erfahrungen im Gelände und auf Bergtouren
Einige Radfahrer haben die Alfine 11 auf Bergtouren getestet. Ein Nutzer berichtete von einer Fahrt über das Riesengebirge mit ca. 15 kg Gepäck und Steigungen von 7-10%. Das Elfstufengetriebe stieß dabei an seine Grenzen. Um zum Fernpass zu gelangen, musste im Wald einige Male geschoben werden. Zum Reschenpass hinauf ging es ohne Schieberei, allerdings mit einigen Pausen in den 11 Kehren.
Ein anderer Nutzer kletterte mit ca. 150 kg Systemgewicht und Alfine 11 über das Balkangebirge mit einem Anstieg von ca. 900 m auf ca. 30 km. Die Nabe hat das klaglos mitgemacht und auch den Rest der Tour ueberstanden.
Trotzdem sind die oft bemängelten Fehltritte bei Bergabfahrten ein großes Manko. Selbst wenn man nicht beschleunigen wollte, war ein Kontakt zum Antrieb wichtig. Fazit: Die Alfine für die Stadt und für das flache Land ist ok. Es fehlen 2 Berggänge.
Es wurde auch darauf hingewiesen, dass man nicht unbedingt immer nur XT ,- XTR oder die R14 braucht. Ein Kumpel fuhr mit einer 8 Gang Alfine eine ähnliche Route mit relativ schwerem Gepäck.Richtig schwer wurde es nach den Alpen, zB. von Trient hoch ins Valsulgana, da nützt nach den Erfahrungen mit Campinggepäck die beste Schaltung nichts, da hilft nur schieben oder der Bus.
Die 11 Gangnabe ist durchaus geeignet die schwierigen Pässe zu absolvieren. Viele Faktoren sind entscheidend mit welchem Aufwand die Serpentinen gerissen werden. Über den Fernpass führt ein größtenteils schottiger und kurviger Waldweg mit zum Teil 10 % Steigungen, wenn auch nur über kurze Distanzen. Dieses Extremstück zieht sich über mindestens 5 km.
Selbst bergab ist es alles andere als einfach. Mit Rollen ist da nicht viel drin. Eher ist viel Bremsen und Balancehalten angesagt. An der Alfine 11 bemängeln einige die Leertritte. Wenn man eine Geschwindigkeit von 30 km/h erreicht hat, findet man oft keinen Anschluss mehr zum Tritt. Das fängt beim 8. Gang an. Und das logischerweise unabhängig davon, ob man nur sich selbst, oder auch noch Gepäck transportiert. Wenn einem 11 Gänge zur Verfügung stehen, dann sollten sie auch benutzt werden können. Diesen Service bietet die Alfine 11 nicht immer.
Technische Details und Innovationen
Die Alfine-Nabenschaltung wurde als technisch optimierte Nobelversion entwickelt, die Shimanos erfolgreiche 8-fach-Nabe „Nexus Inter-8“ optisch in den Schatten stellt. Es gibt sie auch verschärft - mit 2-fach-Kurbelsatz kombiniert - als 2 x 8 = 16-Gang-Sportversion! Mit der sportlich ausgelegten Alfine, auch S500 genannt, hat Shimano einen neuen Komponentensatz in Premiumversion für eine neue Kategorie sportlicher Fahrräder mit Nabenschaltungen entwickelt. Die S500 verfügt unter anderem über eine optisch wie technisch aufgewertete 8-Gang-Nabe, hydraulische Scheibenbremsen, eine Kurbelgarnitur, spezielle Bremsgriffe und RapidFire Plus-Schalthebel.
