Shimano Alfine 11 mit Riemenantrieb: Erfahrungen im Alltag und auf Reisen

Die Shimano Alfine 11 Nabenschaltung in Kombination mit einem Riemenantrieb erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Alltags- und Reiserädern. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Nutzern mit dieser Technologie, geht auf Vor- und Nachteile ein und vergleicht sie mit Alternativen wie der Rohloff-Schaltung oder der Shimano Nexus.

Umstieg auf den Riemenantrieb: Ein Erfahrungsbericht

Nach Jahrzehnten mit Kette habe ich mir endlich ein Trekkingbike für den Alltag mit Riemenantrieb zugelegt. Schon lange nervt mich die Ölmatsche an der Kette, die sich aus Schmiermittel in Kombination mit dem Staub der Waldwege ergibt. Ja, ich weiß, eine Kette kann und sollte man reinigen - aber nach neun Stunden im Büro sehne ich mich nach anderem, als nach schwarzen Fingern und einem versauten Garagenboden. Jetzt habe ich die ersten 2.000 km auf meinem Breezer Beltway 11+ hinter mir.

Design und Alltagstauglichkeit

Ein Fahrrad für den Alltag braucht bei mir ein gewisses Design-Niveau. Bei meinem lokalen Fahrradladen stolperte ich dann über das Breezer-Rad. Das Design sprach mich auf den ersten Blick an. Ich mag das Design mit matten, dunkelgrauen Lack, geformten Rohren und aufgebrachten kontrastierenden Details. Rahmengeometrie und sicheres Fahrverhalten durch hohe Rahmensteifigkeit passen perfekt. Das Fahrrad vermittelt ein sicheres Gefühl auf verschiedensten Untergründen.

Die Alfine 11 im Praxiseinsatz

Auf meinem täglichen Weg überwinde ich 200 Höhenmeter. Die höchste Steigung liegt bei ca. 8 %. Mir war klar, dass die Alfine 11-Gang in der Entfaltung nicht an die üblichen 27 oder 30 Gänge der Kettenschaltung heranreicht. In den großen Gängen passt das perfekt. Bei Gefälle lässt sich locker bis fast 50 km/h mittreten. Bergauf ist das eingeschränkter. Für die 8 % Steigung, die meinen Kreislauf morgens in Schwung bringen, reicht das gut aus. Die Alfine schaltet sauber.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass eine Pedalumdrehung im kleinsten bzw. größten Gang der Alfine 11 mit den 28-Zoll-Laufrädern in 2,50 m bis 9,40 m Strecke umgesetzt wird.

Schnelles Runterschalten funktioniert nur eingeschränkt, da mit einem Schaltungshub nur zwei Gänge geschaltet werden. Wird die Ampel rot, muss man mehrfach auslösen, um anschließend gut anfahren zu können.

Ehrlich gesagt war ich auf den ersten 100 km nicht wirklich von meinem neuen Rad überzeugt. Der Riemen selbst hat mehr Widerstand als eine gut gepflegte Kette, was insbesondere am Anfang deutlich zu spüren war. Nach einer gewissen Strecke legte sich das und ist heute wenig zu spüren. Die Physik dahinter ist klar. Die Kette hat nur oben den Zug und läuft dann locker über Kettenblatt und Ritzel. Der Riemen braucht eine Grundspannung über beide Zugrichtungen, um die Kraft sicher zu übertragen. Erst bei höherer Trittfrequenz, wenn die Kette über die Reibung der Kettenglieder beim Umlenken zunehmend Widerstand erfährt, bleibt der Riemen in seinem Verhalten konstant und hat einen Vorteil.

Wartung und Zuverlässigkeit des Riemenantriebs

Mein Gates-Riemen läuft jetzt sein 2.000 km problemlos. Zweimal habe ich ihn mit Wasser saubergespült und weder Hände noch Auto bekommen im Mobilitätsmix „Kofferraum“ Flecken. Die wartungsarme Technik ist bisher ein Versprechen, das eingehalten wurde. Wir werden sehen, wie es nach 10.000 km aussieht.

Der Riemen ist ein geschlossener Ring und nötigt den Rahmenbauer dazu, den Rahmen im Bereich des Hinterrads so zu konstruieren, dass man ihn öffnen kann. Nur so kann der Riemen durch den Rahmen zum Hinterrad geführt werden. Beim Breezer ist das so verdeckt gemacht, dass man es nur sieht, wenn man danach sucht. Keine Schraube oder Verbindung ist sichtbar.

Besonderheiten des Breezer Beltway 11+

Die Führung der Züge und Kabel ist im Bereich des Unterrohrs in einer Rinne versenkt und mit einer Kunststoffblende abgedeckt.