In der Nabe selbst funktioniert die Kraftübertragung durch Rollen aus beiden Getriebeteilen auf die Nabe (bei der 8-Gang ist es nur eine Rollenübertragung). Auch ist die Alfine im Gegensatz zur üblichen 8-fach-Nabe gewichtsoptimiert (Prototyp ca. 1590 g). Verwendet werden übrigens Nadellager wie bei der 8-Gang-Premiumversion gegen Verschleiß und besonders hohe Effizienz - gar „die höchste aller von Shimano produzierten Nabengetriebe“, strahlt Peiffer. Zudem besitzt die Alfine ein edel poliertes, geschmiedetes Nabengehäuse - und als auffälligstes Merkmal einen filigranen Kettenspanner, der Radherstellern das Verbauen einer Alfine in Serienrahmen mit senkrechtem Ausfallende erlaubt.
Die Alfine-Kurbelgarnitur (Einfach- oder Doppelblatt-Version) besitzt ein integriertes Achsrohr für erhöhte Steifigkeit, Gewichtsersparnis und einfache Montage. In der Ein Kettenblatt-Version ist sie mit einem integrierten Kettenschützer ausgestattet, damit die Bekleidung nicht verschmutzt. Ihr Übersetzungsumfang entspricht den erprobten Nexus 8-Gang-Nabenschaltungen. Zwei Ritzelalternativen fürs Hinterrad bietet Shimano an: mit 18 Zähnen oder 20 Zähnen für Räder, die in alpine Regionen gekauft werden. Interessant: Die Umkehr des Zahnprofils sowie ein Plastikring sollen beim Kettenspringen (starke Stöße) und beim Rücklaufen der Kette (Rücktreten) einem Abspringen vorbeugen.
Hersteller haben die Möglichkeit, anstelle eines üblichen Umwerfers vorn den Shimano C-600 Power Changer zu verbauen - mit dem der Wechsel auf das benachbarte Kettenblatt mühelos vonstatten geht. Vorne gibt es für die normale Alfine 8-fach-Version wahlweise ein 39-er (für Berge) oder 45-er Kettenblatt (Flachland). Als dritte Option einen Doppel-Kurbelsatz aus der C600-Gruppe mit 34/46er Kettenblatt in „Komfortauslegung“ mit dem erwähnten PowerChanger-Umwerfer.
Schaltverhalten und Abstufung
Die Gangabstufungen sind über den gesamten Bereich recht gleichmäßig zwischen 13 und 14 Prozent, mit Ausnahme des ersten Gangs: der Sprung vom ersten zum zweiten beträgt 28%. Die Schaltvorgänge funktionieren gewohnt butterweich (wie bei den Nexus 7- und 8-Gang-Naben oder der i-motion 9), aber prinzipbedingt nicht so eindeutig wie bei der Rohloff-Nabe, die zwangsgesteuert ist und deswegen sofort beim Drehen des Schalthebels im entsprechenden Gang ist. Dieser Effekt wirkt sich beim Fahren in der Ebene nicht negativ aus, aber am Berg ist er schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Auch die Alfine 11-Gang-Nabe scheint einen Gang zu haben, in dem sie gelegentlich ganz kurz ausrastet, mir ist es jedenfalls auf den ersten 200 km im achten Gang zweimal passiert, relativ kurz nach dem Schaltvorgang verliert sie den Halt und die Pedale drehen vielleicht eine zwanzigstel Umdrehung frei. Aber Achtung! Wo wir schon bei Verwandtschaften sind: Bei meiner Rohloff-Nabe trete ich beim Schalten von 7 nach 8 und umgekehrt oft wie vor die Wand, da schaltet sich kurzzeitig der 14. Gang ein (das soll inzwischen besser geworden sein), bei der Alfine 11-Gang passiert das Gleiche gelegentlich beim Schalten vom 7.
Langzeiterfahrungen und Probleme
Mittlerweile wurde die Nabe insgesamt 4000 km gefahren, und ich stelle fest: Fast alle Einschätzungen stimmen so weit immer noch, nur das Thema Leertritte muss noch etwas erweitert werden. Ich hatte die Nabe mittlerweile auch aus eben diesem Grund zur Kontrolle/Fehlerbehebung eingeschickt, und sie nach 4 Wochen (in Worten: vier Wochen! Das wundert mich nicht, ich denke auch, dass gelegentliche Leertritte bei dieser Nabenkonstruktion normal sind. Insbesondere wegen dieser Service-Geschwindigkeit und -Qualität werde ich nun definitiv wieder die Rohloff-Nabe verwenden. Die Schaltung wurde dann eingeschickt an Paul Lange. Es wurde ein neues Getriebe eingebaut. Aufklärung über die Ursache bekam ich keine.