Mein Bike sollte nach Möglichkeit von keiner der großen Marken sein. Ich bin einfach kein Volkswagen-Typ und das Rad ist für mich ein Stück Lebensstil. Die Marke, die 1974 von Joe Breezer in Kalifornien gegründet wurde, gehört zu den ganz frühen Mountainbike-Marken und hat bis heute einen unglaublichen Erfahrungsschatz gesammelt. Sie behauptet von sich, Räder für verschiedene Gelände zu bauen - mit unbeschwerten und lebhaften Fahrverhalten, die dem Fahrern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Shimano Alfine: Eine Premium-Nabenschaltung

Mit der sportlich ausgelegten Alfine, auch S500 genannt, hat Shimano einen neuen Komponentensatz in Premiumversion für eine neue Kategorie sportlicher Fahrräder mit Nabenschaltungen entwickelt. Die S500 verfügt unter anderem über eine optisch wie technisch aufgewertete 8-Gang-Nabe, hydraulische Scheibenbremsen, eine Kurbelgarnitur, spezielle Bremsgriffe und RapidFire Plus-Schalthebel. Alle Teile der Gruppe wirken optisch sehr ansprechend und dürften Shimano-typisch wohl dauerhaft verlässlich arbeiten.

In der Nabe selbst funktioniert die Kraftübertragung durch Rollen aus beiden Getriebeteilen auf die Nabe (bei der 8-Gang ist es nur eine Rollenübertragung). Auch ist die Alfine im Gegensatz zur üblichen 8-fach-Nabe gewichtsoptimiert (Prototyp ca. 1590 g). Verwendet werden übrigens Nadellager wie bei der 8-Gang-Premiumversion gegen Verschleiß und besonders hohe Effizienz - gar „die höchste aller von Shimano produzierten Nabengetriebe“, strahlt Peiffer.

Zudem besitzt die Alfine ein edel poliertes, geschmiedetes Nabengehäuse - und als auffälligstes Merkmal einen filigranen Kettenspanner, der Radherstellern das Verbauen einer Alfine in Serienrahmen mit senkrechtem Ausfallende erlaubt. Damit ist der Weg frei für Hersteller, in jeden Rahmen (egal ob fürs Trekkingrad, Fitnessbike, Crossrad, Mountainbike oder Reiserad) anstelle einer Kettenschaltung ein Nabengetriebe zu verbauen.

Ganz nebenbei erleichtert der Kettenspanner auch den Radausbau beziehungsweise -einbau bei Transport oder einer Reifenpanne erheblich.

Alfine mit Scheibenbremse und Kurbelgarnitur

Im blauen Shimano-Testrad entdeckten wir eine an die Nabe angeflanschte Scheibenbremse (auch im Vorderrad). Noch handelt es sich um eine XT-Version aus dem Mountainbike-Regal, später wird es eine Alfine-Discbrake geben. Montiert am Testrad ist vorerst ist eine 2-fach-Rennradkurbel (50/34 Zähne, entliehen aus der „Tiagra“-Gruppe). Sie wird später durch eine technisch gleiche, aber wunderschön fließend geformte Alfine-Kurbel ersetzt, die uns schon präsentiert wurde.

Übrigens besitzt die Alfine-Kurbelgarnitur (Einfach- oder Doppelblatt-Version) ein integriertes Achsrohr für erhöhte Steifigkeit, Gewichtsersparnis und einfache Montage. In der Ein Kettenblatt-Version ist sie mit einem integrierten Kettenschützer ausgestattet, damit die Bekleidung nicht verschmutzt.

Übersetzung und Schaltoptionen

Ihr Übersetzungsumfang entspricht den erprobten Nexus 8-Gang-Nabenschaltungen. Zwei Ritzelalternativen fürs Hinterrad bietet Shimano an: mit 18 Zähnen oder 20 Zähnen für Räder, die in alpine Regionen gekauft werden.

Interessant: Die Umkehr des Zahnprofils sowie ein Plastikring sollen beim Kettenspringen (starke Stöße) und beim Rücklaufen der Kette (Rücktreten) einem Abspringen vorbeugen.

Hersteller haben die Möglichkeit, anstelle eines üblichen Umwerfers vorn den Shimano C-600 Power Changer zu verbauen - mit dem der Wechsel auf das benachbarte Kettenblatt mühelos vonstatten geht.

In einer unscheinbar unter dem Tretlager montierten Box befinden sich an die Kurbel gekoppelte Mitnehmerklinken, die nach der Gang-Auslösung am Lenker bei einer Viertelkreis-Kurbeldrehung - also mit Fußkraft! - durch eine Straffung des Schaltzugs die Kette verblüffend exakt auf das gewünschte Blatt schieben!

Vorne gibt es für die normale Alfine 8-fach-Version wahlweise ein 39-er (für Berge) oder 45-er Kettenblatt (Flachland). Als dritte Option einen Doppel-Kurbelsatz aus der C600-Gruppe mit 34/46er Kettenblatt in „Komfortauslegung“ mit dem erwähnten PowerChanger-Umwerfer.

Alfine 11 vs. Alfine 8: Was ist der Unterschied?

Genau in die Mitte zwischen Alfine 8- und Rohloff-Getriebenabe platziert Komponenten-Riese Shimano die neue Alfine-Nabe mit 11 Gängen. Im Schlüsseljahr 2011 geht Shimano voll aufs Gas: Die völlig neu konstruierte Alfine 11-Nabe packt genauso viele Gänge in ihre polierte Nabenhülse, ist extrem wartungsarm und leise. Mit nur etwa 1660 Gramm wiegt die Nabe ungefähr genauso viel wie ihre 8-fach-Schwester.

Gesteuert wird die Neue über einen modernen Rapid-Fire-Schalter, der mit je einem Schalthebel die Gänge rauf oder runter schaltet, bei Bedarf auch zwei auf einmal („Multi-Release“). Wie von der Kettenschaltung her bekannt, lässt sich per „Two-Way-Release“ der Hebel zum Runterschalten von beiden Richtungen entweder mit dem Daumen oder dem Zeigefinger bedienen.

Die Gangabstufung ist in der Tat die Stärke der 11er, das sieht man auch im Ritzelrechner sehr schön.

Allerdings steht die Alfine 11 im Ruf, weniger robust zu sein als die 8er.

Ein negativer Punkt bei der 8er ist das zwischen dem 5 und 6 Gang ein Sprung von 23% ist da muss man schon mit der Primärüberstzung spielen um das zu kompensieren. Der 5 und 6 Gang sind die beiden Gänge die am meisten gebraucht werden.

Alfine 11 am E-Bike: Sinnvoll oder nicht?

Wie ich recherchiert habe, soll die Shimano Alfine 11 Gang eine der besten Shimano-Getriebe sein in Bezug auf E-Bike im Zusammenhang mit Nabenschaltung. Nun gibt es durchaus einige Modelle, die für mich in vielen Punkten sehr interessant sind, die es dann aber "nur" mit der Shimano Nexus 5-G gibt. Und ehrlicherweise, wenn ich die Auswahl auf die Alfine begrenze, bleibt kaum noch Modellvielfalt übrig. Deshalb die Frage, ist die Alfine 11 tatsächlich so viel besser als die Nexus 5-G ?

Beim Probefahren mit dem E-Bike einer Alfine-Schaltung meiner Frau (neu gekauft, jetzt 190km gefahren) zeigt sich, dass diese absolut nicht sauber schaltet. Ich brauchte teilweise bis zu 200m, bis der entsprechende Gang geschaltet wurde. Okay, das wird hoffentlich jetzt in der 1. Durchsicht entsprechend justiert und korrekt eingestellt. Wenns dann läuft, solls gut sein. So viel aber erstmal zu der tollen Alfine.

Das mit der besten Shimano bezog sich natürlich nur auf die Shimano-Familie unter sich. Nicht im Vergleich zu Rohloff oder Enviolo oder Nuvinci...

Für ein Pedelec sollte auch die Alfine 8 Gangnabe in Betracht gezogen werden. Die Bandbreite der 11er ist sicherlich im überwiegend flachen (Gottes Sandkiste) und einer Begrenzung auf 25 Km/h nicht notwendig. Ebenso unnütz ist dort der Mittelmotor und die damit verbundenen Probleme, die er den Nabenschaltungen bereiten kann (!). Vielleicht ist für den MM daher die 5-Gang Nabe die bessere Wahl. Wenn ich recht erinnere hat Shimano sie ja für diesen Zweck auf den Markt gebracht und (hoffentlich) auch dafür stabiler ausgelegt.

Die Nexus 5-Gang wurde speziell für Pedelecs entwickelt und ist mit mindestens 65 Nm belastbar. Wenn du nicht die Alpen überqueren willst bietet diese Schaltung ein angenehmes Fahren.

Shimano Nabenschaltungen im Vergleich
Modell Gänge Besonderheiten Einsatzbereich
Alfine 11 11 Große Bandbreite, Rapid-Fire-Schalter Alltag, Trekking, E-Bike
Alfine 8 8 Robust, großer Gangsprung zwischen 5. und 6. Gang Alltag, Trekking, E-Bike
Nexus 5 5 Speziell für Pedelecs entwickelt, belastbar E-Bike

Alfine 11 und Riemenantrieb am Lastenrad?

Ich habe selber eine Alfine 11, allerdings an einem Minivelo. Generell finde ich die Naben nicht das beste für Lastenräder, weil man eine Primärübersetzung von 2:1 nicht unterschreiten soll, und damit bei den kleinen Gängen nicht viel Reserve da ist.

Probleme und Kritikpunkte

Wie ich danach rausgefunden habe mag die Alfine 11 zu großes Drehmoment überhaupt nicht. Problem: Leckage auf der Antriebsseite. Der Wikipedalia-Artikel und Suchen im Netz deuten aber auf systematische Probleme hin.

Alternativen zur Alfine 11

Wer mit riesigem Gepäck (30kg für ein "kleine" Radreise halte ich für viel zu viel) auch Berge fahren möchtest, benötigst du eine Untersetzung. Mit einem Ritzelrechner kannst du leicht ermitteln, ob du bei deiner Reifengröße auf eine Entfaltung von etwa 1,5 m kommst. Also doch Rohloff.

Hierzu was ich noch im Kopf habe: - Übersetzungsverhältniss (409% (Alfine) zu 526% (Rohloff)) - Keine Untersetzung zulässig, am Berg mit Gepäck von Nachteil, auser du willst nicht in die Berge oder bist ne Bergziege.

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