Mittlerweile zeigen sich bei einigen Naben des Öfteren erste Alterungserscheinungen: Anscheinend ist die Schaltzug-Rückholfeder der Nabe ihrer Aufgabe auf Dauer nicht gewachsen (die Verfechter des Rohloff-Prinzips der zwei Züge werden sich ein Grinsen nicht verkneifen können) - das Schalten in den elften Gang klappt dann erst nach etwas Wartezeit oder gutem Zureden. Inzwischen fährt auch die oben getestete Nabe wieder, Fahren und Schalten tut sie super, aber nach mehreren kräftigeren Aussetzern im zweiten Gang ist sie offensichtlich intern so beschädigt, dass dieser Gang immer wieder ausrastet. Also keine Kaufempfehlung, zumindest nicht für Tourenräder!
Die Alfine 11 wird mit Di2 bei einigen wenigen Herstellern erst in den 2019er Modellen verbaut. Auch bei den E-Lastenrädern kommen die 11-Gang Alfine mit Di2 erst diese Saison ins Rollen. Nach 6.600km habe ich keinerlei Probleme mit der Nabe. Anfangs muss man sich dran gewöhnen, dass die Schaltung auf Wunsch an der Ampel automatisch runterschaltet. Die 11 Gang Alfine hatte bei der Markteinführung wohl etwas unter Kinderkrankheiten zu leiden, meinem Eindruck nach hat das Shimano aber zwischenzeitlich in den Griff bekommen.
Ein Nutzer fährt ein Fahrrad von Velo de Ville mit der Alfine 11 und einem Bosch Antrieb. Ihm gefällt die Nabe sehr gut. Er hat jetzt ca. 15 000km damit zurückgelegt und dabei zwei mal die Alpen überquert.
Typische Probleme und Reparatur
Die Alfine 11 macht, besonders bei E-Bikes mit Tretunterstützung (Pedelecs) häufig eine Menge Probleme. Sie ist einfach auf Dauer den hohen Belastungen des E-Bikes nicht gewachsen. Schließlich wurde sie von Shimano lange Zeit vor dem Aufkommen der E-Bikes entwickelt und ist für den dauerhaften Einsatz nicht unbedingt geeignet. An einem E-Bike wirken ganz andere Kräfte als an einem klassischen Fahrrad ohne Tretunterstützung. Aber auch in Bikepacking-Rädern (Reiserädern) ist sie, unserer Meinung nach, fehl am Platze. So kommt es häufig schon innerhalb der Gewährleistungszeit zu verschiedenen Problemen, Ausfällen und Reklamationen.
- Überspringende Gänge: Ein häufig auftretendes Problem sind überspringende Gänge, die herausfliegen. Das kommt daher, weil die Sperrklinken des Sonnenrads nur unvollständig ausgefahren sind.
- Ölverlust: Die Alfine 11 Nabenschaltung neigt manchmal dazu, mit der Zeit undicht zu werden. Dann tritt Öl auf der rechten Seite aus.
- Metallische Geräusche: Mit der Zeit kann die Alfine 11 Nabe in den Gängen 7-11 plötzlich nervige und laute metallische Geräusche erzeugen. Das klingt so, als wenn im Inneren der Nabe Zahnräder aneinander reiben. Dieses rührt oft daher, dass zwei Zähne aus dem Kupplungsrad ausgebrochen sind.
- Leertritt: Beim Radeln kann es immer mal wieder zu sogenannten Leertritten kommen. Das passiert dann, wenn die 4 Rollenkupplungen nicht mehr richtig greifen.
- Blockaden: Aufgrund von Fertigungstoleranzen weisen fast alle Shimano Naben sehr kleine Spaltmaße auf.
- Schwergängigkeit: Wenn die Alfine 11-Gang Nabenschaltung sehr schwerfällig und schwergängig wird, so kann dieses verschiedene Ursachen haben.
- Geräusche bei bestimmten Geschwindigkeiten: Manchmal kommt es bei bestimmten Geschwindigkeit zu unangenehmen, summenden Geräuschen, wenn sich z.B.
Bei den meisten Schaltproblemen muss die Alfine 11 gar nicht geöffnet werden. Man sollte das also nicht einfach zum Spaß machen. Vieles ist von außen reparabel: Ölwechsel, neuer Bowdenzug, die richtige Schaltzug- und Konus-Einstellung usw. helfen in der Regel.
Einige Tipps für die Reparatur:
- Drucken Sie sich die Shimano Explosionszeichnung unbedingt aus und nehmen Sie diese mit an den Arbeitsplatz. Ganz wichtig: Die Shimano Explosionszeichnung EV-SG-S700-3092A.pdf, da hier alle Teile bezeichnet sind.
- Nach dem Entfernen des Ritzels wird der starke Ölverlust deutlich. Hier ist was undicht. Der schwarze Kunststoffring „Kettengleiter“ ist nur locker aufgesteckt und kann einfach abgezogen werden. Es dürfen beim Zusammenbau keinesfalls Sandkörner oder Dreck hinein fallen!
- Vor dem Lösen der Kontermutter des Konuslagers also nochmal gründlich putzen, z.B.
- Nach dem Lösen des linken Konuslagers, kann die gesamte Getriebeeinheit zur Ritzelseite herausgenommen werden. Aber Achtung, auch hier versteckt sich wieder loser Dreck auf dem Wellendichtring (Siehe Pfeil Nr. 35). Dieser kann nach dem Säubern ganz vorsichtig herausgenommen werden.
- Die gesamte Alfine 11 wird komplett durch das innere Ölbad geschmiert. Lagerfett (wie bei den Shimano Nexus-Schaltungen) verdickt das Öl künstlich und erzeugt so Schaltprobleme. Die Lager dürfen also nicht gefettet, sondern nur geölt eingebaut werden.
- Kontrolle des inneren, gesäuberten Nabenkörpers auf Laufspuren. Auf Riefen, Macken oder Klemmspuren achten, denn dann stimmt etwas nicht und der Nabenkörper (und oft auch die Getriebeeinheit) müssen ersetzt werden.
Alternativen
Sind Sie auf der Suche nach einer hochwertigen Nabenschaltung für Ihr E-Bike (E-Trekking, E-SUV, E-MTB, E-Cargo etc.) dann raten wir von der Shimano Alfine 11 ab. Auf Dauer werden viele Fahrer damit keine große Freude haben, besonders, wenn Sie technisch nicht sehr versiert sind, um kleinere Probleme selbst zu beheben. Als Alternative können wir Ihnen Nabenschaltungen mit 14 Gängen des deutschen High-Tech Herstellers Rohloff anbieten. Diese sind zwar deutlich teurer, bieten jedoch extrem ausfallsicheren Fahrspaß über viele Jahre bzw.
Der deutsche Hersteller Rohloff baut sehr hochwertige Getriebenaben mit 14 Gängen. Diese sind extrem langlebig und hoch belastbar und somit auch optimal für den Einsatz am E-Bike oder für Bikepacking geeignet.
| Merkmal | Shimano Alfine 11 | Rohloff Nabe |
|---|---|---|
| Anzahl Gänge | 11 | 14 |
| Einsatzbereich | Stadt, flaches Land, leichte Steigungen | E-Bike, Bikepacking, anspruchsvolle Touren |
| Haltbarkeit | Begrenzt, besonders bei E-Bikes | Sehr hoch |
| Preis | Günstiger | Teurer |
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